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Bundesarbeitsministerin

„Ich muss Fahrtwind haben“: Bei Miosga erklärt Bas frei heraus, dass Verkehrsregeln für sie nicht gelten

Bärbel Bas hat bei Caren Miosga über Rentenreformen, Bürgergeld und die Krise der SPD gesprochen. In Erinnerung bleiben werden jedoch ihre Aussagen zum rechtswidrigen Motorradfahren und ihre verrutschte zeitliche Einordnung der Agenda 2010.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) im Gespräch mit Caren Miosga (IMAGO/HMB-Media)

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Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas hat mit mehreren zum Teil skurrilen Aussagen in der ARD-Talkshow Caren Miosga für Aufmerksamkeit gesorgt. Neben ihren Positionen zur Rentenpolitik, zum Bürgergeld und zur Zukunft der SPD irritierten vor allem ihre freimütigen Äußerungen über illegale Gewohnheiten im Straßenverkehr und verrutschte Erinnerungen an die Reformpolitik der ihrer Partei.

Für Verwunderung sorgte insbesondere eine Antwort der Ministerin in einer Schnellfragerunde. Auf die Frage nach ihrem Verhalten als Motorradfahrerin erklärte Bas, dass sie mit ihrem Motorrad im Stau regelmäßig durch die Rettungsgasse fahre, damit ihre Maschine nicht überhitze.

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„Ich muss Fahrtwind haben“, sagte die Ministerin rechtfertigend. Als Moderatorin Caren Miosga darauf hinwies, dass dies eine Ordnungswidrigkeit sei, verteidigte Bas ihr Verhalten. „Es liegt wirklich daran, dass die Maschine im Stau heiß wird und nicht alle haben eine Luftkühlung, und bevor eine Maschine anfängt zu brennen, sollte man gucken, dass man tatsächlich weiterkommen kann“, erklärte sie. Ausführungen, die sich durch die Realität nur schwer decken lassen.

Auch im weiteren Gesprächsverlauf kam die SPD-Politikerin auf ihre Leidenschaft für Motorräder zurück. Sie sei häufig ohne Begleitschutz auf ihrer Harley-Davidson unterwegs. „Ich frage nicht. Helm auf und los“, sagte Bas. Auf den nochmaligen verdutzten Hinweis Miosgas, dass das Durchschlängeln zwischen stehenden Fahrzeugen nicht erlaubt sei, antwortete die Ministerin: „Man sollte sich dann Wege suchen.“

Für Irritationen sorgten auch Bas’ Ausführungen zur Reformgeschichte der SPD, in deren Rahmen sie die Reformpolitik der Schröder-Jahre kurzerhand um mehr als zehn Jahre nach vorne verlegte. Nach einem Einspieler, der die heutige Arbeitsministerin im Jahr 1993 zeigte, führte Bas aus: „Das war übrigens eine Zeit, als ich da gerade interviewt wurde, das war die Zeit als die Agenda 2010 quasi in Kraft getreten ist.“ Auch nach einer Richtigstellung Miosgas beharrte Bas darauf, dass damals immerhin die „Diskussionen ja schon angefangen“ hätten. Tatsächlich hat Gerhard Schröder, der erst 1998 Bundeskanzler wurde, die Reformen der Agenda 2010 mit seiner rot-grünen Bundesregierung ab 2003 umgesetzt, nicht bereits Anfang der 1990er Jahre, wie Bas glauben machen wollte.

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Inhaltlich stand ansonsten die tiefgreifende Krise der SPD im Mittelpunkt des Gesprächs (Apollo News berichtete). Bas räumte dabei ein, dass ihre Partei inzwischen nicht mehr als klassische Arbeitnehmerpartei wahrgenommen werde. Den Satz „Die SPD wird nicht als die Partei der Arbeit wahrgenommen“ sagte sie gleich mehrfach in der Sendung.

Nach ihrer Einschätzung werde die SPD von vielen Menschen inzwischen eher als technokratische Partei betrachtet, die den Kontakt zu ihrer traditionellen Wählerschaft verloren habe. Die Partei müsse deshalb „wieder vor die Werkstore“ gehen. Dort gebe es „viel Wut“, erklärte Bas mit Blick auf die wachsende Unterstützung für die AfD.

Auf die Frage, warum viele Wähler zur AfD wechselten, sagte die Ministerin: „Weil sie wütend sind auf die Politik allgemein.“ Die SPD bekomme diesen Frust besonders zu spüren, weil viele Arbeitnehmer den Eindruck hätten, die Partei vertrete ihre Interessen nicht mehr ausreichend.

Wenig faktensicher präsentierte sich Bas auch in der Debatte über die Arbeitszeit in Deutschland. Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Moritz Schularick, argumentierte dabei, Deutschland müsse angesichts des demografischen Wandels insgesamt mehr arbeiten. Das Arbeitsvolumen gehe zurück, weil jährlich rund eine Million Menschen in Rente gingen.

Bas widersprach dieser Diagnose deutlich. „Wir haben 1,2 Milliarden Überstunden. Die Hälfte wird nicht bezahlt. Da können Sie doch nicht behaupten, es wird zu wenig gearbeitet in Deutschland“, entgegnete sie Schularick. Tatsächlich liegt die Jahresarbeitszeit in Deutschland zum Teil deutlich unter der in vergleichbaren europäischen Ländern: Während sie in Deutschland 1349 Stunden beträgt, liegt sie in Frankreich bei 1490, in der Schweiz bei 1533 und in Griechenland sogar bei 1872 Stunden pro Jahr.

Auch gegen eine weitgehende Aufweichung des Achtstundentags äußerte Bas Vorbehalte. Änderungen dürften nicht gegen den Willen der Beschäftigten erfolgen und müssten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Rechnung tragen. Daneben bekräftigte Bas ihre Forderung nach einer langfristigen Umstellung auf eine Erwerbstätigenversicherung, in die auch Beamte, Selbstständige und Abgeordnete einzahlen sollen. Dies sei allerdings ein Projekt für einen längeren Zeitraum und „nicht übermorgen“.

Zugleich knüpfte sie die Glaubwürdigkeit der schwarz-roten Bundesregierung an spürbare Steuerentlastungen. Bei den geplanten Reformen müsse für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen am Ende „mindestens um die 500 Euro im Jahr“ mehr übrig bleiben. Andernfalls verliere die Politik weiter an Vertrauen, so die Arbeitsministerin.

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56 Kommentare

  • Bärbel Bas, Philipp Amthor, Helge Lindh, Daniel Günther.

    Verdammt, darf Politik so cool sein?

    • Und das Annalenchen nicht vergessen. Tichys Morgenwecker heute, da ist sie kurz live (O.Ton), mir ist der Kaffee im Munde stecken geblieben

      • Mett-Mario, Corona-Karl, Tennis Wegner oder Masken-Spahn. Schon eine lange Liste von Top-Versagern.

        • und bitte Pinocchio, Antifa Lars, Callcenter Kevin, Robert H.Beck und Karlchen Lauterbach nicht vergessen 🙂 🙂 🙂

          6
    • Satire bitte kennzeichnen

      • Ich wünschte, es wäre nur Satire und nicht die Realität…

  • Wenn ich mit dem Moped im Stau stehe mache ich den Motor aus, ziehe den Helm ab und rauche eine. Aber was weiß ich schon, bin ja nur ein AfD Wähler…

  • „Unsere“ Oma fährt im Hühnerstall Motorrad.

    • Die Harley ist m.E. kein Motorrad, mehr ein Angeber- und Rockerutensil.
      Die H-Fahrer sind auf vielen Treffen eher unerwünscht, und bleiben gern unter sich.

  • „Bei Miosga erklärt Bas frei heraus, dass Verkehrsregeln für sie nicht gelten“

    Einige Schweine sind gleicher, wußte schon Orwell.

    • Die halten sich wirklich für unanatastbar, da in Neu-Versailles (vormals Berlin).

  • Sie fährt Motorrad, wir müssen das Klima retten! Sie braucht Fahrtwind, wir Geld im Portemonnaie um ihr und ihren Lieblingen das schöne Leben zu ermöglichen!

  • 80% der Politiker sollten aus der Wirtschaft kommen, nicht 1%.

  • In anderen Ländern ist die Regel für Biker normal.

    • Dann muss sie halt in anderen Ländern fahren.
      Bike aus und warten. Autofahrer müssen auch warten.

  • Von Rettungsgasse wird aber nicht gesprochen !?
    Ich habe schon in der Schweiz und Griechenland gearbeitet .
    Schweiz…..5000 Brutto und 4500 NETTO ❗❗❗…da macht es halt auch Spaß Überstunden zu machen 🙂
    Griechenland…..da ist es halt mehr Anwesenheit als Arbeiten…Viel Pause ,Lachen, Labern, Kaffee trinken u.s.w. ….dafür aber nicht viel Geld ❗❗

  • Miosga: Eine Bühne für Regierungspropaganda ohne Kritische Fragen. Eine Sondersendung von Bla Bla Bla
    …. Wird bald alles gut
    … Ich erkläre es Euch

    • Die demonstriert, was der künftige „Public Value“ bedeuten wird.

  • Die SPD Politikerin Bas diffamierte und beleidigte erst kürzlich den Souverän, d.h. uns Deutsche, mit ihrem pauschalen und unsäglichen „Einheitsbraun“. Für Miosga sind diese Entgleisungen der Ministerin offenbar belanglos. Sie werden in der Sendung erst gar nicht thematisiert.

  • Ich bin sehr gespannt, wie lange sich das Geisterbahn Ensemble in Berlin noch halten kann und was danach kommt. Schlimmer geht nimmer.

    • Wir dachten schon nach Merkel, es würde nicht schlimmer gehen.
      Dann bei Olaf…
      Es geht immer schlimmer!

      • @strassenköter ob Scholz oder Merz jetzt die Krönung des schlimmen ist muss sich noch zeigen

    • Schlimmer geht immer. Sehen „wir“ doch seit Jahrzehnten.

      • Früher war Politik nur Männersache. Die Hirngrütze ist der feine Unterschied.
        Ernst!

  • Wenn eine Ministerin öffentlich sagt, sie fahre durch die Rettungsgasse, weil sie „Fahrtwind braucht“, dann ist das kein Ausrutscher – es ist ein Spiegelbild der politischen Kultur in diesem Land. Regeln gelten für die anderen, nicht für die, die sie machen. Und das Volk? Es schaut zu, lacht kurz – und wählt sie wieder.

    Genau darin liegt die Tragödie: Die Menschen merken gar nicht mehr, wie sie systematisch verarscht werden. Sie glauben, sie hätten Einfluss, während dieselben Gesichter seit Jahrzehnten die Macht unter sich aufteilen. Man nennt es Demokratie, aber es funktioniert wie ein geschlossener Club.

    Die SPD redet von „Werkstoren“, als wäre sie auf Bildungsreise im eigenen Land. Die CDU verkauft Stillstand als Stabilität. Die Grünen nennen Verbote Fortschritt. Und die Bürger? Sie nicken, zahlen, und wundern sich, warum alles teurer, komplizierter und leerer wird.

    Bas’ Satz „Ich muss Fahrtwind haben“ steht sinnbildlich für das ganze System: Die Maschine darf nicht überhitzen –

    • „Ich muss Fahrtwind haben“
      Ich frage mich auch schon seit geraumer Zeit, wo die die Luft ansaugt.

    • An Brandl: Sehr guter Kommentar, alles klar gesagt.

  • Ihre Majestät muss sich selbstverständlich nicht an die Regeln ihrer Untertanen halten – das versteht sich doch von selbst.

  • Ich hoffe die „Dame“ bleibt uns bzw. der SPD noch lange erhalten, denn dank Ihr wird die SPD in die Bedeutungslosigkeit fallen und die wahren Demokraten, genannt AfD, bekommen immer mehr Zuspruch. Also absolute Win-Win Situation.

  • Gibt es noch Fragen zum wahren Charakter und innerem ich der Bärbel Bas?
    Es dürfte alles gesagt sein…

  • Abmahnen, verurteilen und einsperren.

  • Regeln gelten nur für die dummen Steuerzahler

  • Man kann sich auch selbst medial hinrichten…

  • Sollte man mal den Konstrukteuren bei HD zusenden diese Aussage.

    Wir haben also ein Motorrad…

    … wo sich an der Grundkonstruktion des luftgekühlten V2 seit X Jahrzehnten nichts wesentliches mehr geändert hat;
    … mit dem schon x-tausende Biker tagelang durch die heißen Wüstengebiete der USA gerollt sind.
    …das aufgrund eines großen Hubraums bei eher wenig Leistung und Drehzahlbedarf thermisch ziemlich harmlos ist.

    Und bei so einem Bike befürchtet diese Dame Überhitzung bis rauf zu Bränden, wenn sie im harmlosen deutschen Sommer nicht durch die Rettungsgasse brettert? Da kichern ja alle Outlaw Biker im Roadhouse!

    Fakt: Selbst wenn man eine serienmäßige Harley Stundenlang mit Vollgas über die BAB ballert, muss man weder Überhitzung noch Brände befürchten, wenn man danach im Stau steht.

    Vielleicht ist der Dame einfach die Abwärme an den Beinen unangenehm. DAS würde ich noch glauben. Aber sowas vorzuschieben, ist durchschaubar, da falsch.

    • Was erwarten Sie denn von bekennenden Klimahysterikern? Denen überhitzt alles schnell, auch wenn man gar nichts merkt.

  • Jetzt verstehe ich auch, warum der Führerschein befristet werden soll. Die meinen wir sind alle so dumm.

  • Wie ihre Ex-Chefin:“Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“, vor allem auf eure Kosten.

  • „DOCH! ….. ich weiß es nicht, ehrlicherweise.“
    Na dann… wo hat sie eigentlich ihren Motorradführerschein gemacht?
    Bei den grauen Wölfen?

  • Damit zeigen ua SPD Kartellpolitiker genau eines:

    Sie scheißen auf DIE Gesetze+Verordnungen welche sie den ihrerseits geknechteten bevormundeten+abkassierten Bürgern überhelfen

    Noch ein Grund mehr für mich ungeliebte Parteien weiterhin zu wählen Aber ohne Briefwahl weil diese manipuliert werden

  • Hoffentlich bläst der Fahrtwind die Gute baldigst aus Amt und Würden.

  • Fall für den geschlossenen Stuhlkreis.

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