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Einmal mit Profis

Kein Satiriker hätte sich das ausdenken können: Das Finanzministerium erlässt das Tabaksteuergesetz aus Versehen zu früh und merkt es nicht mal. Jetzt gilt das Gesetz – und der Minister muss Hersteller zum Rechtsbruch aufrufen. Und solche Nulpen regieren Deutschland?

Lars Klingbeil ist ganz offensichtlich Minister im Praktikum. (IMAGO/Bernd Elmenthaler)

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Lars Klingbeil ist nicht Finanzminister. Das sagt er selbst. Er sieht sich als „Investitionsminister“. Von seinem Job hat er aber ganz offensichtlich gar keine Ahnung. Kurz nach Amtsantritt ging ein Ausschnitt einer Pressekonferenz viral, bei der der Finanzminister kaum eine Frage beantworten konnte – und immer wieder an seinen Staatssekretär verweisen musste.

Das mag man noch als Anfängerfehler abschreiben – aber seitdem scheint der Herr Minister nichts dazugelernt zu haben. Eine so peinliche Panne wie die rund um die Tabaksteuer hat es noch nicht gegeben: Man hat das neue Steuergesetz einfach zu früh in Kraft treten lassen, weil niemand den Standardsatz „dieses Gesetz tritt am Tag nach seiner Verkündung in Kraft“ im Text wahrgenommen und entfernt hat.

Die Folge: Das Gesetz gilt ab heute – und eigentlich dürften Zigarettenhersteller gar nichts mehr produzieren, weil sie Steuerrecht brechen müssten. Die neuen Banderolen mit Bundessiegel fehlen nämlich noch. Im Grunde sind die Produktion und der Vertrieb von Zigaretten durch Hersteller jetzt illegal. Und korrigieren kann man das vorerst nicht: Der Bundestag tritt erst Anfang November wieder zusammen. Das Gesetz gilt jetzt – aus Versehen.

Als wäre das noch nicht peinlich genug, erfuhr das Finanzministerium von seinem eigenen Fehler erst durch eine Anfrage von Bild – man fragt sich, ob und, wenn ja, wann die Beamten im BMF das überhaupt selber gemerkt hätten. Die Presseanfrage ignorierte man dann so lange, bis man dem Medium eine Lösung präsentieren konnte.

Und die ist: Lars Klingbeil ruft zum Gesetzesbruch auf. Die Hersteller sollen einfach weiterproduzieren, als gäbe es das geltende Gesetz gar nicht. Eine eilige Dienstanweisung aus der Wilhelmstraße an die Generalzolldirektion, den Vollzug ebenjenes Gesetzes einfach sein zu lassen, soll hier für Sicherheit sorgen. Das ist natürlich richtig so. Und trotzdem: Hier bricht ein Minister Recht mit Ansage. Einfach nur, weil er und seine Beamten ganz offensichtlich zu doof waren, ihre Arbeit richtig zu machen.

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Lars Klingbeil ist ein Amateur-Minister. Allein schon, weil er vor diesem massiv wichtigen Amt nie ein Ministeramt innehatte. Nur scheint er in anderthalb Jahren wenig bis gar nichts gelernt zu haben. So ein Fehler darf einfach nicht passieren – so ein Fehler ist nicht „menschlich“ oder verständlich, sondern einfach nur peinlich. Dieser Amateur Klingbeil aber verwaltet den größten Haushalt aller Zeiten inklusive eines riesigen Haufens Milliardenschulden – was soll schon schiefgehen?

Man kann sich das alles nicht mehr ausdenken. Der einstige Ausruf von Alice Weidel im Bundestag, dass dieses Land „von Idioten regiert“ werde, scheint jedenfalls etwas weniger Polemik und etwas mehr Tatsachenbehauptung geworden zu sein.

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121 Kommentare

  • Fristlose Entlassung und Haftung für angerichtete Schäden ist das Gebot der Stunde.

    • In einem funktionierenden Rechtsstaat würde Klingbeil zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 10 Jahren verurteilt.

    • In früheren Zeiten sind Minister für weitaus weniger zurückgetreten.

    • Ich als Pessimist habe vor einiger Zeit gesagt: Nach Habeck kann es gar nicht schlimmer kommen. Meine Frau blieb optimistisch und meinte: doch
      Sie hat Recht behalten.

    • Hat sich der Mann nicht der Delegitimierung von Verfassungsorganen schuldig gemacht?

    • Die Bezeichnung „Schwachkopf“ ist leider schon anderweitig vergeben.

      • echt jetzt ? an Deinen Schwager ?

        -11
        • Fan von Robert?

          8
        • No, an dich, kleiner Habeck.

          7
    • Und du Glaubst da steckt keine Absicht dahinter?, da kennst du aber unsere Linksextremen Parteien nicht!

  • Absolut treffender Kommentar: Wenn Klingbeil auf einer Kreuzung den Verkehr regeln müsste, hätten wir nach spätestens 2 Minuten eine Massenkarambolage. (ARD und ZDF würden dann über einen Stau wegen Klimaerwärmung berichten …).

    • Faszinierend auch Klingbeils Äußerung in seiner Rede vor potentiellen(!) Investoren:
      „I want your money!“
      Ein ehrlicher Sozi!
      Respekt!

      Oder doch nur ein übernommenes Räuberzitat?
      Denn auf deutsch übersetzt: „Geld her!“

  • Die Tabaksteuererhöhung ist auch schon vom Bundesrat beschlossen worden. Hunderte Beamte müssten den Gesetzestext also vorher gelesen haben. Und keinem ist es aufgefallen?
    Jetzt verstehe ich warum die Cum-Ex Geschäfte über mehr als 30 Jahre möglich waren.

    • Wer war das gleich nochmal, der sich über zuviel Bürokratie, sprich Lesestoff für Abgeordnete beschwerte? Ach ja jetzt … die Kühnast.
      Glaubt Jemand, die würden Gesetzestexte lesen? – ich nicht. Dafür haben die ihre Hiwis, und abgestimmt wird eh nach kollektiver Meinung.

    • Wahrscheinlich haben das viele gelesen und bewusst ignoriert und mindestens einer hat das der „Bild“ mitgeteilt, um den Meister Klingebiel auflaufen zu lassen, damit er am Ende als das dasteht, was er ist. Hat geklappt, ganz Deutschland lacht.

  • Das ist Absicht und weder Zufall noch Inkompetenz.

    • bei Inkontinenz gehe ich zur Apotheke

      -17
      • Wollen Sie lustig sein?
        Das hat nicht geklappt….

      • Gut gemacht, hol dir einen Lolli.

      • Bist du immer noch Bettnässer?

  • Es ist ja nicht nur Klinbeil. Es sind ja auch die Abgeordneten, die diesen Murks alle durchgewunken haben. Nicht einer der 630 hat es gelesen! – Nicht einer! Und dann sind noch die laut Google 2321 Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums, die das Gesetz auch nicht gelesen haben. Und das Justizministerium überprüft die Gesetze auch noch einmal, bevor sie zur Abstimmung gegeben werden. – Unfassbar! Wo ist die Kettensäge?

    • Plus Bundespräsident und sein Amtsapparat…
      Und viele Juristen unter den Tausenden Nicht-Lesern…

    • Und der Bundesrat.

  • Politik ist nicht die Lösung, sondern das Problem!

  • Ich würde mich freuen, wenn die Medien darüber berichten, wie es nun weitergeht. Davon mache ich nämlich abhängig, wie viele Zigaretten ich aus Spanien mitbringe. Ich tippe übrigens darauf, dass unsere super-tolle Regierung mit der Tabaksteuererhöhung wieder einmal das Laffer-Theorem bestätigen wird. Sprich, anstelle von Mehreinnahmen sollte der Staat eher Mindereinnahmen annehmen.

  • Sofort Neuwahlen.

  • „Die neue Regelung gilt ab sofort, unverzüglich.“
    Erlebe deinen Schabowski-Moment.

  • Könnte man die Zigarettenhersteller nicht anzeigen, wenn sie jetzt illegal produzierten?

    Nur weil eine Behörde ein Gesetz nicht durchsetzen soll, ist es dennoch rechtsgültig und einzuhalten?

  • Das war kein Versehen, reine Absicht. Mehr als 2 Monate mehreinnahmen.

    • das war kein Verstehen, das war rein Vorsicht

      • Vorsicht?
        Erzähl mal.

        • Er kann weder Rechtschreibung, noch kann er seine steilen Thesen begründen.

          1
  • Ein US Investor hat neulich mal gesagt: es fehlt schlicht an Kompetenz in der Politik. So einfach ist das!

  • Und bisher war ja das Eintreiben von Steuern das einzige, was in unserer Verwaltung noch zuverlässig funktioniert hat. Anscheinend haben Schlendrian und Unfähigkeit sich nun auch dort breit gemacht…hihi…

  • Ich kann nur raten, die Häme über den Dilettantismus der Regierungskoalition sehr vorsichtig zu formulieren. Ansonsten droht ein morgendlicher Hausbesuch von mehreren schwerbewaffneten Uniformierten.

  • Aufgrund einer aktuellen Bürokratie-Panne des Bundesfinanzministeriums trat das Gesetz im Oktober 2026 rein rechtlich „aus Versehen“ sofort in Kraft. Da das Ministerium und die Generalzolldirektion den Fehler jedoch umgehend korrigieren, bleibt der geplante Starttermin bestehen: Die höheren Steuersätze greifen wie beabsichtigt ab dem 1. Januar 2027
    Tagesschau aktuell heute in der früh.
    Also nur Beamter der jetzt woanders Eingesetzt wird , vielleicht nach Sachsen.

  • Bei solchen Eliten Brauch man keine Feinde, der Rechtsstadt und das Vertrauen in die Regierung zerstören sie selbst.

  • Das war kein Versehen,
    das ist nicht möglich !!
    Keinem soll das aufgefallen sein???
    Also bitte …… 🤨

    Das Ganze ist auch deshalb interessant/brisant, da L K mehrere so genannte Berater haben dürfte, von anderen involvierten Personen rede ich erst gar nicht.

    Wenn ich in meinem Job SO arbeite,
    dann flieg ich achtkant, nix vorher
    Abmahnung….

    • „dann flieg ich achtkant“
      Wegen maximaler Schädigung des Untermehmensziels!

  • Damit ist bewiesen das die BRD kein Rechtsstaat mehr ist. Sondern ein Staat der Beliebigkeit! Was schon mit rückwirkenden Gesetzen oder Grenzöffnung seinen Anfang nahm.

  • Ich glaube nicht, das man das Klingbeil in dieser Form anlasten kann.
    Sein Ministerium hat ihn auflaufen lassen, meine Meinung.
    Trotzdem ist er absolut unfähig das Finanzministerium zu leiten.

  • Sehr geehrter Herr Roland,

    ich empfinde Ihren Kommentar als äußerst beleidigend und vulgär. Das verrät letztlich mehr über Sie als über die Regierung.

    Vielleicht würden Sie das Ganze lockerer sehen, wenn Sie verstünden, dass Politiker nur die sichtbaren Marionetten eines größeren Machtgefüges sind. Die eigentlichen Fäden ziehen wirtschaftliche Interessen, Lobbygruppen und Großkonzerne.

    Statt Politiker als „Nulpen“ zu beschimpfen, könnten Sie sich fragen, wer tatsächlich von diesen Verhältnissen profitiert und welchen Anteil Sie selbst daran haben. Schließlich stärken Sie mit Ihren Konsumentscheidungen wahrscheinlich genau jene Unternehmen, deren Machtkonzentrationen Sie anschließend beklagen.

    Es ist eben einfacher, die Marionetten zu beschimpfen, als sich mit denjenigen auseinanderzusetzen, die die Fäden ziehen, und mit dem eigenen Beitrag zu diesem System.

    Liebe Grüße

    -14
    • Lieber Herr Miller,
      ein Chef muss wissen, was er unterschreibt und dafür haften. Dafür wird er bezahlt. Offensichtlich hat der Chef sich mit Personal umgeben, wo man sich nicht wundern muss, wenn gewisse Formulierungen gebraucht werden. Wahrheiten sollte man auch noch aussprechen dürfen, auch undiplomatisch.

    • Phrasendreschflegel im Gewand der Analyse

      • Welche Analyse meinen Sie denn genau?
        Ich dachte, ich hätte nur meine Meinung geteilt.

    • „Vielleicht würden Sie das Ganze lockerer sehen, wenn Sie verstünden, dass Politiker nur die sichtbaren Marionetten eines größeren Machtgefüges sind.“

      Und daher sind sie als „Marionetten“ also nicht verantwortlich? Sie unterschreiben oder nicken ab, was das „größere Machtgefüge“ dahinter entscheidet? Eine ziemlich einfache Rechtfertigung für (politisches) Versagen und (politische) Inkompetenz.

  • Hauptsache er hat seine 188000 € für sein Pokerface ! Alles andere ist ihm wurscht.

  • War der nicht auch bei der*Antifa“? Da gilt doch legal, illegal, scheißegal . Jedenfalls für die, für uns natürlich nicht.

    • War? Der ist noch immer dabei, wie Faeser und Esken.

  • Hier regiert offenbar das pure Chaos. Ein handwerklicher Fehler jagt den nächsten und am Ende stehen ratlose Beamte, die Unternehmen per informeller Durchsage zum faktischen Rechtsbruch auffordern müssen, um den Markt nicht kollabieren zu lassen. Wenn Gesetze handwerklich so fehlerhaft gestrickt werden, dass die Verwaltung selbst über die eigenen Stolpersteine fällt, bleibt den Bürgern und der Wirtschaft nur noch fassungsloses Kopfschütteln. Man muss es beim Namen nennen: Das ist ein echter Käfig voller Narren im Staatsdienst!

  • Na und,der intellektuelle sowie menschliche Niedergang des politischen Personals ist nun wahrlich keine Neuheit

  • Wie hieß es doch bei den Leuten, denen sich Klingbeil nahe sieht: „Legal, illegal, scheißegal!“

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