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Argentiniens Milei macht Schluss mit dem Schuldenstaat: Politiker sollen für Staatsexzesse in Haftung genommen werden

Während sich in Deutschland die Schuldenspirale schnell und schneller dreht, steuert Argentiniens Präsident Javier Milei sein Land in die Gegenrichtung. Als nächsten Schritt bringt der Argentinier nun ein Gesetz ein, das die Schuldenlogik des Staates auf den Kopf stellt.

IMAGO/Fotoarena

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Kontrast macht erst die eigenen Fehler sichtbar. Javier Milei ist der spirituelle Antagonist zur deutschen Politik, der dies bewirkt: Hier wächst die Staatsquote, Argentinien streicht Subventionen und die Zahl der Staatsbediensteten radikal zusammen. In Berlin werden ungeheure Staatsschulden aufgenommen, in Argentinien weist der Haushalt einen Primärüberschuss auf. Friedrich Merz glaubt an die heilenden Kräfte des wirtschaftlichen Interventionismus, in Buenos Aires wird der Markt dereguliert und ein Investitionswunder ermöglicht.

Argentinien hat die ökonomische Trendwende geschafft, während Deutschland wirtschaftlich vergammelt: Argentiniens Wirtschaft wächst stabil, Jobs entstehen in der Privatwirtschaft, die Armutsquote sinkt rapide.

Milei wirkt in dieser Zeit, in der hierzulande alles auf Schulden, Rüstungsindustrie und grüne Staatswirtschaft setzt, wie ein Komet, der jeder Gravitation und Staatslehre zu trotzen scheint. Des Argentiniers neuester Streich: das sogenannte „Grillete Fiscal“ – die fiskalische Fußfessel (Apollo News berichtete).

Inhaltlich verbirgt sich hinter dem martialischen Namen eine fiskalpolitische Revolution: ein Gesetz, das der Präsident auf seine durchaus unterhaltsame Weise zunächst dem argentinischen Volk im Fernsehen vorgestellt hat, das allerdings noch dem Kongress vorgelegt werden muss. Dort kann Mileis Partei „La Libertad Avanza“ (zu Deutsch: Die Freiheit schreitet voran) mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Stimmen verbündeter Parlamentsfraktionen in beiden Kammern setzen. Eine eigene Mehrheit fehlt ihm zwar, doch bislang erwiesen sich seine Bündnisse als tragfähig.

Gelingt der Coup, bricht Argentinien mit einer eisernen Regel: Der Konsens unter Politikern, im Zweifel mit höheren Steuern und dem Kreditfüllhorn auf Stimmenfang zu gehen, wäre Geschichte – die Schuldenmacherei auf Kosten kommender Generationen und Steuerzahler, dieses so verhängnisvolle, zerstörerische Geschäft mit manipuliertem Kredit, wäre fürs Erste erledigt.

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Mileis Idee: Künftigen argentinischen Regierungen sollen die Flügel gestutzt werden, bevor sie überhaupt zum Schuldenflug abheben können.

Konkret sieht das Gesetz folgenden Mechanismus vor: Bleibt der Staatshaushalt über mehrere Monate hinweg defizitär, wird dem Kongress eine Frist gesetzt, die Bücher wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Gelingt das nicht, tritt automatisch ein Shutdown nach amerikanischem Vorbild in Kraft. Dann werden nicht essenzielle Staatstätigkeiten – ganz ohne weitere Parlamentsdebatte und ohne politischen Kuhhandel – ausgesetzt. Präsident, Vizepräsident, sämtliche Minister, Staatssekretäre und Abgeordnete beider Kammern erhalten in der Folge keinen einzigen Peso ihres Gehalts mehr, bis der Haushalt wieder ausgeglichen ist.

Weiterhin gilt: Neue Ausgaben werden eingefroren, keine neuen Verträge vergeben, kein Personal eingestellt. Besonders pikant: Auch die freien Transferzahlungen an die Provinzen werden gestoppt. Gleichzeitig schont das Gesetz die staatlichen Kernfunktionen: Ausgenommen von diesen harten Einschnitten bleiben Rentenzahlungen, die Gesundheitsversorgung, Arbeitslosenunterstützung sowie die Gehälter von Polizei, Militär und Strafvollzug.

Aus Sicht deutscher Etatisten ist dies starker Tobak. Sie schweigen den Argentinier lieber tot, anstatt sich mit dessen Thesen und seiner Politik zu befassen. Für Bundeskanzler Friedrich Merz ist Milei ein rotes Tuch. Der Argentinier ruiniere sein Land und trete die Menschen dort mit Füßen, kommentierte Merz einmal in einer Maischberger-Sendung.

Ein typischer Merz eben: Der Kanzler blickt auf die Welt mit einer prismatischen Brechung der Realität – aus ihm spricht ein Staatsgläubiger, der bislang durch seine sichere Stellung im Apparat in seinem Glauben an den Übervater Staat nicht erschüttert wurde.

Dann bricht doch einmal jemand aus dem Schweigekartell der deutschen Linken aus und spricht aus, was sie über Milei tatsächlich denken: Autoritär sei er, eine Gefahr für die Menschenrechte, so tönt es ausgerechnet aus den Reihen der Linkspartei. 

Noch im April dieses Jahres formulierte Die Linke im Bundestag einen Antrag, in dem sie Milei als „ultra-neoliberal“ bezeichnete. Eine solche Titulierung, ausgerechnet aus den Reihen des linksetatistischen Parteienkartells der Bundesrepublik, sollte man unbedingt als Lob auffassen – schallt sie doch aus dem Lager der Verlierer hervor und entblößt die intellektuelle Bescheidenheit der Absender.

Frappierend und schockierend dabei: Wie sehr hat sich die Sprache des Bundeskanzlers dem rhetorisch vulgären Duktus der Kommunisten angenähert!

Doch kann es Javier Milei selbst den deutschen Libertären nicht wirklich recht machen. Deren Übervater Hans-Hermann Hoppe, ehemaliger Hochschullehrer an der University of Nevada in Las Vegas und Schüler des großen libertären Denkers Murray Rothbard, beklagte sich nach wenigen Monaten der Amtszeit des Argentiniers darüber, dass er das zentrale Wahlkampfversprechen nicht erfüllt habe: die Zentralbank abzuschaffen.

Die Forderung offenbart eine empfindliche Schwachstelle der Libertären: Sie leben in der theoretischen Welt der Bücherlogik. Dort scheint es unvorstellbar, dass ein so drastischer Reformschritt wie das unmittelbare Ende der Notenbank die gesamte Präsidentschaft Mileis entgleisen lassen würde. Es fehlt wohl an der Fantasie, sich einen Finanzcrash mit anschließendem Sturz der Regierung auszumalen.

Ein erfolgreicher Politiker verscherzt es sich am Ende wohl mit allen: Er vergibt keine Geschenke, macht keine Versprechungen. Sein harter Sparkurs entgiftet den Staat, stellt die Marktwirtschaft wieder her, kürzt Subventionen – und macht all jene zu Verlierern, die bislang leistungslos, parasitär und ohne tatsächliche wirtschaftliche Not am Staatstropf hingen.

Die deutschen Etatisten um Friedrich Merz, Lars Klingbeil und Ursula von der Leyen sollten sich warm anziehen: Sie können die Politik Mileis totschweigen oder herunterspielen – die Wahrheit sickert leise in das Bewusstsein der Menschen ein.

Wie hieß es in Nietzsches Zarathustra doch gleich: Gedanken, die mit Taubenfüßen kommen, lenken die Welt. Manchmal dröhnt aber auch eine Kettensäge im Hintergrund.

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9 Kommentare

  • Wieder eine gute Entscheidung von Milei. Bei einer Politikerhaftung für Steuergeldverschwendung wären hier in Deutschland schon viele Politiker in Haftung bzw. Haft,
    Spahns Schrottmaskendeals oder North-Volt von Habeck und Privatmann Günther sind nur wenige Beispiele für Milliardenverschwendung von Steuergeld der Altparteienpolitiker.

    • Fast alle würden einsitzen – von ganz oben bis ganz unten.
      Das Schwarzbuch der Steuerzahler lässt da keine Zweifel.
      Allein die Praxis, dass Kommunen Gelder aus Töpfen abrufen können, führt dazu, dass die unsinnigsten Projekte realisiert werden, weil sonst der Anspruch verfällt. Da wird sich dann einfach irgendwas aus den Fingern gesaugt.
      Unser Staat hat definitiv zuviel Geld, bei den Bürgern wäre es besser aufgehoben.

  • Prima Idee, Herr Milei, Caracho. Leider ist es oft genug so, daß, wenn man bestimmten Leuten das Geld wegnimmt, diese extrem böse werden. Merz hätte noch Kohle genug aus Black-Rock-Zeiten, aber das normale durchschnittsdeutsche Regierungsmitglied oder der Bundestagsabgeordnete, der auf einmal mit der Familie business fliegt, überteuerte Reisen auf die Malediven macht oder ein viel zu teures Haus gekauft hat, der würde bei sowas echt in die Bredouille kommen. Das Regime (oho, er sagt Regime) setzt sich dann zur Wehr. Ich erinnere daran, daß beim NSU-Prozess sehr, sehr viele Zeugen „plötzlich und unerwartet“ verstarben, Autos per Bremsenversagen „tödlich verunglückten“ usw. Beim Dutroux-Fall übrigens alle (!). Ich wünsche Herrn Milei viel Glück. Aufpassen würde ich an seiner Stelle abe sehr.

  • Der Mann ist Balsam für meine Seele. Beweist er doch, dass es auch anders geht. In Deutschland kommt man sich als Betreiber einer vernünftigen Kleinwirtschaft ja schon vor wie ein Aussätziger. Die „schwäbische Hausfrau“ bekommt im Schuldenstaat Deutschland den Makel einer Hexe.

  • Wie Erhard 1948 in Deutschland setzt Milei auf den Abbau von Preiskontrollen, Handelshemmnissen und Subventionen, um die Märkte zu befreien. Zumindest Westdeutschland hat erfahren, wie es ist, mit eigenen Händen Wohlstand zu erzeugen … aber nur wenn man dem übergriffigen Staat seine Hausmacht nimmt, so wie es schon Platon in seinem Buch ‚Politeia‘ eine Güter- und Familiengemeinschaft für die herrschenden Stände, die den egoistischen Streben nach Besitz verhindern soll, beschrieben hat.

    Nicht anders sind die Politiker, Beamte, Philanthropen, die heute durch den in fast allen Staaten etablierten Wirtschaftskommunismus leninscher Art (NEP, Gosplan) das Volk ausrauben, um nur für sich Macht und Reichtum aufzubauen.

  • Seit Jahrtausenden übertragen Gesellschaften ihre Eigenverantwortung an vermeintlich wohlwollende Eliten, z.B. Gurus, Kirchen, Staat, Politiker, … und bejubeln anschließend wie Kleinkinder, wenn der Weihnachtsmann (wohlwollende Elite) die Sehnsucht erfüllt, z.B. Verantwortung übernimmt.

    Die Sehnsucht nach einer wohlwollenden Elite ist die Ursache und nicht die Folge, wenn bejubelt wird, warum die Elite die Sehnsucht erfüllt, z.B. Verantwortung übernimmt.

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann die Sehnsucht nach einem Weihnachtsmann nicht abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

    • Schämen Sie sich nicht, immer den gleichen Unsinn auf alles anwenden zu wollen?

  • Superman Milei!
    auch wichtig er nannte den vom Westen geliebten Sozialisten Lula „Ein Dieb, ein Korrupter“ – Milei legt im Streit mit Brasilien gegen Lula nach.

    Als Lula seine erste Amtszeit antrat vernichtete er den Brasilianischen Regenwald wie kein zweiter. Vor Lula rodete kein anderer Brasilianischer Präsident mehr Flächen im Regenwald.
    https://www.welt.de/politik/ausland/article6a6ffa23dd06dd5ef2e429c2/argentinien-ein-dieb-ein-korrupter-milei-legt-im-streit-mit-brasilien-gegen-lula-nach.html

  • Politiker wie Merz haben Schiss vor Milei.

    Noch ängstlicher werden sie, wenn er nachhaltig Erfolg hat. Spätestens dann werden sie dann die Nazi Keule auspacken.

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