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„The Goodforces“

Hass und Kampagnen, aber in Grün: Wie eine Politikagentur Stimmung im Netz macht

Die Kampagnenplattform „Edelweissnetzwerk“ will mit Angriffen auf Medien von sich reden machen. Dahinter stehen grüne Kampagnenmacher, die auch schon in den Wahlkampf in Baden-Württemberg eingriffen. Ihr Motto: „Fakten allein“ reichen nicht.

IMAGO/Chris Emil Janßen

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„Wir leben mietfrei in Julian Reichelts Kopf“, erklärt eine Gruppe namens „Edelweissnetzwerk“. Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens. Denn zu dieser seltsamen Organisation hatte der Nius-Chef in mehreren Monaten genau zweimal etwas gesagt.

Dabei tut das Edelweissnetzwerk viel, um in Reichelts Kopf zu kommen. „Das ist kein Chefredakteur, das ist ein geistig zurückgebliebener Menschenfeind“ – dieser Satz fuhr vor wenigen Wochen auf einer großen Bildschirmwand rund um den Reichstag. Ein auf Reichelt gemünzter User-Kommentar von der Website Nius, wie es heißt. Die Reaktion von Reichelt: gleich null.

Viel Lärm, aber kaum ein öffentliches Echo – das ist bisher das traurige Schicksal des Edelweissnetzwerks. Los ging es damit, dass es auf Instagram groß verkündete: „Bei 30k Followern geht es los“. Aber diese 30.000 Abonnenten erreichte man über rund vier Monate einfach nicht. Also verabschiedete man sich still und heimlich von der eigenen Zielmarke und legte trotzdem los. Aber womit genau?

Laut eigener Aussage ist das Edelweissnetzwerk „das Netzwerk gegen die Medienmacht der Neuen Rechten“. Was genau ausgerechnet Julian Reichelt mit der „Neuen Rechten“ zu tun haben soll, bleibt offen. Offenbar weiß man im Edelweissnetzwerk nicht so recht, was die Neue Rechte ist. Außer: böse. Also sind alle Bösen, zum Beispiel der böse Julian Reichelt, auch Neue Rechte. Falls das wie ein geradezu brutal simples Weltbild wirkt: Die Schlichtheit der eigenen Weltsicht ist das, was sich wie ein roter Faden durch alles rund um diese Kampagnenplattform zieht.

So diffus wie die öffentliche Zielsetzung dieser Gruppe ist auch ihr Wirken. Womit hat das Edelweissnetzwerk jetzt begonnen? Bisher mit nicht wirklich viel. Nachdem der peinliche Trommelwirbel sang- und klanglos verhallt war, trumpfte man mit dem digitalen Plakatwagen mit vermeintlich pfiffigen Reichelt-Beschimpfungen auf. Auch das verpuffte quasi ohne öffentliche Wirkung. Und auch konzertiert veröffentlichte Gastbeiträge von der linken „Rechtsextremismusexpertin“ Natascha Strobl oder der Grünen-Politikerin Renate Künast auf der Website der Kampagne interessierten die breite Masse eher weniger.

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Woran mag das liegen? Vielleicht ist es der künstliche Geruch, der von dieser Organisation geradezu penetrant aufsteigt – wie von schlechtem Kunstrasen. Oder wie man in Amerika sagt: Astroturf. Das ist ein Begriff für vermeintliche Graswurzel-Bewegungen, die in Wahrheit künstlich und von oben platziert sind.

In Amerika kennt man „Astroturfing“ als Instrument von Wirtschaftslobbys und Interessenverbänden, die mit inszenierten Kampagnen eine vermeintliche öffentliche Unterstützung für ihre Anliegen simulieren wollen. Eine Praxis, die vonseiten der Grünen gerne kritisiert und problematisiert, aber noch lieber selbst verwendet wird.

Nicht anders arbeitet das Edelweissnetzwerk. Hier agieren keine besorgten Bürger, sondern grüne Aktivisten. Das zeigt schon der Kopf des Edelweissnetzwerks, Peter Jellinek. Jellinek arbeitete als Kampagnenmacher für den WWF und später auch für die Grünen im Europäischen Parlament, bis er die Kampagnenagentur „The Goodforces“ gründete. Auf Deutsch heißt das: die guten Kräfte. Auch das ist vor allem Zeugnis eines sehr simplen Weltbildes.

„Wir stehen für ein politisches Campaigning, das Haltung zeigt und Klartext spricht“, beschreibt sich die Agentur selbst. „Mit unseren Kampagnen bewegen wir die Gesellschaft. Ob für die Biodiversität, den Klimaschutz oder für unsere europäische Demokratie: Wir mobilisieren Menschen, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken.“

Der NGO-kritische Verein „Initiative Transparente Demokratie“ (ITD) hat sich der Agentur und ihrem Wirken gewidmet und die Spuren nachgezeichnet, die diese zieht. Die ITD zeigt auf: „The Goodforces“ ist auch auf konkretes, unmittelbares Wirken in den demokratischen Prozess hinein bedacht.

So beteiligte sich die Agentur mit viel Einsatz an der Kampagne gegen Manuel Hagel rund um das „Rehaugen“-Video. Der acht Jahre alte Clip, in dem Hagel von einer Schülerin mit „rehbraunen Augen“ schwärmt, schlug im Baden-Württemberg-Wahlkampf ein wie eine Bombe – gezündet von der Grünen-Abgeordneten Zoe Mayer. Accounts unter dem Namen „neunund20.de“, eine von „The Goodforces“ betriebene, quasi fassadenartige Plattform auf Instagram und der linken X-Alternative Bluesky, griffen das direkt auf, duzten die Abgeordnete in ihren Videos dabei sehr vertraut und verbreiteten weitere Videos über Manuel Hagel. In den Kommentaren gibt es dabei teils wüste Entgleisungen; Hagel wird etwa kaum verhohlen als Pädophiler bezeichnet.

Als „Edelweissnetzwerk“ beschwert sich „The Goodforces“ über den Hass, den Nius in seinen Kommentaren zulasse und angeblich schüre – als „neunund20.de“ macht man sich fast gleichzeitig genau dessen selbst schuldig. Es gilt: Doppelmoral ist besser als keine Moral – frei nach Luisa Neubauer, die durch die Agentur übrigens auch prominent eine Plattform geboten bekommt. Grünen-näher könnte die Organisation insgesamt kaum noch sein.

Offenbar will man auch im von Grünen so oft beklagten „postfaktischen Zeitalter“ grüne Erfolge feiern. „Wir müssen aufhören zu glauben, dass Fakten allein im digitalen Rauschen gewinnen“, schreibt Melanie Goemmel, Direktorin für Strategie und Kommunikation bei „The Goodforces“. Auf ihrer Website schreibt die Agentur, sie verstehe sich als „Instanz, die Aufmerksamkeit strategisch bündeln und zuspitzen kann. (…) Dort, wo NGOs vorsichtig sein müssen, Medien neutral bleiben und Parteien taktisch agieren, dürfen wir zuspitzen“ – so verschiebe man Medienmacht und „die Grenzen des Sag-, Denk- und Machbaren“. Ist das nicht das, was man gerne auch als „Hass und Hetze“ bezeichnet, wenn es nicht von links kommt?

Die Grünen wollen gerne die Saubermänner der Politik sein und machen sich scheinheilig laut gegen „Hass im Netz“, gegen böse und gesteuerte „Kampagnen“, gegen die Polarisierung der Gesellschaft. Ihr Mann Jellinek und seine Agentur zeigen: Kampagnen, Hass, Diffamierungen und Beschimpfungen kann auch das eigene Team.

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28 Kommentare

  • Die können noch so viel Propaganda machen. Ein Spaziergang durch meine Stadt mit vielen schließenden oder bereits geschlossenen Geschäften reicht mir, um die Realität zu erkennen. Zudem das berühmte Stadtbild. Oder die wirtschaftlichen Kennzahlen etlicher Branchen auf meinem Schreibtisch sprechen eine deutlichere Sprache als jede grüne Propaganda.

    • Gegen die Realität haben linksgrüne Nichtsnutze on the long keine Chance, zumal dem Staat mittlerweile auch das Geld ausgeht.

      • Ja. Die Energie die es vermehrt kostet, die Lügen und die Propaganda aufrecht zu erhalten, ist mittlerweile nicht mehr zu stemmen. Nicht mehr lange und das Kartenhaus wird kollabieren.

      • Ich gebe Ihnen Recht! Aber die Problematik liegt in der Tiefe des Euro. An den steigenden Nominalwerten ist es für die dumme Mehrheit nicht sichtbar. Die Geldillusion wird die Mehrheit noch lange blind halten! Erst, wenn die EU gezwungenermaßen Kompensationsgeschäfte nach DDR Vorbild abschließen muß, werden Deppen es merken.

    • Je drückender die Wirklichkeit, desto schriller die Propaganda für das sterbende System.

    • Dass regionale Kleinbetriebe immer häufiger schließen müssen, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass sich das Konsumverhalten der Menschen verändert. Wer nur noch im Internet bestellt oder bei großen Konzernen einkauft, trägt dazu bei, dass die eigene Region geschwächt wird. Das ist ein zutiefst demokratischer Prozess. In diese Entwicklung einzugreifen, wäre sozialistisch und undemokratisch. Wollen Sie den Menschen etwa vorschreiben, wie sie sich zu verhalten haben? Was wollen Sie, Pius?

      -12
      • @Atlas
        Das ist EIN Grund von vielen. Spätestens beim Thema Gastronomie, Nachtleben und Eventorganisation funktioniert ihr Grund nicht mehr. Der Fastfood Lieferanten kann noch so gut sein, die Eventfläche und die Kneipe stellt er noch nicht

      • Es liegt auch daran, dass die Menschen weniger Geld in der Tasche haben und/oder weniger Zeit, werden Gutverdiener durch die zunehmende Leistungsverdichtung überfordert. Dazu lädt das Stadtbild nicht ein, die Realität vergessend in einen Shoppingrausch zu verfallen. Im Grunde nicht nur, aber auch Folgen der Politik. Die Solidarität nimmt ab, weil sie woanders erzwungen wird.

  • Methoden der Zersetzung wie zu Mielkes Zeiten. Auch noch mit Fördergeld aus Steuergeld gefördert. Dafür sollen die Bürger in Deutschland dann noch mehr arbeiten und noch mehr Steuergeld zahlen.

    • Bald bekommen wir ein Ministerium für Staatshygiene (MfS).

      • Ich hatte erst Stadthygiene gelesen. Schelm, wer jetzt Böses denkt. 🙏

        • Stadthygiene wäre aber wichtig. Für die ‚Stadthygiene’……..

          1
  • Alleine schon das Motto („Fakten allein“ reichen nicht) dieser offensichtlich destruktiven Organisation sagt alles!

    • Sog. grüne Fakten reichen nicht, es müssen noch grüne Lügen sein.

  • Diese Politagentur ist nicht das Problem sondern das System dahinter die es finanziert. Der zwangsfinanzierte Staatsfunk allein schafft es wohl nicht mehr die Bürger zu belehren…
    Ich freue mich auf die noch ausstehenden Wahlen in diesem Jahr. Deutschland wird sich verändern und ich freue mich darauf 🇩🇪💙

  • Und lebt diese NGO auch von Steuergeld?

  • Sich selber die „Goodforces“ nennen. Genau mein Humor.

    • Halt die erste „grüne Wahrheit“, die von „rechten Hetzern“ wohl als Lüge bezeichnet wird. Der Name ist Programm.

  • Alle linksgrünen Organisationen müssen verboten und aufgelöst werden. Wenn die AfD demnächst regiert, wird das eine der ersten Amtshandlungen sein. Ich freue mich darauf

  • Grün war 1933 Braun.

  • „Fakten allein“ reichen nicht.

    Auf dumme Menschen trifft das sicher zu !
    Für alle anderen zählen nur Fakten !

  • Sog. Grüne Fakten verpackt in Hass und Hetze? Eine grüne Meisterleistung.

  • Die Grünen sind effektiv die Partei, die das Kartell ideologie- und moralgetrieben lenkt. Wahrscheinlich noch mehr als die Roten. Der Popanz einer angeblichen Zivilgesellschaft lanciert von Instrumentalisierten Profiteuren schützt das grüne Narrativ und lässt es „Realität“ werden, während konsequent Wahrheiten zum „rechten Narrativ“ erklärt wird, basierend auf tatsächlichen Einzelfällen, geschönten Statistiken und platten Lügen.
    Die Kartellparteien entwickeln Züge ähnlich Konzernen, die ihre eigenen Stiftungen gründen, die dann überraschend die eigenen Produkte als Testsieger ausrufen.
    Der Fall Reichelt steht sinnbildlich für ihren Umgang mit der Wahrheit und Hagel für den Umgang mit Moral, beides ist mehr als bestürzend. Aber es überrascht wenig, sieht man die Nutzung der Antifa seitens Rotgrün.
    Da ist halt die praktische Rufmord-Klitsche nicht weit.

  • Was die selbsternannten Retter der Demokratie allerdings immer so in Wahrheit empfinden, wird immer dann deutlich, wenn ihnen die örtliche Kommunalverwaltung ein Flüchtlingsheim direkt vor die eigene Bude stellen will. Hahahaha. Dann entdecken sie plötzlich die oberseltene Hafenameise oder den noch selteneren Gerechtigkeitskäfer oder so, ja nee, is klar. Aber immer erst mal Alarm machen, den lokalen Che Gevara geben und immer „gegen“, ganz wichtig. Gefühlt alles bewaffnete lokale Kämpfer in medialer Tarnuniform.

  • Linksfaschistoides Hass und Hetze Portal…
    Überflüssig wie ein Rohrbruch im Keller…

  • „Die Grünen wollen gerne die Saubermänner der Politik sein und machen sich scheinheilig laut gegen „Hass im Netz“, gegen böse und gesteuerte „Kampagnen“, gegen die Polarisierung der Gesellschaft. Ihr Mann Jellinek und seine Agentur zeigen: Kampagnen, Hass, Diffamierungen und Beschimpfungen kann auch das eigene Team.“

    Das ist in der Tat so, dass es kaum etwas Verlogeneres gibt als den grün-versifften Bodensatz. Es scheint jedoch zu wirken, wie bspw. die LT-Wahl in BW zeigt, wo satte 30 Prozent die Grüne Pest gewählt haben.

    Interessant ist übrigens auch der Name „Edelweissnetzwerk“. Mit „Edelweiss“ verbindet der gemeine Deutsche vor allem Konservativismus, Patriotismus. Heimatliebe und Natur.
    Im Hinblick darauf kann man diese Selbstbezeichnung als perfides Tarnröckchen der Grünen Khmer betrachten.

  • Leben diese Nichtsnutze auch von meinem Steuergeld?

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