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Spiegel-Leitartikel fordert Israel-Boykott – das ist der Gipfel einer zunehmend enthemmten Debatte

Ein Spiegel-Leitartikel fordert BDS-light, einen Importboykott gegen die israelischen Siedlungsgebiete. Nach dieser Logik müsste man viel eher ein Boykott gegen die Volksrepublik China und die menschenverachtenden Golfstaaten einführen – doch gegen Israel zu schießen ist offenbar einfacher.

Im Spiegel wird offen BDS-light gefordert. (IMAGO/Carsten Thesing)

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„Ein Verbot von Importen aus Israel darf kein Tabu mehr sein“, hat der Spiegel als Überschrift über einen Leitartikel von Brüssel-Korrespondent Timo Lehmann gesetzt. Lehmann argumentiert darin so radikal gegen Israel, wie man es nur selten in der deutschen Presselandschaft gesehen hat. Wegen der „völkerrechtswidrigen“ Siedlungen im Westjordanland will er einen staatlichen, EU-weiten Boykott von Waren aus bestimmten Teilen Israels.

Immerhin: Lehmann möchte nicht ganz die Forderungen der sogenannten „BDS“-Bewegung übernehmen, die einen vollständigen Boykott Israels fordert und das Land durch Desinvestition und Sanktionen zerstören will. Stattdessen argumentiert er, wie auch viele andere, für „BDS“-light: Ein Boykott ganz Israels würde ja auch die linke Opposition in Israel und „Palästinenser mit israelischer Staatsbürgerschaft“ – offenbar wendet der Autor hier einen „ethnischen Volksbegriff“ an – bestrafen.

Den Befürwortern eines Importboykotts gegen die israelischen Siedlungsgebiete geht es dabei angeblich um Völkerrecht und Menschenrechte – doch aus irgendeinem Grund pochen sie nur bei Israel auf einen solchen Boykott. Daraufhin kann man nur die Frage stellen: Wann boykottieren wir endlich die Volksrepublik China?

Im Falle Chinas, wo derzeit zehntausende Uiguren kastriert und in Lager interniert werden, kommt niemand auf die Idee eines Handelsboykotts. Auch bei den zahlreichen arabischen Staaten, in denen Menschenrechte mit Füßen getreten werden und von deren Öl und Gas Deutschland abhängig ist, hebt niemand den Finger und fordert einen Importboykott. Dabei müsste man nach den Standards eines Handelsboykotts gegen Israel Importverbote für die meisten Länder der Welt erlassen.

Einzig ausgewählte Länder des sogenannten „globalen Nordens“ wären in Ordnung – praktisch jeder afrikanische Staat müsste wohl dagegen von unseren Importen ausgeschlossen werden. Man stelle sich vor, was für Leitartikel im Spiegel erscheinen würden, wenn beispielsweise die AfD eine solche Forderung aufstellen würde.

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Aber mit Israel, einem langjährigen Partner des Westens, legen sich deutsche Medien dagegen allzu gerne an. Vielleicht weil Deutschland schlechtere Handelsbeziehungen zu dem kleinen Land verkraften könnte. Vielleicht aber eben auch, weil doch einige, die diese Forderung stellen, mit der antisemitischen „BDS“-Bewegung sympathisieren.

Seit Jahren versammelt sich auf den deutschen Straßen ein völlig enthemmter Mob und fordert genau das: einen Boykott Israels mit dem Ziel, das Land zu zerstören. Das ginge sicherlich mit der Vertreibung von Millionen Juden einher. Doch anstatt diesem Mob etwas entgegenzusetzen, ihn zu verurteilen oder ihm wenigstens keine Beachtung zu schenken, nähern viele in Politik und Medien sich zunehmend an ihn an.

Im Spiegel setzt man sich also nun pseudointellektuell mit den Ideen einer Mob-Bewegung auseinander – womit diese in die Mitte der gesellschaftlichen Debatte gerückt werden. Es ist der bisherige Gipfel einer zunehmend enthemmten medialen Debatte über Israel – und Besserung ist nicht in Sicht.

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26 Kommentare

  • Also in Israel hätte die schwule Kreuzfahrt vermutlich anlegen dürfen…

    • Genau so ist es!

      Ich bin schwul und seit meiner Teenager-Zeit ein Freund Israels. Ich kenne mich sehr gut aus mit Schwulen und Lesben in Israel. Da ich etwas Hebräisch spreche, konsumiere ich auch regelmäßig israelische Online-Medien zu vielerlei Themen.

      Israel hatte übrigens bereits in den 80er Jahren fortschrittliche Regelungen/Gesetze für homosexuelle Soldaten und Soldatinnen in der IDF, während man bei uns im Westen in der Regel um seine Karriere fürchten musste, wenn man sich als schwul oder lesbisch zu erkennen gegeben hat; das war in Deutschland zum Beispiel meines Wissens nach sogar damals ein Grund, aus der Bundeswehr entlassen zu werden…

      💙🤍🇮🇱
      🖤❤️💛🇩🇪

      • Ein Super-Beitrag, merzi. Sie wissen es wahrscheinlich, aber die Mehrheit der hiesigen Leser nicht: In Tel Aviv finden sich auf verschlungenen Wegen sogar häufig Araber (also keine israelischen Araber) ein, weil sie dort ihre Neigung frei ausleben können. Sollen sie es. Und wieder zu Hause berichten, was für ein liberaler Staat der „zionistische Teufel“ ist.

  • Geldgeber des Spiegel…Gates und Soros.
    Beides linke Kapitalisten.
    Was sagen Schuster und Knobloch dazu?

    • Schuster und Knobloch stehen auf die alte Jiddische Regel:
      Geld is Geld.
      Das versteht jeder denke ich.

      Habe lange genug in Israel und Deutschland gelebt.

    • Die denken, die AFD hat Schuld.

    • Bin noch absolut traumatisiert von dem Gespräch bei Ben mit Kai Dieckmann

  • Boykott ist oft eine Flucht aus der eigenen Nicht-Argumentationsfähigkeit.

    Man erkennt historisch, bzw. aus Erfahrung, die zwei Seiten des Boykotts.
    1. Der moralischer Protest
    2. Knallharte Geschäfts- oder Machtstrategie.

    Nun ist der Spiegel längst moralisch abgedriftet.

  • Diese Siedlungen sind völkerrechtwidrig, und zwar ganz ohne Anführungszeichen.

    • Dieses Land wird ganz regulär erworben, nämlich gekauft. Den bis dahin dort lebenden geht es in aller Regel hinterher besser, weil die Israelis Arbeit, damit Geld usw. mitbringen.

  • Boykotte und Sanktionen sind eindeutig linkssozialistische Elemente um Unruhe zu schaffen. Unruhe ist das einzige was die Linken hervorgebracht haben in ihrer Historie.

    • Deswegen terrorisieren die linkssozialistisch USA auch den halben Planeten mit Sanktionen..

  • Jeder der für einen Boykott Israels steht – steht für ein Ende der Zusammenarbeit mit Mossad was unweigerlich zu unerkannten Terroranschlägen führen wird.

    Also BDSler schaffen die Grundlage für erfolgreiche Terroristische Anschläge

    • Wer in irgendeiner Weise gegen (oder auch nur: nicht für) Israel agiert, betreibt Täter-Opfer-Umkehr der übelsten Sorte. Ob aus Dummheit, Bosheit, Gestörtheit oder alles zusammen, ist unerheblich.

  • Ich weiß gar nicht, was die Leute haben. Also ich nutze die BDS-Liste gelegentlich – umgekehrt.

  • Israel interessiert mich nur dann, wenn es unsere Interessen tangiert. Die Israelis sind schon groß, die brauchen ganz bestimmt nicht den Rat von Fritzi und Konsorten.

  • Wenn ich sehe wie unsere Wirtschaft abschmiert, frage ich mich, ob es Länder gibt die deutsche Waren in den Regalen lassen, weil unser Volk von seiner Regierung verachtet wird.
    Übrigens: wer liest denn noch den Spiegel?

    • Kenne noch zwei Leute.
      Die eine lebt seit achtundzwanzig Jahren nicht mehr in Deutschland und „Der Spiegel“ ist die „Bibel“.
      Bei dem anderen liegt das wöchentliche Exemplar gut sichtbar als augenscheinliche Deko auf dem Wohnzimmertisch.
      Sieht immer sehr glatt und ungelesen aus.
      (habe den Eindruck die Ausgaben werden immer dünner)

      • (habe den Eindruck die Ausgaben werden immer dünner) Gut beobachtet!
        Der Preis steigt dagegen unaufhörlich.

    • Der schreibt für sich selbst und seine Sponsoren

    • Diese Fischblätter werden über Lesezirkel und Co. in Arztpraxen, Flughäfen usw. entsorgt. Darüber hinaus hat noch der eine oder andere verkalkte Geboosterte sein Abo vergessen. Die Klientel, die auch den lustigen Onkels und Tanten im Fernseher alles glaubt. Schließlich dürften die ja nicht im Fernseher wohnen, wenn sie irgend etwas sagen würden, was nicht stimmt.

  • Der Spiegel nimmt sich zu wichtig, was ist er denn, hat ruhmvolle Geschichte, heute braucht er Spenden von Bill Gates. Israel Hasser werden heute auch ohne Spiegel Artikel Produkte aus dem Land vermeiden. Unterstützer interessiert der Artikel nicht, und der große Rest ändert sein Kaufverhalten nicht.

  • Der linke Spiegel fällt schon lange durch widerlichen Antisemitismus auf. Viel schlimmer finde ich, dass sogar unser Bundeskanzler antiisraelische Narrative von sich gibt, und die Judenhasser dadurch bestärkt. Wer eine Handvoll einheimischer jüdischer Gewalttäter als „Siedler, die Gewalt beispiellosen Ausmaßes verüben“ bezeichnet, könnte besser Fatah-Mitglied werden,als bei der CDU. Mir würden da der Holocaust,der 7.Oktober, Rote Khmer, ISIS.. einfallen, aber keine Bauern die Steine werfen. Mittlerweile scheinen alle Hemmung gefallen zu sein.

  • Diese Leute sind so heuchlerisch,erbärmlich und an Dummheit nicht zu überbieten.
    Ich bin auch mit vielen Sachen was Israel betrifft nicht einer Meinung.Aber es gibt zig andere Länder wo noch viel mehr Menschen unterdrückt,misshandelt und gefoltert werden als in Palästina.
    Ich kann diese ganzen Proppalästina Demonstranten nicht mehr sehen, elendiges Gesocks ist das und auf Krawall aus!!

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