„Noch zeitgemäß?“: ARD-Format macht aus Pippi Langstrumpf ein „Girlboss“-Problem – und sich selbst lächerlich
Zum 80. Geburtstag von Pippi Langstrumpf erklärt das ARD-Kulturformat „ttt – titel, thesen, temperamente“ die Figur für toxisch, sie verkörpere „Girlboss-Feminismus“, heißt es. Der Beitrag steht exemplarisch für die Empörungsinhalte der Öffentlich-Rechtlichen.
Zum 80. Geburtstag der Pippi Langstrumpf-Romane wagt das ARD-Kulturmagazin „ttt – titel, thesen, temperamente“ in einem Instagram-Beitrag eine kritische Neubewertung von Astrid Lindgrens gleichnamiger Heldin. Zunächst würdigt der Beitrag, dass die Figur in den 1940er-Jahren mit traditionellen Rollenvorstellungen aufgeräumt habe: Pippi wird als „starkes, eigensinniges Mädchen, das alles schafft, was es sich vornimmt“ beschrieben, das „entgegen aller gesellschaftlichen Widerstände und Erwartungshaltungen“ agiert und für somit für kleine Mädchen einen „Zugang zu Themen wie Selbstbehauptung, Rebellion und Selbstliebe“ eröffnet habe. Doch dann stellt die Sendung die Frage, ob dieses Bild heute denn noch zeitgemäß sei.
Im weiteren Verlauf wird dann aber der Vorwurf formuliert, Pippi verkörpere einen sogenannten „Girlboss-Feminismus“. Dieser vermittle den Eindruck, Frauen müssten sich vor allem individuell durch besondere Eigenschaften durchsetzen. Pippis Freundin Annika, die als „normales“ Mädchen angelegt ist, bleibe in diesem Deutungsrahmen nur auf eine Nebenrolle beschränkt. Insbesondere Pippis körperliche Überlegenheit und ihr Reichtum werden problematisiert, weil diese zum Maßstab weiblicher Stärke gemacht würden und die Übernahme „männlich gelesener“ Eigenschaften nahelegten.
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Die bemerkenswerte Pointe derartig pseudo-kritischer „Neubewertungen“ besteht darin, dass sich ihre Maßstäbe permanent verschieben. Neulich erst wurde in einem Videobeitrag von rbb24 das Thema Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum diskutiert (Apollo News berichtete). Die Moderatorin erzählt dort von ihrem Selbstverteidigungs- und Boxtraining und schwärmt davon, wie sie sich hierdurch empowert fühle. Im selben Beitrag kam auch die Stadtforscherin Mary Dellenbaugh-Losse zu Wort. Unter der Parole „Take back the Night“ plädiert sie für einen Empowerment-Ansatz gegenüber gefährlichen Orten: „Das Wichtigste ist, dass man diese Orte nicht meidet, sondern durch Anwesenheit besetzt.“
Auf diese Weise soll nach ihrer Vorstellung die Sicherheit im öffentlichen Raum durch individuelle Selbstermächtigung wiederhergestellt werden. Während also bei Pippi Langstrumpf die Darstellung weiblicher Stärke als toxisches Ideal kritisiert wird, wird es im nächsten Moment wieder gefeiert.
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Beide Ansätze verheddern sich in einem idealistischen Anspruch, der davon ausgeht, dass ein Kunst- und Kulturprodukt wie Pippi Langstrumpf am Ende in erster Linie als politisches Werkzeug verstanden werden müsse. In dieser Logik erscheint es bereits als problematisch, dass mit Annika ein „normales“ Mädchen lediglich als Nebenfigur auftritt – als müssten „normale“ Frauen nun in jedem Format die Hauptrolle spielen, sonst gibt es ein Feminismus-Problem.
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Das sagt allerdings weniger über Lindgrens Figur aus als über progressive „Autor*innen“, die in jedem Kulturgut zwanghaft etwas Bösartiges interpretieren müssen, um ihren Lesern vermeintlich unterdrückte Wahrheiten zu präsentieren. Nachdem man in der Vergangenheit bereits die angeblich rassistische Sprache in Lindgrens Werken zum Skandalthema gemacht hat, musste nun ein weiteres Feld geöffnet werden. Da der linke Kulturkampf stets neue Empörungswellen produzieren muss, kann man sich schon jetzt auf die nächsten Instagram-Kacheln freuen, in denen Kinderbuchklassiker moralisch abgeurteilt werden.
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Wenn hier etwas nicht mehr zeitgemäß ist, dann dieser Sender.
ZDF-Kindersendung „Löwenzahn“ zeigt Prinzessin Dornröschen als bärtigen fetten Mann mit Krone: https://www.queer.de/detail.php?article_id=56023
Nur noch durchgeknallte beim ÖRR. Das kommt davon wenn man nur noch Habecks Kinderbücher liest….
Nur noch irre dieses ZDF.
Zig Millionen Menschen, mehrere Generationen half und unterhielt diese unschuldige Literatur.
Heute spielen sich Ideologen auf, um Millionen Menschen nachweislich geistig zu schädigen mit kruder Weltanschauung und Lebensweisen die nicht einmal an der Realität vorbeikommen.
Aber links stört eben FREIHEIT in jeder Form und ein kleines Mädchen was frei im Denken und Handeln ist, passt eben jenen nicht.
Wie bei Jim Knopf. Ein schwarzer Junge der Held und Mittelpunkt seiner eigenen Geschichte ist, passt nicht ins Linke denkmuster.
Als Kind habe ich Pippi Langstrumpf gerne gelesen.
Wer unbedingt „politisieren“ möchte, muss feststellen, dass sie auch ohne „…in“ ihr Ding gemacht hat. How dare she?
Man muss schon fast annehmen, ein Teil der Menschen steckt in einer schweren mentalen Krise. Es wird immer lächerlicher.
Alles muss auf ideologische Linie gebracht werden, selbst Kinderbücher. Als nächstes ist dann wohl Bibi Blocksberg dran. Auch kein normales Mädchen in der Hauptrolle. Ganz schlimm. Diese Leute sind totalitär und das offenbar mit bestem Gewissen.
Dann wäre ich mal, bis der ÖRR aufruft die Pippi Langstrumpf Bücher zu verbrennen.
Die kulturellen Abriss-Birnen sind wieder unterwegs.
ISIS lässt grüssen.
Den Vergleich mit ISIS teile ich ausdrücklich.
Assimilation geht nie gut … Typisches Verhalten kolonialer Mächte.
Ich denke die leiden an Kopfschmerzen unerträglichen Ausmaßes bei den verdrehten Gedanken.
Wenn sie nicht in der Gegenwart zurechtkommen stochern sie in der Vergangenheit herum und wollen diese ändern. Sie arbeiten sich ab an Pseudo-Problemen um nicht die wirklichen Probleme lösen zu müssen.
Ich bin für Stellenkürzungen im ÖRR im gleichen Ausmaß wie in der freien Wirtschaft.
1500 beim Automobilzulieferer – 1500 über alle Sender verteilt. Mal sehen ob das die Qualität steigert.
„…progressive „Autor*innen“, die in jedem Kulturgut zwanghaft etwas Bösartiges interpretieren müssen, um ihren Lesern vermeintlich unterdrückte Wahrheiten zu präsentieren.“
Sehr gut kommentiert und auf den Punkt gebracht.
Am Ende landen all diese Diskurse in Selbstwidersprüchen.
Vor die „progressiven Autor*innen“ würde ich aber noch das Wörtchen „vermeintlich“ oder „selbsternannt“ setzen.
Das eigentliche Problem ist nicht, dass die ÖRR untergehakt mit den Polit-Gaunern Begrifflichkeiten in ihr Gegenteil verkehren oder ganz verbieten, sondern dass die Mehrheit der Bürger bis heute nicht verstanden hat, was das genau bedeutet und welche Zielrichtung es hat.
Es gibt halt Leute, die palavern, drehen jedes Ding dreimal rum, belästigen jetzt zeitlose Werke wie Pippi Langstrumpf, Jim Knopf oder Herr der Ringe mit ihren spießigen und uniformen Sichtweisen, und schlagen dann ganz weit weg vom Problemort fröhlich vor, daß Frauen sich gefährliche Orte einfach zurückerobern. Na, dann, viel Spaß. Wenn dann der Vergewaltiger hinter Euch steht, stellt Euch einfach vor, ihr seid Pippi Langstrumpf.
Und dann gibt es die Leute, die setzen sich an der Front der Probleme aktiv dafür ein, daß es wirklich wieder mehr Sicherheit für Frauen gibt, völlig abseits von naiven Wunschvorstellungen. Und diese Leute, das sind die, die als AFD den Kopf hinhalten und tatsächlich eine Veränderung wollen. Denn wenn sie es nicht wollten, würden sie sich das alles nicht antun.
Autoren die in ihrem Leben unbedeutend bleiben werden, kritisieren eine Autorin (und deren Figuren) deren Werke noch in hundert jahren gelesen werden.
Ich frage mich immer aus welchen Löchern diese Durchgeknallten seit Jahren kriechen und welche Synapsenverdrahtung da nicht funktioniert hat?
Solche Leute sind doch im wahren Leben nicht lebensfähig.
Bekloppt!!!!!!