„Die AfD will alles zerstören“: Wie der MDR in eigener Sache gegen die Opposition agiert
Mit Schwarzbild und Funkstille warnt der MDR kurz vor der Landtagswahl vor den Rundfunkplänen der AfD. Der eigene Landeschef sieht die Anstalt jetzt als „Teil des Wahlkampfes“. Und ein ehemaliger MDR-Redakteur kritisiert gegenüber Apollo News: Der Sender berichtet nicht mehr nur über den Wahlkampf – „er greift aktiv ein“.
13 Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt unterbricht der MDR sein Programm. Im Radio herrscht plötzlich Stille, im Fernsehen wird der Bildschirm schwarz. Auch auf Instagram erscheinen schwarze Flächen. Der Sender will damit zeigen, was passieren könnte, wenn die AfD ihre Rundfunkpolitik umsetzt. Dabei geht es um die Zukunft des MDR selbst.
Die Führung des Senders hat in dem Konflikt längst parteipolitisch Position bezogen. Intendant Ralf Ludwig erklärt, die AfD wolle beim Rundfunk „alles zerstören“, und kündigt juristischen Widerstand gegen eine Kündigung des MDR-Staatsvertrages an. Landesfunkhausdirektor Tim Herden sagt, er habe eigentlich verhindern wollen, dass der MDR „Teil des Wahlkampfes“ werde. Nun sei der Sender aber selbst zum Wahlkampfthema geworden.
Der frühere MDR– und Tagesschau-Redakteur Alexander Teske kommt im Gespräch mit Apollo News zu einem klaren Urteil: „Tatsächlich wird der Mitteldeutsche Rundfunk zum Akteur und nicht nur zum Beobachter eines Wahlkampfs. Er berichtet nicht mehr nur, sondern er greift aktiv ein.“
Am Montagmorgen war nach den Nachrichten von MDR Sachsen-Anhalt zunächst mehrere Sekunden nichts zu hören. Danach erklärte eine Sprecherin: „Wie Sie hören, hören Sie nichts.“ Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt und damit auch kein MDR Sachsen-Anhalt mehr – „das könnte passieren“.
Am Abend folgte die gleiche Aktion im Fernsehen. In Sachsen-Anhalt heute wurde das Bild schwarz. „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Und damit auch kein MDR Sachsen-Anhalt heute? Das könnte passieren“, erklärte eine Stimme aus dem Off. Auf Instagram ersetzte der Sender Bilder durch schwarze Kacheln.
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„Wenn die Kündigung kommen sollte“
Schon vor der Schwarzbild-Aktion hatte MDR-Intendant Ralf Ludwig die Pläne der AfD scharf angegriffen. „Die AfD will beim Rundfunk Tabula rasa, also alles zerstören“, sagte Ludwig wenige Tage vor der Aktion. Sollte der MDR-Staatsvertrag gekündigt werden, werde sich der Sender außerdem zur Wehr setzen: „Wenn die Kündigung kommen sollte, werden wir juristisch dagegen vorgehen.“
In einem weiteren Interview ging Ludwig noch weiter. Die AfD lege „radikal die Axt an einen Grundstein der Demokratie“, erklärte der Intendant mit Blick auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Nach seiner Einschätzung drohe bei einer Umsetzung der AfD-Pläne ein neues System, in dem „der kritische Journalismus still und leise unter die Räder gerät“. Ludwig zog dabei auch Parallelen zur DDR und sprach davon, dass Menschen möglicherweise wieder auf eine Art „Westfernsehen“ angewiesen wären.
Auf seiner Unternehmensseite bezeichnet sich der MDR selbst als „unfreiwillig Wahlkampfthema“. „Bald schon kein MDR mehr in Sachsen-Anhalt?“, fragt der Sender dort. Die Antwort: „Ja, das könnte passieren.“ „Leidtragende“ wären die Menschen, die die Angebote des MDR „nutzen und schätzen“. Die AfD „droht“ nach Darstellung des Senders damit, nach einem Wahlsieg den Staatsvertrag zu kündigen.
Teske hält die Berichterstattung über das Vorhaben der AfD grundsätzlich für notwendig. „Darüber muss man natürlich berichten, dass die Wähler sich eine Meinung bilden können“, sagt er im Gespräch mit Apollo News. Problematisch werde es jedoch, „wenn man da jetzt über sich selber berichtet und da nicht so ganz objektiv bleibt“.
Der MDR erklärt die Zukunft des MDR
Dabei fällt auch auf, wer auf den entsprechenden MDR-Seiten die Folgen einer Kündigung erklärt. Auf der zentralen Unternehmensseite zur Aktion verweist der Sender unter anderem auf zwei Interviews mit MDR-Intendant Ludwig – eines bei MDR Aktuell, eines im ARD-Mittagsmagazin, das vom MDR produziert wird.
Am Dienstagabend veröffentlichte MDR Sachsen-Anhalt zusätzlich ein ausführliches Interview zu dem Thema. Gesprächspartner ist Tim Herden – der Direktor des MDR-Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt. Geführt wird das Gespräch von MDR-Moderator Peter Hofmann.
Teske kritisiert genau das: „Zu einer ausgewogenen Berichterstattung […] würde es ja gehören, auch Kritiker zu Wort kommen zu lassen.“ Stattdessen finde man „MDR-Reporter“, Herden und Ludwig. „Aber eben niemanden, der das vielleicht anders sieht.“
Der ehemalige ARD-Redakteur kennt den Sender aus eigener Erfahrung. Von 2003 bis 2017 arbeitete Teske bei MDR Aktuell, unter anderem als Redakteur vom Dienst und Chef vom Dienst. Von 2018 bis Ende 2023 war er Redakteur in der Planung von ARD-aktuell in Hamburg.
Herden: MDR sollte nicht „Teil des Wahlkampfes“ werden
Den Vorwurf, dass der MDR mit der Aktion selbst in den Wahlkampf eingreift, hat der Sender inzwischen aufgegriffen. In einem Interview mit Landesfunkhausdirektor Tim Herden sagte MDR-Moderator Peter Hofmann: „Wir haben uns das nicht leicht gemacht mit diesen Unterbrechungen im Fernsehen, im Hörfunk oder mit den Schwarzbildern im Online-Bereich.“ Dann sagt er: „Und ich hab lange die Haltung vertreten, dass wir nicht Teil des Wahlkampfes hier in Sachsen-Anhalt als MDR werden sollen.“
Inzwischen habe sich die Lage verändert: „Aber nun hat uns die Politik eben zum Thema des Wahlkampfes gemacht.“ Eine Partei fordere die Kündigung der Staatsverträge. Deshalb habe der MDR auch das Recht, auf die Folgen aufmerksam zu machen.
Was nach einer Kündigung passiert, ist teilweise offen
Seit einer Parlamentsreform kann der MDR-Staatsvertrag nur noch mit Zustimmung des Landtags gekündigt werden. Herden weist darauf in seinem Interview selbst hin. Anschließend würde eine zweijährige Kündigungsfrist laufen. Eine Ende 2026 wirksam beschlossene Kündigung könnte damit erst Ende 2028 greifen. In dieser Zeit müsste Sachsen-Anhalt eine Alternative aufbauen. „Es muss aber auch ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk sein“, sagt Herden
Diese Hürde macht das AfD-Vorhaben nicht unrealistisch. Die Partei liegt in den jüngsten Umfragen zwischen 41 und 43 Prozent. Wie viele Mandate daraus entstehen, hängt auch davon ab, welche kleineren Parteien in den Landtag einziehen.
Bei einer wirksamen Kündigung könnte das heutige MDR-Angebot für Sachsen-Anhalt tatsächlich wegfallen. Der Sender hätte keinen Programmauftrag mehr für das Land. Was danach genau passiert, ist allerdings völlig offen. Herden selbst sagt über die Zeit nach dem Ablauf der Kündigungsfrist: „Wie es danach weitergeht, ist meines Erachtens unklar.“
Teske sagte gegenüber Apollo News: „Was danach passiert, das weiß niemand.“ Es handele sich um „absolutes Neuland“. Offen seien unter anderem Fragen nach den Mitarbeitern und Immobilien des MDR, nach möglichen Klagen und danach, ob der MDR von Sachsen oder Thüringen aus weiterhin für Sachsen-Anhalt berichten könnte. Auch der genaue Aufbau eines neuen „Grundfunks“ sei ungeklärt. „Der MDR baut da zum Beispiel ein Schreckensszenario auf“, sagt er.
Ein konkretes Beispiel findet sich auf der Unternehmensseite des MDR. Dort schreibt der Sender: „Die AfD suggeriert: Wenn sie kündigen, befreien sie damit ihre Wählerinnen und Wähler vom Beitrag. Das stimmt aber nicht.“ Der Rundfunkbeitrag müsse auch nach einer Kündigung zunächst weitergezahlt werden.
Dass die Kündigung des MDR-Staatsvertrags allein sofort zur Beitragsfreiheit führe, steht allerdings auch nicht im veröffentlichten Regierungsprogramm der AfD. Dort sind beide Vorhaben ausdrücklich getrennt. Unter Punkt drei fordert die Partei die Kündigung der Rundfunkstaatsverträge, um „echten Reformdruck“ zu erzeugen. Erst der darauffolgende Punkt vier trägt die Überschrift „Genug GEZahlt – Zwangsabgabe abschaffen, Grundfunk einführen!“. Dort fordert die AfD separat die Abschaffung des Beitrags und eine Neuordnung der Finanzierung.
Für die Berichterstattung des Senders gelten klare Regeln. Der MDR-Staatsvertrag schreibt vor, Informationsangebote „wahrheitsgetreu und sachlich“ zu halten. Bei der Auswahl und Verbreitung von Nachrichten sind die Redakteure ausdrücklich zu „Objektivität und Überparteilichkeit“ verpflichtet.
Zudem muss die Vielfalt politischer Meinungen im Gesamtangebot in möglichst großer Breite zum Ausdruck kommen. Das Gesamtangebot darf nicht „einseitig einer Partei oder Gruppe“ dienen. Analysierende und wertende Beiträge müssen dem Gebot journalistischer Fairness entsprechen. Daraus folgt nicht, dass der MDR die AfD nicht kritisieren darf. Auch die Folgen einer Kündigung des Staatsvertrages darf und muss der Sender erklären.
Teske sieht dennoch eine klare Grenzüberschreitung. Der MDR werde „zum Akteur und nicht mal nur zum Beobachter eines Wahlkampfs“. Auch der NDR hat mitten im Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern sein Programm für mehrere Sekunden unterbrochen. Die Aktion trägt den Namen „Funkstille“. Auch dort fordert die AfD die Kündigung des NDR-Staatsvertrages und des Medienstaatsvertrages sowie die Einführung eines kleineren „Grundfunks“.
Freund werden


Freund von Apollo News werden
Wenn der MDR um seine Existenz bangt, weil die Bürger nicht mehr gezwungen werden sollen die MDR-Mitarbeiter zu bezahlen, soll er doch bitte anstatt von schwarzen Bildschirmen und Untätigkeit einen Spendenaufruf senden, damit seine Hörer und Zuschauer, die ihn unbedingt sehen wollen, seine Existenz sichern.
Schlussfolgert man die Aussagen vom MDR, bedeutet es: Wenn der MDR nicht mehr existiert, gibt es keine Demokratie mehr.
Bloß Demokratie wurde noch nie durch staatlich finanzierte Nachrichtensender erschaffen und eigentlich sind staatlich finanzierte Nachrichtensender immer ein Konterpart zur Volksherrschaft.
MDR = ÖRR
weiterer Kommentar zu dieser Schwarzbildaktion nicht nötig.
Einen parteiischen Sender braucht man nicht.
Ich finde die Aktion so gut, dass der MDR sie dauerhaft machen sollte.
Manchmal habe ich den Eindruck, die machen wirklich, mit ihren völlig überzogenen Berichten gegen die AFD, Wahlwerbung für diese. Im ÖRR sitzen auch Menschen, die das Kartell sowas von satt haben, werden steuermässig ausgenommen, sehen was in diesem Land los ist, haben auch Kinder auf den Strassen und Schulen, dürfen es aber nicht sagen.
…und was der eigentliche Sinn des völlig Überzogenen darstellt, raffen die ÖRR-Entscheider (Redakteure) nicht, ist aber nur eine Hypothese
Von mir aus kann der MDR die „Anti-AfD-Aktion“ mit den schwarzen Bildschirmen und der Funkstille 24 Stunden am Tag, jeden Monatstag, jeden Jahresmonat und jedes Jahr wiederholen.
Verträge kann man kündigen.
Das sollte der ÖRR zur Kenntnis nehmen.
Oder sollte etwa nur der Schein einer Demokratie gewahrt werden, weil niemand bisher mit so einer Situation gerechnet hat?
Frei nach dem Kinderbuchautor: der Sender ist nicht pleite. Es gibt nur kein Bild mehr.
Und das ist auch gut so.
Das Schwarzbild, die Stille. Herrlich, Wahnsinn. Bitte mehr davon, bitte Ulli Siegmund erlöse uns von Lug und Trug. Aber bitte MDR und NDR keinen Beitrag mehr für die angenehme Stille. Es gibt soviele News-Kanäle die professionell und ausgewogen berichten. Schwarzbild beim ÖRR ist ein Paradebeispiel für ein win-win. Beim Ende des ÖRR sing‘ ich auch: „Sag‘ beim Abschied, leise Servus … “
genáu, wir brauchen endlich mal gärig duftende Kanäle
Ich fordere bis zur Wahl einen schwarzen MDR-Bildschirm und danach die Kündigung der Staatsverträge.
Ich hoffe, daß mit der AFD die Demokratie zurückkehrt und die Meinungsfreiheit verteidigt wird. Der Volksentscheid ist ein gewaltiger Schritt in Richtung mehr Bürgerbeteiligung.
Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen oder den ÖRR zu zerstören – Der ÖRR soll doch nur aufhören zu senden ! Der Intendant verbreitet also Fake News !
Tipp: Transfergesellschaft gründen und die Mitarbeiter auf eine wertschöpfende Arbeit vorbereiten. Das ist doch gar nicht so schlimm.
Lieber ÖRR Ihr sollt seit Jahren neutral berichten und informieren ohne zu belehren.
Eure ganze Aktion zeigt das Ihr euren Regierungsauftrag neutral zu berichten schon lange nicht mehr erfüllt. Und daher völlig Folgerichtig die Kündigung und die Beendigung dieser Zwangsabgabe.Die Menschen wollen völlig neutral informiert werden und keine 18.36 Euro für Belehrungen bezahlen.
Ganz einfach weniger Milliarden Steuergelder alle Welt verschenken und die ÖRR davon bezahlen. Keine GEZ mehr.
Bei diesem Selbstbedienungsladen bricht die nackte Panik aus.
Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk wäre in Ordnung, aber Staatssender, die Lügen verbreiten und gegen die einzige Opposition hetzen, die müssen weg. Genauso muss die Zwangsgebühr weg. Wer nichts konsumieren will, darf auch nichts zahlen müssen. Die Gehälter der Bonzen dort sind eh viel zu hoch, damit muss Schluss sein.
@Sonnenstrahl
„ Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk wäre in Ordnung,“ – NEIN !!! Im Jahr 2026 gibt es genügend freie Informationsquellen – allein > 200 deutschsprachige Nachrichten.
NIEMAND braucht mehr einen „öffentlich rechtlichen“ – genauso wenig wie ein Pferdefuhrwerk oder Ochsen für den Pflug ! Wie kommen Sie auf diesen Blödsinn ?
Ja, man kann tatsächlich Blut schwitzen, allerdings handelt es sich dabei um ein extrem seltenes medizinisches Phänomen. In der Medizin wird dieser Zustand als Hämhidrose (oder Hämatidrose) bezeichnet.
Dabei tritt Blut ohne sichtbare Verletzungen direkt aus der intakten Haut aus.
Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig erforscht, aber Wissenschaftler haben eine zentrale Theorie:
Extremer Stress: Auslöser ist fast immer massiver emotionaler Stress, extreme Angst oder psychische Belastung.
„ unterbricht der MDR sein Programm. Im Radio herrscht plötzlich Stille, im Fernsehen wird der Bildschirm schwarz. Auch auf Instagram erscheinen schwarze Flächen.“ Hoffentlich bleibt das so. Für schwarzen Schirm ohne Ton, zahle ich das dann gern. Als „Schutzgeld“ sozusagen.
„Wie der MDR in eigener Sache gegen die Opposition agiert“
Staatsfunk und Opposition vertragen sich auch in der Türkei oder dem Iran nicht. Das ist völlig normal.
Ich werde nie vergessen, wie Alice Weidel im Bundestag zu den Linksgrünen schmetterte „Gehen Sie arbeiten!“ Man konnte richtig hören, wie den Angesprochenen der Atem stockte… Diese Angst sitzt denen tief in den Knochen!
ja, das Weidel kann schon mal schon reingrätschen
Die AFD will den Links-Woke Wahn beenden. Daher wird der ÖRR entweder wieder neutral oder abgeschaltet.
@ sg–5232
ABSCHALTEN reicht völlig aus ! Der Souverän muß sparen !
Der MDR kann ja sich von denen, die er hofiert. finanziell aushalten lassen.
Warum soll ich einen ÖRR finanzieren, des Sendeinhalte befremdlich gegen die einheimische Bevökerung positioniert sind?
Halten die sich nicht für etwas zu wichtig?.
Hhhääääää, das haben doch schon andere zerstört, da ist für die AFD nicht mehr viel übrig…
Das Problem, was ich bei der Argumentation des MDR habe, ist, dass Demokratie nicht vom MDR erfunden wurde, sondern Demokratie entstand in einer Zeit wo die Nachrichten durch Wortpropaganda übermittelt worden.
Beim MDR kam in den Nachrichten… da hatte ich das letzte Mal MDR-Thüringen im Radio gehört, wortwörtlich:
„Der mutmaßliche Täter von Stade war ein Deutscher.“