„Grüner Stahl“ wird nicht aus Deutschland kommen: Schonungslose Studie zerstört industriepolitische Illusion
Noch immer glaubt die Bundesregierung an das grüne Märchen vom klimaneutralen Stahl Made in Germany. Eine neue Studie der Unternehmensberatung PwC zeigt: Wenn Deutschland seine Stahlindustrie behalten will, muss es sich von dieser Illusion verabschieden.
Die Debatte um die Transformation der deutschen Stahlindustrie wird maßgeblich von der gefährlichen Hoffnung dominiert, dass sich mit milliardenschweren staatlichen Subventionen eine wettbewerbsfähige Produktion von „grünem Stahl“ im eigenen Land erzwingen lässt. Doch eine neue, schonungslose Branchenanalyse warnt eindringlich davor, an diesem Wunschdenken festzuhalten.
Die energieintensive Primärstahlerzeugung, also die direkte Gewinnung von Stahl aus Eisenerz – sei es klassisch mit Kohle im Hochofen oder künftig mit Erdgas oder Wasserstoff –, ist in Deutschland nicht wettbewerbsfähig und wird es aufgrund dauerhafter struktureller Nachteile auch in Zukunft nicht sein können. Für den Standort Deutschland bedeutet das: Die Politik muss sich von einer industriepolitischen Illusion befreien und dringend einen echten Strategiewechsel vollziehen.
Werbung
Die Studie der Unternehmensberatung PwC mit dem Titel „Das Ende der europäischen Stahlwirtschaft … oder einfach nur anders?“ liefert einen ökonomischen Realitätscheck, der die industriepolitische Ausrichtung des Landes grundlegend infrage stellt.
Die Ergebnisse der Studie beziehen sich nicht nur auf einzelne Standorte, sondern auf das gesamte europäische und deutsche Marktumfeld. Sie lassen keinen Raum für politisches Wunschdenken, denn sie benennen ein massives, nicht konjunkturelles Strukturproblem. Das sind die zentralen Punkte:
- Das Ende des Hochofens: Die klassische, kohlebasierte Hochofenroute wird in allen modellierten Szenarien bis spätestens 2040 vollständig unwirtschaftlich. Durch die CO₂-Bepreisung in der EU wird sich der Preis für konventionellen Hochofenstahl bis 2045 faktisch verdoppeln. Für Mitteleuropa lässt sich in keinem Szenario eine tragfähige Perspektive für diese energieintensive Grundstoffproduktion ableiten – die Hochöfen werden Geschichte.
- Milliarden-Kostenvorteile für grünen Stahl in den Golfstaaten und Indien: Der politisch forcierte Ausweg über CO₂-armen Grünstahl ist zwar technologisch machbar, wird aber in Regionen wie den Golfstaaten oder Indien dauerhaft deutlich günstiger sein. Die erdgasbasierte Direktreduktion in den Golfstaaten wird bereits 2030 rund 30 Prozent günstiger produzieren als ein Hochofen in Mitteleuropa. Später hält die Studie es für möglich, dass in dieser Region die wasserstoffbasierte Variante die Erdgasroute ablösen könnte. Innerhalb Europas ist bestenfalls in Skandinavien – bedingt durch dortige niedrige Strompreise – langfristig eine wettbewerbsfähige Primärstahlerzeugung denkbar. Mitteleuropa und Deutschland fallen hier komplett heraus. Für Mitteleuropa lässt sich in keinem Szenario eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive für die energieintensive Grundstoffproduktion ableiten, da hier die strukturelle Kombination aus hohen Energiekosten, fehlender Rohstoffbasis und begrenzter Wasserstoffverfügbarkeit entgegensteht.
- Die Zukunft wird längst gebaut – aber nicht hier: Dass diese Verlagerung keine ferne Theorie, sondern harte Realität ist, belegt die Studie mit konkreten Großprojekten. Die Zukunft der Primärstahlerzeugung beginnt bereits jetzt im außereuropäischen Ausland, etwa in der Sonderwirtschaftszone Duqm im Oman. Die indische Jindal Group errichtet dort aktuell einen Anlagenkomplex mit einer Jahreskapazität von fünf Millionen Tonnen, der zunächst mit günstigem heimischem Erdgas betrieben und später auf Wasserstoff umgestellt werden soll. Der brasilianische Bergbaukonzern Vale baut vor Ort für fünf Milliarden Dollar einen Megahub für Eisenschwamm, dem Vorprodukt des Rohstahls. Und während die Politik hierzulande noch über Subventionen streitet, haben sich erste europäische Konzerne wie Thyssenkrupp im Oman längst über Abnahmeverträge riesige Mengen Eisenschwamm für den Import gesichert.
Dass diese vernichtende Analyse für Grünstahlprojekte in Europa längst reale wirtschaftliche Praxis ist, zeigt das Vorgehen des Weltkonzerns ArcelorMittal: Das Unternehmen hat seine Pläne für „grünen Stahl“ an den deutschen Standorten in Bremen und Eisenhüttenstadt komplett gestoppt. ArcelorMittal ließ dafür sogar bereits zugesagte Fördermittel in Milliardenhöhe verfallen. Dies belegt drastisch, dass Deutschland durch die Energiewende und die CO₂-Bepreisung für die energieintensive Primärstahlproduktion schlicht zu teuer geworden ist. Auch gigantische staatliche Investitionszuschüsse können die dauerhaft zu hohen Betriebskosten im internationalen Wettbewerb nicht mehr ausgleichen – die deutsche Subventionsillusion kollabiert.
Lesen Sie auch:
Bundesnetzagentur
Mehr Verbrauch, schwache Erzeugung: Netzbetreiber warnen vor Strommangel im Winter 2030
Alle vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber warnen vor möglichen Engpässen bei der Stromversorgung im Winter 2030/31. In einem Schreiben an die Bundesnetzagentur rechnen sie mit „Leistungsmangelsituationen“.Industrieabschaltung
„Drehbuch für Wohlstandsvernichtung“: Mittelständler reagieren fassungslos auf Strommangel-Pläne der Bundesregierung
Die Bundesnetzagentur bereitet eine digitale Plattform zur Produktionsdrosselung bei Stromknappheit vor. Während die großen Wirtschaftsverbände dazu schweigen, kritisieren mittelständische Familienunternehmer die Krisenpläne deutlich – als staatliche Mangelverwaltung und fatales Ergebnis der deutschen Energiepolitik.Drei Alternativen für den Stahlstandort Deutschland
Bedeutet dies das Ende der deutschen Stahltradition? Nicht zwingend – aber die deutsche Politik muss sich von der industriepolitischen Illusion der Aufrechterhaltung der heimischen Primärproduktion lösen. Zumindest solange sie gleichzeitig an den europäischen und nationalen CO₂-Zielen festhält. Und eine Abkehr davon ist derzeit nicht in Sicht. Die nackten Zahlen der PwC-Analyse zeigen unmissverständlich, dass die eklatanten Standortnachteile Deutschlands – allen voran die im internationalen Vergleich viel zu hohen Energiepreise – bei Beibehaltung der Klimaziele einen Verzicht auf die Primärstahlerzeugung ökonomisch unausweichlich machen.
Die Studie skizziert drei mögliche alternative Wege für den Stahlstandort Deutschland, die angesichts dieser Situation infrage kommen.
Werbung
Weg 1: Import von Eisenschwamm statt Subventionskampf Aufgrund der günstigeren Kostenbasis außerhalb Deutschlands ist die Auslagerung der Eisenerzreduktion ins außereuropäische Ausland unausweichlich. Anstatt künftig teures Eisenerz und teures Erdgas (oder unbezahlbaren Wasserstoff) nach Deutschland zu importieren, um daraus Roheisen zu erzeugen, muss das fertige Vorprodukt, also CO₂-arm produzierter Eisenschwamm, importiert werden – aus Arabien oder Indien oder vielleicht auch aus Skandinavien. Die deutsche Industrie kann dieses günstigere Vormaterial dann in ihren Werken weiterverarbeiten.
Weg 2: Fokus auf Sekundärstahl Die verbleibende wirtschaftliche Option für eine europäische Eigenproduktion ist die Sekundärstahlherstellung, also das Einschmelzen von regionalem Stahlschrott in Elektrolichtbogenöfen (EAF). Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass sich nicht jede Stahlqualität aus Schrott herstellen lässt, da sich beim Recycling verschiedene Begleitelemente anreichern, die die erreichbaren mechanischen Eigenschaften begrenzen. Zudem wird die Verfügbarkeit von hochwertigem Schrott mit steigender Nachfrage zunehmend zum limitierenden Faktor, weshalb Sekundärstahl wegfallende Primärkapazitäten niemals vollständig ersetzen kann. Außerdem muss in diesem Zusammenhang zwingend bedacht werden: Der Lichtbogenofen ist ein stromintensiver Prozess. Ohne wettbewerbsfähige Industriestromkosten wird der Standortvorteil des lokal verfügbaren Schrotts sofort wieder aufgezehrt. Solange der Industriestrom in Deutschland wesentlich teurer als an anderen globalen Standorten ist, werden auch künftige EAF-Öfen hierzulande einen schweren Stand haben – ohne Subventionen.
Weg 3: Spezialisierung auf wissensintensive Wertschöpfung Da der bloße Volumenmarkt für Stahl in Deutschland verloren geht, kann die heimische Industrie künftig nur dort florieren, wo der Know-how-Anteil den reinen Materialwert deutlich übersteigt. Wenn deutsche Unternehmen hochkomplexen Stahl für den kundenindividuellen Anlagenbau, die Medizintechnik oder Spezialstahl für die Rüstungsindustrie fertigen, können Standortnachteile bei den Energiekosten weniger ins Gewicht fallen. Bezahlt wird das Produkt dann für die Konstruktion, die Zertifizierung und das Spezialwissen der Ingenieure.
Werbung
Das Ende einer industriepolitischen Illusion
Die PwC-Studie räumt schonungslos mit der Vorstellung auf, dass eine grüne Primärstahlerzeugung in Deutschland künftig profitabel betrieben werden könnte – es gibt in der gesamten wirtschaftlichen Analyse schlichtweg keinen einzigen Hinweis darauf, der dieses politische Narrativ stützt. Aus diesen harten ökonomischen Fakten muss die Politik in Berlin nun endlich Konsequenzen ziehen. Sie muss anerkennen, dass die politisch gewollten, dauerhaft hohen Energie- und CO₂-Kosten in Deutschland den wirtschaftlichen Betrieb einer derart energieintensiven Grundstoffproduktion unmöglich machen.
Ein radikales Umdenken ist daher zwingend erforderlich. Die Zukunft der deutschen Stahlbranche liegt nicht in der planwirtschaftlichen Konservierung des Status quo, sondern in der konsequenten Hinwendung zu den drei skizzierten Alternativen: Deutschland muss eine internationale Arbeitsteilung akzeptieren, günstiges Vormaterial aus Standorten mit geringeren Energiekosten importieren, die Kreislaufwirtschaft über Sekundärstahl stärken und sich auf die wissensintensive Weiterverarbeitung spezialisieren.
Wenn die Politik stattdessen stur daran festhält, eine im globalen Wettbewerb völlig chancenlose Primärstahlerzeugung mit immer neuen Steuermilliarden zu subventionieren, ist dies nicht nur eine gigantische Kapitalverschwendung. Es ist ein ordnungspolitischer Irrweg, der dringend benötigte Investitionsmittel an anderer Stelle entzieht und für den Wirtschaftsstandort Deutschland letztlich ruinös enden wird.
Freund werden
Freund von Apollo News werden
Habecks „grüner Stahl“ war Industriepolitik aus dem Wolkenkuckucksheim: erst Energie verteuern, dann Milliarden Steuergeld hinterherwerfen, damit die Industrie trotz der eigenen Politik irgendwie überlebt. Ein Schildbürgerstreich mit Ministerlimousine. Die Produktion wandert dorthin, wo Energie bezahlbar ist – und Deutschland importiert am Ende das Ergebnis seiner eigenen Standortzerstörung.
Und Merz? Wollte den grünen Spuk beenden und wirkt nun wie dessen Hausmeister. Große Oppositionsklappe, kleiner Kurswechsel. Statt Habecks ökonomischen Trümmerhaufen abzuräumen, wird er politisch inventarisiert und weiterverwaltet.
Habeck lieferte die Abrissbirne, Merz hält jetzt das Baustellenprotokoll. Zwei Politiker, zwei Etiketten – und der gleiche deutsche Irrsinn: Wettbewerbsfähigkeit wird wegreguliert und anschließend mit Steuermilliarden wiederbelebt. Ein Land kann sich auch mit Anlauf selbst deindustrialisieren.
Ganz Bestehen davon, dass wir immer mehr von der EU reguliert und damit bald auch regiert werden.
Es ist das eine, dass es einen schleichenden Prozess gibt, in dem die EU immer mehr Befugnisse an sich reißt, hin zu „Vereinigten Staaten von Europa“ ganz nach amerikanischem Vorbild. Nur dass es sich nicht mehr wie Demokratie anfühlt.
Hinzu kommt eine gigantischer aufgeblasener Bürokratieapparat gepaart mit ideologischen praxisfernen Ideen.
Andere Länder wundern sich und freuen sich, dass wir uns wirtschaftlich so schwächen. China hat uns bereits in allen Bereichen abgehängt, was man so langsam zu begreifen scheint, weshalb man jetzt glaubt mit bürokratischen Mitteln das verhindern zu können, was zwangsläufig folgt.
Das verrückte ist nur, das wir gerade im Bereich von Wind- und PV-Energie von China abhängig sind.
Voll ins Schwarze getroffen!
Und Michel steht schmollend daneben und wählt neuerdings unter stillem Protest weiter die gleichen Parteien !
Jedes Volk erhält die Politik und Regierung die es verdient !
Demokratie ist nun mal leider nichts für Idioten !
Sich der Realität, der Physik und dem Wählerwillen zu verweigern gehört doch inzwischen längst zur Staatsräson. Es wird sich nichts ändern. Abwärts, volle Kraft voraus!
Wenn die Politik stattdessen stur daran festhält, eine im globalen Wettbewerb völlig chancenlose Primärstahlerzeugung mit immer neuen Steuermilliarden zu subventionieren…
Genau das werden sie noch jahrelang machen. Wetten?
Tolles Bild … und die Naturwissenschaften sind total überbewertet.
Diesem breiten, feisten Grinsen möchte man am liebsten mit der …
Nach dem Starökonom ist das dann nicht so dramatisch
Finanzmarktwelt 2024
„ Für Marcel Fratzscher ist die Abwanderung der Industrie eine gute Sache
DIW-Chef Marcel Fratzscher findet es gut, wenn die energieintensive Industrie Deutschland verlässt. Seine Logik ist schwer zu verstehen.“
https://finanzmarktwelt.de/fuer-marcel-fratzscher-ist-die-abwanderung-der-industrie-eine-gute-sache-323592/
Durch die Subventionen wird der Nachteil noch verschlimmert, denn Investitionen werden nicht auf wettberwebsfähige Produktion geleitet, sondern auf Maximierung des subventionsempfang ausgerichtet. So hat man hier schon die Landwirtschaft runtergewirtschaftet.
„Grüner Stahl“ wird nicht aus Deutschland kommen: Schonungslose Studie“
Natürlich nicht, aus Deutschland kommt stattdessen Grüner Mist!
Mich wundert die Geschwindigkeit, in der man ein Land wirtschaftlich zugrunde richten kann.
Wir kennen (fast) alle die Faktoren und Verantwortlichen, die dazu beigetragen haben, allerdings bedarf es trotzdem einer präzisen Analyse.
Steht diese Analyse mit Diagrammen, Statistiken und Literaturreferenzen, sollte diese Analyse in Flyerform in jeden Briefkasten in Deutschland gesteckt werden, dass die letzte Oma in irgendeinem Dorf „hinter den sieben Bergen“ darüber informiert ist, wer hier nach dem Millennium als Wohlstandsdieb das Land in die Knie gezwungen hat.
Das Zusammenspiel zwischen grünen Politikern, politischen Opportunisten in anderen Parteien und der verheerenden Rolle der Mainstreammedien wird in der Analyse weit oben stehen.
Die volksnahe Aufarbeitung muss schon allein deswegen passieren, dass sich so etwas nicht wieder wiederholen kann.
Dass die erst eine Studie machen mussten, um das zu herauszufinden, sagt mir alles, was ich wissen muss
Das wissen wir schon!
Die zerstören Deutschland und diese Altparteien werden trotzdem gewählt!
—
Ich weiß nicht mehr was man noch machen soll!
Grün bedeutet Schnapsideen.
Das war also ein weiterer Schuss in den (Schmelz)Ofen. Aber keine Angst, die grünen Sonnenblümchen finden bald wieder neue Steckenpferdchen. Der Michel muss dann weiterhin diesen Wahnsinn finanzieren.
Die Arbeitsplätze gehen dann an die Rüstungsindustrie , der nächste Krieg kommt mit Sicherheit. Man hört doch schon das ganze Kriegsgeschrei. Die Wehrpflicht kommt usw.
Grüner Stahl ist per se ein Märchen!
Der grosse Energieaufwand um grünen Stahl zu produzieren steht in keinem Verhältnis.
Das gleiche gilt für Wasserstoff-Autos.
Deutschland begeht mit grünen Märchen wirtschaftlichen Selbstmord im Namen der Co2 Klimakirche
Da wir einen Umweltminister haben der nachweislich keinen Bezug mehr zur Realität hat, sollte die Bundesregierung weiter Milliarden in diese Schnappsidee stecken. Was soll’s. Das Land ist eh schon kaputt.
Warum schreibt ApolloNews plötzlich in den Leserbriefe alles FETT (Absender &Text!!!)
Ich als Grafiker mit typografischer Ausbildung finde diese Änderung GROTTENSCHLECHT!!!
Das ist von der Leserlichkeit ein Schritt rückwärts!!!!!
Aber schwafeln konnte er. Und Bildchen in die Kamera halten. Selbst mit Einführung der Vetternwirtschaft war beim grünen Bodensatz noch lange nicht Schluss denn die Versagerrgierung musste erst abgewählt werden…
Märchenerzähler eben.