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CDU-Bürgermeister spendet an AfD: In der Union schwelt längst ein Brand, der noch viel größer ist

Bernd Prange ist CDU-Lokalpolitiker und jetzt überzeugter AfD-Spender: Er steht symbolisch für Leute, die die CDU im Osten seit über 30 Jahren tragen. Sein Schritt ist die letzte Warnung für die Union.

Sachsen-Anhalt-Ärger: Für Sven Schulze gibt es einfach kaum gute Nachrichten. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Von Wismar bis Wernigerode war der Osten einst Friedrich-Merz-Land. Bei seinen Anläufen zum CDU-Vorsitz waren es die sogenannten neuen Bundesländer, in denen der heutige Kanzler am meisten Rückhalt genoss. Dort sah man ihn als Hoffnungsträger für eine Erneuerung der CDU – und als jemanden, der der AfD tatsächlich Konkurrenz machen könnte.

Davon ist nichts mehr übrig. Der CDU-Bürgermeister auf der Altmärkischen Höhe, einer Gemeinde im Norden Sachsen-Anhalts, drückt das aktuell in einem viel beachteten Brief aus: Bernd Prange hat 10.000 Euro an die AfD von Ulrich Siegmund gespendet und bekennt sich dazu. Seine Spende sei „ein bewusster, nach reiflicher Überlegung gefasster Schritt aus tiefer Sorge um unser Land“, schreibt der ehrenamtliche Bürgermeister, der auch Unternehmer ist. Werte wie „Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und den Schutz der kulturellen Identität“ finde er in der CDU immer weniger wieder.

Das ist eine Kritik an Friedrich Merz und seiner Politik, die in der CDU mittlerweile weit verbreitet ist – besonders im Osten schlägt sie voll durch. Dort, wo es keine Stammwähler-Milieus gibt, auf die sich die CDU sonst so sicher verlassen kann, verliert man halt Wahlen, wenn die Partei schlecht performt.

Menschen wie Bernd Prange sind so etwas wie die Seele der CDU, ja die Seele der Parteien insgesamt. Ein ehrenamtlicher Bürgermeister seit über 10 Jahren, jüngst ohne Gegenstimme wiedergewählt, abseits der ehrenamtlichen Politik als Unternehmer tätig. Er ist quasi die Verkörperung von Engagement und Verantwortung. Jetzt bricht er mit seiner Partei, die einst viele Menschen wie ihn gut vertreten hat. Denn genau das tut sie nicht mehr.

Seine Ansagen richten sich aber nicht nur an Berlin – sondern auch an Magdeburg. Die Union müsse sich von jenen trennen, „die mit den Linken oder auch Grünen paktieren wollen – namentlich auch von Personen wie Sven Schulze“. Wer die Brandmauer verteidige und zugleich „nach links schielt“, zerstöre „die CDU als bürgerliche Volkspartei“. Ein Befund, der wohl unstrittig ist – jedenfalls zeigen Wahlergebnisse und Umfrage-Entwicklungen der letzten Jahre genau in diese Richtung.

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Seine angekündigte AfD-Wahl begründet Prange schließlich ausdrücklich damit, dass Schulze „den Weg zur Einbindung linker Kräfte bereits eingeschlagen“ habe. Damit wolle er erreichen, „damit die CDU endlich aufwacht. Damit die Brandmauer fällt. Damit sich die Partei gegen ihren Linkskurs wehrt. Und damit Friedrich Merz abgesetzt wird – als Symbol einer Führung, die den konservativen Kern der CDU preisgibt.“

Aufgewacht werden wird natürlich nicht – stattdessen spricht die Partei von einem Ausschlussverfahren. Prange will sich rauswerfen lassen, erklärt er selbst. Da ist das Tischtuch zwischen einem Mann, der wohl die Empfindungen vieler an der CDU-Basis repräsentiert, und der Partei zerschnitten.

Das erzählt viel über Friedrich Merz und seine politischen Probleme – und könnte ein Menetekel für einen Zusammenbruch der CDU im Osten sein. Die Analyse von Prange trifft den Kern: Der Weg „zur Einbindung linker Kräfte“ ist in Ostdeutschland von der CDU längst beschritten worden. De facto ist die Linke längst ein Partner, mit dem man als Regierungspartei zusammenarbeitet, etwa in Thüringen. Und nach der Wahl wird Sven Schulze, sollte er regieren, irgendeine Einigung zur Zusammenarbeit mit der Linken eingehen müssen. Auch wenn er das im Wahlkampf dreisterweise bestreitet.

Aus westdeutscher Perspektive mag man das Problem dabei nicht ganz verstehen. Im Osten hat man gerade unter CDU-Anhängern noch nicht vergessen, welche Partei es war, die Mauer und Stacheldraht aufbaute. Welche Partei es war, der die Stasi als „Schild und Schwert“ gedient hat. Dort ist man besonders empfindlich, wenn eine Front aus allen „demokratischen Parteien“ mit dieser Kraft zusammengeschweißt wird, um absurdeste Mehrheiten zu konstruieren, die es wirklich nur auf dem Papier, nicht aber in der Politik gibt.

Merz mag das nicht begreifen – Merz ist auch Westdeutschland pur. Wahrscheinlich niemand aus der aktiven Politik atmet und strahlt so viel „Bonner Republik“ aus wie er. Das kommt im Osten dann schlecht an, wenn es sich in Aussagen wie der missglückten Äußerung ausdrückt, er habe „das große Glück“, im Westen geboren worden zu sein.

Das – sein Westdeutschsein – ist aber nicht wirklich sein Problem. Das auf eine reine Ost-West-Ebene herunterzubrechen, ist zu einfach: CDU-Granden wie Kurt Biedenkopf oder Bernhard Vogel kamen quasi wie Statthalter aus dem Westen – aber sie behandelten die Ostdeutschen auf Augenhöhe und wurden zu Landesvätern, ja Übervätern. Merz’ Problem ist nicht sein fast schon aggressives Westdeutschtum – es ist seine Arbeit als Bundeskanzler. Auf Augenhöhe behandelt er ohnehin niemanden, weder ost- noch westdeutsche Bürger.

Dass Merz sich der SPD bis zur Selbstaufgabe andient, versteht man im Osten, gerade in seiner CDU, überhaupt nicht. Verstehen tut man hingegen sehr wohl, dass diese Merz-Politik die Wahlchancen im September gehörig verhagelt. Die CDU kann in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen-Anhalt gar nicht richtig auftrumpfen – was auch an ihren Spitzenkandidaten, vor allem aber an Berlin liegt. Die Ost-CDU ist, von Merz angekettet, in einem Dilemma gefangen: In Berlin finden ihre Anliegen nicht oder kaum statt. Und das, was in Berlin stattdessen an Politik stattfindet, ist Wahlkampfhilfe für die AfD vor Ort.

Aber auch Sven Schulze, der im Sachsen-Anhalt-Wahlkampf gerne mit dem Finger auf Berlin zeigt, ist in seiner CDU nicht allzu gut beleumundet. Wer sich dort umhört, erlebt frustrierte Wahlkämpfer, die meinen: Schulze macht sich mit seinem allgemeinen „Berlin ist schuld“ einen schlanken Fuß. Auch er selbst wird Verantwortung tragen für das drohende schlechte Ergebnis.

Das ist unbestreitbar so. Berlin ist für die Ost-Wahlkämpfer ein Mühlstein um den Hals – aber Sven Schulze und seine Ausgangslage wiegen in diesem Sinne viel schwerer. Ein müder Ministerpräsident, dessen einziges Programm es letztlich ist, nicht die AfD zu sein – der ermüdet auch Wähler. Und auch seine eigenen Leute, wie der Fall von Bernd Prange zeigt.

In den Landesverbänden der Ost-CDU gibt es viele Bernd Pranges – und ihre Geduld ist nicht unerschöpflich. Die Union sollte den Zwischenruf und die Spende an die AfD als noch gut gemeinten Schuss vor den Bug verstehen – denn wenn sich an dieser Politik nichts ändert, gehen diejenigen, die die Ost-CDU seit 36 Jahren tragen, irgendwann in Scharen. Dann wird es zu spät sein, noch etwas zu lernen. Die Wähler sind fast schon weg.

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29 Kommentare

  • Die linke CDU ist verloren.

    • Der A…. geht auf Grundeis.
      (altes Sprichwort)
      Wir haben inzwischen so viele Skandälchen und Lügengeschichten eingesammelt, das füllt ganze Bibliotheken. Gefälschte Biografien, gefälschte Zeugnisse, erlogene Doktortitel, gelöschte Stasi-Verstrickungen usw. usf.. Und das kommt alles auf den Tisch! Das wird noch lustig. Versprochen!

      • Gut so.
        Das Verrückte ist, dass die CDU Basis/Wähler diesen Wahnsinn weiter stützt!

        • Ja leider und ich frage mich, sind die wirklich so unwissend oder nur doof, aber wohl beides.

          0
  • Ich bin gespannt, ob Bernd Prange bald Nachahmer findet

  • Wenn eine linke Parteiführung plötzlich es mit normalen CDUlern zu tun bekommt.

    • SED/Die Linke?
      Na, da wächst dann halt zusammen, was zusammen gehört.
      So einfach ist das in der Nationen Front…..ähhhh, UnsereDemokratur.

  • Ich glaube, sowohl in der CDU als auch der SPD ist soetwas wie Selbstkritik und Selbstreflexion gar nicht mehr vorgesehen.

    Die Parteisoldaten werden so geformt und gestreamlined, dass es eigentlich nur noch Aparatschiks sind.

    Ist nur mein Eindruck, vielleicht irre ich mich ja.

  • „Im Osten hat man gerade unter CDU-Anhängern noch nicht vergessen, welche Partei es war, die Mauer und Stacheldraht aufbaute.“
    xD
    Angela Merkel. Freie Deutsche Jugend. Jawohl.

  • 👍👍👍

  • Ich frage mich, wie die heutige CDU tatsächlich zusammengesetzt ist. Allzuviele Pranges dürfte es dort nicht mehr geben. Nachdem Wachstum der AfD durch konservative Bürger war der Versuch der Werteunion der nächste Aderlass an Restkonservativen. Ich vermute die jetzigen CDUler sind übergelaufene Grüne, die glauben, nach dem Ende des Grünen-Hypes können sie mit der CDU ihre linksgrünen Ziele am besten realisieren. Vielleicht ist Prange der so oft zitierte „Letzte“, der gerade „das Licht ausgeschaltet hat“.

  • Die CDU/CSU gehört jetzt zum SED Block von Ramelows und Heidis Gnaden. Hätten viel mehr CDU ler den Mut eines Prange, wäre das Trauerspiel um die Linke-Brandmauer längst ein Ende gefunden. Aber die meisten CDU Mitglieder stützen weiterhin einen Merz, Mett Mario oder den Schulzen.

  • Die Union sollte mit der SPD, den Grünen und Linken zu einer SED2.0 zusammengehen. Diese ganzen Altparteien sind doch eh nur noch am eigenen Machterhalt interessiert.

  • Der Bildredakteur bei AN hat Humor.

  • Die lokalen Medien hier zünden gerade die nächste Stufe im AfD Wähler zu verunsichern.
    Heute hat der mdr groß verbreitet, dass ca. 10 AfD Kandidaten nach der Wahl zur CDU überlaufen wollen.

  • In den Glenn Diesen Podcasts gibt es keine Stimme, gerade altgedienter US-amerikanischer Führungskräfte aus Militär und Politik, die auch nur einen Ansatz Verständnis für Deutschlands politische „Eliten“ haben. Speziell Merz wird als absolute Katastrophe gesehen.

  • Sleepy Sven?

  • In der DDR bestand Wahlfreiheit. Wer die SED schlecht fand konnte CDU wählen.
    Das war damals ein gutes Recht eines Bürgers.

    -14
  • Und genau an der Stelle habe ich aufgehört zu lesen:
    „Im Osten hat man gerade unter CDU-Anhängern noch nicht vergessen, welche Partei es war, die Mauer und Stacheldraht aufbaute.“

    Was die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands getan hat, konnte sie nur machen weil die gesamte Opposition unter der Nationalen Front vereint war.
    Parteien der Nationalen Front, wie die Christliche Demokratische Union.

  • Minsker Abkommen war „nur dazu da, Russland zu täuschen“ – Russisches Komiker-Duo will brisante Aussagen von Ex-Kanzlerin Merkel eingefangen haben

    Die russischen Telefonstreich-Spezialisten Vovan und Lexus wollen Ex-Kanzlerin Angela Merkel hereingelegt haben.

    Nach Angaben der beiden Prankster haben sie sich gegenüber Merkels Büro als der ehemalige ukrainische Präsident Petro Poroschenko ausgegeben.

    Wörtlich zitierten Vovan und Lexus Merkel mit den Worten, die Abkommen seien „nur dazu da gewesen, Russland zu täuschen und in dieser Zeit die Ukraine mit Waffen aufzurüsten“. Merkel hatte sich bereits in öffentlichen Interviews ähnlich, allerdings nicht ganz so scharf geäußert. https://t.me/aufgewachtonline/3291

    -10
    • Sei mutig und zeig Merkel an.

    • Merkel ist weder Sozialistisch, noch irgendwie SED-hörig.
      Denn wenn man versuchen würde eine DDR 2.0 zu errichten, würde man sich wie ein Vasall des Kremls verhalten.
      Zum Verständnis für Westbürger die eine IM-Erika imitieren, die gesamte Regierung, alle Beamten, sowie alle politischen Betätigten in der DDR waren zu 100% hörig gegenüber Russland. In jedoch einer Form die das heutige Bild nicht wiedergibt, sondern eher… Man setzte sich mit den Russen zusammen und trank Sto Gram.

      • Nochmals, sei mutig und zeig Merkel an.

  • Wie kann man nur als CDU Mitglied weiter mitlaufen. Merkel hat zwar Flüchtlinge ins Land geholt, aber das kann man akzeptieren wenn es Hilfe auf Zeit ist. Wenn aber im Heimatland keine Gefahr mehr besteht und die Leute zu hunderttausenden eingebürgert werden wird es schon langsam ungerecht. Wenn man dann daran denkt, dass in der Altersgruppe 18-28 ein Geschlechterungleichgewicht von 9% besteht und 350000 Männer keine Familie mehr gründen können dann fragt man sich was das alles soll. Da sind auch sehr viele schon länger hier lebende dabei die in die Sozialkassen eingezahlt haben und immer solidarisch waren.

    • Laut UN Regeln ist man kein Flüchtling mehr sobald man sicheres Gebiet erreicht hat,das kann auch ein UN Lager im eigenen Land sein.Es gibt also keine Flüchtlinge in Deutschland.

    • Was Merkel getan hat, war m.E. ein Verbrechen von monströsem Ausmaß, das ich niemals akzeptieren kann.

  • In der „neuen cDU“ sind lauter Umfaller wie Linnemann, Frei, Krings, Bosbach, Hagel etc. früher Hoffnungsträger und heute üble Gestalten und Opportunisten in der Altparteien – Beutegemeinschaft.
    Man kann ihnen einfach nichts mehr glauben – Wie der Herr so das Gescherr !
    Die beste Jahreszeit ist Ende Merz !

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