Werbung:

Hübers langer Atem: Warum diese Recherche jetzt sein muss

Nach fast 40 Jahren – muss man alte Wunden aufreißen? Für uns ist klar: Die Geschichte muss aufgearbeitet werden, besser spät als nie. Sven Hüber konnte seine Rolle in der DDR lange genug vernebeln. Diese Zeit ist vorbei.

Werbung

Schreitet man das Ufer des Britzer Verbindungskanals im ruhigen Südosten Berlins ab, duftet es nach Kaffee; es ist ein irgendwie gespenstischer Ort auch heute noch. Entlang des wild bewachsenen und fast menschenleeren ostberliner Ufers des schmalen Kanals führt ein Weg, über den nur unregelmäßig gestresste Radfahrer mit strengen Trainingsplänen rasen – mit wenig Verständnis für Menschen, die hier nach der Vergangenheit suchen. Heute durchschneidet eine Autobahn aus brutalem Beton die Büsche, die hier wortwörtlich über die Geschichte gewachsen sind.

Schilder der Stadt Berlin, die auf die Vegetation hinweisen, fallen stärker auf als die wenigen verrostenden Hinweise auf den Todesstreifen und die Stelle, an der Chris Gueffroy 1989 im Alter von 20 Jahren erschossen wurde. Am anderen Ufer, auf westberliner Seite, steht eine Fabrik von Jacobs-Kaffee. Auch als dieses schmale Gewässer noch die tödliche Grenze war, strömte von hier jener feine Geruch des Westens herüber, der eine eigentümliche Qual auf die jungen Soldaten ausgeübt haben muss, die hier mit Kalaschnikows die DDR-Grenze sichern sollten.

Unüberwindbar wurde diese Grenze weniger durch „die Mauer“, als durch ein System, das um eine perfide Frage kreiste: Wie bringt man Zehntausende junger Leute, deren sozialistische Überzeugung spätestens Ende der 80er-Jahre schwer ins Rutschen geraten war, dennoch dazu, zu jeder Tages- und Nachtzeit binnen weniger Sekunden die Entscheidung zu treffen, Gleichaltrige auf ihrem Weg in die Freiheit mit tödlichem Dauerfeuer zu „vernichten“?

Diese Frage betrachtete man bei der Staatssicherheit gerade für diesen Grenzabschnitt in der Spätphase der DDR äußerst nervös. Durchgesetzt werden konnte dieser Schießbefehl nicht durch ein abstraktes System; es bedurfte dafür konkreter Menschen mit dem Willen, zu indoktrinieren, zu quälen, zu brechen und Terror zu verbreiten. Es brauchte einen speziellen Typus Mensch und eine Abgründigkeit, die man sich aus heutiger Sicht nicht mehr wirklich vorstellen kann. Chris Gueffroy wurde nicht von der Mauer erschossen; seine Mörder hatten Namen, und Mörder können auch am Schreibtisch sitzen.

Ganz abstrakt betrachtet könnte man über die DDR hinwegsehen, so wie es nach der Wende geschehen ist. Aus der Distanz – und aus dem Westen – kann man leicht mit der Geste großer Vergebung das Vorbeischauen, das Zusammenführen, die Versöhnung mit „den Ossis“ predigen. Wird es konkreter fällt das Verzeihen schwerer: Sven Hüber konnte nach der Wende Karriere machen, und er konnte in die USA reisen. Millionen Ostdeutschen blieb das jahrzehntelang verwehrt; Hunderte Mauertote konnten die weite Welt nie sehen. Ernsthafte, angemessene Konsequenzen für die Taten in der DDR gab es in den seltensten Fällen.

Lesen Sie auch:

Als wäre die Berliner Mauer eine Naturkatastrophe gewesen

Einige mögen sich angesichts unserer Recherche fragen: Muss das denn sein, fast 40 Jahre später, so kurz vor der Rente? Müssen so alte Wunden aufgerissen werden? Muss man wochenlang zu so einer uralten Geschichte recherchieren – ist sie nicht schon viel zu lange her, können wir nicht den sanften Nebel des Vergessens aufziehen lassen?

Wenn wir so tun wollen, als wäre Sven Hüber unschuldig, dann müssten wir so tun, als wäre die Berliner Mauer eine Naturkatastrophe gewesen. Das allerdings wäre eine Verdrehung der Geschichte, die dieses Land nur krank machen kann. Es gab Opfer – viele Millionen DDR-Bürger, die unter diesem Regime litten – und folglich gab es auch Täter. Wir müssen das Bild scharf stellen.

„Ich bin nicht Erich Honecker, ich bin nicht Erich Mielke! Das dienstgradärmste Schwein soll zum Schlachten vorgeführt werden.“ So erklärte Sven Hüber einmal vor Gericht. Lange bestand er auf einer Anonymisierung seiner Person in Bezug auf seine DDR-Vergangenheit. Bei ihm klingt es, als habe er bei den DDR-Grenztruppen nur Tanzveranstaltungen organisiert. 

Man schluckt manchmal angesichts seiner Bereitschaft, sich allen Ernstes als Opfer darzustellen – genau wie man ungläubig auf die Schamlosigkeit blickt, mit der Hüber sich jüngst auf den letzten Metern seiner Karriere zum Demokratieoberlehrer gegen die AfD aufschwingen wollte. 

Umkehr allerdings war auch Teil des Systems. „Unverletzlich“ soll die Berliner Mauer nach dem Sprachgebrauch des Regimes gewesen sein, als wären Stacheldraht und Todesstreifen ein lebender Körper, den Soldaten beschützen müssten – so, als wäre es Gewalt, in die Freiheit flüchten zu wollen. Mitleid mit Mauerflüchtlingen wurde zum Verrat erklärt.

Verzeihen könnte man leicht, ja, wenn etwas ernsthaft bereut werden würde. Solange die Dinge mit aller Kraft nicht nur verbogen und beschönigt, sondern regelrecht umgekehrt werden, ist der Kampf um die Aufarbeitung der DDR-Geschichte dringend nötig. Besser spät als nie. Jahrzehntelang waren Journalisten vom Klagedauerfeuer des Sven Hüber eingeschüchtert. Aber die Zeit des Schweigens ist vorbei.

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

157 Kommentare

  • Mich hat diese Recherche sehr erschüttert. Mir war bisher nicht wirklich bewusst was an der Berliner Mauer wirklich angegangen ist. Unter welchem Druck diese jungen Soldaten standen und auf welche Art und Weise ihre Vorgesetzten den Schiessbefehl durchgesetzt haben. Ich würde mir wünschen dass hier eine entsprechende Aufklärung erfolgt und die die dafür verantwortlich sind zur Rechenschaft gezogen werden.
    Das gilt im übrigen auch für Corona.

    299
    • Diese Recherche ist einer der Gründe, warum Politiker und linke Organisationen die Mefien strenger kontrollieren möchten.

      Sie haben Angst vor dem Volk und die neue Mauer wird gerade hochgezogen.

      Kein Wort dazu von den etablierten Medien.
      Von dort kommt nur Verachtung, Hass und Hetze gegenüber denen die die Freiheit lieben.
      Sei es die Freiheit der Sprache, des Wortes, der Meinung und der Wissenschaft.

      268
      • Stichwort Medien und Polizei….

        Momentan geistert die Geschichte um von einem 14 jährigen, der in München von einem Polizisten abgeschossen wurde, weil dieser in der Fußgängerzone mit einer Airsoft Pistole rumgefuchtelt hat.
        es werden bereits Spenden gesammelt für die medizinische Betreuung des „Opfers“ und Schulungen für Polizisten…

        was völlig unter den Tisch fällt ist die Vorgeschichte:

        der 14jährige kam vor 3 Jahren mit den Eltern aus der Türkei her, die stellten Asylantrag.
        wurde natürlich abgelehnt, man blieb aber dennoch einfach hier.

        unklar, wie die allebversorgt wurden und werden, Schwarzarbeit, jedenfalls ging man in München dann „spazieren “ und der 14jährige Filius, der deutlich älter aussah, hatte offenbar kurz vorher auf einer Parkbank die FakePistole „gefunden“ und probierte damit ein paar Moves aus“ John Wick“ oder so und besorgte Bürger riefen nicht zu Unrecht besser mal bei der Rennleitung an…..

        kurz: Dieser Vorfall wäre NIE passiert, wenn….genau…

        102
      • „Kein Wort dazu von den etablierten Medien.“
        Ja, bis jetzt. Heute ist die Geschichte auch auf WELT-online angekommen, allerdings hinter Bezahlschranke. Inklusive Verweis auf AN.
        – Was sagt das über die „etablierten“ aus:
        Sie müssen dann doch mal so Sachen aufgreifen, verhindern aber per Schranke die Info für nicht zahlende Nutzer
        – Was sagt das über so „alternative“ wie AN aus:
        Die WIRKEN! Jedenfalls nach und nach.
        Bravo AN!!
        Und jetzt schaun mer mal, wie das weiter geht:
        Da ist noch einiges zu klären zu dem Hüber.
        Und zu dessen Konsorten, wie z.B. dat Nancy.
        Aber auch zum Schäuble, um mal nur einige zu nennen. Das Problem geht wohl weit tiefer.
        Bin echt gespannt, wie es in dieser Causa, nicht nur bzgl. des Hüber, sondern auch in Bezug auf die MSM und auch in Bezug auf manche Politeusen so weiter gehen wird….

        12
    • Vor 30 Jahren hätte der Spiegel, die FAZ und auch die Welt darüber Titelgeschichten gebracht! Heute braucht es ein Medium wie Apollo!!

      94
    • AFD Kandidaten zu Wahlen werden verhindert. Täter des DDR Unrechts-Regimes werden in hohe Beamtenpositionen befördert. Höhepunkt war die Rede im Bundestag von G. Gysi um A. Gauland als Alterspräsident zu verhindern. Gysi durfte in dieser Rede die DDR unwidersprochen verherrlichen. Gysi und die verschwundenen DDR Milliarden wurden auch nicht angesprochen.

      49
    • Ich wünsche mir Aufklärung über die russischen Gründe, warum sie gegen Selenskyj und seinen Hintermännen militärisch vorgegangen sind! Die Wichtigkeit dieser permanenten Offenlegung für die Deutschen übertrifft jedes innenpolitisches Thema. Auch wenn der obige Artikel aktuell von großer Bedeutung ist.

      -47
      • Sie sind im falschen Forum.

        8
  • Solche Leute wurden viele Jahre gedeckt und gefördert. Warum ist die Stasi-Akte von Merkel eines der bestgehüteten Geheimnisse Deutschlands? Sie liegt wahrscheinlich gut bewacht neben Scholzens Laptop. Aufklärung ist nicht erwünscht. Deshalb ist es gut, wenn wenigstens AN den Finger in die Wunde legt.

    243
    • Warum kommen Menschen in höchste Ämter, deren Vergangenheit im Safe aufbewahrt wird? Genau, deshalb…..

      99
      • Meinen Sie Merkel?

        5
    • Gerade bei Menschen, die nichts daraus gelernt haben ist es wichtig.
      Seine antidemokratische Propaganda um sich bei den „Eliten“ einzuschmeicheln…
      Solche Leute meinte Bohley, da ändern sich nur die Vorzeichen oder auch nicht.

      94
    • Mielke hatte 1931 Nähe Alexanderplatz als „Antifa“kämpfer 2 Polizisten erschossen. Als er 1945 mit den Russen nach Berlin zurückkam, hat er sich die Ermittlungsakten zu diesen beiden Mordfällen beschafft und sie in seinem persönlichen Tresor verwahrt.

      Hat nun Merkel die Stasi-Akten von Scholz und Steinmeier und die teilen sich umgekehrt die Akten von IM Erika?

      Es ist ja schon auffällig, dass Steinmeier früher für den von der DDR finanzierten Verlag Pahl-Rugenstein geschrieben hat, und Scholz sich als Juso mit dem DDR Regime verbündet hatte. Wird die wahre Geschichte dieser Personen jemals öffentlich geschrieben werden?

      12
    • Die letzten Worte der Honeckers vor der Abreise nach Südamerika waren…die Saat ist gesät…da werden sie wohl die Merkel gemeint haben….

      6
  • Sehr geehrter Herr Mannhart, alle schreien immer nach „Gerechtigkeit“ – eine solche Aufarbeitung trägt wirklich dazu bei! Natürlich kann man die jahrzehntelangen Leiden der Opfer, den Skandal, dass es ihren Tätern nach der Wende vielmals besser ging (siehe Forschungen von Knabe), nicht rückwirkend ändern, aber man kann ihnen ihre Ehre wiedergeben, sie anerkennen und die Täter benennen und (zumindest moralisch) verurteilen. Ich wünsche mir, dass sich noch viele Zeitzeugen melden, damit, wie Sie richtig sagen, endlich „das Bild scharfgestellt“ werden kann. Es geht um die Wahrheit, nichts als die Wahrheit. Dass eine so junge Redaktion wie Apollo News diese ans Licht bringt, gibt Hoffnung auf eine späte Heilung furchtbarer Wunden. Hochachtungsvoll Karl Krumhardt

    186
  • Für alle, die fragen: Muss denn das jetzt noch sein?
    Ja, gerade jetzt muss es sein.

    Gerade jetzt ist die CDU dabei, ihren Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Partei Die Linke zu tilgen – der Partei, die durch Mehrfach-Umbenennung aus genau der Partei hervorgegangen ist, welche für Mauerbau und Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze verantwortlich zeichnet.
    Damals hieß sie SED, in der Wende SED-PDS, dann nur noch PDS und jetzt Die Linke.
    In dieser Partei wurden diese unmenschlichen Gesetze erdacht, verabschiedet und deren Ausführung befohlen und überwacht.

    Ich frage mich bis heute, warum diese Partei nach 1990 nicht verboten wurde.
    Nun aber haben wir das Phänomen, dass eine Zusammenarbeit mit dieser Partei in der CDU nicht mehr ausgeschlossen wird.

    Darum ist jetzt der gerade noch richtige Zeitpunkt für eine Aufarbeitung, die vor 35 Jahren zu nachlässig erfolgte, denn das Saatkorn, das laut Margot Honecker damals in die Erde gelegt wurde, sprießt gerade und wächst .

    145
    • Das kann ich nur unterstützen, denn gerade die LINKE, ehemals SED, wird von der Jugend gewählt, weil hier ein Geschichtsvergessen eingesetzt hat, und das Thema DDR nur am Rande thematisiert wird. Ich habe sie erleben müssen, und ich will sie nie wieder erleben müssen. Man wurde, wegen Nichtigkeiten weggesperrt, und auch heute noch kämpfen viele Tausende, um Anerkennung, weil die Regierung viel redet, aber den Betroffenen nur Steine in den Weg legt. Wir waren unschuldige Kinder, was da abgegangen ist, da wäre heute ein Geschrei, dass einen hören und sehen vergeht. Wir sind 89 nicht umsonst auf die Straße gegangen. Apollo hat richtig begonnen, und ich kann nur hoffen, dass diese Aufklärung viele Menschen erreicht, damit ihnen bewusst wird, wenn sie die LINKE wählen, holen sie sich die SED zurück. Das darf nicht passieren.

      80
      • Das kann ich nur unterschreiben!
        Ich möchte noch hinzufügen, dass nicht nur die Opfer sind, welche von der DDR-Führung politisch verfolgt wurden. Auch unter den Wehrpflichtigen, die man dieser unmenschlichen Dienstausübung aussetzte, sind Opfer. Die wenigsten waren so scharf und „überzeugt“, wie man es erwartete und anerziehen wollte.
        Ich erinnere mich an einige meiner damaligen Schulfreunde, die sprachen nach der Entlassung aus der Armee kein Wort über ihre Dienstzeit. Viele hatten sich charakterlich verändert, einige begannen zu trinken und bekamen ihr Leben nicht wieder in den Griff. Es geht an einem jungen Mann nicht spurlos vorbei, wenn er sich 18 Monate lang der Angst ausgesetzt sieht, auf Menschen schießen zu müssen oder ins Militärgefängnis zu wandern.
        Das sollte man den jungen Menschen auch erzählen.

        37
        • Langhaarige Soldaten mit Haarnetzen gab es damals in der Bundeswehr…

          -6
  • Ich bin euch, ApolloNews, dankbar, dass ihr diese Geschichte ins Rampenlicht gebracht habt! Bravo und weiter so!

    105
    • klar, Apollo News bringt jeden Mülls ins Rampenlicht

      -111
      • Seien Sie froh und dankbar, daß es Ihnen erspart blieb, in einer Diktatur wie der „DDR“ oder dem NS-Regime leben zu müssen!

        27
      • Ja, was dein Kommentar geradezu beweist. Ohne Inhalt aber sehr viel Meinung .

        0
      • wir reden hier von ermordeten Menschen! Und nicht von Müll!

        0
      • Da geht beim Stammtisch der Mauerschützen jetzt die Angst um, für die Morde zur Verantwortung gezogen zu werden.

        Verständlich, als Kommunistenschwein hat man den Anspruch, vom Regime für die Morde mit Medaillen behängt zu werden.

        6
  • Für die Wahrheit ist es nie zu spät!

    67
  • Liebes Apollo-Team: Exzellenter Journalismus!

    Wir sollten uns auch vor Augen halten, dass Hüber leider nur einer von vielen ist, die den SED-Terror gestützt haben und denen in der BRD dann kein Haar gekrümmt wurde, die sogar „Karriere gemacht“ haben. Viele der SED-Opfer wurden hingegen im Stich gelassen und schäbig behandelt.

    60
  • Wie gut, daß es Euch gibt. Vielen Dank für Eure Arbeit.

    25
  • Macht weiter so, Apollo News. Es ist wichtig und richtig, DDR Geschichte aufzudecken. Verbrechen gegen die Menschlichkeit haben keine Ablauffrist. Ich schäme mich unglaublich dafür, dass solche Stasi Leute nach dem Mauerfall, hier in unsere Behörden übernommen wurden. Wer hat das, in diesem Ausmaß ermöglicht? Weshalb wurde nicht geprüft, welcher Tätigkeit diese Leute nachgegangen sind? Das kann doch alles nicht wahr sein. Ich bin derart fassungslos…

    21
    • Jedes System braucht Verwaltungspersonal, ob nach 1945 oder nach 1990 ist das gleiche. Nur hätte man in beiden Fällen etwas genauer hinschauen sollen und nicht gerade aus Indoktrinatoren oder gar Tätern wie Filbinger oder auch Hüber Richter oder Polizeioffiziere machen sollen.

      7
  • Die Geschichte muss aufgearbeitet werden. Die Rechtsprechung zum Täter hinter dem Täter, wie sie vom BGH zu den NS-Verbrechern entwickelt wurde, gilt auch hier.

    14
  • Ihre Recherche leisten einen fundamentalen Beitrag zur deutschen Geschichte – Unrecht darf nicht vergessen werden, vor allem wenn die Republik in Richtung Sozialismus abzudriften zu droht.

    9
  • Mit einiger Irritation stelle ich fest, dass wichtige deutsche Zeitungen und der ÖRR bislang überhaupt nicht über die Hintergründe und die aktuellen Entwicklungen im Fall Sven Hüber berichtet haben.
    Es drängt sich mir die Frage auf: Wird eine relevante und gut belegte Recherche womöglich deshalb übergangen, weil sie aus dem politisch „falschen“ Medium stammt. Gerade bei diesem Thema überrascht mich das besonders: Beispielsweise hatte die NZZ bereits am 9. Dezember 2006 unter dem Titel „Exempel einer Wende“ über Hübers DDR-Vergangenheit, seine spätere Karriere bei der Bundespolizei und den Rechtsstreit um seine namentliche Nennung berichtet; die NZZ war damals selbst von Hübers juristischem Vorgehen gegen die Berichterstattung betroffen.
    Die nun von AN veröffentlichte Recherche halte ich für ausgesprochen sorgfältig und journalistisch bemerkenswert.

    7
  • Guter Kommentar

    6
  • Es geht nicht nur um den Herrn Hüber, der -wie sich jetzt kurz vor der Pensionierung herausstellt- seine Einstellungen bezüglich Gewaltanwendung gegen missliebige Bürger nicht wesentlich geändert hat. Viel interessanter ist doch eigentlich, welches Gedankengut in einer Gewerkschaft vorherrscht, in der dieser Mann aufsteigen konnte. Und deren Führung sich von den Äusserungen des Herrn Hüber bzgl. AfD-Bekämpfung nicht distanziert hat. Ist das eine als Gewerkschaft getarnte verfassungsfeindliche Organisation?

    52
  • Leider wurden die Verbrechen des SED-Regimes nur sehr halbherzig aufgearbeitet und werden bis heute in Medien und Schulen kaum thematisiert. Es soll Schüler geben, die Honecker für einen Bundeskanzler halten.

    2
  • ich bin dankbar für diese Recherche. Denn gerade junge Menschen haben das Unrechtsregime hinter der Mauer gar nicht mehr erlebt und wissen gar nicht, worum es eigentlich geht. Das man Menschen gezielt in den Rücken geschossen hat, nur weil sie frei sein wollten, ist für viele gar nicht mehr real!

    0
  • Bei konservativen Politikern reichen manchmal schon Gerüchte oder die sogenannte Kontakt“schuld“, um diese medial und beruflich zu „vernichten“. Oft auch noch Jahrzehnte später. Auf der anderen Seite wird oft gnädig weggeschaut. Mich erschüttert dieser Fall – nein er macht mich wütend- weil wieder mal mit zweierlei Maß gemessen wurde. Diese Doppelmoral ist es, die unerträglich ist. Und wenn man wochenlang hinter den Sylt-Grölern als quasi „Staatsfeinde Nr. 1“ herrecherchieren konnte, dann ja wohl erst recht hinter Herrn Hüber. Wenn er nichts zu verbergen hat, dann hat er ja nichts zu befürchten; oder?

    37
  • Es ist gerade im Hinblick auf die Mauertoten, mehr als ehrenhaft, das Ihr Euch diese Mühen macht und den Kampf mit Menschen wie Herrn Hüber aufnehmt. Honecker und Co. konnten nur deswegen erfolgreich sein, weil es Menschen wie Hüber gab. Es wird Zeit dss er sich verantworten muss. Gut das es noch vor seiner Pensionierung geschieht, die ihm hoffentlich noch aberkannt wird. Es ist eh sehr fraglich wie Hüber soweit kommen konnte. Als ehemaliger DDR Bürger der dort 26 Jahre leben musste, kann ich Euch gar nicht genug danken. Macht weiter so.

    22
  • … nie mehr DDR ist JETZT!

    56
    • Moin, @Hardy B. Prinzipiell ist nicht die DDR gescheitert sondern das System. Kein Deutscher hatte nach dem Krieg Einfluss in welchen Deutschland er lebt. Die Grenzen haben die Siegermächte festgelegt. Und für den Fetzen Berlin haben die Amis Thüringen geopfert. Das dazu . Und die in der DDR Karriere gemacht haben wie dieser Herr konnten damals nicht ahnen das der Sozialismus in der Form abdankt .Und in den Kommentaren habe ich festgestellt das es unterschiedliche Tote gibt. Die an der Mauer uns Leben kamen. Und was ist mit den Toten in der Demokratie die auf Festen totgefahren wurden oder von Schutzsuchenden erstochen . Genau daran ist das System Schuld und nicht das Land. Jeder der durch solche Ursachen ums Leben kommt ist einer zuviel.
      Ein Unterschied gibt es aber denn der zu DDR Zeiten versucht hat die Grenze zu überschreiten hat gewusst welches Risiko er eingeht. Die anderen Toten hatten keine Ahnung was Sie auf Weihnachtsmärkten erwartet. Damit muss endlich Schluss sein.

      6
  • Danke, danke, danke!

    8
  • In Deutschland ist noch nie irgendetwas aufgearbeitet worden. Ich glaube die meisten Menschen wollen es einfach nicht. Das gilt sowohl für die DDR Vergangenheit als auch für die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und es gilt auch für Zwangsmaßnahmen von staatlicher Seite jeglicher Art. Jemand, der dafür eine Lösung fände, sollte reichlich belohnt werden. Wahrscheinlich muss man wohl die Menschheit abschaffen.

    8
  • habe selber gedient in der NVA von 05/1978-11/1979
    die Politoffiziere waren immer die rötesten und schärfsten in einer Kompanie
    ich habe alles live erlebt und war 3 mal bei der reserve zu DDR Zeiten
    das so ein Polit Offizier so eine Karriere im Westen machen konnte ist eine Schande

    150
    • Mein Mann sagt dasselbe. Er war auch in den 1970er Jahren im Grundwehrdienst, allerdings bei der Bereitschaftspolizei. Aber der ideologische Schliff war derselbe.

      65
    • Mein Mann hat exakt zur gleichen Zeit gedient. Ihm ist es aber gelungen sich vom Reservedienst abzutarnen. Er meinte, solche einen Typen wie den hier würde er nicht mal anpinkeln, wenn er brennt.

      36
      • Kann ich verstehen!

        19
  • Chapeau und Bravissimo für diese investigative Leistung einer kl. Redaktion.
    Selbst wenn sich nicht alle Vorwürfe bestätigen oder Beweisfest erweisen sollten, so ist doch ersichtlich das der Politkommissar niemals in den damaligen Bundesgrenzschutz hätte übernommen werden dürfen.

    Aber ich frage, wo waren und sind eigentlich die „Sturmgeschütze der Demokratie“, das ist eine Story die schon vor Jahrzehnten geschrieben worden sein sollte.
    Haben Sie schon Glückwünsche aus Hamburger und sonstigen vor allem westdeutschen Redaktionsstuben erhalten oder wird weiter nur Haltung gezeigt.

    Es stellen sich weitere Fragen was konnte oder wusste Herr Hueber, das er so wertvoll für die den damaligen BGS war, wer hat Ihn warum protegiert und möglicherweise nicht so genau hingeschaut.

    Besten Dank weiter so….

    6
  • das wird Frau Merkel aber gar nicht gefallen

    2
    • Hoffentlich. Die gehört schon lange in den Bau.

      2
  • Schön, daß Sie dran bleiben! Was mich brennend interessieren würde, wie es wohl tatsächlich mit den Soldaten weitergegangen ist, bis heute, die offensichtlich absichtlichlich nicht getroffen haben? Kann natürlich sein, daß die Betroffenen es vorziehen Ihre Ruhe und Anonymität beizubehalten. Zudem möchte ich anmerken, daß man kein Schießkünstler sein muß, auf 100 bis 300 m mit einer Kriegswaffe von 10 Schuß mindestens 6 Treffer zu landen, sofern man normale Sorgfalt beim Zielen anwendet. Ich war nur Wehrpflichtiger West, trotzdem habe ich nie erlebt, daß einer nix getroffen hat. Hätte auch nur dazu geführt Ihn nochmal besonders zu trainieren.

    49

Werbung