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Deutsche Firmen, fremde Eigentümer: Die deutsche Wirtschaft verliert ihre Identität

Die deutsche Wirtschaft ist nicht mehr deutsch. Sie verliert durch ausländische Übernahmen und die Verlagerung der Produktion ihre Verwurzelung im eigenen Land. Dieser Identitätsverlust schmerzt und ist zugleich ein Symptom für Deutschlands schleichenden Abstieg.

Symbol des Ausverkaufs: Das deutsche Traditionsunternehmen Hugo Boss aus Metzingen könnte schon bald in britischer Hand sein (IMAGO/Winfried Rothermel)

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Wie deutsch deutsche Traditionsunternehmen heute noch sind, ist längst eine berechtigte Frage. Immer häufiger werden hiesige Firmen ganz oder teilweise von ausländischen Investoren übernommen. Zugleich rücken an die Spitze deutscher Konzerne zunehmend internationale Manager, während Produktion und Arbeitsplätze immer öfter ins Ausland verlagert werden.

Hintergrund der Übernahme deutscher Unternehmen durch ausländische Investoren ist nicht zuletzt die anhaltende Wirtschaftskrise sowie die erdrückenden Standortbedingungen, die deutsche Unternehmen finanziell stark unter Druck setzen. Für ausländische Investoren sind viele dieser Firmen deshalb leichte Beute: Sie können angeschlagene Unternehmen zum Schnäppchenpreis übernehmen.

Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass der deutsche Chemie-Weltmarktführer Perlon – der im Oktober vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet hatte – an einen chinesischen Investor übergeht (mehr dazu hier).

Auch große Konzerne geraten zunehmend in den Fokus ausländischer Investoren. Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass der Modekonzern Hugo Boss Ziel eines Übernahmeangebots geworden ist. Der britische Milliardär Mike Ashley will den schwäbischen Traditionshersteller über seine Frasers Group vollständig übernehmen. Geboten werden 38 Euro je Aktie. Insgesamt würde Hugo Boss damit mit rund 2,7 Milliarden Euro bewertet. Schon heute hält Frasers gut 26 Prozent der Anteile.

Mit Covestro ging 2025 erstmals ein ganzer DAX-Konzern an einen Staatskonzern vom Golf: Der Leverkusener Chemiehersteller wurde vom Abu-Dhabi-Ölriesen Adnoc für rund 15,3 Milliarden Euro übernommen. Auch der Elektronikhändler Ceconomy mit Media Markt und Saturn ging Ende 2025 mehrheitlich an den chinesischen Online-Riesen JD.com.

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Doch der Ausverkauf der deutschen Wirtschaft vollzieht sich nicht nur über spektakuläre Komplettübernahmen. Bei vielen deutschen Unternehmen zeichnet sich ein schleichender Eigentümerwechsel ab – Aktie für Aktie. Einer aktuellen Untersuchung von Ernst & Young zufolge befanden sich im vergangenen Jahr im Durchschnitt etwa 53 Prozent der DAX-Aktien in der Hand ausländischer Investoren – Tendenz seit Jahren steigend.

Wie in der Erhebung dargestellt wird, ist der Anteil nordamerikanischer Anleger bei den DAX-Unternehmen, für die entsprechende Zeitreihen verfügbar sind, von 17 Prozent im Jahr 2010 auf 25 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Der Anteil europäischer Investoren sank hingegen von knapp 26 auf 23 Prozent. Von den 54 Milliarden Euro an Dividendenausschüttungen im vergangenen Jahr flossen laut Ernst & Young mindestens 27 Milliarden Euro ins Ausland.

Bedenklich ist auch die Eigentümerstruktur im DAX. Bei 24 der 40 Konzerne liegt die Mehrheit der Anteile inzwischen in ausländischen Depots. In einzelnen Fällen ist die Dominanz ausländischer Investoren so groß, dass sich die Frage stellt, wie deutsch diese Unternehmen tatsächlich noch sind. Beim Chemiehändler Brenntag etwa lag der Auslandsanteil zuletzt bei 88 Prozent, beim Luftfahrtzulieferer MTU Aero Engines bei 83 Prozent.

Bemerkenswert ist zudem, dass immer stärker große Einzelakteure und milliardenschwere Vermögensverwalter an deutschen Unternehmen beteiligt sind. An erster Stelle steht BlackRock: Der US-Vermögensverwalter gilt als größter Einzelinvestor im DAX und kam zuletzt auf 8,5 Prozent des Free Floats – also jenes Anteils der DAX-Aktien, der frei an der Börse handelbar ist.

Auch in den Führungsetagen änderte sich in den letzten Jahren vieles. Deutsche Top-Unternehmen werden inzwischen zunehmend von ausländischen Managern geführt. Zwei Beispiele: Mercedes-Benz wird von dem Schweden Ola Källenius geleitet, Bayer wiederum vom US-Amerikaner Bill Anderson.

Außerdem verlagern immer mehr deutsche Unternehmen ihre Produktion ins Ausland. Der Haushaltsgerätehersteller Miele etwa kündigte 2024 an, die Produktion schrittweise vom Stammsitz Gütersloh nach Polen zu verlagern. Rund 700 Stellen sind davon betroffen. Bis zu 2.000 weitere Arbeitsplätze wurden vollständig gestrichen. Als Grund nannte die Unternehmensführung die hohen Kosten in Deutschland für Löhne, Energie, Bürokratie und Abgaben. Eine Entwicklung, unter der auch der Technologiekonzern Bosch leidet – und entsprechend reagiert.

Bosch strich allein 2024 weltweit 11.500 Arbeitsplätze, davon 4.400 in Deutschland. Im vergangenen Jahr kündigte der Konzern weitere Kürzungen an. Insgesamt sind rund 28.000 Stellen betroffen. Es handelt sich um das größte Sparprogramm in der 140-jährigen Geschichte des Gerlinger Technologiekonzerns (mehr dazu hier). Auch Volkswagen macht Ernst und will bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland abbauen.

Die Zahlen schmerzen: Schon 2016 arbeiteten knapp 60 Prozent der Beschäftigten der DAX-Konzerne im Ausland. Seitdem hat sich dieser Trend weiter beschleunigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen allein zwischen 2021 und 2023 netto rund 50.800 Arbeitsplätze durch die Verlagerung von Unternehmensfunktionen ins Ausland verloren; besonders stark betroffen war die Warenproduktion. Auch die Kunden vieler deutscher Unternehmen befinden sich inzwischen überwiegend im Ausland. Die deutsche Wirtschaft bröckelt still und leise in sich zusammen.

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13 Kommentare

  • „Die deutsche Wirtschaft verliert ihre Identität“
    Deutschland verliert seine Identität. Möglicherweise wird man das heut Abend live und in Farbe erleben!

  • AfD 68 % und Deutschland wird wieder Deutschland und bleibt ein gutes Deutschland.

    • Wird nicht geschehen. Das Schicksal der AfD ist es, die Partei der deutschen Minderheit in diesem Lande zu werden.

      -10
  • eilmeldung fuer die die es interessiert:

    schweiz verliert auch ihre identitaet.

    laut hochrechnung 55% gegen die 10 mio initiative.

    das bedeutet auch freie fahrt fuer EU-beitritt.

    • Stimmen die Schweizer auch per Briefwahl ab?!

    • „… laut hochrechnung 55% gegen die 10 mio initiative …“
      Die Schweizer sind generell auch nicht so verstrahlt wie die angeblichen Schweizer auf AN.

      -10
  • HUGO BOSS wurde reich durch sein Monopol für Wehrmachstuniformen…

  • Identität zählt nur, solange es Unternehmer und Familienunternehmen gibt. Danach zählt das Kurs-Gewinn-Verhältnis und die volkswirtschaftliche Bedeutung.

  • Läuft doch für Ukraine Kanzler und Black Rock. Das sind doch die Ziele. Und dann alle EU Zuschüsse und deutschen Gelder in die Ukraine Black Rock und Vanguard warten schon. Ach, übrigens, nach der Deutschen Wirtschaft kommt der deutsche Immobiliensektor!
    Deutschland wird sich von diesem Kahlschlag nie mehr erholen!

  • Das ist nicht neu ,Deutschland ist eine Kolonie und das seit den fünfziger Jahren.
    Hoechst,D2 Mannesmann ,KUKA ,
    Commerzbank usw.
    Das Teil der abgemachten wirtschaftlichen Schwächung ,durch EU und US amerikanische Unternehmen ,Franzosen , Engländer
    Zum Beispiel ein Europaweite Ausschreibung, damit deutsche Firmen auf der Strecke bleiben.

  • Es ist naiv zu glauben, dass ein Unternehmen „national“ sei. Selbst die „vaterländische Anstalt“ Krupp in Essen hat schon zu Kaisers Zeiten Kanonen an ausländische Staaten verkauft, aus denen dann auf deutsche Soldaten geschossen wurde.
    Dass Ausländer Anteile an Unternehmen mit Sitz in Deutschland haben, ist kein neues Phänomen: Der kuweitische Staatsfonds ist seit 1972 als Großaktionär an Mercedes beteiligt. Mittlerweile gibt es zwei noch größere Aktienpakete von zwei Chinesen (BAIC Group und Li Shufu). Das Problem ist, dass die angeblich so reichen Deutschen kaum Aktienbesitz haben. Statt aber zur Vermögensbildung der Deutschen beizutragen, werden Steuern und Abgaben erhöht, um das Geld der Ukraine und anderen Staaten zu schenken.

  • DAS hat der Bundeskanzlerdarsteller doch gerade erklärt : Die Firmenlenker lungern nur noch auf den Golfplätzen herum, anstatt sich in Talkshows zu setzen oder Podcasts zu machen. Zur Seite gesprungen ist noch die … Dame Aus Duisburg, die der versammelten Mannschaft erklärt hat, das der Plan die Umverteilung ist. Da ist doch klar, das es mit der Wirtschaft nix mehr wird …..

  • Es ist der Ausverkauf der Industrie und des Landes und das bittere daran, es ist wohl so gewollt.Sonst würde man nicht in kindergartenmarnier Laberstuhlkreise bilden, sondern dem entgegen wirken.

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