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Talkshowexpertin

„Sie muss sich nur umstellen“: Claudia Kemfert phantasiert über Wasserstoff-Industrie

Die DIW-Ökonomin Claudia Kemfert hat sich bei Markus Lanz für eine Transformation der Energieversorgung ausgesprochen. Die deutsche Industrie habe nur dann eine Zukunft, wenn sie schnellstmöglich von Gas auf grünen Wasserstoff umstellt, behauptete Kemfert.

Sieht die Zukunft der Energieversorgung in grünem Wasserstoff: Die DIW-Ökonomin Claudia Kemfert (Screenshot via YouTube)

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In der ZDF-Talkshow Markus Lanz ist es am Mittwochabend zu einer kontroversen Debatte über die Zukunft der deutschen Industrie und der Energieversorgung gekommen. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Journalist Michael Bröcker vertraten dabei grundlegend unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage und der Zukunftsperspektiven der deutschen Industrie.

Die Energiewende-Ökonomin Kemfert argumentierte dabei vor dem Hintergrund einer stillschweigend vorausgesetzten grünen Transformation mit dem Ziel der Klimaneutralität dafür, dass die deutsche Industrie langfristig nur dann eine Überlebenschance habe, wenn sie sich schnellstmöglich von fossilen Energieträgern löse und auf neue Technologien setze. Konkret verwies sie auf den Einsatz von grünem Wasserstoff als zentralen Baustein.

Die Chemieindustrie könne zwar „auch in Deutschland eine Zukunft haben“, erklärte Kemfert, „sie muss sich nur umstellen“. Dabei führte sie aus, dass hierzulande künftig noch produziert werden könne, allerdings nur noch mit grünem Wasserstoff, den man angeblich längst „hätte ausrollen können“ und jetzt „ausrollen kann, wenn man es möchte“. Nur „insofern“ könne „auch eine Industrie in Deutschland und in Europa weiter existieren“, so Kemfert. Damit knüpfte sie die Fortexistenz des Industriestandorts Deutschlands und damit des deutschen Wohlstandsmodells explizit an eine Technologie, bei der nach wie vor völlig ungewiss ist, ob sie in absehbarer Zeit in ausreichender Menge und preiswert zur Verfügung stehen wird.

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Gleichzeitig kritisierte sie die bisherige Energiepolitik und die Transformationsbemühungen der Industrie als zu zögerlich. Politik und Unternehmen hätten „sehr viel frühzeitiger auch auf grünen Wasserstoff“ setzen müssen, erklärte sie. Bröcker, der Kemfert in der Sendung Degrowth-Fantasien attestierte, stellte diese Perspektive deutlich infrage und verwies auf den aktuellen Entwicklungsstand der Technologie. Die Vorstellung, dass grüner Wasserstoff kurzfristig eine tragfähige Alternative darstelle, bezeichnete er als unrealistisch.

„Ach, Frau Kemfert das ist wirklich Zukunftsmusik“, entgegnete er und fügte hinzu: „Ich würde mich ja freuen, dass Sie recht haben, aber das ist Zukunftsmusik. Wir verlieren jetzt zehntausende Industriejobs pro Monat.“

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Kemfert reagierte darauf mit einer verständnislosen Replik und machte abermals klar, dass sie das Wohl und Wehe der deutschen Industrie dem Weltklima in einigen Jahrzehnten unterordnet: „Worüber reden wir denn jetzt? Also wir reden doch darum, ob eine solche Industrie in Deutschland noch eine Zukunft hat. Und ich sage, es kann durchaus möglich sein. Aber auch ein Konzern wie BASF weiß doch, wo es hingeht. Nur das billige Gas, auf dem man sich seit Jahrzehnten ausruht, ist eben nicht die Zukunft, sondern es muss eine Strategie geben, die auch entsprechend davon weggeht.“

Ein weiterer Streitpunkt war der Umgang mit steigenden Energie- und Spritpreisen. Bröcker plädierte für einen zurückhaltenden Staat und betonte dabei, dass viele Menschen durchaus eigenverantwortlich dazu in der Lage sind, auf Preisanstiege zu reagieren und ihr Verhalten entsprechend anzupassen. „Die Leute versuchen doch jetzt schon, das Auto stehen zu lassen, die sind doch nicht doof, die Menschen – aber manche können es nicht“, so Bröcker.

Kemfert widersprach dem und sieht grundsätzlich den Staat in der Verantwortung. Insbesondere die politische Krisenkommunikation mit den Bürgern sei „wirklich ein Problem“. Bröcker wies diese paternalistische Staatsauffassung zurück. „Aber die Politik muss mir doch nicht erklären, dass die Benzinpreise gerade hoch sind und ich möglichst Fahrrad fahren soll.“

Kemfert sprach sich demgegenüber gegen kurzfristige staatliche Entlastungsmaßnahmen wie Steuersenkungen auf Energie aus, da diese aus ihrer Sicht falsche Anreize setzten: „Wenn man einfach so tut, wir können dagegen ansubventionieren mit einer niedrigeren Energiesteuer, vermittelt man einen anderen Ansatz.“ Stattdessen plädierte sie für klarere politische Signale, die im Bereich der Mobilität nachhaltige Verhaltensänderungen fördern sollen.

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111 Kommentare

  • Diese Frau scheint nicht einmal zu wissen, daß wir in Deutschland Gas für Jahrzehnte haben!

    • Das vorhandene Erdgasnetz kann nicht für den Transport von H₂ verwendet werden.
      Der Wasserstoff in den Leitungen führt zur sogenannten Wasserstoffversprödung des Stahls. Dabei entstehen Risse in den Leitungen.
      Abhilfe könnte nur der vollständige Ersatz der jetzigen Leitungen durch eine andere, bessere Stahlsorte schaffen, nämlich durch legierten Stahl.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffversprdung

    • Auch in der Wirtschaft bin ich für eine Frauenquote.
      Maximal 10%.

      • Aber zum Kantine putzen

        • Maximal noch als Diätköchin, falls es dazu überhaupt reicht.

          12
        • Als Sekretärinnen, aber auch nur wenn sie Kaffee kochen können.

          7
      • Ich bin dafür, dass 50 Prozent aller Lkw von Frauen beladen, entladen und gefahren werden.

        50 Prozent aller Bundeswehrsoldaten für die Front sollten Frauen sein.

        50 Prozent der Müllkutscher.

        50 Prozent der Mitarbeiter in Schlachthöfen.

        Es gibt noch soviele Berufszweige, wo Frauen noch nicht gerecht beteiligt sind.

        Wenn ihr gleichberechtigt sein wollt, dann werdet heute noch Maurer, Zimmerleute, Klomontierer. Beweist euch in allen „harten“ Jobs.
        Wenn 50 Prozent der Frontsoldaten Frauen sind,
        dann läuft der Rest doch wie von alleine.

    • Davon hängt ihr Gehalt ab, dass sie nicht weiß, wie man es richtig macht.

    • Kempfert ist Aktivistin, keine Sachverständige.
      Und nur darum sitzt sie auf ihrem Posten.

    • … und darüber hinaus nicht zu wissen (oder zu leugnen?), dass mit jeder Umwandlung in einen anderen Energieträger, hier: in überhaupt erst teuer zu erzeugenden Wasserstoff, hohe Prozentanteile an eingesetzter Energie verloren gehen, mithin kostbare Energie verschwendet wird! Als „Energieökonomin“ von der Verwendung von Primärenergie abzuraten ist energieökonomisch der blanke Hohn – oder eben absolute Verblendung!

    • Vielleicht kann man das auch in Rheinwasser absaufen lassen.

    • Gut, dass Sie’s wissen und damit einen gewaltigen Unterschied machen. Oder doch nicht?

      -20
      • Sich mal zu solchen Themen zu belesen könnte helfen und den Unterschied machen. An dieser Person hat einzig das Wort Ökonomin noch dazu vom DIW was mit Ökonomie zu tun. Dieses unsinnige Wasserstoffgerede nach Stand der heutigen Technik würde den Niedergang der Industrie in Deutschland nochmal beschleunigen .
        Dieses Weltklimagefasel und Neutralitätsgefasel ist der Inbegriff grüner haltloser Ideologie . Sowie man in Kontakt mit nicht systemgeschmierten Wissenschaftlern kommt, werden die Klima-und CO2-Lügen schnell wiederlegt ,allein wenn man logisch denken erkennt man dieses .

      • Ihre ewig kindischen Störfeuer-Sinnloskommentare erinnern stark an das Kommentarniveau bei einer großen Zeitung aus Hamburg – meines Wissens die Einzige, die noch ne echte Kommentarspalte online unter jedem Artikel unterhält, nachdem der „Spiegel“ seine ja abgeschafft hat.

      • Atlas, wenn Sie jetzt auch noch aus linksideologischen Gründen die Schwätz-Expertin Kemfert verteidigen, haben Sie einen neuen Tiefpunkt erreicht.

        Schauen Sie sich an, welchen „Transformations“-Unfug diese Ökotante seit 2020 verkündete. Jedem Techniker und jedem Ingenieur stehen die Haare zu Berge.

  • Klar, stellen wir alles um auf grünen Wasserstoff, den es erstens noch lange nicht in ausreichender Menge gibt und zweitens dann erstmal so teuer ist, dass alles zu spät ist. Und das während der Rest der Welt weiterhin günstige fossile Energieträger verfeuert.
    Klappt ganz bestimmt.

    • Was die Kartellanhänger mit „klappen“ meinen ist, das die Wirtschaft absolut geschädigt ist und letztendlich abwandert.
      Man kann es nicht mehr anderes deuten, die Zerstörung der dt. Wirtschaft, der Landschaften, der Kultur, der Meinungsfreiheit, der Demokratie, das sind die Ziele der Kartellparteien.

    • Frau Kempfert ist Wirtschaftswissenschaftlerin, hat also keinerlei technischen Background. Sie nennt nicht einmal Menschen mit Expertise, welche das für möglich halten, was sie verbreitet. Somit fehlt ihre auch jegliches Argument, um ihre wirren Ideen zu begründen. Es ist nicht Aufgabe des DIW technische Beurteilungen durchzuführen, was Frau Kempfert nicht davon abhält, ihren Unsinn zu verbreiten.
      Besonders ärgerlich ist für mich bei so etwas, dass auch Steuermittel an das DIW fließen.

  • Grünen Wasserstoff wird es für den gewünschten Verbrauch nie geben. In der Herstellung viel zu teuer, gefährlich ohne Ende, er durchdringt jeden Stoff. Jeder Tank, jede Leitung muss äußerst präzise mehrlagig ausgeführt werden und trotzdem ist er flüchtig.
    Allein die Leitungen kosten mindestens das dutzendfache einer normalen Gasleitung.

    • Es gibt heute schon Wasserstoffzüge. Leider mussten diese schon häufiger ihren Betrieb einstellen, weil nicht genügend Wasserstoff da war. Wenn so etwas passiert, dann verbietet es der gesunde Menschenverstand wie Frau Kempfert zu phantasieren.

  • Und was meint die Claudia: Kommt der grüne Wasserstoff aus der Steckdose oder dem Wasserhahn?

  • Wasserstoff ist farblos und nicht grün.

    Grüne Erzeugung gibt es nicht, denn bei Herstellung von Produkten und bei Herstellung von jenen Maschinen die zur Herstellung gebraucht werden, entsteht eben keine Nullemission. Auch beim Transport gleiches Thema.

    Strom kommt auch nicht aus der Steckdose sondern endet dort, der woanders produziert wurde.

  • Wasserstoff ist nicht grün er ist farblos, muß ja mal gesagt werden

    • In einer Welt, in der Kobolde Strom in Netzen speichern und Atomstrom diese Netze verstopfen kann, da ist Wasserstoff auch grün. Wahlweise regenbogenfarben.

  • Oh man
    Schmerz lass nach.

  • Zwei plus Zwei macht Fünfe.

  • Wir können bei der Zunahme der Insolvenzen noch zulegen.

  • Die extrem linke Ökonomin.

    • schliesslich lehrte sie in St.Petersburg und Moskau.

    • Kein Wunder, ist doch Marcel Fratzscher ihr Chef und das DIW überwiegend von Bund und Ländern finanziert. Da geht es am Endes des Tages nur darum, politische Ziele pseudowissenschaftlich zu untermauern, um das Volk zu verdummen. Das erinnert mich sehr an die Institute und Einrichtungen samt ihrer „Experten“ während der Corona-Zeit.

  • Nun, als sich abzeichnete, daß Admiral Dönitz und seine U-Boote dabei waren, die Atlantikschlacht zu verlieren, träumte(n) der/die Führer von der kriegsentscheidenden Wendung durch neue „Wunderwaffen“ & „-techniken“:

    # Schnorchel für U-Boote, zum getauchten Batterieladen.
    # Neue Batterien mit sagenhafter Ladekapazität und neue U-Boot-Typen.
    # Elektrotorpedos mit Magnetzündern und akustischer Eigensteuerung.
    # Raketenwaffen.
    # Strahlflugzeuge.
    # Viermotorige Bomber.
    # Flugzeugträger.
    # Unbesiegbare Kampfpanzer.
    # Atombomben.
    # Kraftstoffgewinnung aus Luft, Erdgas oder Braunkohle.
    # Reichskrafttürme (aka. Windräder).

    Ähnlich phantastisch klingt die Liste der Dinge, von denen sich die Transformierer die „klimaneutrale“ Ökonomiewende versprechen.

  • Das vorhandene Erdgasnetz kann nicht für den Transport von H₂ verwendet werden.
    Der Wasserstoff in den Leitungen führt zur sogenannten Wasserstoffversprödung des Stahls. Dabei entstehen Risse in den Leitungen.
    Abhilfe könnte nur der vollständige Austausch der jetzigen Leitungen durch eine andere, bessere Stahlsorte schaffen, nämlich durch legierten Stahl.

  • Frau Kemfert hat recht! WENN(!) man in Zukunft (verfügbar voraussichtlich in den 2030er Jahren) die 1500 MW (elektrisch) und 3000 MW (thermisch) – Variante des in der Entwicklung befindlichen Dual Fluid – Reaktors (oder eine ähnliche Technologie) installiert, dann kann man auch „grünen Wasserstoff“ in ausreichender Menge und zu Kosten produzieren, die prinzipiell konkurrenzfähig sind. Allerdings: Die Industrie brauchte in 2025 noch ca. 250 TWh Gas NUR für die Produktion (und das war schon sehr wenig im Vergleich zu früher). Wenn man wenigstens das halten will, braucht man also diese Energiemenge an Wasserstoff. Zur Produktion braucht man ca. 18% mehr Energie, macht 295 TWh. D.h.: ca. 23 große KKW – nur für die Umstellung der Industrie auf grünen Wasserstoff. Weiß Frau Kemfert das?

    • Bravo! Guter Beitrag. Ich finde das Dual Fluid Konzept klasse. Abgesehen davon ist mir jeder konzentrierte Landschaftsverbrauch lieber, als die Grünen Hakenkreuze mit denen unsere Landschaft nutzlos verspargelt wird.

  • Ich wäre mehr für goldenen Sauerstoff…

  • Es nennt sich „Künstliche Verknappung“,
    Wenn man etwas als die einzige Alternative darstellt.
    Es kann nur einen geben.
    Alternativlos.
    Ein billiger Trick der Politik.
    Die Verluste bei der Umwandlung von Wasserstoff sind riesig.
    Es nur eine Energieform, also wenn sie von Grünem Wasserstoff reden, dann reden sie über Windkraft und Solar.
    Aber Wasserstoff braucht auch einen Wasserstoffverbraucher.
    Die Verbraucher verbraucht jetzt immer Wasserstoff, es muss also immer in ausreichenden Mengen vorhanden sein, auch bei längerer Dunkelflaute.

  • Wenn dieser grüne Wasserstoff wirklich eine lukrative zukunftsweisende Technologie wäre, hätten sich Energieversorger schon längst darauf gestürzt.

  • Transformieren, irgendwie geht es in Deutschland nur noch um Trans-Themen…

    • Wenn ich den Politikbetrieb so sehe muss ich ständig an Transsylvanien denken.

  • Grüner Starrsinn führt nicht dazu, dass in Zukunft genügend grüner Wasserstoff vorhanden sein wird. Im Übrigen ist Wasserstoff weder grün noch blau noch rot, sondern unsichtbar.

  • In Deutschland kannst du nicht einmal einen Pferdestall aufmachen, ohne einen bürokratischen Regentanz zu vollführen.
    Wie soll sich da erst die Chemie umstellen, angenommen, es wäre rentabel.
    Es wird sicher irgendwo geschehen in der Zukunft, nur nicht in Deutschland.

  • Ich erhöhe um verpflichtende Teilnahme an Physik und Mathematik Grundstufe

  • Ist Fratzscher nicht auch beim DIW?

  • Luftblase , auch in 20 Jahren sind wir noch nicht beim Wasserstoff

  • Claudia Kemfert und Marcel Fratzscher…das Dream-Team vom DIW 🙂 🙂 🙂

  • Manchmal fragt man sich, wie solche Leute zu einem Professorenposten kommen?

    • Ganz einfach: Nicht dem Doktorvater widersprechen, nicht selber denken sondern dem Zeitgeist nachplappern, Frau sein oder irgendeiner privilegierten Minderheit angehören. Dazu kommen noch die Fähigkeit, zu schwafeln und der unbedingte Wille, sich zu verkaufen (Drittmitteleinwerbung). Forschung und Lehre spielen nur eine untergeordnete Rolle. Deshalb finden Sie an den Universitäten und vor allem an den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten mittlerweile kaum noch Freigeister, die Deutschland wissenschaftlich voranbringen.

    • Frauenquote, Inklusion, Ehm..Bauernment.

  • Sie weiss was sie redet, schließlich hat sie auch stets jahrelang erzählt, dass Wind und Sonne keine Rechnung stellen.

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