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Niedersachsen

„Für ungültig erklären und rückgängig machen“: Ausgeschlossene AfD-Kandidaten legen Einspruch gegen Wahlen ein

Alle bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen ausgeschlossenen Kandidaten der AfD haben Einspruch gegen die betreffenden Wahlen eingelegt. Die Wahlen seien „für ungültig zu erklären und zu wiederholen“.

Von der Kommunalwahl in Niedersachsen ausgeschlossen: Der AfD-Politiker Martin Sichert (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Martin Sichert, Stephan Bothe, Thomas Moriße und Justin Vogel wollen sich mit dem Ergebnis der Kommunalwahlen in Niedersachsen nicht abfinden. Alle vier ausgeschlossenen AfD-Kandidaten haben Einspruch gegen diese Entscheidung eingelegt. Die Wahlen seien „für ungültig zu erklären und zu wiederholen“, heißt es jeweils in den anwaltlichen Schreiben an die zuständigen Behörden, die Apollo News vorliegen.

„Es hätte die Möglichkeit bestanden“, dass die AfD-Männer ihre Wahlen gewonnen hätten, schreibt der Rechtsanwalt Christian Wirth, der gleichzeitig Bundestagsabgeordneter der AfD ist. In allen Fällen kommt er zu dem Schluss, dass ein „rechtswidriger Wahlausschluss aus materiellen Gründen“ einen schwerwiegenden Fehler darstelle – mit „materiellen Gründen“ ist die politische Ausrichtung der Bewerber gemeint.

Betroffen von den Wahlausschlüssen waren neben den beiden Landratskandidaten Martin Sichert und Stephan Bothe in den Landkreisen Friesland beziehungsweise Lüneburg auch die AfD-Politiker Justin Vogel, der für die Bürgermeisterwahl in Herzberg am Harz antreten wollte, und Thorsten Moriße, der als Oberbürgermeisterkandidat in Wilhelmshaven kandidieren wollte.

Im Falle des ausgeschlossenen Kreisvorsitzenden Justin Vogel sei unter anderem sein Engagement in der AfD selbst als Ausschlussgrund angeführt worden – diese Funktion als „rechtlichen Malus“ zu behandeln, sei jedoch ein Verstoß gegen das im Grundgesetz verankerte Parteienprivileg. Darüber hinaus gebe es auch „keine individuell zurechenbaren Äußerungen“, die Zweifel an Vogels Verfassungstreue begründeten.

Auch bei dem Bundestagsabgeordneten Martin Sichert dürfe die Parteimitgliedschaft nicht maßgeblich sein. Für einen Wahlausschluss müsse vielmehr eine „strenge Verhältnismäßigkeitsprüfung“ durchgeführt werden, die „schwerwiegende Zweifel“ an der Verfassungstreue aufdecke; „irgendwelche Zweifel“ reichten laut Wirth nicht aus. Auch hier seien die individuell zitierten Äußerungen „nicht geeignet, hinreichende Zweifel“ an Sicherts Verfassungstreue zu begründen.

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Ebenso sei bei Landesvize Bothe und dem Wilhelmshavener Stadtratsmitglied Moriße die negative Berücksichtigung der Parteimitgliedschaft unzulässig, auch wenn die niedersächsische AfD seit 2026 als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Auch hier erklärt Christian Wirth, dass die individuellen Äußerungen keinen Anlass zur Unterstellung mangelnder Verfassungstreue gäben.

Im Folgenden müssen nun die entsprechenden Behörden entscheiden, ob den Anträgen stattgegeben und die jeweilige Wahl wiederholt wird. Lehnen sie eine Wiederholung der Wahl ab, können die Kandidaten vor dem Verwaltungsgericht klagen. Das ist innerhalb eines Monats nach Zustellung der Entscheidung möglich.

Bereits im Vorfeld der Kommunalwahlen hatten die vier Kandidaten Eilanträge gegen den Ausschluss gestellt; diese wurden jedoch jeweils abgewiesen. In den Fällen von Bothe, Sichert und Vogel hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg darauf verwiesen, dass die Beschlüsse des Senats „unanfechtbar“ seien und eine Prüfung der Rechtmäßigkeit erst nach den Wahlen stattfinden könne (mehr dazu hier).

Moriße hatte einen Antrag vor dem Verwaltungsgericht Wilhelmshaven gestellt, der ebenfalls abgewiesen wurde. Die gesetzlichen Normen seien in allen Fällen korrekt angewendet worden und nicht offensichtlich verfassungswidrig (Apollo News berichtete). Moriße hatte in der Folge darauf verzichtet, noch vor den Wahlen Beschwerde einzulegen.

Eine Änderung des Niedersächsischen Kommunalwahlgesetzes hatte Wahlausschüssen ermöglicht, bei Zweifeln an der Verfassungstreue eines Bewerbers für ein hauptamtliches Spitzenamt die Kommunalaufsicht des Innenministeriums einzuschalten. Dies führte zum umstrittenen Ausschluss der vier Politiker von den niedersächsischen Kommunalwahlen.

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22 Kommentare

  • Die Ausschlüsse klingen eher nach Willkür,… bleibt zu hoffen, dass ein (evtl.) noch vorhandener Rechtsstaat sich durchsetzt, in dem wirklich Recht gesprochen wird.
    Auch unsere Justiz täte gut daran, verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen.

    • Welcher Rechtsstaat?

      -18
  • Wieder werden diese „Behörden“ sehr viel Zeit für ihre Entscheidungen benötigen und erst dann kann dieser Staat beweisen, ob er tatsächlich noch ein Rechtsstaat ist.

    Ich befürchte, wir wissen alle wie es ausgehen wird.

  • Viel Erfolg für die AFD Politiker. Wir müssen für die Demokratie kämpfen!

  • WELT: Schwedens Sozialdemokraten erklären Regierungsbildung für gescheitert.
    Frage: Kommt jetzt die Schweden-AfD (SD) an die Macht? In Schweden hätte man kein Problem damit und niemand fordert ein Verbotsverfahren.

    • Na Kunststück ! Schweden ist ja auch eine richtige Demokratie mit echten Politikern !
      Deutschland ist doch nur eine Parlamentarische Diktatur mit einer Horde von Statisten und Sozialversagern !

  • Sehr guten Vorgehen. Ich wünsche euch gutes Gelingen AFD💙💙💙💙💙

  • Ich hoffe es gelingt, in Deutschland muss wieder Recht und Ordnung herrschen.

  • WIR HABEN HIER EINE LINKSROTGRÜNE TERRORDIKTATUR !!!!!!! WENN WAHLEN WAS ÄNDERN WÜRDEN WÄREN SIE HIER VERBOTEN !!!! IHR VERDAMMTEN VERBRECHER VON DEN KARTELLPARTEIEN HAUT ENDLICH AB !!!!!!!!!!!!! ICH BIN WÜTEND !!!!!!!

  • Wer Kandidaten von der Wahl ausschließt, traut offenbar dem Demos nicht. Wer das aber nicht tut, kann kein Demokrat sein. Er will die Macht usurpieren, nicht verliehen bekommen.

  • Guter Versuch und vollkommen zu Recht wird aber in (Unserer Demokratie ) nichts bringen.

  • Richtig so.Mit dem Besen auskehren.

  • Daniela Behrens ist bekanntlich in der SPD. Die Partei will ein AfD-Verbotsverfahren, SPD und Grüne sind eifrig dabei, AfD-Politiker auszuschließen und auszugrenzen. SPD und Grüne werden in Berlin sehr wahrscheinlich mit der Linksetrempartei koalieren und eine Linksextreme zur Regiereden wählen. Damit ist alles zum Zustand UnsererDemokratie gesagt.

  • Aber sicher nicht in „unserer Demokratie“…

    -15
  • Bei zukünftigen Wahlen ist die spD als mutmasslich gesichert Verfassungsfern von allen Wahlen auszuschließen und ein Parteienverbot in Aussicht zu stellen. Aussagen von Mirsch, Klingbeil und Esken deuten auf radikalisierte Kräfte in der gesamten Partei. /Io

  • Unsere Links-Grünen Richter werden das schon abweisen!

    -14
  • Vom Bundesverfassungsgericht das gerade gefeiert wurde maßlos enttäuscht.
    Soweit ich mit bekommen habe würde auch das oberste Gericht angefragt und hatte dies nicht bearbeitet und an die Verwaltungsgerichte verwiesen aber bei dem wichtigen Thema und zumal nur dieses Gericht das passive Wahlrecht entziehen kann hätte es diese Fälle,auch für die Demokratie zu schützen annehmen müssen.

    Ich erwarte daher nichts mehr von diesem Gericht das mit Partei Funktionären und Politikern besetzt wurden. Da ist doch keiner mehr unabhängig.
    Nicht „unsere“ aber die Demokratie wird deren Ideologie geopfert.

    -13
  • Ja selbstverständlich sind die Wahlen nichtig!, das weiss das Kartell auch!

    -13
  • Trotz erhöhter Wahlergebnisse für die AFD wird der ÖRR, der Deutsche Schandfunk, wieder zum Anti-AFD Treiber. Sie wollen eine AFD verbieten, die alle Wähler dieser Partei als Rechte abstempelt! Hier zeigt sich nach wie vor, wer Hass und Hetze verteilt. Die Angst, ihre Korruption und ihre Abzockereien zu verlieren treibt die Alt-Parteien in den Wahn.

  • Was soll man in Deutschland überhaupt noch von der Demokratie der Kartellparteien halten ?
    Steinmeier(SPD) hält AFD Wähler für Vulgär und Linksextremistische Antisemiten Islamisten und Terroristen unterstützende Wähler für die politische Elite des Landes .
    (Vornehm, edel oder anständig) Aber deren Steuergelder nehmen sie ohne Ende !
    Behrens ist da wohl die neue Sophie Scholl !

    Amerika sollte Steinmeier Behrens usw auf die Liste der Unerwünschten Personen setzten .

    -10
  • nana….die logische Konsequenz aus „Unsere Demokratie“ ist eben „Unsere Wahlen“.

    Aber Russland vorwerfen dass……..ach was. lassen wir das.

    -14
  • Wählen gehen, obwohl die eigene Partei draußen gehalten wird? Klar, Basisdemokratie a la Blockparteien. Da werden Listen manipuliert und Kandidaten abgesägt, damit am Ende nur die zugelassenen Systemmarionetten übrig bleiben. Wer nach diesem Offenbarungseid noch an faire Wahlen glaubt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Aber gut, Einspruch einlegen schadet nicht, auch wenn der Rechtsstaat längst kaputtgespielt ist.

    -18

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