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USA

Arbeitete Regierung mit Pfizer zusammen, um gegen impfkritische Tweets vorzugehen?

Der Journalist und Bestseller-Autor Alex Berenson hat interne Mail-Kommunikation zwischen Vertrauten aus dem Lager der Biden-Regierung, Pfizer und dem Social-Media-Giganten Twitter veröffentlicht - sie zeigen, wie der Pharmakonzern Druck auf Twitter ausübte, gegen impfkritische Posts vorzugehen.

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Im Juli 2021 begann ein hochrangiges Verwaltungsratsmitglied von Pfizer damit, heimlich mit einem Akteur aus dem Umfeld der Biden-Regierung zusammenzuarbeiten, um Kritik an den Corona-Impfstoffen auf Twitter zu zensieren. Das zeigen laut dem ehemaligen New York Times-Journalisten und Bestsellerautor Alex Berenson interne Dokumente, die ihm der Social-Media-Gigant zur Verfügung stellte. Berenson, der am Montag Screenshots der internen Mail-Kommunikation auf Twitter veröffentlichte, war auch an bisherigen Enthüllungen rund um die „Twitter Files“ beteiligt.

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Berenson gibt den genauen Ablauf der Kommunikation zwischen Vertrauten der Biden-Regierung, von Pfizer und Twitter wieder: Demnach schrieb Andy Slavitt, der noch kurz zuvor als leitender Berater des Covid-Stabs im Weißen Haus tätig war, am 18. Juli 2021 eine E-Mail an Todd O’Boyle – ein Mitarbeiter von Twitter, der für die Interaktion des Unternehmens mit dem Weißen Haus zuständig war. Slavitt fragte, ob man bei Twitter „für ein 20-minütiges Gespräch mit Scott Gottlieb und mir über eine politische Angelegenheit offen wäre“. Gottlieb wurde von Slavitt als „FDA-Chef unter Trump“ vorgestellt. Dass der Mann im Verwaltungsrat von Pfizer tätig war, blieb hingegen unerwähnt. 

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Screenshot via Alex Berenson: Slavitt wendet sich an den X-Mitarbeiter Todd O’Boyle

Die FDA (Food and Drug Administration) ist eine US-Bundesbehörde, die zum Gesundheitsministerium gehört. Sie ist für die Kontrolle von Lebensmitteln, Veterinärprodukten, Medikamenten, Impfstoffen und anderen Medizinprodukten zuständig. Gottlieb war von Mai 2017 bis April 2019 Leiter der Behörde.

Berenson weist an dieser Stelle darauf hin, dass in Slavitts E-Mail-Signatur noch immer seine Mail-Adresse im Weißen Haus angegeben ist – obwohl er seinen Posten offiziell schon Wochen zuvor aufgegeben hatte. Wie der Journalist im Oktober 2022 gegenüber Fox News ausführte, stand Slavitt wohl auch nach seinem Ausscheiden noch in Kontakt mit Verwaltungsbeamten sowie dem Millionär und Pfizer-CEO Albert Bourla.

Der Mail-Verkehr fand laut dem Journalisten außerdem zu einer Zeit statt, in der die Biden-Administration die amerikanische Bevölkerung dazu aufrief, sich zum dritten Mal impfen zu lassen – als Auffrischung. Zwei Tage bevor sich Slavitt an Twitter wandte, hatte Biden einem Reporter gesagt, dass Social Media-Unternehmen „Menschen umbringen“, wenn sie zulassen, dass auf ihrer Plattform der Corona-Impfstoff hinterfragt wird. Der US-Präsident sagte zudem, dass die Pandemie zu einer „Pandemie unter Ungeimpften“ geworden sei. Seine Kritik richtete sich damals vor allem an Facebook, doch laut Berenson zeigte sich auch Twitter besorgt, Konsequenzen fürchten zu müssen.

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Screenshot via Alex Berenson: Ranghohe Twitter-Mitarbeiter scheinen besorgt zu sein, wie Facebook unter Druck gesetzt zu werden

Nur einen Tag nach der Mail von Slavitt wandte sich der Pfizer-Funktionär Gottlieb direkt per E-Mail an den Twitter-Mitarbeiter O´Boyle. Er berichtete „sehr besorgt“ darüber zu sein, dass „eine Hand voll“ Accounts auf Twitter „gefährliche und falsche Narrative“ zu Fragen der Volksgesundheit in Bezug auf die Corona-Pandemie verbreiten würden – sie würden die Öffentlichkeit negativ beeinflussen und „Patienten schaden“. Er bezog sich dabei explizit auch auf große, verifizierte Accounts, die „Falschinformationen“ verbreiten würden. Und stellte klar, X habe eine „ausdrückliche Verpflichtung“ mehr gegen solche Accounts zu tun. 

O’Boyle antwortete nur knapp 40 Minuten später, dass er sich „freuen“ würde, am selben Tag eine Telefonkonferenz zu dritt abzuhalten – laut Berenson meint er mit „the three of us“ sich selbst, Scott Gottlieb und Andy Slavitt. Der Twitter-Mitarbeiter leitete die Mail von Gottlieb anschließend an Lauren Culbertson, die Leiterin der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten von Twitter in den USA weiter. Culbertson reagierte prompt, leitete die Mail laut Berenson mit folgenden Worten an mehrere hochrangige Twitter-Mitarbeiter weiter: „Achtung, wir könnten die nächsten sein“. Sie schrieb, dass man besser aufgestellt sei als Facebook, seine „Reaktionsfähigkeit“ aber aufrechterhalten müsste. 

Screenshot via Alex Berenson: Twitter wird von Gottlieb unter Druck gesetzt

Vier Tage später wandte sich Gottlieb erneut an O’Boyle – offenbar hatte die geplante Telefonkonferenz aus unbekannten Gründen nicht stattgefunden. Für Berenson ist klar, dass Gottlieb den X-Mitarbeiter unter Druck setzen will, als er sagt, dass er „dieses Wochenende einige seiner Perspektiven im Fernsehen diskutieren würde“. Er wolle deshalb sehen, ob O’Boyle immer noch eine Verbindung herstellen wolle, „damit ich in den Genuss Ihrer Ansichten komme“. Der X-Mitarbeiter antwortet schnell, dass er sich zutiefst entschuldige und „jederzeit“ anprechbar sei.

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Berenson geht davon aus, dass er selbst einer der großen Twitter-Accounts war, die der Pfizer-Funktionär und ehemalige Regierungsbeamte Gottlieb gegenüber O’Boyle angemahnt hatte – er war zu dieser Zeit einer der prominentesten amerikanischen Maßnahmen-Kritiker auf Twitter. Berenson hat — Stand heute – über 500.000 Follower auf Twitter. Der Journalist gibt zudem an, dass sich Slavitt und ein anderer Regierungsbeamter schon im April 2021 mit Mitarbeitern von Twitter trafen und „wirklich harte Fragen“ gestellt hätten, warum sein Konto noch nicht gesperrt sei. Berenson hatte entsprechende Chatprotokolle im August 2022 auf seinem Blog veröffentlicht.

Alex Berenson erklärt auf Twitter weiter, dass er von dem damaligen Twitter-Chef Jack Dorsey intern unterstützt wurde. Dorseys Stand sei jedoch zunehmend unsicher geworden, bis er im November als Geschäftsführer zurücktreten musste. Den anderen Führungskräften wäre das Recht auf Meinungsfreiheit laut dem Journalisten nicht so wichtig gewesen – zum Beispiel schrieb der Chef der Rechtsabteilung, Jim Baker, schon am 19. Juli an die anderen Anwälte, dass man „sehr sorgfältig“ darüber nachdenken müsse, „wie wir mit der Regierung interagieren“. 

Screenshot via Alex Berenson

Berenson wurde, neben vielen anderen prominenten Corona-Kritikern, im August 2021 schließlich bei Twitter gesperrt, „wegen wiederholter Verstöße gegen unsere COVID-19-Fehlinformationsregeln“ – das teilte das Unternehmen dem Sender NBC News mit. Der Journalist reichte deshalb Klage gegen das Unternehmen ein.

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Twitter, damals noch nicht im Besitz von Elon Musk, wollte die Klage abwehren – im April 2022 gab der Bundesrichter William Alsup dem Journalisten jedoch recht und ebnete so den Weg für das Verfahren. Während des Prozesses musste Twitter diverse Dokumente offenlegen, die bewiesen, dass das Weiße Haus unter Biden für seine Sperrung, die erst im Juli 2022 aufgehoben wurde, mitverantwortlich war. 

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Im Dezember enthüllte der Journalist David Zweig dann, wie die US-Regierung Twitter dazu nötigte, bestimmte Inhalte verstärkt auszuspielen, während andere gezielt unterdrückt wurden. Die Beeinflussung fand sowohl unter Trump als auch unter Biden statt. Unter Präsident Donald Trump ging es laut den Dokumenten dabei vor allem darum, Panikkäufe und die Verbreitung von Verschwörungstheorien zu 5G-Masten zu verhindern. Unter Biden standen dann „Fehlinformationen“ in Bezug auf das Corona-Virus im Fokus.

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