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Klingbeil plant neue Plastiksteuer: So wird der „Bürokratieabbau“ ad absurdum geführt

Finanzminister Lars Klingbeil plant eine neue Plastiksteuer. Neben der finanziellen Belastung für Unternehmen und Verbraucher sollen Hunderte neue Beamtenstellen für die Umsetzung entstehen. Der angekündigte Bürokratieabbau wird ad absurdum geführt.

Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil bei der Kabinettssitzung am Mittwoch (IMAGO/Bernd Elmenthaler)

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Die Lage des Bundeshaushalts ist stark angespannt. Um die gewaltigen Finanzlücken zu schließen, setzt die Große Koalition daher zunehmend auf die Einführung neuer Abgaben. Neben einer Zuckersteuer sowie der Anhebung der Steuern, die auf Tabak und Alkohol entfallen, soll nun auch eine Plastiksteuer kommen (mehr dazu hier). Ein Gesetzentwurf liegt bereits vor. Die Kritik daran ist laut – nicht zuletzt, weil für ihre Erhebung Hunderte neue Stellen geschaffen werden sollen und ein erheblicher bürokratischer Mehraufwand anfällt. Vor allem für betroffene Unternehmen. 

Konkret sieht der aktuelle Entwurf für ein „Kunststoffverpackungsteuergesetz“ vor, dass ab Juli 2027 für jede Tonne Kunststoff in Verpackungen 550 Euro fällig werden sollen. Steuerpflichtig sollen Kunststoffverpackungen, Folien und Verbundverpackungen mit einem Kunststoffanteil von mehr als fünf Prozent sein – darunter auch Verschlüsse, Deckel und Kapseln. Die Steuer soll an verschiedenen Stellen ansetzen, etwa bei der Herstellung oder der Einfuhr nach Deutschland. Für Verpackungen aus recyceltem Kunststoff kann sie auf Antrag entfallen beziehungsweise erstattet werden.

Bei rund drei Millionen Tonnen steuerpflichtigem Kunststoff rechnet die Koalition für das Jahr 2027 mit Einnahmen von 805 Millionen Euro, ab 2028 mit knapp 1,5 Milliarden Euro jährlich. Während für die Große Koalition die Erschließung einer neuen Einnahmequelle lockt, kommt aus der Wirtschaft gewaltiger Gegenwind.

So wandte sich am 2. Oktober ein Zusammenschluss mehrerer Verbände, darunter die Ernährungsindustrie, der Handelsverband und die Kunststoffverpackungsindustrie, in einem Brief an Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU). Die Forderung: Das Kanzleramt müsse die Pläne des Bundesfinanzministeriums stoppen.

Besonders scharf kritisierten die Verbände den rechtlichen Weg, den das Ministerium von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) zur Umsetzung des Gesetzentwurfs einschlagen will. In dem Brief heißt es dazu konkret: „Nach den uns vorliegenden Informationen“ wolle das Finanzministerium dem Haushaltsausschuss des Bundestags kurzfristig eine Formulierungshilfe zur Einführung der neuen Steuer zuleiten.

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Diese solle anschließend als Änderungsantrag in das bereits laufende Verfahren zum Haushaltsbegleitgesetz 2027 eingebracht werden. Die Beteiligung der betroffenen Ministerien werde auf diese Weise weitgehend umgangen, heißt es. Auch einen Kabinettsbeschluss über den konkreten Text gäbe es auf diesem Weg nicht. „Wir bitten Sie dringend, darauf hinzuwirken, dass eine neue Verbrauchsteuer dieser Tragweite nicht auf diesem Weg in das parlamentarische Verfahren eingebracht wird“, heißt es vonseiten der Verbände.

Christine Bunte, Hauptgeschäftsführerin des Kunststoffverbands Plastics Europe Deutschland, spricht in einer aktuellen Stellungnahme gar von einem „nationalen Steuerexperiment“. Der Entwurf nenne weder die genaue Zahl der betroffenen Betriebe noch kläre er verlässlich, wer die Steuer schuldet und wie Importe kontrolliert werden.

Vor allem der entstehende Verwaltungsaufwand wird stark kritisiert. Laut Entwurf sollen der Wirtschaft offiziell laufende Kosten von 44,1 Millionen Euro jährlich entstehen. Die Verbände halten das jedoch für deutlich zu niedrig kalkuliert. Sie rechnen unter Einbeziehung sämtlicher Kosten mit Bürokratiekosten von mindestens 600 Millionen Euro pro Jahr für die betroffenen Unternehmen.

Beim Bund sollen bis 2029 Umsetzungskosten von rund 283,5 Millionen Euro anfallen. Besonders deutlich wird der entstehende Mehraufwand beim Personal. Wie Bild unter Berufung auf die Gesetzentwürfe berichtete, plant das Finanzministerium für die Plastiksteuer einen Personalbedarf von 819 neuen Stellen und damit verbundene Kosten von mehr als 46 Millionen Euro im Jahr ein.

788 der Stellen sollen auf den Zoll entfallen. Auch die Zuckersteuer macht einen gewaltigen Mehraufwand beim Personal erforderlich. Für die Erhebung der Steuer sollen etwa 227 Stellen hinzukommen, was mit zusätzlichen jährlichen Kosten von 28 Millionen Euro einhergehen könnte. Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, spricht gegenüber Bild von „Bürokratie-Irrsinn mit Ansage“. Anstatt Ausgaben und Strukturen zu überprüfen, versuche die Bundesregierung erneut, Haushaltslöcher durch neue Steuern zu stopfen. „Das ist der falsche Weg.“

Bemerkenswert ist, dass die Einführung der neuen Abgaben letztlich im Widerspruch zu den erklärten Zielen der Koalition steht, vor allem in Bezug auf den Bürokratieabbau. Im Rahmen ihrer Modernisierungsagenda hatte die Große Koalition im Oktober 2025 nämlich eigentlich angekündigt, die Bürokratiekosten der Wirtschaft um 25 Prozent beziehungsweise rund 16 Milliarden Euro zu senken und den Personalbestand in bestimmten Behörden des Bundes bis 2029 um acht Prozent zu verringern.

Doch stattdessen plant die Regierung die Einführung einer neuen Steuer mit eigener Erhebungsstruktur, hohen Personalkosten, Meldepflichten und Antragsverfahren. Dass dies das zuvor angekündigte Vorhaben konterkariert und zu einer Mehrbelastung für die Verbraucher führt, liegt auf der Hand. Die Mehrbelastung pro Haushalt durch Umlegung der anfallenden Mehrkosten für die Unternehmen auf die Verbraucherpreise soll nach Einschätzung der Verbände bei rund 50 Euro im Jahr liegen.   

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt an der Umsetzung der neuen Steuer sind die entstehenden ökologischen Fehlanreize. Wenn Kunststoff verteuert wird, trägt dies nicht zwangsläufig dazu bei, dass Unternehmen auf die umweltfreundlichsten Verpackungen umsteigen. Hersteller könnten beispielsweise auf schwerere Materialien oder schlecht recycelbare Papier-Kunststoff-Verbunde ausweichen – zumal Verbunde mit höchstens fünf Prozent Kunststoff gar nicht unter die Steuer fallen.

Bereits in einem im Juli veröffentlichten Verbändepapier zur Plastiksteuer – an dem unter anderem Plastics Europe, der Verband der Chemischen Industrie und mehrere Bundesverbände beteiligt waren – hieß es, dass eine massive ökologische Fehlsteuerung „zugunsten von anderen Verpackungsmaterialien, die weder besser recycelbar noch klima- oder ressourcenschonender sind“, drohe.

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65 Kommentare

  • Klingbeil plant ständig neue Steuern und Merz verteilt die Steuergelder in der ganzen Welt Milliarden Euro. 1 Billionen Steuereinnahmen reichen den Sozialisten nicht, sie drehen immer weiter an der Belastungsschraube für die Bürger.
    Außerdem wird die Zinsbelastung für die Schulden in den nächsten Jahren zu noch mehr Belastungen führen.

    • Und Milliarden für das Bandera-Asow Regime.

      • irgendwer hatte neulich berichtet das, oh zufall, die erwarteten gelder der

        plastiksteuer ungefaehr den von merz juengst erneut zugesagten geldern fuer

        die ukraine entsprechen.🥳

        solange die mehrheit der deutschen nicht gegen den krieg auf die barrikaden steigt, weil sie sich immer noch erhoffen, dass merz die krim zurueckholt, und dass der schauspieler die westlichen werte verteidigt, wird es noch jahre so weitergehen.

        bis zum letzten ukrainer, bis zum letzten euro in unseren taschen.

        • Meine ausschließlich den ÖRR per TV und Rundfunk konsumierende Nachbarin meinte neulich, dass wir das Geld für die Ukraine unbedingt brauchen, weil Putin sonst direkt zu uns durchmarschiert.
          Das scheinen die den Leuten dort zu erzählen.

          10
  • Super, finde ich gut. Hebt die AfD auf 35 % und die CDU unter 15%.

    • hoffentlich !

      dann sollte die AFD aber gleich mal deutlich machen, dass sie diese steuer im regierungsfall wieder rueckgaengig macht.

      sonst koennte man noch meinen, sie nimmt das geld gerne an, waescht sich aber als nichtverursacher die haende in unschuld.

  • Die vom Staat direkt oder indirekt profitierenden könnten bald die 50% überschritten haben. Ich würde zukünftig auf die Auswanderungsrate von Deutschen schauen. Diese wird noch weiter ansteigen.

    • Umso mehr Auswanderer, umso schneller hat das Desaster ein Ende. Die Einnahmen werden mit der Zeit weniger und die zu Versorgenden mehr. Game over ist nur eine Frage der Zeit.

  • Ich wäre für eine Steuer auf Scheiße. Die würde ich noch persönlich zum Wiegen zum Finanzamt bringen oder per Paket schicken 😁

    • Da bin ich dabei, ich mache gleich ein Päckchen zum Verschicken fertig

      • 💩💩💩

    • Halbe halbe an den fetten Klingbeil und den Lügner Merz.

  • Ich wiederhole mich: Der Haushalt ist nicht mehr aufstellbar. Die geltenden Steuern decken die Ausgaben nicht mehr. Deswegen werden neue Steuern erfunden. Co2-Steuer, Zuckersteuer, Plastiksteuer plus Steuererhöhungen wie Tabaksteuer.

    SPD konnte noch nie Haushalten! Es beweist sich immer wieder.

  • Er plant sicher schon die Klopapiersteuer. Damit wir zum Sparen die Rückseite auch benutzen.

  • Sitzen die irgendwo zusammen und denken sich neue Steuern aus?

  • Letztlich zahlt jede Steuer der Verbraucher.
    Auch die Kosten für die Bürokratie.
    Die schlechteste aller Regierungen muss endlich weg.

  • Die Inkompetenz ins Gesicht geschrieben.

    • Das stimmt. Es ist höchste Zeit, dass der Antifa-Typ politisch geht.

  • Es geht immer nur um mehr Steuereinnahmen.
    Jede Papiertüte enthält mehr Plastik, als eine Kunststofftüte. Grund ist der Leim.
    Auf der einerseits Jugendschutz bei Zucker, auf der anderen Drogen legalisieren.
    Diesel der 4 Liter braucht verbieten, aber Benziner der 8 Liter braucht erlauben.
    Es geht nie um Klima, um Sicherheit, um Lebensqualität oder Gesundheit. Das sind alles nur populistische Tricks.

  • Ab 2028 könnte auch eine Fuss- und Fingernagelsteuer einführt werden.

  • Wann kommen dann Porzellan und Textilsteuern?

  • Kann Genosse Klingbeil nicht endlich mal einen Arbeitskreis gründen mit der Aufgabenstellung, welche neue Steuern und Abgaben in Deutschland erhoben werden können?
    Die Luftsteuer (CO²) haben wir ja längst, zur Zuckersteuer dann noch die Salzsteuer,
    denn weniger Salz soll ja den Blutdruck senken.
    Aus Gründen der Gerechtigkeit sollten auf alle Haustiere Steuern erhoben werden.
    Fehlt noch, bei jedem neugeborenen Kind eine „Geburtssteuer“ zu erheben.
    Die Sektsteuer aus Kaisers Zeiten muß dringend novelliert,ähm, erhöht werden.
    Mit den Mehreinnahmen kann dann Genosse Pistorius die 4 Milliarden Euro Strafe an eine niederländische Werft bezahlen. Wegen den nicht gebauten 4 Fregatten.

  • MakeUp sitzt und Haare halten dank 3-Wetter-Taft

  • Es fehlt noch eine Steuer auf heisse Luft 🌬️

  • Ein Finanzminister, der einem vorkommt wie ein Spielsüchtiger. Noch in der letzten und dunkelsten Ecke wird nach ein paar Münzen gesucht.

  • Klingbeil besitzt nur eine Qualität: Die Perfektionierung des Raubrittertum!

    Kann weg!
    Muss weg!

  • Vergnügungssteuerpflicht für die Realsatire die die Altparteien gerade abliefern könnte auch nochmal einige Milliarden einbringen 😉

  • Wer, bitte, waehlt sowas ueberhaupt? Nicht nach zu voll ziehen, die muessten alle laengst unter drei Prozent sein.

  • Die Plastiksteuer ist reine Abzocke. Wir haben in D das „System der getrennten Abfallsammlung und Wertstoffrückgewinnung“. Dazu gehören auch die Pfandflaschen, und der getrennte Plastikmüll. Damit sind wir anderen Ländern voraus. Unsere Mülltrennung ist also schon vorfinanziert. Eine Plastiksteuer wird auf den Philippinen nicht das Geringste ändern. Sie ändert auch nichts daran, dass viele Softdrinks weiterhin in Plastik vermarktet werden, ausser, dass die Getränke teurer werden. Aber das hatte Merz ja Mantra artig angekündigt. Und diesmal hält er Wort.
    Es geht als rein um das Abgreifen von Geld, um die Luftschlösser der Sozialisten zu finanzieren. Das darf so nicht durchgehen. Keinesfalls.

    • das wertstoffsammelsystem gibts in der ganzen EU.

      pfand fuer plastikflaschen hat norwegen sogar schon viele jahre vor der EU eingefuehrt.

      nur die schweiz hat noch kein pfandsystem fuer PET flaschen.
      wird aber daran gearbeitet.

  • Dumm, dümmer, Deutschland.

    • Bitte nicht die Regierung mit Deutschland gleichsetzen.

      • wer hat die De…n denn gewählt?

        • Viele Millionen haben auch alternativ gewählt.

          4
        • Die gleichen De…n.

          1
  • Ich bin für die Einführung der „Übergewichts-Steuer“ für Klingbeil.

  • Diese Sche…politiker suchen wie verrückt nach immer neuen Steuern und Abgaben. Wenn sie zur Abwechslung mal unsere dringendsten Probleme angehen würden wäre fein…

    • tja., solange der waehler ihnen diese moeglichkeit gibt, werden sie sie bis zur letzten sekunde auskosten.

      muessen halt mehr leute AFD waehlen.

      warum nur tun sie es nicht?

      selbst den finanziell bessergestellten muesste doch allmaehlich ein licht aufgehen.

      oder spueren es soviele tatsaechlich noch nicht?

      • Es gibt tatsächlich genügend, denen es noch sehr gut geht und denen das alles im Geldbeutel nicht weh tut.
        Die leben auch in ihren Vierteln fahren nicht mit den Öffentlichen und die Kinder gehen auf Privatschulen oder -unis.

    • Solange die Korrupten Schweine da sind passiert gar nix.

  • Nur eine Kleinigkeit, aber symptomatisch: 819 neue Beamtenstellen sollen 46Mio p.a. kosten. Das wären 56.200€ p.a. und Nase. Realistisch sind wohl eher 200.000€ pro Stelle und damit eher etwa 200Mio. Kosten. Damit geht ein erheblicher Teil der blödsinnigen neuen Steuer auch noch in ihre Erhebung. Rechnen können die überhaupt nicht.

    Lächerlicher Zirkus, Da wundert mich langsam überhaupt nichts mehr.
    Wir brauchen dringend einen Milei!!!!

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