Hübers langer Atem: Warum diese Recherche jetzt sein muss
Nach fast 40 Jahren – muss man alte Wunden aufreißen? Für uns ist klar: Die Geschichte muss aufgearbeitet werden, besser spät als nie. Sven Hüber konnte seine Rolle in der DDR lange genug vernebeln. Diese Zeit ist vorbei.
Schreitet man das Ufer des Britzer Verbindungskanals im ruhigen Südosten Berlins ab, duftet es nach Kaffee; es ist ein irgendwie gespenstischer Ort auch heute noch. Entlang des wild bewachsenen und fast menschenleeren ostberliner Ufers des schmalen Kanals führt ein Weg, über den nur unregelmäßig gestresste Radfahrer mit strengen Trainingsplänen rasen – mit wenig Verständnis für Menschen, die hier nach der Vergangenheit suchen. Heute durchschneidet eine Autobahn aus brutalem Beton die Büsche, die hier wortwörtlich über die Geschichte gewachsen sind.
Schilder der Stadt Berlin, die auf die Vegetation hinweisen, fallen stärker auf als die wenigen verrostenden Hinweise auf den Todesstreifen und die Stelle, an der Chris Gueffroy 1989 im Alter von 20 Jahren erschossen wurde. Am anderen Ufer, auf westberliner Seite, steht eine Fabrik von Jacobs-Kaffee. Auch als dieses schmale Gewässer noch die tödliche Grenze war, strömte von hier jener feine Geruch des Westens herüber, der eine eigentümliche Qual auf die jungen Soldaten ausgeübt haben muss, die hier mit Kalaschnikows die DDR-Grenze sichern sollten.
Unüberwindbar wurde diese Grenze weniger durch „die Mauer“, als durch ein System, das um eine perfide Frage kreiste: Wie bringt man Zehntausende junger Leute, deren sozialistische Überzeugung spätestens Ende der 80er-Jahre schwer ins Rutschen geraten war, dennoch dazu, zu jeder Tages- und Nachtzeit binnen weniger Sekunden die Entscheidung zu treffen, Gleichaltrige auf ihrem Weg in die Freiheit mit tödlichem Dauerfeuer zu „vernichten“?
Diese Frage betrachtete man bei der Staatssicherheit gerade für diesen Grenzabschnitt in der Spätphase der DDR äußerst nervös. Durchgesetzt werden konnte dieser Schießbefehl nicht durch ein abstraktes System; es bedurfte dafür konkreter Menschen mit dem Willen, zu indoktrinieren, zu quälen, zu brechen und Terror zu verbreiten. Es brauchte einen speziellen Typus Mensch und eine Abgründigkeit, die man sich aus heutiger Sicht nicht mehr wirklich vorstellen kann. Chris Gueffroy wurde nicht von der Mauer erschossen; seine Mörder hatten Namen, und Mörder können auch am Schreibtisch sitzen.
Ganz abstrakt betrachtet könnte man über die DDR hinwegsehen, so wie es nach der Wende geschehen ist. Aus der Distanz – und aus dem Westen – kann man leicht mit der Geste großer Vergebung das Vorbeischauen, das Zusammenführen, die Versöhnung mit „den Ossis“ predigen. Wird es konkreter fällt das Verzeihen schwerer: Sven Hüber konnte nach der Wende Karriere machen, und er konnte in die USA reisen. Millionen Ostdeutschen blieb das jahrzehntelang verwehrt; Hunderte Mauertote konnten die weite Welt nie sehen. Ernsthafte, angemessene Konsequenzen für die Taten in der DDR gab es in den seltensten Fällen.
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Einige mögen sich angesichts unserer Recherche fragen: Muss das denn sein, fast 40 Jahre später, so kurz vor der Rente? Müssen so alte Wunden aufgerissen werden? Muss man wochenlang zu so einer uralten Geschichte recherchieren – ist sie nicht schon viel zu lange her, können wir nicht den sanften Nebel des Vergessens aufziehen lassen?
Wenn wir so tun wollen, als wäre Sven Hüber unschuldig, dann müssten wir so tun, als wäre die Berliner Mauer eine Naturkatastrophe gewesen. Das allerdings wäre eine Verdrehung der Geschichte, die dieses Land nur krank machen kann. Es gab Opfer – viele Millionen DDR-Bürger, die unter diesem Regime litten – und folglich gab es auch Täter. Wir müssen das Bild scharf stellen.
„Ich bin nicht Erich Honecker, ich bin nicht Erich Mielke! Das dienstgradärmste Schwein soll zum Schlachten vorgeführt werden.“ So erklärte Sven Hüber einmal vor Gericht. Lange bestand er auf einer Anonymisierung seiner Person in Bezug auf seine DDR-Vergangenheit. Bei ihm klingt es, als habe er bei den DDR-Grenztruppen nur Tanzveranstaltungen organisiert.
Man schluckt manchmal angesichts seiner Bereitschaft, sich allen Ernstes als Opfer darzustellen – genau wie man ungläubig auf die Schamlosigkeit blickt, mit der Hüber sich jüngst auf den letzten Metern seiner Karriere zum Demokratieoberlehrer gegen die AfD aufschwingen wollte.
Umkehr allerdings war auch Teil des Systems. „Unverletzlich“ soll die Berliner Mauer nach dem Sprachgebrauch des Regimes gewesen sein, als wären Stacheldraht und Todesstreifen ein lebender Körper, den Soldaten beschützen müssten – so, als wäre es Gewalt, in die Freiheit flüchten zu wollen. Mitleid mit Mauerflüchtlingen wurde zum Verrat erklärt.
Verzeihen könnte man leicht, ja, wenn etwas ernsthaft bereut werden würde. Solange die Dinge mit aller Kraft nicht nur verbogen und beschönigt, sondern regelrecht umgekehrt werden, ist der Kampf um die Aufarbeitung der DDR-Geschichte dringend nötig. Besser spät als nie. Jahrzehntelang waren Journalisten vom Klagedauerfeuer des Sven Hüber eingeschüchtert. Aber die Zeit des Schweigens ist vorbei.
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Mich hat diese Recherche sehr erschüttert. Mir war bisher nicht wirklich bewusst was an der Berliner Mauer wirklich angegangen ist. Unter welchem Druck diese jungen Soldaten standen und auf welche Art und Weise ihre Vorgesetzten den Schiessbefehl durchgesetzt haben. Ich würde mir wünschen dass hier eine entsprechende Aufklärung erfolgt und die die dafür verantwortlich sind zur Rechenschaft gezogen werden.
Das gilt im übrigen auch für Corona.
Diese Recherche ist einer der Gründe, warum Politiker und linke Organisationen die Mefien strenger kontrollieren möchten.
Sie haben Angst vor dem Volk und die neue Mauer wird gerade hochgezogen.
Kein Wort dazu von den etablierten Medien.
Von dort kommt nur Verachtung, Hass und Hetze gegenüber denen die die Freiheit lieben.
Sei es die Freiheit der Sprache, des Wortes, der Meinung und der Wissenschaft.
Solche Leute wurden viele Jahre gedeckt und gefördert. Warum ist die Stasi-Akte von Merkel eines der bestgehüteten Geheimnisse Deutschlands? Sie liegt wahrscheinlich gut bewacht neben Scholzens Laptop. Aufklärung ist nicht erwünscht. Deshalb ist es gut, wenn wenigstens AN den Finger in die Wunde legt.
Das Schlimme ist, dass analog nach 1945 gezielt ehemalige Schergen samt know how ins System integriert wurden. Die BRD 2026 hat etliche DDR-Elemente impliziert, deshalb sind vor allem Ostdeutsche so besorgt.
Und warum nicht aufarbeiten. Beim dritten Reich hat es auch 25 Jahre gedauert..
Er hat Karriere in der linken DGB-Gewerkschaft GdP gemacht.
Verwundert oder erstaunt das jemanden?
Die suchen geradezu diese linken Apparatschiks, die bringen alle Voraussetzungen für das Funktionärswesen in Natura mit.
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Herr Hüber muss sich sehr sicher gefühlt haben, sich mit seiner Vergangenheit so weit aus dem Fenster zu lehnen. Aber, ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
Der Mann hatte und hat Hilfe Schutz und Unterstützung auch und gerade aus den ehemaligen Volksparteien erhalten . Jeder Innenminister seid 90 hat diesem Mann bewusst geholfen oder beflissentlich Ignoriert .
Der ist doch auch nicht als Hauptkommissar in den dienst des damaligen BGS -Bundespolizei als ehemaliger Politkommissar übernommen worden ?
Bei wie vielen Beförderungen wurde bewusst verschwiegen und weggeschaut !
Die Ironie ist ja dass der Mann der Behörde die für den Grenzschutz unserer Demokratischen Republik verantwortlich zeichnet auch noch übernommen wurde ,
Wie sehr kann man die Maueropfer der DDR politisch noch verhöhnen verachten verdrängen .
Alle Parteien der „Unsere Demokratie “ haben sich dabei Schuldig gemacht .
Diese Recherche ist einer der Gründe, warum Politiker und linke Organisationen die Medien strenger kontrollieren möchten.
Sie haben Angst vor dem Volk und die neue Mauer wird gerade hochgezogen.
Kein Wort dazu von den etablierten Medien.
Von dort kommt nur Verachtung, Hass und Hetze gegenüber denen die die Freiheit lieben.
Sei es die Freiheit der Sprache, des Wortes, der Meinung und der Wissenschaft.
Der Freiheit werden wieder Ketten angelegt, auch digitale.
Der Blockwart ist jetzt Campact und Hohenschönhausen ist Antifa.
Es kommen wieder dunkle Zeiten auf Deutschland zu. Inklusive Krieg, Elend und Armut.
Aber diesmal werden die fleißigen Deutschen dieses stolze und schöne Land nicht mehr aufbauen können.
Zu sehr wurden sie gebrochen von Regierungen und einer Gesellschaft die alles Deutsche hasst.
„Der Trog wechselt, die Schweine bleiben.“ Mitläufern sollte man verzeihen. Tätern und Mittätern nur nach Reue und Buße. In einflussreiche Positionen dürfen sie nie mehr gelangen. Hat man nach 1945 nicht beherzigt, nach 1989 auch nicht.
Ich hoffe der Osten bleibt dran und rechnet mit diesen Helfershelfern der SED ab die in den Westen geflüchtet sind.
Damit meine ich nicht nur Hüber sondern auch die andern Schergen des Systems die untergetaucht sind.
Und hoffentlich werden die sich vor einem ordentlichen Gericht verantworten müssen und nicht vor solchen hirnweichen Pfeifen hier im Westen.
Scheint ein (fruchtloses) Hobby von AN zu sein, sich an gewissen Leuten abzuarbeiten, wo am Ende der Fahnenstange dann „außer Spesen nichts gewesen“ bei rauskommt. Bis heute hat kein einziger NVA-Soldat einen Cent Entschädigung wegen der Strahlenbelastung im Dienst gesehen und es wird auch keiner etwas bekommen – auch AN wird das Rad der Zeit nicht zurückdrehen im Fall Hüber.
Sich an so einem kleinen unwichtigen Typ wie Hüber abzuarbeiten, aber den Genozid in Gaza nicht mal zu thematisieren, vielmehr zu leugnen, dafür aber das Gericht in Den Haag in einem Artikel als „Clownsgericht“ zu diffamieren, ist mehr als erbärmlich.
Und da wundert ihr euch, wenn man euch mit Werbeboykott den Stecker ziehen will.