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Symptombekämpfung

„Tankrabatt“, CO2-Preis und Steuerpaket: Schon wieder gerät die Inflation aus den Fugen – dank Merz

Im Juli sind die Verbraucherpreise in Deutschland so stark gestiegen wie seit langem nicht. Doch der Sprung kommt nicht überraschend: Er ist das direkte Ergebnis politischer Entscheidungen der Bundesregierung.

Der politisch künstlich zurückgehaltene Inflationsdruck droht nun voll durchzuschlagen (IMAGO/W2Art)

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Die Inflation in Deutschland hat im Juli wieder deutlich angezogen – und die Politik trägt daran eine erhebliche Mitverantwortung. In erster Linie hat vor allem die Aussetzung des Tankrabatts in Kombination mit der zum Jahresbeginn angehobenen CO₂-Bepreisung zu einem gewaltigen Anstieg der Energiepreise geführt.

Nach der vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamts stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,8 Prozent, nach 2,3 Prozent im Juni. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten zuvor lediglich mit 2,7 Prozent gerechnet.

Gegenüber dem Vormonat kletterten die Preise um kräftige 0,8 Prozent – ein für einen einzelnen Monat ungewöhnlich hoher Wert. Die Kerninflation, also die Teuerung ohne Nahrungsmittel und Energie, lag bei 2,4 Prozent. Der entscheidende Treiber hinter der wieder aufflammenden Inflation war abermals die Energie: Die Energiepreise lagen im Juli um 8,3 Prozent über dem Vorjahresniveau, nachdem der Abstand im Juni lediglich 3,4 Prozent betragen hatte.

Hierbei muss angemerkt werden: Der kräftige Anstieg im Juli ist kein Ausreißer, sondern die Fortsetzung eines Trends, der sich bei genauer Betrachtung bereits seit Dezember 2025 abzeichnet. Damals markierte die Inflationsrate mit 1,8 Prozent ihren niedrigsten Stand seit September 2024. Seither ging es langsam, aber kontinuierlich nach oben: auf 2,1 Prozent im Januar, 1,9 Prozent im Februar und infolge des Ölpreisschocks durch den Iran-Krieg auf 2,7 Prozent im März beziehungsweise 2,9 Prozent im April.

Die anschließenden Rückgänge auf 2,6 Prozent im Mai und 2,3 Prozent im Juni waren keine echte Entspannung, sondern in erster Linie das Ergebnis eines künstlichen politischen Effekts. Neben den zwischenzeitlich leicht gesunkenen Energiepreisen auf den Weltmärkten wurde die Inflation vor allem durch eine staatliche Subvention – den Tankrabatt – gedrückt. Dessen Auslaufen am 30. Juni ließ die Teuerung nun umso stärker zurückkehren und trug maßgeblich dazu bei, dass der Anstieg der Energiepreise im Juli so deutlich ausfiel. „Es war klar, dass allein der Wegfall des Tankrabatts zu einem Preissprung von mehr als zehn Prozent bei den Benzinpreisen führen würde“, so Daniel Hartmann, Chefökonom des Vermögensverwalters Bantleon, gegenüber Reuters.

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Als Reaktion auf den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hatte die Bundesregierung die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für die Monate Mai und Juni um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Durch die niedrigere Energiesteuer verringerte sich zugleich der Mehrwertsteueranteil am Kraftstoffpreis. Insgesamt ergab sich daraus eine Entlastung von bis zu 17 Cent pro Liter. Das war zwar eine durchaus wirksame Maßnahme, jedoch keineswegs nachhaltig oder vorausschauend, sondern vor allem eine Form der Symptombekämpfung. Darin waren sich von Beginn an auch viele Experten einig. So argumentierte etwa ifo-Präsident Clemens Fuest bereits früh, allgemeine Senkungen von Energiesteuern seien kein zielgenaues Instrument, um Bedürftige zu entlasten.

Der Staat hat sich damit zwei Monate lang eine optisch niedrigere Inflation erkauft und den Preisschub lediglich in den Juli verschoben. Es handelt sich letztlich um dieselbe Politik wie beim Tankrabatt des Jahres 2022. Unbestritten ist: Ein Tankrabatt kann Preise vorübergehend dämpfen. Eine dauerhafte Entlastung garantiert er jedoch nicht. Der Wegfall des Tankrabatts ist jedoch nur der offensichtlichste Posten einer ganzen Reihe politisch gesetzter Preistreiber. Ein weiterer ist die CO₂-Bepreisung, die seit Jahren kontinuierlich ansteigt und fossile Energieträger gezielt verteuert.

Zum Jahresbeginn 2026 stieg die CO₂-Bepreisung im nationalen Emissionshandel (nEHS), der die Sektoren Gebäude und Verkehr umfasst und damit auch Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas erfasst. Während 2025 noch ein Festpreis von 55 Euro je Tonne CO₂ galt, wurde zum 1. Januar ein Versteigerungs- beziehungsweise Preiskorridorsystem eingeführt. Dieses sieht einen Mindestpreis von 55 Euro und einen Höchstpreis von 65 Euro je Tonne CO₂ vor. Seit der Einführung des nationalen Emissionshandels im Jahr 2021 ist die CO₂-Bepreisung deutlich gestiegen. Damals lag der Preis noch bei 25 Euro je Tonne. Erklärtes Ziel des nEHS ist es, die CO₂-Emissionen zu senken und die nationalen Klimaziele zu erreichen.

Die Anhebung zum Jahreswechsel machte sich unmittelbar bei den Verbraucherpreisen bemerkbar. Zwar sind es formal die Mineralölkonzerne, die die CO₂-Abgabe entrichten. Die dadurch entstehenden Mehrkosten geben sie jedoch an die Verbraucher weiter. Bereits im Januar verteuerten sich Kraftstoffe nach Daten des Statistischen Bundesamts innerhalb eines Monats um 5,6 Prozent. Kritiker nannten die gestiegene CO₂-Abgabe ausdrücklich als einen der wesentlichen Preistreiber. Auch die Zukunftsaussichten sprechen indes nicht für Entspannung – im Gegenteil. In den nächsten Monaten könnte die Teuerung weiter zunehmen: Der Iran-Krieg ist nicht beendet, und der Ölpreis befindet sich erneut im Aufwärtstrend.

Hinzu kommt: Die Politik plant bereits die nächsten Verteuerungen, die sich unweigerlich auf die Inflationsdynamik auswirken werden. Ab 2027 – ein Jahr früher als ursprünglich vorgesehen – wird eine gestaffelte Zuckersteuer auf Softdrinks erhoben. Gleichzeitig soll die Tabaksteuer über fünf Jahre hinweg so stark steigen, dass der Preis einer Schachtel Zigaretten von derzeit rund neun auf knapp zwölf Euro klettert. Auch höhere Alkoholsteuern sind Teil eines Pakets der Großen Koalition zur Konsolidierung des Haushalts. Ab 2028 greift zudem der europäische Emissionshandel für Wärme und Verkehr, der Heizen und Tanken planmäßig noch stärker verteuern wird, als dies bereits durch den nationalen Emissionshandel der Fall ist. Deutsche Verbraucher müssen sich also auf langfristig stark steigende Preise einstellen.

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16 Kommentare

  • Ich wünsche mir das Deutschland von 1990 zurück. Da waren alle noch glücklich und in Aufbruchstimmung. Und frei.

    • Das dachten sie nur und haben weggeschaut als sie… Systematisch… Geplant… für eine Mark gekauft wurden.

      • Treuhand? Nach m.M. so ziemlich das Übelste, was der Westen sich ausdachte. Dafür schäme ich mich noch heute.

        • Nun, werte Claudia, das war wohl zu viel Meinung bei zu wenig Ahnung:

          Die Treuhandanstalt wurde auf Initiative verschiedener Bürgerrechtsgruppen, „Runder Tische“ und Parteien von der DDR-Regierung Modrow im Kabinatt beschlossen und durch Volkskammerbeschluß aus dem Juli (?) 1990 gegründet.

          Die Statuten dieser „Anstalt des öffentlichen Rechts“ wurden, wie von der Volkskammer beschlossen, unverändert Teil des sog. Einigungsvertrages, der auch festschrieb, daß diese Statuten nicht geändert werden könnten.

          Wenn Sie also zornig sein wollen, sollten Sie das auf die DDR-Regierungen Modrow und De Maizière sein.

          2
  • Das Obrigkeitspersonal versucht immer schneller an den Stellschrauben zu drehen. Es wird eine Zeit danach geben, die wird definitiv kommen, keiner wird vergessen. Denke, da wird man sehr akribiesch und gewissenhaft agieren .

  • Die Regierung will „Übergewinne“ der Ölkonzern abschöpfen, ist aber selbst ein Inflations- bzw Kriegsgewinner:
    Höhere (Netto-) Preise, höhere MwSt. Und dann auch noch Steuer auf Steuer: MwSt auf Energiesteuer und CO2-Abgabe als Teil des Netto- preises.

  • Abwählen das ganze korrupte Dreckspack.
    Anders wird sich hier nix mehr ändern.

    • Unsere Drecks-Regierung in Österreich ist noch schlimmer, sie lügt die Inflation seit Monaten herunter und die Spritpreise steigen. Diesel kostet € 2.20 .- / Liter, Tendenz steigend, und die Inflation sinkt, obwohl alles immer noch viel teurer wird. Das funktioniert aber nur deshalb weil auch bei uns das Wahlvolk komplett degeneriert und verblödet ist. Wir rasen Hand in Hand in den Abgrund.

  • Ich habe den diskreten Eindruck, das ausschließlich komplett Verrückte unser Politik bestimmen.

  • Dieser Vollkommen verblödete Staat der Luft besteuert und somit alles teuer macht.
    Dann kommt noch dazu dass es soviel Dumm-Wähler gibt, welche diese völlig verblödeten angeblich demokratischen Kartell-Parteien noch wählen.

  • Das kann ich bestätigen ich war heute einkaufen und habe fast 50€ ausgegeben was sonst alles 20€ gekostet hat und noch vor 2 Wochen ungefähr 30€ waren… Das kann man ja nicht mehr bezahlen und dann war ich mal wieder Tanken 😳 25€ und bloß kurz über Halbvoll sonst habe ich dafür vollgetankt… Der Preis war heute höher als ich vorheriges Jahr mal in Holland war ,da habe ich auch so viel bezahlt 50€ und der Tank war nicht voll… Die wollen uns doch für dumm verkaufen…. Alles was die für Reformen auf den Weg bringen, funktionieren einfach nicht, es wird immer teurer und dann erzählen die ständig die Inflation sinkt.. ja wo denn, nicht in 🇩🇪… Und vor allem bei welchen Artikel’n?!? Ich habe heute ein Angebot beim Kaufmann bekommen 4 Küchenrollen 2€… Das haben wir aber nicht der Regierung zu verdanken den Preis sonder’n die sind billiger gewesen weil die sonst Sxx teuer sind und keiner die mehr kauft und die davon zuviel auf Lager haben im Supermarkt die wollten die loswerden.

  • Eine Regierung, die nur abkassiert. Es ist ein Armutszeugnis, dass nicht einmal gewährleistet wird, dass jeder während der Wintermonate sein Zuhause ausreichend beheizen kann. Viele Renten liegen knapp über Grundsicherungsniveau. Man müsste Asylant, Gutverdiener oder Bürgergeldempfänger sein, dann hat man es warm. Ich wünsche allen politischen Entscheidern, einmal einen Winter in Deutschland, ohne Heizung verbringen zu müssen.

  • „Gegenüber dem Vormonat kletterten die Preise um kräftige 0,8 Prozent“

    Wurde da eine 0 verdreht und versehentlich ein Komma hinzugefügt?

  • Ich empfehle den Personenschützern, Justizlern, diverse Beamte und auch den Panzerlimofahrern aus der Politblase mal zu reflektieren, für wen die überhaupt arbeiten ? Dem Volk oder den Politikern ? Sofern es einen Systemchange zurück zum Grundgesetz und Rechtsstaat gibt, sind ihre Jobs eh weg …

  • Selbst wenn man das alles zusammenrechnet, ist der Sprit in Dänemark und den Niederlanden teurer als in Deutschland. Wie kann das sein? Ich dachte Merz wäre der schlechteste Regierungschef von allen!

  • Ich dachte dank Trump und seinem neuen endlosen Krieg. Der dadurch resultierenden aktuellen Sperre von Hormus und der Sperre des Roten Meeres.

    Wieder was gelernt. Merz ist an allem schuld und wenn in China ein Sack Reis umfällt und ein Virus deswegen ausbricht, war es Merz.

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