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Dobrindt will Enteignungspläne der Linken ausbremsen – doch sein Vorstoß greift zu kurz

Innenminister Dobrindt will die Enteignungspläne der Berliner Linken mit einem Gesetz ausbremsen und die verfassungsrechtlichen Hürden erhöhen. Da sein Vorstoß derart umfassende Eingriffe jedoch weiterhin zulässt, greift er zu kurz.

Dobrindt auf dem CSU-Parteitag (IMAGO/Sven Simon)

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Es gehört zu den demokratischen Regeln, politische Verrücktheiten lange Zeit gewähren zu lassen. Nach dem Motto: Es wird alles nur halb so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Mit Blick auf die selbstbewusst vorgetragenen Enteignungspläne der Berliner Linkspartei könnte sich der routinierte Umgang mit politischem Exzess als fatal herausstellen. Die Hauptstadt setzt bekanntlich politische Trends für das gesamte Bundesgebiet.

Was auf dem Spiel steht: Das mögliche Dreierbündnis aus Linkspartei, SPD und Grünen hat es auf die großen Wohnungsbaugesellschaften abgesehen. Vonovia, Deutsche Wohnen, Heimstaden, Adler und Covivio gehören zu den Unternehmen, deren Berliner Wohnungsbestände im Visier der Vergesellschaftungspläne stehen. Sie sollen mit einem milliardenschweren Angebot aus dem Markt gedrängt werden – Vergesellschaftung nennen sie die vom Steuerzahler finanzierte Enteignung in diesen Kreisen. Ein übler Euphemismus.

Um den Berliner Umtrieben einen Riegel vorzuschieben, plant Innenminister Alexander Dobrindt ein – wie er es nennt – Investitionsschutzgesetz, um die rechtlichen Hürden für Vergesellschaftungen anzuheben. Eine Landesregierung, so der CSU-Politiker, müsste künftig nachweisen, dass eine Vergesellschaftung zwingend notwendig sei und sie zuvor sämtliche Alternativen – vom Wohnungsneubau bis zur Förderung zusätzlicher Wohnungen – ausgeschöpft habe.

Auch bei einer der Kernfragen dieser Debatte, der Entschädigung, sieht der Innenminister eine klare Grenze: Kompensationen sollen unmittelbar in Geld und zum Verkehrswert erfolgen. Doch reicht das aus, um den Zugriff auf das Privateigentum zu verhindern?

Für die Berliner Pläne, große Wohnungsbestände gegen eine Entschädigung von insgesamt 16 Milliarden Euro in Gemeineigentum, wie sie es nennen, zu überführen, könnte Dobrindts Vorstoß zu einem ernsthaften Hindernis werden. Doch genügt es, ein kraftloses Gesetz gegen den weiten Interpretationsspielraum von Artikel 15, dem ominösen Vergesellschaftungsartikel des Grundgesetzes, in Stellung zu bringen?

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Die Politik bringt das für die Enteignungen notwendige Geld zudem nicht selbst auf. Im Grunde besitzt sie es gar nicht. Es sollen Schulden gemacht werden, die über Mieteinnahmen refinanziert werden sollen. Bezahlen soll der Steuerzahler über höhere Abgaben, Vermögens- und Erbschaftssteuern. Der Rest fällt der Inflation anheim. Eine Unart, die dem Playbook planwirtschaftlicher Volksökonomien entstammt.

Enteignungsdebatten stehen derzeit in Deutschland hoch im Kurs. Bereits im Jahr 2021 stimmten 57,6 Prozent der Teilnehmer eines Berliner Volksentscheids für den Beschluss, große Wohnungsunternehmen zu vergesellschaften. Der immense Schaden, der der bürgerlichen Gesellschaft auf diesem Wege zugefügt wird, scheint den meisten Wählern nicht bewusst zu sein. Denn ein Bürger, dessen Eigentum stets Verhandlungsmasse der Politik ist, kann weder souverän noch frei sein. Er droht zu einem Leibeigenen des Staates zu werden.

Grob gesagt ermöglicht der seit 1949 nie angewandte Enteignungsartikel den politischen Zugriff auf Privateigentum, wenn ein überragendes öffentliches Interesse besteht. Der Artikel ist das fatale Erbe der Nachkriegszeit, in der kollektiver Mangel herrschte, und dient den Erben der SED-Diktatur bis heute als Munition, um unter Zuhilfenahme des bürgerlichen Rechtsstaats die Systemfrage zu stellen.

Tatsächlich sind jedoch Eingriffe in das Privateigentum immer mit der Erosion gesellschaftlicher Stabilität verbunden. Ökonomisch sind sie zerstörerisch, weil produktive Substanz aus den Händen der Privaten in den öffentlichen Sektor wandert und dort in erster Linie politischen Zwecken dient. Oft geht dies mit der Alimentierung staatsabhängiger Ökonomien einher, die entsprechend ideologisch konstituiert sind. Die ökonomische Souveränität des Individuums gerät dabei schnell unter die Räder.

Jedes Gesetz, das der Aushöhlung des Privateigentums zuarbeitet, ist ein weiterer Nadelstich gegen das Individuum und seine Freiheitsrechte gegenüber dem Staat. Der gesamte Green Deal, die zwangsweise Umstellung von Heizkörpern auf politisch dekretierte Systeme, das Verbrenner-Aus oder das Ende der Atomkraft – all diese Maßnahmen sind in ihrem Wesen enteignungsgleich und hinterlassen sowohl gesellschaftlich als auch kulturell tiefe Wunden.

Passenderweise wurde in der vergangenen Woche ein offener Brief von 200 sogenannten Kulturschaffenden veröffentlicht, in dem vehement darauf gedrängt wird, Artikel 15 – also Enteignungen – stärker zum Einsatz zu bringen. Der deutsche Kulturbetrieb – ein durch staatliche Subventionen verbogener Arm des herrschenden Zeitgeists – zielt voll auf Klientelpolitik.

Enteignung solle ganz demokratisch erfolgen – so der Tenor des Briefs. An dieser Stelle dient Demokratie der Zerstörung des Individuums: Republikanismus würde bedeuten, die Schutzzonen des Bürgers, des Einzelnen, zu respektieren, sein Eigentum nicht anzutasten und diese Sphäre der Freiheit im gesellschaftlichen Konsens bis aufs Letzte gegen jedweden aggressiven Zugriff des Staates zu verteidigen.

Davon ist in Deutschland nur noch wenig zu sehen. Die letzten libertären und konservativen Widerstandsnester verlieren nach und nach an Bedeutung. Die öffentlichen Verteidiger des Bürgersinns werden vom etatistischen Medienapparat systematisch verächtlich gemacht und der Lächerlichkeit preisgegeben.

Man sollte sich nichts vormachen. Die entgrenzten Massen, die in den Straßen Frankreichs randalieren, inspirieren ihresgleichen in ganz Westeuropa. Der kollektivistische Wille zur Macht ist zugleich ein Symptom für den Verfall europäischer Bürgerlichkeit. Verschwindet dieses Ferment aus Eigentum, Privatsphäre und bürgerlicher Souveränität, ist es vorbei mit den Vorstellungen von individueller Würde und Wohlstand. Berlin sollte auf der Hut sein.

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26 Kommentare

  • Langfristig wird es Umverteilungen geben, da kann der Herr Dobrindt machen was er will. Wichtig ist es natürlich für alle Politiker schon mal für ein Häuschen in der Schweiz anzusparen, um noch rechtzeitig den Absprung zu schaffen.

    -Berliner Linke holt 51% unter muslimischen Wählern. (Quelle: die Welt)
    -In Malmö Rosengård wählten 54% Sozialdemokraten (S), 41.2% die Linkspartei (V) und 1.4% die Grünen (MP) = 96.6% (svt.se)

    • Das BSW ist besser dazu geeignet, den Turbokapitalismus zu bekämpfen (als die Linke). Im Übrigen kann das BSW Siegmund am 15. Dez. zum Sieg verhelfen.
      https://cna343.wordpress.com

      • 12 = 12 Apostel = Sekte.
        Ist bei AN verboten!

  • Die Geschichte ist schnell erzählt : Alexander Dobrindt wird gar nichts stoppen. Weder Enteignungen noch Massenmigration noch Zahlungen auf sein Konto.

  • Er „simuliert“ ein wenig. Schließlich will die CDU/CSU auch mit der „Mitte-partei“ – „die Linke“ mitregieren.

  • ,,Dobrindt will Enteignungspläne der Linken ausbremsen“
    So wie er die Anzahl der ,,vollziehbar Ausreisepflichtigen“von 220.000 (2024)auf 259.000(2026),,ausgebremst“hat?!🤡

    • genau so.

      politiker sind schauspieler im dienste der globalen agendisten.

      ihre ausbildung erhielten sie in vielen, aber nicht allen faellen, im WEF-institut.

      sie spielen fuers volk das stueck: wir schaffen das !?

      abends gehen sie nach hause, auf eine gala, oder zu einem feinen buffet, und lachen gemeinsam ueber alle parteigrenzen hinweg.

      ueber die waehler.

  • Enteignung zur Bereicherung wird nicht funktionieren. Was soll enteignet werden, Grund und Boden, oder Aktienpakete. Wer übernimmt eingetragene Belastungen im Grundbuch? Hier müsste ja gegebenenfalls auch das Aktiengesetz geändert werden, oder aber im Zweifelsfall darf nur der Bund enteignen, wenn systemrelevante Bedenken anstehen. Interessant aber ist, dass Grüne und SPD eigentlich mitmachen. Und die hötten dann auch in anderen Bundesländern Zugriff.

  • Es scheint ein deutscher Wahn zu sein zu enteignen. Im großen Stil wurde in der NS-Zeit und anschließend in der DDR enteignet. Was stimmt mit den Deutschen nicht?

    • Deutsche sind grundsätzlich sozialismusaffin. Es war mir bewusst, aber die Corona-Zeit hat mir da die Augen vollkommen geöffnet.

      War die Existenz der DDR noch ein Segen für die BRD, weil ja in der BRD politisch umgesetzt sein musste, dass Wohlstand das System der DDR schlägt (man konnte ja die Bürger schlecht einsperren und dennoch dem Bürger weismachen wollen, dass Sozialismus nicht funktioniert). Entsprechend MUSSTE liberale Wirtschaftspolitik und grundsätzlich Freiheitsrechte umgesetzt werden.

      Der Gegenpol der DDR ist weggefallen. Der politische Zwang zur gegensätzlich zur DDR freien Gesellschaft ist weggefallen. Entsprechend driften wir seit der Wendezeit kontinuierlich in den Sozialismus ab, weil der Wähler dies so will.

    • Deutsche bekämpfen Freiheit.

      • Und mit Inbrunst den Nachbarn, der eine andere, „falsche“ Meinung hat.

  • Nur noch die AfD kann uns Deutsche retten und unser verratenes Land.

  • Sicherlich war Dobrintdt abgelenkt bei der Arbeit, da Er sich nebenbei noch um die Finanzierung des Islamischen Kompetenzzentrum für Wohlfahrtswesen (IKW) kümmern musste.

  • Nun, so ganz richtig ist der Zungenschlag nicht. Wenn davon geschrieben wird, daß der „Enteignungsartikel“ seit 1949 nicht angwandt worden ist, dann ist das auch nicht ganz richtig, würden die öffentlich-rechtlichen Medien so sprechen, würde das zu Recht kritisiert. Enteignungen gab und gibt es nicht selten. Was vielleicht nach 1949 nicht angewandt wurde, ist das, worum es hier in der Tat geht, nämlich die „Vergesellschaftung“. Das kann man durchaus so schreiben.

    Ferner kann man darauf hinweisen, daß (selbstverständlich) auch die USA die Möglichkeit der Enteignung kennen. In Hawaii Housing Authority v. Midkiff (1984) bestätigte der Supreme Court die Rechmäßigkeit der Übertragung von Grundeigentum von Verpächtern auf Nutzer gegen Entschädigung. ChatGPT läßt mich ferner wissen, daß es in den USA ebenfalls möglich ist, Unternehmen in Gemeineigentum zu überführen.

    Allgemein sollten wir das Kinde nicht mit dem Bade ausschütten. Natürlich sollten Enteignungen nicht nach Gutdünken erfolgen. Sich ganz der Möglichkeit begeben sollte sich ein Staat allerdings auch nicht. Es ist sicherlich gut, darauf zu pochen, daß derlei nur in gewichtigen Ausnahmesituationen zulässig sein dürfe. Den „Zugriff“ des Staates auf das Privateigentum gänzlich unmöglich machen zu wollen, wäre aber auch nicht optimal. Es geht dabei (!) schließlich nicht darum, sich das Ersparte anzueignen oder Milliardären einmal ein paar Milliarden abzuknöpfen.

    Mit anderen Worten: Hier den Gegensatz zwischen der Vereinnahmung des einzelnen durch ein selbsternanntes Kollektiv und den „libertären Widerstandsnestern“, die einzig die Rechte des Individuums hochhalten können, aufzubauen, finde ich nicht wirklich sachdienlich.

    • Ob in Berlin ein notwendiger Wert , Nutzen, zugunsten der Gesellschaft, bzw. der Öffentlichkeit, durch anlaßloser Enteignung entstünde, dürfte bezweifelt werden. Damit wäre die Grundlage entzogen, oder das GG verkommt zur Makulatur.
      Zudem könnte hier auch der -im Bund- Koalitionsvertrag im Wege stehen, solange dieser noch besteht.

      • Wie gesagt, mir geht es jetzt gar nicht um Berlin. Daß die beabsichtigte Vergesellschaftung dort keinerlei soziale oder wirtschaftliche Gründe hat bzw. postiven Folgen haben wird, scheint mir klar. Im vorliegenden Artikel geht es aber ja nicht nur um Berlin, sondern „ums Prinzip“. Und natürlich breche ich hier keine Lanze für eine „anlaßlose Enteignung“, Gott bewahre.

  • „Klug wird man hinterher, klüger war man meistens vorher. Banken leihen dir nur Geld, wenn du beweisen kannst, dass du es nicht brauchst.“ Mark Twain

    Das Wort „Vergesellschaftung“ ist falsch, weil die betreffenden Wohnungen längst im Besitz von Kapitalgesellschaften sind!

    Priorität hat in Berlin die Beseitigung von Leerstand (ca. 40.000 Wohnungen) und von Schrottimmobilien (mind. 6.000) und die Abwendung der DeUrbanisierung (23.000 Kitaplätze sind in Berlin in der Mitte leer!)

    Es ist keine Zeit für ideologische Steckenpferd-Spiele! Politik muss REALITÄTEN verändern!

    Der IDIOTISMUS muss beendet werden: eine Metropole hat systemische Wachstumskräfte, die aber in Berlin vielfach ausgebremst werden, sodass eine Finanzkrise daraus erwächst!

  • Erst verspricht es Kanzler Merz im Sommer, dann wiederholt er es im September nach dem Wahlen und jetzt serviert uns Dobrindt exakt dieselben warmen Worte noch einmal. Passiert ist in der Zwischenzeit absolut gar nichts. Es bleibt beim ewigen „Wir müssen, wir sollten, wir würden“. Solange die Bundesregierung keine Mehrheit im Parlament hat und der eigene Partner SPD die Pläne als verfassungswidrigen Aktionsmus blockiert, sind diese Ankündigungen reine Verarschung!

    Wer soll denn überhaupt Wohnungen bauen? Wer investiert denn noch freiwillig einen einzigen Euro in den Wohnungsbau, wenn man ständig Angst vor Enteignungen haben muss? Private Investoren springen ab, Bauunternehmen gehen pleite, die Zinsen sind hoch und die Bürokratie erdrückt alles. In diesem kaputten Deutschland baut doch bald überhaupt niemand mehr. Schaltet den medialen Lärm ab und liefert endlich Ergebnisse! Für genau das werdet ihr schließlich bezahlt – ihr seid unsere Angestellten und nicht unsere Chefs!

  • So werden Investoren erfolgreich aus dem Land gejagt. Wir brauchen ein Investitionsschutzgesetz und keine linksextreme-islamische Justiz!

  • Einspruch Euer Ehren.
    „Vergesellschaftung“ ist mitnichten ein „übler Euphemismus“ für „Enteignung“, sondern der in Artikel 15 GG enthaltene Begriff.
    Umgekehrt wird ein Schuh daraus.

    • Der Artikel betrifft Grund und Boden, aber keine Häuser. Leider habe wir keine Justiz mehr. Diese ist eine Außenstelle der Regierung, weisungsgebunden und devot.

  • Versteht der wirklich nicht, dass hinter den Enteignungen die gefährliche Postkolonialismus Theorie die ua an Unviersitäten gelehrt wird steckt, wo zb der orientalische grausame Sklavenhandel nicht gelehrt wird? Der Westen und Weiße sind alles Schuld und jetzt darf man sich alles zurückholen. Wieso wird das nicht erkannt? Mit der gedrehten Alterspyramide und kaum noch vorhandener Geburtenrate bei den indigenen Europas und Deutschland ist das nicht langfristig hervorgerufener Völkermord?

  • der Dobrindt der Skeptiker an dem Märchen mir der Spiezeugdrohne von Leibzig für „kranke Saboteure“ hält ???

    • Antisemiten stoppen.

    • Noch mal ganz langsam schreiben.

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