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FDP adé – eine unsichtbare Partei geht den letzten Schritt ins Grab

Mit Baden-Württemberg wird die FDP auch in ihrem absoluten Stammland marginalisiert und fliegt aus dem Landtag. Kein Wunder: Die Partei ist de facto unsichtbar. Neue Führung und neuer Mut muss her – sonst geht man verdient den Weg ins Nichts.

Kennen Sie diesen Mann? (IMAGO/KreativMedia Press)

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Eigentlich sind diese Zeiten ja ein Königreich für eine FDP. Die Wirtschaft kriselt weiter, die Meinungsfreiheit ist in Gefahr wie wohl nie in der demokratischen Geschichte Deutschlands. In Berlin regiert eine Koalition aus Union und SPD, die aktive Wirtschaftspolitik mit Schuldenmachen und höheren Staatsausgaben verwechselt.

Doch diese FDP gibt es nicht. Zumindest bekommt man von ihr nichts mit. Seit dem Ausscheiden aus dem Bundestag und dem Abgang von Christian Lindner dümpeln die Liberalen bei traurigen drei Prozent herum und kommen nicht aus dem Quark.

So blass waren die Freien Demokraten noch nie: Parteichef Christian Dürr fällt mit peinlichen TikToks oder Publicity-Nummern auf, wenn er Tausalz vor der Parteizentrale in Berlin streut – sonst gar nicht. Generalsekretärin Nicole Büttner macht vor allem als Dampfplauderer von sich reden und erklärt, sie würde sich eine Glatze schneiden, wenn die FDP in Baden-Württemberg aus dem Landtag fliegt. Für solche billigen Stunts – und nur für solche billigen Stunts – ist die FDP noch gut.

Was für eine traurige Entwicklung einer liberalen Partei, die dieses illiberale Land gerade mehr denn je bräuchte. Die FDP hat es sich aber selbst zuzuschreiben: Wer als bürgerliche Partei mit SPD und Grünen regiert und vor allem pseudoliberale, in Wahrheit linke Gesellschaftspolitik macht, braucht sich eben nicht wundern. Seit Jahren erschöpft sich der Liberalismus der FDP in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem in Themen wie Cannabis-Legalisierung oder Trans-Ideologie.

Tolle Themen für einen Wahlkampf in Berlin-Mitte – eher maue Standpunkte, wenn man bei bürgerlichen Wählern punkten möchte. Die haben die FDP immer vor allem als Garanten von wirtschaftlicher Vernunft gewählt. Für in Magenta angestrichene Grüne haben sie kein Herz.

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Das ist vergossene Milch, der schmähliche Exit der FDP aus dem Bundestag ist über ein Jahr her. Nur hat man es in über einem Jahr nicht geschafft, sich zu sortieren. Was hat die FDP in diesem Wahlkampf angeboten? Gar nichts. Der sicher ehrlich bemühte Hans-Ulrich Rülke muss in Stuttgart schließlich die absolute Profillosigkeit seiner Partei ausbaden. Wolfgang Kubicki erklärt am Wahlabend vorsichtig, es habe für die Baden-Württemberger „keinen Rückenwind“ aus dem Bund gegeben.

Kein Rückenwind – das ist noch sehr zurückhaltend formuliert. Immerhin kann man von „Gegenwind“ nicht sprechen, denn nicht mal das kam von der Bundes-FDP. Von ihr kommt fortwährend einfach: Gar nichts. Ein leeres Blatt Papier hat mehr Aussagekraft als diese Partei.

Eine Wahlniederlage in Baden-Württemberg, dem absoluten FDP-Stammland, ist da die logische, aber besonders schmerzhafte Klatsche. Kubicki nennt es den „bittersten Tag“ seines politischen Lebens, was Angesichts der FDP-Niederlagen 2013 und 2025 schon einiges heißt. Aber es ist doch angemessen: Denn die FDP hat mit dieser Wahl den finalen Schritt ins Grab gemacht. Wenn sie in Baden-Württemberg niemand mehr wählt – wer soll sie wo noch wählen?

Noch könnte man aus dem Grab klettern – doch dafür wäre eine radikale Rosskur für die Partei nötig. Den Parteivorsitzenden Dürr muss man umgehend austauschen. Vorteil: Da ihn sowieso niemand kennt und wahrnimmt, kann man das auch geräuschlos machen. Und auch Generalsekretärin Nicole Büttner sollte sich die Frage stellen, ob sie sich statt von ihren Haaren vielleicht von ihrer politischen Karriere trennen sollte.

Deutschland braucht eine liberale Partei mehr denn je – diese FDP aber braucht kein Mensch. Soll die stolze Geschichte dieser Partei, von Theodor Heuss über Hans-Dietrich Genscher bis zu Guido Westerwelle, wirklich so enden? Wenn nicht, ist sofortiges Handeln gebunden. Eine im besten Sinne bürgerlich-liberale Klartext-FDP, die sich nicht von und nach links treiben lässt, die Kontroverse nicht scheut und klare Kante zeigt, kann wieder gewinnen. Eine FDP, die auf ihrem aktuellen Kurs der Leere und Unsichtbarkeit weitergeht, wird völlig zu Recht auf dem Müllhaufen der Geschichte landen.

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40 Kommentare

  • Die FDP ist überflüssig. Es gibt nur noch SED gegen AfD.

    • Die FDP ist raus aus dem Landtag !
      Das Wahlergebnis der FDP verbuche ich mal als positiven Effekt gelebter Demokratie !

      Die Partei die die Ampelregierung mit all ihren Katastrophalen Folgen erst mit ihrem Verrat an ihren Wählern ermöglicht hat !

    • Eine anscheinend Liberale Partei deren Mitglieder Hetz- und Petzerportale betreiben, kritische Meinung verunglimpfen, die liberale Idee mit den Füßen treten und lieber mit Kommunisten und Schuldenmachern zusammenarbeiten, die braucht keiner.

      Und lieber Herr Kubicki, ich vergleiche regelmäßig ihre durchaus interessanten und liberal konservativen Ansichten.
      Aber irgendwie stelle ich immer wieder eine deutliche Diskrepanz zwischen ihren Aussagen und ihrem Abstimmverhalten fest.
      Sich liberal geben aber dann letztendlich doch 100% diametral abstimmen und handeln funktioniert nur eine Zeitlang.

      Schade, denn mit viel Mut und Rückgrat wäre die FDP locker zweistellig.

    • Genau, eine AfD, die einen „Ministerpräsidentenkandaten“ schickt, der aber sonst keine Landespolitik machen will.
      Die AfD kann Ihnen auch jeden …. vorsetzen, und Sie jubeln immer noch. Die gehören schon längst zum Kartell wie alle anderen auch, aber diese Wahrheit, die würde wirklich weh tun.

      -24
      • Aha, um die „Wahrheit“ zu lesen, muss man zu Waldschrat in die Apollo Kommentare kommen.

        Was ist ein „Kandat“?

        • Waldschrat, Sie schreiben oben von Wahrheit und wollen jetzt behaupten, ich hätte das eingebracht? Wie armselig ist das denn?

          1
        • @TruthHurts
          „… und wollen jetzt behaupten, ich hätte das eingebracht? Wie armselig ist das denn?“

          Sie nennen sich übersetzt „Die Wahrheit tut weh“.
          Denken Sie eigentlich nur ansatzweise nach???

          0
        • Sie haben’s schon verstanden. Sie nehmen den Begriff „Wahrheit“ in den Mund, nicht ich. Also auch bitte das Echo vertragen.

          -4
      • Das ist nicht von der Hand zu weisen. Grundsätzlich bin ich der Meinung, daß wir einen Menschen wie Javier Milei brauchen. Aber dafür geht es uns noch zu gut. Erstmal geht es weiter abwärts…

      • Gut erkannt ! Ist da aber nicht eher das Problem wie unwählbar da dann erst die Politik der Anderen konservativen Parteien sein muss ?
        Wenn selbst so ein Lustloser Inkompetenter und Unambitionierter Kandidat immer noch ca 19% erreicht ?
        Wenn ich CDU/CSU Funktionär oder Anhänger wäre würde mir das Ergebnis den Angstschweiß auf die Stirn treiben .

        • Das ist allerdings wahr! Aber die Schwarzen sind doch selber schuld. Warum neuerdings überall ein Dreikäsehoch als Kandidat — sei es BW, München, Brandenburg — versteht kein Mensch…

          0
      • Der Fronhmaier hat sich im Faeser-Prinzip geübt. Diese Strategie führt stets zum Erfolg.

        -10
  • Mögen die Stuttgarter Pasteten Demokraten bei der nächsten Wahl den gleichen Weg beschreiten.

    • RIP.!!

  • Mit einem Bein steht auch schon die SPD drin. Von der mitte-links zur stark gewandelten linksextremen und von der Antifa dominierten Partei abgedriftet, hat sie sich der Arbeiterschaft entfremdet. Das mach sich auch bei der ihr nahestehenden Gewerkschaften bemerkbar, der die Mitglieder in Scharen davon laufen, denn auch sie haben sich, wie die Kirchen, stark nach links ausgerichtet. Die Arbeiterschaft hat Null Bock auf DDR 2.0.

  • FDP wird auch in Rheinland-Versifftpfalz rausfliegen, sowie in allen anderen 3 Ostlandtagen. Richtig heftig wird es, wenn die FDP in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern unter 1% kommen würde und ihr damit sämtliche Wahlkampferstattung verwehrt wird, wie in Sachsen und Brandenburg.

    Da spüren die Liberalen es da wo es am meisten wehtut und zwar am Geld!
    Aber verdient! Guter Artikel.

  • Was mir vollkommen unbegreiflich ist, ist die Tatsache, dass die sog. SPD nicht ebenfalls unter die 5% gefallen ist und die CDU und die Grünen.
    Man verfährt in BW offensichtlich nach dem Motto: Wir sind auf’m Holzweg und da vorne kommt die Wand – egal, gib Gas!

  • Bis zum Ende haben diese Opportunisten die miesen Spielchen der Altparteien mitgemacht.

    • „… miesen Spielchen der Altparteien …“
      Von Überkreuzbeschäftigungen haben wir aber aus der FDP nichts gehört.

  • Die Posten der FDP-Funktionäre sind aber gesichert. Nur die Wähler fehlen.

  • Wer nur noch als Anhängsel der Linken wahr genommen wird, muß sich eben nicht wundern wenn er abgewählt wird.

  • Die FDP hinterläßt eine Lücke, die sie voll und ganz ersetzt.

  • Als älterer Mitbürger dieses Landes ist mir die FDP noch als Umfallerpartei, insbesondere beim Sturz des Kanzlers Schmidt, in mehr als unangenehmer Erinnerung. Lindner und sein Schaumschläger Kubicki tragen mit ihrer Kriecherei vor den Grünen maßgeblich Verantwortung am Niedergang der FDP. Was mir allerdings auch herzlich egal ist (siehe oben).

    • Ja, die Partei der “ Besserverdienenden“, ab, in den Orkus mit ihr

  • Freiheiten in D. und der EU wurden stark minimiert.

    Daher bedarf es keine Partei die dies im Namen trägt, die zumal selbst bewies wie viel Freiheit ihnen wert ist, wenn es um die Macht geht und wenn es finanziell lukrativ ist.

    Also mit Ampel, mit Klageportal (so done) und Klagebusiness von MASZ die man ins Brüsseler politischem Altenheim verbannte, hat man bewiesen was denen Freiheit bedeutet.

    Dann macht man den Totalversager noch zum Chef und was erwartet man dann Erfolg???

  • Die FDP ist schon immer mit dem Zeitgeist gegangen. Nun hat sie uns, ohne Flugzeugstart und Fallschirm CO2 frei verlassen. Gratulation.

  • Die FDP war immer meine Partei. Bis zu dem Punkt der letzten Koalition und der Stasi-Software von der Vorsitzenden der Jungen Liberalen.
    Wie die CDU hat sich die FDP komplett verrannt und hat sich durch woke zerlegt. Es ist brutal mit an zu schauen, was links regressive Ideologie mit gestandenen Parteien macht. Wir brauchen eine gute starke FDP.

  • Die FDP hat sich allzu oft den Grünen und Roten Socken angeboten. Jaja, wie war das nochmal? „Lieber garnicht regieren als schlecht regieren“ hieß es bei der vorletzten Bundestagswahl. Die FDP hat die Wähler ganz schön verarscht. Anders kann man es nicht ausdrücken. Und was machen diese Gestalten? Hüpfen mit den Grünen und Sozen ins Bett. Ergebnis dieses Schäferstündchen: die Ampel. Wer solch einen Verrat begeht, hat es verdient, in die Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Es kann mitunter unangenehme Folgen haben mit jedem „Dahergelaufenen“ ins politische Bett zu steigen.

  • Allein auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklungen in Bund und Länder bräuchten wir dringend eine Partei mit starker libereraler Wirtschafts- und Bildungskompetenz. Jedoch sind die derzeitigen Akteure der in Frage kommenden Partei nur wenig überzeugend.

  • Unbedingt die nette, sympathische Rüstungslobbyistin in den Vordergrund stellen. Dann wird das noch was.

  • Die FDP war programmatisch meist das, was Deutschland gebraucht hätte, doch sie setzte fast nie etwas um, sondern begnügte sich mit Teilhabe an der Macht.
    Die woken Vögel, die uns zusammen mit den Linken in der Ampel-Regierung den Todesstoß gegeben haben, sollte man auch nicht wählen. Vielmehr sollten alle freiheitsliebenden Menschen an denen ein Exempel statuieren: verrat wird bestraft.

  • Liberale Opportunisten braucht niemand. Das hat schon die Ampel gezeigt. Es braucht LIBERTÄRE um den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen. Aber: für die nächsten 5 Jahre haben die Menschen ein „Weiter So“ gewählt. Vielleicht kommen sie ja danach zur Vernunft, wenn sie noch weiter deindustrialisiert wurden.

  • Eine anscheinend Liberale Partei deren Mitglieder Hetz- und Petzerportale betreiben, kritische Meinung verunglimpfen, die liberale Idee mit den Füßen treten und lieber mit Kommunisten und Schuldenmachern zusammenarbeiten, die braucht keiner.

    Und lieber Herr Kubicki, ich vergleiche regelmäßig ihre durchaus interessanten und liberal konservativen Ansichten.
    Aber irgendwie stelle ich immer wieder eine deutliche Diskrepanz zwischen ihren Aussagen und ihrem Abstimmverhalten fest.
    Sich liberal geben aber dann letztendlich doch 100% diametral abstimmen und handeln funktioniert nur eine Zeitlang.

    Schade, denn mit viel Mut und Rückgrat wäre die FDP locker zweistellig.

  • Reisende soll man nicht aufhalten.

  • Im Grab wird sich die FDP wohl auch nicht erneuern. Es sind mittlerweile auch zu viele links-grün tickende Mitglieder dabei. Ihre Spaltung war bei den Migrationsabstimmungen deutlich zu sehen. Vielleicht bedarf es einer Neugründung mit Leuten wie Kubicki, aber die allermeisten Partei-Neugründungen sind erfolglos.

  • Herr Lindner ist der Totengräber der FDP. Er hätte viel früher den Weg frei machen müssen, damit sich die FDP wieder ein neues (oder lieber altes?) Profil hätte geben können. Nur: MIt welchem Personal? Agnes S.-Z.? Ein Kubicki, der zwar immer vernünftig daherredet, aber dann doch beim Wahlverhalten umkippt? S’isch over, wie der Württemberger sagt.

  • Dürr, Strack-Zimmermann, Buschmann – das sind die Gesichter der einst Liberalen. Warum sollte man also FDP wählen?

  • In der Scholz-Ampel stellte die FDP mit Buschmann den Justizminister, der hatte keinerlei Problem mit dem Abschaffen der Meinungsfreiheit. Wohlgemerkt die liberale FDP cancelte die freie Rede und es begannen die Hausbesuche mit der Ramme. Die FDP ist völlig zurecht weg, diese Strafe haben sie völlig verdient ausgefasst.

  • Wir sind Zeuge eines allgemeinen Prozesses, der andere Parteien stärkt. Die FDP hat ihre Wähler mehrmals verraten und verkauft. Vor der Wahl etwas versprechen und hinther nicht einhalten, bestrafen die Wähler. Union und SPD tun ihr gleich. Die SPD wird dieses Jahr noch aus dem ersten ostdeutschen Landtag fliegen. Die Union ist demnächst auch keine Volkspartei mehr. Auch sie steht nicht mehr zum Wähler! Mit dem Schuldenpaket hat sie Deutschlands Zukunft verbaut. Weiß jeder, der sich mit Privatinsolvenz auskennt.

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