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Aufschwung

Rüstung ist plötzlich im Trend – von Merkel hieß ist noch: „wir brauchen die Branche nicht“

Lange wurde die Rüstungsindustrie und der Verteidigungssektor in Deutschland gemieden und kleingehalten. Heute stehen sie im Zentrum von Politik, Börse und Wirtschaft. Vor allem Rheinmetall ist zu einem echten Überflieger avanciert. CEO Armin Papperger rechnet nun mit der Merkel-Ära ab.

Ein IRIS-T-SLM-Flugabwehrsystem auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren. Deutschland baut seine bodengebundene Luftverteidigung derzeit deutlich aus. (IMAGO/Bihlmayerfotografie)

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Die Rüstungsindustrie ist in Deutschland angekommen – in der Wirtschaft, an den Aktienmärkten und auch auf politischer Ebene. Das war in den vergangenen Jahrzehnten nicht immer der Fall. Hintergrund für den Aufschwung, den die Wirtschaftsbranche aktuell erlebt, sind vor allem die zunehmenden geopolitischen Krisen und globalen Konflikte, insbesondere der Krieg in der Ukraine sowie die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. 

Rheinmetall-CEO Armin Papperger blickte am Donnerstag auf dem Welt-Sicherheitsgipfel im Axel-Springer-Haus in Berlin auf die vergangenen Jahre zurück und schilderte die damalige Haltung der Politik: „Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte zu uns: Wir brauchen Euch eigentlich nicht – wenn es ein Problem gibt, rufen wir die Amerikaner an.“

Die Abhängigkeit von den USA sei damals bewusst in Kauf genommen worden – aus heutiger Sicht ein folgenschwerer Fehler für die sicherheitspolitische Souveränität Deutschlands. Rheinmetall und andere deutsche Rüstungsunternehmen seien zudem in die „Schmuddelecke gestellt“ worden, weil sie als Industrie Rüstungsgüter exportierten, führte Papperger weiter aus.

Hintergrund für das geringe Interesse der damaligen Bundesregierung: Vor der Eskalation des Ukraine-Krieges im Februar 2022 hat es in Deutschland selbst kaum Bedarf an neuen Waffensystemen gegeben. Die Bedrohungslage galt als gering, das Verhältnis innerhalb der NATO als stabil, und Deutschland war kaum in größere militärische Konflikte involviert. Mit Beginn des Krieges zwischen Russland und der Ukraine wurde dann jedoch deutlich, was frühere Bundesregierungen – insbesondere die Große Koalition unter Angela Merkel – versäumt hatten: den Aufbau einer eigenständigen deutschen Verteidigungs- und Militärfähigkeit, die im Ernstfall weniger auf die Unterstützung der USA angewiesen wäre.

Hinzu kommt, dass die Bundeswehr während der Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel – die von 2005 bis 2021 regierte – personell deutlich verkleinert wurde. Wie aus einer Antwort des Bundesministeriums der Verteidigung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst hervorgeht, lag die Truppenstärke der Bundeswehr zum Stichtag 31. Dezember 2021 bei 183.695 Soldaten. Im Jahr 2005 waren es noch rund 251.000.

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Papperger lobte zugleich jedoch die Entwicklung der vergangenen Jahre: Deutschland habe die USA bei der Produktion konventioneller Munition inzwischen überholt. Die Produktionskapazität sei von 70.000 auf mittlerweile eine Million Schuss Artilleriemunition pro Jahr gesteigert worden. „Wir sind besser, als die Pessimisten in Deutschland denken“, erklärte der Rheinmetall-Chef gegenüber der Welt. Gleichzeitig formulierte er jedoch klare Forderungen an die Politik: Die Branche brauche mehr Planungssicherheit. Viele Verträge der Rüstungsindustrie seien lediglich Rahmenverträge und keine verbindlichen Bestellungen. „Das muss sich ändern.“

Was Papperger auf dem Welt-Sicherheitsgipfel offenbarte, wirkt wie eine Abrechnung mit der Vergangenheit – ist zugleich aber vor allem ein Beleg dafür, wie schnell sich das politische Klima gegenüber einer Branche oder einem Unternehmen verändern kann, wenn Staat und Wirtschaft plötzlich auf dessen Leistungen angewiesen sind.

Der wirtschaftliche Aufstieg der deutschen Verteidigungsindustrie, während der letzten Jahre lässt sich an kaum einem Unternehmen so deutlich nachvollziehen wie an Rheinmetall. Der Düsseldorfer Konzern, der lange Zeit als solider, aber weitgehend unbeachteter Industriewert galt, überschritt Ende 2017 erstmals in seiner Unternehmensgeschichte die Marke von 100 Euro je Aktie. In den darauffolgenden Jahren setzte dann ein rasanter Aufwärtstrend ein.

Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine beschleunigte sich diese Entwicklung in einem Ausmaß, das nahezu alle Prognosen übertraf. Im März 2023 stieg Rheinmetall in den DAX auf. Im Februar 2025 überschritt die Aktie erstmals die Marke von 1.000 Euro, und am 3. Oktober 2025 erreichte sie mit knapp über 2.000 Euro ihr bisheriges Allzeithoch. Seitdem hat sich allerdings eine spürbare Korrektur abgezeichnet. Aktuell notiert die Aktie bei rund 1.090 Euro. Die Marktkapitalisierung ist seit 2017 von rund drei Milliarden Euro auf inzwischen mehr als 50 Milliarden Euro gestiegen. Zwischenzeitlich war das Unternehmen im Jahr 2025 sogar mit über 85 Milliarden Euro bewertet.

Auch die Geschäftszahlen erreichten zuletzt einen Rekord nach dem anderen. Der Umsatz stieg von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 9,9 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das operative Ergebnis legte um 33 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu, bei einer operativen Marge von 18,5 Prozent. Auch der Auftragsbestand wuchs kräftig: Er erhöhte sich von 56,9 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 63,8 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 – mehr als eine Vervierfachung innerhalb von vier Jahren. Und das Wachstum soll keineswegs enden. Für 2026 peilt Rheinmetall einen Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro an.

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14 Kommentare

  • Einst: Schwerter zu Pflugscharen. Heute: Schwerter aus Pflugscharen.

  • Es gibt NUR einen Trend aka Agenda genannt, die Plünderung ganzer Bevölkerungen mit Themen die KEINEN Nutzen für sie haben.

    Ob nun Klima, DEI, Pharma, Rüstung, die vermeintlichen Gutmenschen u.a. von Davos mit tausenden Stiftungen, ngos etc. manipulieren ReGIERungen, die dann per DIKTATE ihre Völker plündern.

    Aktuell mit Rüstung, Bw etc., auch unter Merkel haben diese Ausgaben der Bw nicht wirklich abgenommen und auch die Rüstungsexporte waren nicht negativ.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183064/umfrage/militaerausgaben-von-deutschland/

    2010: 31,11 Milliarden Euro
    2015: 33,14 Milliarden Euro
    2020: 43,12 Milliarden Euro2022: 50,4 Milliarden Euro (plus 100-Milliarden-Sondervermögen beschlossen)
    2024: 51,9 Milliarden Euro (zzgl. 19,2 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen)
    2025: 62,43 Milliarden Euro
    2026: 82,69 Milliarden Euro (zuzüglich 25,51 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen, gesamt 108,2 Milliarden Euro)
    https://www.bmvg.de/de/themen/verteidigungshaushalt/

  • Todsicher, der Trend !

  • „Die Branche brauche mehr Planungssicherheit.“
    Hat sie doch. Bis 2045 MUSS Deutschland „klimaneutral“ sein, steht schließlich im GG. Müßte ja dann auch für Panzer, Waffen, Munition und Co gelten. Oder etwa nicht?

  • Man will uns in einen Krieg mit Russland hineintreiben. Das Ganze hat Methode.

  • Nebenbei
    Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hat beschlossen, das Informationsfreiheitsgesetz de facto abzuschaffen.
    Für uns, das Recherche-Team von abgeordnetenwatch, hat dieser Beschluss schwerwiegende Auswirkungen.
    Für fast jeden unserer Berichte beantragen wir Dokumente von Ministerien.
    Es ist die Aufgabe von Journalismus, Verborgenes ans Tageslicht zu bringen.
    Sie üben eine Kontrollfunktion aus, indem sie über die Verschwendung von Steuergeldern berichten, über Interessenkonflikte oder unlautere Machtkonzentrationen.
    Bei all dem hilft das Informationsfreiheitsgesetz.
    Wird dieses Gesetz abgeschafft, können wir unsere Aufgabe in dieser Form nicht mehr erfüllen.
    So konnten wir belegen:
    https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/lobbyismus/impfpatente-wie-die-pharmalobby-die-bundesregierung-auf-linie-brachte?pk_campaign=snl_aw_050726
    – Wie sieht das Apollo?

  • Kein Mensch braucht die Vernichtungsindustrie ( Der größte Verbrecherkomplex nach den Pharmaverbrechern) außer denen die sich daran dumm und dusselig verdienen und nichts außer Schrott dafür liefern.
    Aber wer sich schon beim Anblick des Photos von Putin in die Hose kackt und dem Lügner und Kriegstreiber und damit Volksverhetzer Pisstorius glaubt hat es nicht anders gewollt und NICHTS begriffen, ist und bleibt also doof.

    • Diese Regierung lässt unser Land verkommen.
      Statt dagegen zu steuern und die marode Infrastruktur wieder herzurichten, schmeißt man lieber Milliarden an Steuergeldern der Rüstungsindustrie hinterher.
      Um als Insider, denn das sind einige Politiker, sich selber dabei mit Rüstungsaktien die Taschen voll zu machen.
      Kein Wunder das die jetzige Regierung die A ufklärung für D eutschland so F rüchten.

  • Selbst wenn man Verteidigungsfähigkeit befürwortet .
    Unsere Versager glauben ernsthaft , das Kriege auch in Zukunft mit Panzern
    geführt werden ?
    Ach , hab ganz vergessen !
    Blackrock muss ja “ gefüttert “ werden !

  • Dieser Faktencheck ist im Rahmen des ARD Faktencheck-Netzwerks entstanden. Mitarbeit: Carla Reveland (ARD-faktenfinder), Christian Saathoff (ARD-faktenfinder), Natalia Frumkina (ARD-faktenfinder), Ulf Rohwedder (ARD-faktenfinder), Frank Dürr (WDR), Martin Preusche (WDR), Anny Norma Schmidt (WDR), Eva Matzel (SWR), Paula Nießing (SWR).
    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/klingbeils-aussagen-beim-ard-sommerinterview-im-faktencheck,VOJy1g9#comments
    – auf Regierungsstühlen in den Elfenbeintürmen

  • Rüstungs ist im Trend, kein wundern wenn Regierungen Angst vor der Bevölkerung bekommen , weil man sie jahrelang belogen u. betrogen hat.
    und dazu Millionen von Fremde
    Gestalten nach Europa gelockt hat.
    Die unser jahrzehntelang auf gebautes Sozialsystem gerade auf null herunter plündern.

  • Terminator Movies haben uns damals schon die Richtungsanzeige gezeigt.
    Davor war es die Eneterprice und ihre bunte Crew. Kann Hollywutz in die Zukunft schauen ?

  • „Rheinmetall und andere deutsche Rüstungsunternehmen seien zudem in die „Schmuddelecke gestellt“ worden, “ das war bereits in den Achtzigern so und hat damals durch Intervention der Grünen und den hörigen Stadtoberen bspw. in Mainz rd. 6.000 Arbeitsplätze vernichtet.

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