Dieser Artikel ist kostenlos für alle – dank  Apollo A Icon Freunden von Apollo News »

Apollo A Icon
Dieser Artikel ist kostenlos für alle – dank Freunden von Apollo News »

Werbung:

Die dreifache Dreistigkeit des Friedrich Merz

Beim „Deutschland-Gipfel“ von Handelsblatt und Wirtschaftswoche äußert der Bundeskanzler sich zu der Wahl des ersten AfD-Landtagspräsidenten, den rot-rot-grünen Sondierungen in Berlin und seiner Rentenreform. Drei Themen, drei Totalblamagen des CDU-Chefs.

Bundeskanzler Friedrich Merz im Deutschen Bundestag. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

Werbung

Schon simple Regeln des Parlamentarismus und der Respekt vor der geheimen Wahl scheinen für Friedrich Merz schwer verständliche Kategorien zu sein. Jedenfalls möchte er die Wahl des ersten AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt nicht so richtig akzeptieren. Seine Enttäuschung verrät, dass sein Traum wohl nicht erfüllt werden wird. Merz betont, dass vor Ort zu klären sei, „wie und ob die Aufklärung dieser geheimen Wahl jemals gelingen wird.“

Kleiner Demokratiekurs für den selbsterklärten Beschützer der Demokratie: Geheime Wahlen zeichnen sich dadurch aus, dass sie geheim bleiben. Wer sie nachträglich aufklären möchte, könnte genauso gut fordern, sie zu verbieten, schließlich wird mit dieser Forderung der wesentliche Sinn dieses Verfahrens, nämlich die wirkliche Freiheit für jeden einzelnen Abgeordneten, unabhängig von Abhängigkeiten in der Fraktion abzustimmen, radikal infrage gestellt.

Da es durchaus sehr wahrscheinlich ist, dass die zusätzlichen Stimmen für den AfD-Kandidaten von abweichenden CDU-Politikern kamen, führt der Kanzler vorsorglich aus: „Wer einen Abgeordneten einer rechtsextremen Partei zum Landtagspräsidenten wählt, muss das mit seinem Gewissen vereinbaren.“

Die Wahl beschäftigt ihn offensichtlich so sehr, dass er sich in wilden Spekulationen verliert: „False-Flag-Operationen gibt es nicht nur militärisch, die gibt es auch politisch, und deswegen: Vorsichtig mit voreiligen Schlussfolgerungen“. Ein Bundeskanzler, der wegen der Wahl eines Landtagspräsidenten so wild um sich schlägt, die eigenen Leute anzählt, die fremden Leute diffamiert und die geheime Wahl am liebsten zur namentlichen Wahl machen würde, zeigt eine ganz besondere Dreistigkeit.

Die legte Merz bei der Veranstaltung aber bei Weitem nicht nur bezüglich Sachsen-Anhalts an den Tag. Auch seine Äußerungen zu den rot-rot-grünen Sondierungen in Berlin wurden zwar von richtiger Kritik eingeleitet, verkamen durch seine politische Schwäche und Konsequenzlosigkeit jedoch zur Farce. 

Lesen Sie auch:

Nach einer Erinnerung an den 7. Oktober, seiner Betonung des Existenzrechts Israels und der Bekundung, sich gegen den „wachsenden Antisemitismus in Deutschland“ zu wenden, warf Merz die Frage auf: „Und an diesem Tag, gerade an diesem Tag, sollen diese unverhandelbaren Grundsätze unseres Gemeinwesens allen ernstes verhandelt werden? Sollen in Teilen zur Disposition gestellt werden für ein Regierungsbündnis mitten in unserer Hauptstadt?“

Ihm fehlen angeblich die Worte, was allerdings nicht der Realität entspricht. Denn Worte sagt der Bundeskanzler genug, an Erkenntnis und den richtigen Schlussfolgerungen fehlt es ihm. Spätestens seit dem 7. Oktober muss jeder Vernunftbegabte doch mitbekommen haben, dass Antisemitismus, das Gerücht über den Juden und seinen Staat und der doppelte Maßstab eben keine unverhandelbaren Tabus darstellen. Vielmehr sind sie im deutschen Diskurs absolut salonfähig.

Nach einer eher mäßig empörten Reaktion weiter Teilen von Politik und Medien auf das Hamas-Massaker folgten Jahre der maßlosen Israelkritik, des irrwitzigen Genozidvorwurfs und des Kuschelns mit Islamisten und der palästinensischen Sache. In kaum einer Organisation dürfte das alles derartig ausgeprägt zu bestaunen sein wie in der Berliner Linken.

Und der Koalitionspartner von Friedrich Merz will die Spitzenkandidatin dieser Linken zur Bürgermeisterin Berlins machen. Hätte der Kanzler Rückgrat, zöge er die korrekten Schlussfolgerungen, würde er sich nicht in nutzlosen Empörungsritualen und Appellen an SPD und Grüne verlieren, sondern den Fortbestand der Bundesregierung mit eben dieser Frage, mit der Distanz zum Antisemitismus verknüpfen. 

Das tut er natürlich nicht, stattdessen verortet er Sozialdemokraten wie Grüne immer noch in der politischen Mitte, ungeachtet der Tatsache, dass diese bei jeder Gelegenheit lieber mit dem linken Rand als mit der Christdemokratie zusammenarbeiten. Die zweite Dreistigkeit des Friedrich Merz liegt im gegenteiligen Handeln nach korrekten Aussagen – zum Schaden des sicheren jüdischen Lebens in Deutschland – womit er auch die letzten seiner Anhänger verprellt.

Dass Friedrich Merz beim „Deutschland-Gipfel“ von Handelsblatt und Wirtschaftswoche dann auch noch seine versprochene Rentenreform im Herbst abermals verschob, setzte der Sache die Krone auf. Der Kanzler erklärte, dass er sich sicher sei, dass diese Reform „bis Weihnachten noch nicht durch ist“. Wieder einmal wird eine Reform, die doch angeblich so wichtig ist, nicht nach den eigenen Zeitplänen der Regierung fertig. Die dritte Dreistigkeit ist, dass Merz weiter das Land regieren möchte, obwohl er das Land nicht regiert. 

Er möchte Bundeskanzler sein, ist aber ein politischer Prokrastinierer, der von seiner Richtlinienkompetenz noch nie etwas gehört hat. Er will Antisemitismus bekämpfen, schafft es aber nicht, die rein rhetorische Ebene zu verlassen. Er möchte die Demokratie retten, kann aber noch nicht einmal eine geheime Wahl eine geheime Wahl sein lassen. Wenn ein Regierungschef bei einem Auftritt drei Herzensthemen anspricht und sich bei sämtlichen Einlassungen so blamiert, steht es wahrlich bescheiden um ihn.

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

53 Kommentare

  • Sofort Neuwahlen.

  • Die Aufklärung einer geheimen Wahl?
    Damit ist er Verfassungsmässig auf dem Niveau von Nordkorea und müsste sofort vor Gericht gestellt werden.
    Wenn er für die CDU steht, dann müsste diese auch sofort verboten werden, weil eindeutige verfassungswidrige Aktionen angekündigt bzw. gefordert wurden.

    SOFORTIGER RÜCKTRITT… Herr Merz.

    • Göring-Eckardt sagte vor etwas mehr als einem Monat (aus dem Redefluss entnommen): „……und ja, wir werden uns als Demokraten gegen den rechten Rand was einfallen lassen…..auch mit Herrn Merz finden wir einen Konsens als gemeinsame Demokraten…..Frau Klöckner muss unsere Demokratie retten……AfD-Verbotsantrag nur mit Herrn Merz und Herrn Söder schnell umsetzen…..auch mit polizeilichen Mittel schweres Geschütz auffahren…..“.

      Kanzler Merz kuscht von Beginn seiner Amtszeit vor den Linksextremisten.
      Kanzler Merz blutet den Deutschen Staat aus.
      Kanzler Merz islamisiert Deutschland.
      Kanzler Merz erfüllt das Vermächtnis der Kommunistischen Internationale.

      Uns Deutschen läuft die Zeit davon.

  • Klarnamenpflicht Friederich hat ein ernstes Problem mit einer geheimen Wahl und mir freier Meinungsäußerung. Der Mann ist als Kanzler nicht mehr tragbar.

    • War er noch keine Sekunde lang.

    • Unser ukrainischer Kanzler ist schon lange nicht mehr tragbar……

  • Dieser Herr sprang vor der Bundestagswahl als Tiger in die Arena („Links ist vorbei“) und landete als Bettvorleger auf dem nackten Boden sozialistischer Tatsachen.

  • Woher kommt diese Überraschung?
    Einer seiner Forderungen ist doch die „Klarnamenpflicht“.

    • Paßt! Er ist ja schließlich durch die Gegenstimmen bei seinem ersten Kanzlerwahlgang traumatisiert.

  • Wenn die Linke praktisch die Interessenvertretung von Einwanderern und ihren jungen weiblichen Unterstützern ist, wie die Wähleranalysen in Berlin mehr als eindeutig gezeigt haben, wie kann die CDU dann noch die Brandmauer zur AFD aufrechterhalten? Es ist doch mehr als eindeutig, dass gewisse Leute nicht wegen der Deutschen und auch nicht wegen der deutschen Kultur hier eingewandert sind, sonst würden Sie wie Osteuropäer oder Deutsche wählen.

  • Wenn die CDU es nicht schafft das Problem Merz bis 2029 zu lösen bekommen wir Rot-Rot-Grün im Bund. Die CDU in der Opposition wird es dann zerreiben.

  • Ich würde es als pure Hilflosigkeit betrachten. Eines der wenigen Dinge wo ich mit Altkanzlerin Merkel übereinstimme. „Er kann es einfach nicht.“

  • Die AfD sollte offiziell gerichtlich verbieten lassen “ rechtsextrem“ genannt zu werden.
    Eine Ungeheuerlichkeit sind diese permanenten Verleumdungen.

  • Der Typ hat schräge Auffassungen zu Grundrechten und der Verfassung.

  • zur Erinnerung,

    Klarnamen…
    https://www.youtube.com/shorts/M44WZL6-S08

    Also offenes Visier damit man eben zustechen kann.

    Und das jener lieber im eigenem Stall aufräumt, statt bei dem Koalitionspartner können diverse (Noch)Mitglieder bestätigen.

    • Im Dezember und im April kann die AfD in ST bzw. NRW weiter an Einfluss gewinnen.
      Merz erkennt zwar, dass die Linke den Islamismus toleriert. Doch er macht den Fehler, mit der SPD zusammenzuarbeiten, die ihrerseits die Linke unterstützt.
      https://cna343.wordpress.com

      • Die SPD ist mittlerweile selbst Ultra – Links und arbeiterfeindlich.

  • Es ist halt blöd wenn man Bundeskanzler ist und es rinnt alles durch die Hände ohne es aufhalten zu können🤷‍♂️Vielleicht liegts ja doch an ihm….🤦‍♂️😏

  • Abgeordnete sind ihrem Gewissen verpflichtet.
    Und nicht Herrn Merzens Ideologie.
    Oder sind wir schon in Nordkorea.?

    • Wir sind nah dran! Und im SPD-Niedersachsen spielt man schon in der gleichen Liga.

  • Die Politik der Rechten in ganz Europa ist verfangen in einer Verdammung von Themen, die Bündnisse mit den Linke gefährden und einer Unfähigkeit rechte Politik zu machen. Rechtsaussen kann einfach alles versprechen, weil die anderen von links abhängig sind. Kommt rechtsaussen an die Macht, machen sie keine Innenpolitik sondern zeigen sich als Freunde Putins. Wieder etwas was sie gar nicht erfüllen können und so wird das Spiel weiter getrieben. Nur die Linke können einen dicken Brocken nach den anderen durchbringen. Helfe kann nur ein Bündnis der Rechten. Rechtsaussen hätte es dann schwer und müsste Realpolitik betreiben, Konservative und Liberale müssten ihren Versprechen umsetzen. Aber solange das nicht passiert, gehts bergab.

  • Die CDU ist im Auflösungsprozess. Merz, Amthor, Spahn und die „Privatmänner“ werden den Prozess weiter beschleunigen. Es steht nur noch der Linke Kartellblock gegen die AFD.

  • Herr Merz wer sich von den Linken zum Kanzler wählen lässt und mit einem abgewählten Bundestag eine Grundgesetz Änderung herbei führt. Der braucht glaube ich nicht von gewissen reden. Denn der hat seine ganze Glaubwürdigkeit verloren.Nie wieder CDU

  • Eine treffende Analyse. Es wird ja immer gesagt, Merz gebe die Merkel (die Wahl müsse „rückgängig gemacht“ werden). Ich vergleiche diesen völlig orientierungslosen, inzwischen auch völlig enthemmten Mann mit Stalin: Der Verräter solle sich stellen, indem er sich outet. Stalin (später auch die SED) nannte dies „Selbstkritik“, um der Vernichtung zu entgehen.

  • Kennt man doch von dieser Art von Politiker. Erst langsam abgehoben, weinerlich, realitätsfern und so weiter. Gefährlich wird es, also so richtig gefährlich, wenn sie diesen bestimmten Tremor in den Händen bekommen, der sich auch mit Händen auf dem Rücken nicht mehr verstecken lässt. Und trotzdem Kinder und Jugendliche zum Abschied auf der Wange streicheln, die sich auf den Weg machen müssen.

  • Hoffentlich sind wir bald, schMERZ frei, diesen II. Wahl-Kanzler kann man nicht mehr ertragen.

    • Solange die Bundes-CDU noch nicht ihrem mecklenburger Landesverband in die APO gefolgt ist, wird sie es schaffen, einen noch schlechteren Kanzler zu präsentieren.

    • Das schlimme an dem ganzen ist, der große teil der cdu schnallt immer noch nicht, dass das Linke Kartell zur totalen Zerstörung der cdu ansetzt!, siehe nach Berlin, dort macht Rot/Rot/Grün grade den Probelauf! Wie sagte Dröge von den Grünen, unser Ziel ist dieses für ganz Deutschland, dass kapieren die aber bei der Merzel cdu nicht!!

  • Ob der „hochverehrte Kanzler der Ukraine nachts überhaupt noch schlafen kann…
    So sehr geliebt wurde noch kein Kanzler, selbst die eigenen Genossen wollen ihn nicht mehr folgen.

  • Dieser Kanzler ist einfach eine Schande für Deutschland.
    Peinlicher geht’s nicht.

  • Auch hier werden das tatsächliche Wesen des „Parlamentarismus“ und die tatsächliche Funktion der dort auftretenden Humanitätslücken entweder nicht verstanden, oder verschwiegen, oder beides.

Werbung