Robert Jenrick
Nigel Farage gelingt Coup: Ex-Tory-Minister und amtierender MP wechselt zu Reform UK
Mit dem Abgeordneten Robert Jenrick ist ein ehemaliger Tory-Minister und amtierender MP zu Reform UK gewechselt. Jenrick warf seiner alten Partei bei der Verkündung seines Parteiwechsels vor, für den Niedergang Großbritanniens verantwortlich zu sein.
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Es ist ein großer Coup für Reform UK, die Partei um Nigel Farage: Der für die konservativen Tories ins britische Unterhaus gewählte Robert Jenrick hat in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Farage seinen Wechsel von den Konservativen zu Reform UK bekannt gegeben. Es ist der erste Wechsel in der jetzigen Legislaturperiode eines MPs zu Reform UK.
Jenrick äußerte sich in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Farage zu den Hintergründen seines Partei- und Fraktionswechsels. Er sieht einen Niedergang Großbritanniens, für den er die beiden Volksparteien, Tories und Labour, verantwortlich macht – unter anderem bei der Staatsverschuldung, der Migration und der Steuerlast.
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Lobende Worte fand der frühere Wohnungsminister für Farage. Der sei die „allzu oft einsame Stimme des gesunden Menschenverstands“. Zudem sieht Jenrick in Farage die richtige Person für die Veränderungen, die Großbritannien brauche. Damit stellt Reform UK nun sechs Abgeordnete im House of Commons.
Der mögliche Wechsel von Jenrick zu Reform UK war schon mehrere Stunden vor der offiziellen Verkündung durchgesickert. Die Parteiführerin der Konservativen, Kemi Badenoch, entließ ihn schon am Donnerstagmittag aus ihrem Schattenkabinett und suspendierte seine Parteimitgliedschaft. Laut Farage stand zum Zeitpunkt des Ausschlusses noch gar nicht final fest, dass Jenrick zu Reform wechseln würde. Er hielt Badenoch vor, „voreilig gehandelt“ zu haben.
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Jenrick ist seit 2014 durchgängig Mitglied des Parlaments und wurde im Wahlkreis Newark gewählt, den er teilweise mit über 50 Prozent der Stimmen gewinnen konnte. Unter Theresa May war Jenrick von Januar 2018 bis Juli 2019 als Staatssekretär im Finanzministerium tätig. Anschließend wurde er unter Boris Johnson Minister für Wohnen, Gemeinden und Kommunalverwaltung.
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Jenrick ist der erste amtierende Abgeordnete und schon der zweite Ex-Minister, der in dieser Legislaturperiode von den Konservativen zu Farages Reform-Partei überläuft. Am Montag konnte Farage verkünden, dass der ehemalige Bildungsminister Nadhim Zahawi von den Tories zu Reform UK gewechselt ist.
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Am Mittwoch gab Reform UK den Übertritt von 21 Kommunalpolitikern zu der Partei bekannt. Mit 15 Mandatsträgern kam dabei die mit Abstand größte Gruppe von den Tories, fünf waren Unabhängige und ein übergetretener Kommunalpolitiker kam von den Grünen.
Farage kündigte zudem an, dass demnächst ein prominenter Politiker der sozialdemokratischen Labour-Partei zu Reform UK wechseln werde. Zudem erhöhte Farage den Druck auf mögliche weitere Interessenten, die zu Reform UK überlaufen wollen: Nach den Kommunalwahlen im Mai dieses Jahres werde Reform keine Parteiübertritte mehr akzeptieren.
Reform UK führt in aktuellen Umfragen mit etwa 30 Prozent der Wählerstimmen. Damit liegt Farage weit vor Tories, Labour und auch den Grünen – letztere konnten jüngst zu den großen Parteien aufschließen. Durch die Schwäche der ehemals großen Parteien sind Wahlkreissiege mit vergleichsweise kleinen, relativen Mehrheiten vielerorts denkbar. Der nächste reguläre Wahltermin steht im Sommer 2029 an.
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Starmer wohl bald allein zu Haus.
Bis 2029 ist es noch eine lange Zeit, denke, der Labour-Partei um Starmer fallen noch ein paar Schweinereien ein. Bei den Kommunalwahlen im Mai sieht es momentan für Reform UK ganz gut aus.
Nigel Farage agiert sehr viel geschickter als die AfD-Verantwortlichen, weshalb Reform UK zur Zeit beste Chancen auf eine Übernahme der Regierung haben. An seinem Patriotismus besteht keinerlei Zweifel. Antiwestliche Ressentiments und Lobbyismus für fremdländische und feindliche Diktaturen und Terrorgruppen gibt es bei ihm nicht.
Die britische Presse ist weit weniger einseitig als die deutsche. Farage ist oft im Telegraph als Stimme zu vernehmen. Reform UK wird nicht unisono als Faschisten bezeichnet, und die Tories sind nicht die Union. Ein Vergleich mit der AFD ist deswegen schon komplexer als das, was Sie angerissen haben.
@Livi Korrekt!
Das Vereinte Königreich ist nicht in dem Maße von woken Kräften geprägt wie es in Deutschland leider der Fall ist. Ein Beispiel:
Der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreichs urteilte im April 2025, dass „Geschlecht“ im Gleichstellungsgesetz von 2010 das _biologische_ Geschlecht meint und stellte klar, dass sich „Frau“ auf eine biologische Frau bezieht, auch für diejenigen, die über ein Gender Recognition Certificate (GRC) verfügen.
Na ich denke auf der Insel funktioniert auch die Nazi-Keule nicht so wie in Deutschland.
Das macht sehr viel aus.
Farage wird GB nicht mehr retten können. Die Veränderungen, besonders bei der Immigration, sind schon zu weit fortgeschritten. Wenn man sich das Stadtbild von London oder Manchester anschaut kommt einem das Grauen. Das bekommen wir auch. Nur mit Verzögerung.
UK hat eine Chance wegen des Mehrheitswahlrechts. Bei uns müßten die Altparteien in Bund und in der Mehrheit der Länder zusammen unter 50% gehen, damit vernünftige Politik möglich wird.
Einfach mal nach den Namen der Bürgermeister in GB googeln…das Kalifat kommt definitiv.
Kalifat? Mit 6,5 % Muslimen in Großbritannien?
Bereits 6,5% zuviel!
Äh…wen interessiert das? 🥱Das wird bei uns im Land 🇩🇪 NICHTS ändern. Auch nichts in der EU 🇪🇺Garnichts. 😑
Da Labour mehrfach Lokalwahlen auf unbestimmte Zeit ausgesetzt hat und scheinbar auch überlegt die Parlamentswahlen 2029 nicht stattfinden zu lassen, könnte dies der einzige Weg sein
Ich traue diesem ex Torie nicht.
Ich habe auch so meine Zweifel, ob da nicht ein U-Boot unterwegs ist. Allerdings kenne ich diesen Herrn nicht, vielleicht hat er tatsächlich nur die Schnauze voll von der englischen Version von „unserer Demokratie“.
Hier wechselt kein CDU-Politiker zur AfD. Offenbar möchte sich kein MdB wegen ein paar lumpiger Vernunfterwägungen oder dem Niedergang Deutschlands seine Karriere versauen oder die Option auf spätere, lukrative Beraterverträge gefährden. Deshalb finde ich es jedes Mal lustig, wenn ein Medium schreibt, in der CDU würde es „brodeln“ usw.
Wollte Farage nicht nach dem teuren Brexit aus der Politik aussteigen? Was will er jetzt zerstören?