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Die ärmste Sau im ganzen Land

Carsten Linnemann trat als gebrochener Mensch vor die Kameras. Er muss jetzt das tun, was er eigentlich abgelehnt hatte: Unter dem Kanzler der Wählertäuschung Minister werden. Damit steht er vor den Trümmern seiner politischen Existenz. Die Tragödie: Das ist ihm schmerzhaft bewusst.

Carsten Linnemann bei der Vorstellung der Kabinettsumstellung von Friedrich Merz. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Carsten Linnemann tritt mit einer Grabesmiene vor das Mikrofon. Soeben hatte Friedrich Merz verkündet, dass er neuer Gesundheitsminister werden soll. Schwer atmend und mit dem Habitus eines Schülers, der gegen seinen Willen vor die Klasse treten muss, sagt er: „Ja, der Bundeskanzler hat mich gestern gebeten, das Amt des Bundesgesundheitsministers zu übernehmen.“

Es folgten völlig desmotivierte Floskeln, inklusive der unglaubwürdigen Behauptung, er freue sich auf die neue Aufgabe. Schon als Friedrich Merz noch redete und seinen Kabinettsumbau vorstellte, stand der CDU-Generalsekretär mit einem Gesichtsausdruck daneben, der bei einer Beerdigung nicht negativ aufgefallen wäre. Normalerweise sind Minister zum Schluss ihrer Amtszeit am Ende, Linnemann ist es zu Beginn.

Carsten Linnemann hat einen Doktortitel in Volkswirtschaftslehre. Er war Assistent des Chefökonomen der Deutschen Bank. In der Politik engagierte er sich also wohl aus echter Überzeugung, wollte marktwirtschaftliche Reformen. In diesem Jahrtausend hat der bisherige Generalsekretär der CDU das politische Halbwunder vollbracht, sich nicht komplett unglaubwürdig zu machen und den eigenen Gedanken und Ideen mehr oder weniger treu zu bleiben.

Damit ist es jetzt vorbei. Friedrich Merz hat ihn geradezu dazu gezwungen, Gesundheitsminister in seinem Kabinett des Niedergangs zu werden. Er muss also das Amt ausfüllen, das er zu Beginn von Merz‘ Amtszeit aus Überzeugung ablehnte. Im Mai 2025 begründete er seine Absage bei Phoenix folgendermaßen: „Wenn sie mich jetzt als Gesundheitsminister aufgestellt hätten, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt: ‚Warum wird der Gesundheitsminister? Was hat der damit zu tun?‘. Deshalb: Schuster, bleib bei deinen Leisten.“

Jetzt wird er quasi dazu gezwungen, als Gesundheitsminister nicht erfolgreich zu sein. Er übernimmt somit ein Amt mit enormen Schwierigkeiten, vermintem Terrain sowie allgegenwärtigem Lobbyismus von allen Seiten, weil jeder einzelne Mensch von der Gesundheitspolitik betroffen ist. Er kann nur verlieren, muss sich entweder in die Durchwurschtelpolitik der Koalition einfügen oder mit marktwirtschaftlichen Vorschlägen erstens maximal unbeliebt in der Bevölkerung werden und zweitens am SPD-Widerstand scheitern.

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Man könnte sich jetzt natürlich über den nächsten CDU-Politiker lustig machen, der seine eigene Linie verlässt. Man könnte betonen, dass er auch Rückgrat hätte zeigen und das Amt abermals hätte ausschlagen können. Aber die Wahrheit ist: Einem kann Carsten Linnemann einfach nur leidtun – er ist politisch die ärmste Sau im ganzen Land. Er steht symbolisch für ein System, das auch integre Menschen kaputt macht. Die Anreizstruktur, bestehend aus Nibelungentreue, Machtpriorisierung, Wortbruch und innerparteilichen Blaseneffekten, bricht am Ende so gut wie jeden Menschen, und sei er noch so von seinen Inhalten überzeugt.

Linnemann hat drei Jahrzehnte der Politik gewidmet, inhaltlich entpuppen sich diese 30 Jahre nun als verschwendete Lebenszeit. Nicht nur zerstört er sich selbst, sondern auch die Psyche der Christdemokraten in Deutschland, die in ihm einen der allerletzten Politiker mit echten Überzeugungen gesehen haben – trotz all der hilflosen Fußballsprüche und peinlichen Kurzvideos. Der letzte Ungebückte der ersten CDU-Reihe bückt sich nun. Und er ist sich dessen genau bewusst, leidet sichtlich darunter. Das ist die mitleidserregende Tragik der Geschichte.

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115 Kommentare

  • Wieso muß er?
    Er hätte ja auch ablehnen können.

    • Merzowitsch würde sogar den Hausmeister im Kanzleramt den Job geben, solange er das Parteibuch der CDU oder gar SPD hat und ALLES abnickt was von ihm kommt.

      Qualifikation, Erfahrung etc. sind doch WIEDER nicht vorhanden für einen relevanten Posten im Gesundheitsministerium, das wichtiger den je geworden ist und aufgeräumt gehört.

      Sämtliche „Bewegungen“ nun haben eines gemeinsam, KEINER hat/kann Eignung für den neuen Job aufweisen. Was wiederum bedeutet KEINER wird zum Wohle des dt. Volkes etwas bewirken/umsetzen.

      Und ob ein Linnemann wirklich sooo traurig ist über den neuen Job kann man bezweifeln.

      Denn im alten Job wären die Septemberwahlen der Karrierekiller schlechthin, die er nun NICHT mehr verantworten muss und eben der „Neue“ aufgebürdet bekommt.

      • Der Hausmeister würde es vermutlich besser machen. Ich gehe davon aus, dass er zumindest noch so etwas wie gesunden Menschenverstand besitzt, der unserer „Elite“ samt und sonders abgeht.

    • Ich halte von dem Linnemann sehr viel. Seinen Gedankengängen kann ich stets gut folgen. Eigentlich gibt es keine Partei in die er hineinpasst.
      Ich drücke ihm die Daumen 👍🏻

      • Viele haben von ihm viel gehalten, ihn als DEN gefeiert, der jetzt endlich das Ruder rumreißt. WAS ist passiert? NICHTS! „Wir“ halten weiterhin Kurs auf den Eisberg!

        • Wirklich was ändern tut nur die AfD !!!!!!!!!!!

          1
        • Dann stellen wir mal unser „Dreamtean“ auf:

          Linnemann als Kanzler. Kubicki als Bundesfinanzler, Weidel als Innenministerin, Höcke als Bundesheimatschutzbeauftragter..
          (Mir geht gerade die Tinte aus.)

          -3
      • Ironie kennzeichnen!

      • Der ist in der CDU. Von daher kann der nicht inteligent sein. Der ist doch ein verkappter Linksextremist.

  • Friedrich Merz sollte zurück treten.

    Die gegenwärtige Regierungskoalition wird nur von selbst auferlegten Zwängen zusammengehalten, die Kompromisse zwischen Union und SPD sind zum größten Teil auf Schulden gebaut und stellen auch sonst keine langfristigen Lösungen dar.

    Zu den mangelhaften politischen Leistungen kommen noch die Personaldiskussionen und individuelle Fehlleistungen, die, wie zB Wolfram Weimer, die Regierung von Anfang an plagten.

    Weder löst diese Regierung die ihr gestellten Aufgaben noch existiert genug Vertrauen zwischen den Politikern selbst und zwischen Wählern und Regierung um die eigentlich gerade erst begonnene Legislaturperiode zu überstehen.

    Dieses Gemurkse ist nicht mit anzusehen.

    Rücktritt und Neuwahlen.

    • Gut begründeter Kommentar den ich teile.

    • Geniale Analyse voller weiser Worte. Hervorragend!!!!!!!!!

  • Er könnte ja ablehnen.
    Arme Sau bei dem Einkommen?

    • Genau so sehe ich das auch. Er sollte sich an seinem Kollegen ein Beispiel nehmen, der das Verkehrsressort abgelehnt hat.

    • Mein Mitleid hält sich in engsten Grenzen, Herr Linnemann hat ausgesorgt, er hätte locker NEIN sagen können und dabei gleich aus der CDU austreten können. So wird er jeden Tag einen Loser im Spiegel sehen, einen angepassten Verräter seiner Ideale. Von dem Menschenschlag haben wie eh viel zu viele…Mitleid habe ich mit den entlassenen Arbeitern, die unter der ideologischen und selbstzerstörerischen Politik der CDUSPD leiden und keine üppige Pension wie Herr Linnemann bekommen, die würden bestimmt gerne mit ihm tauschen. Übrigens hat schon Herr Seehofer, ein weiterer rückgratloser Umfaller, schon vor langer Zeit gesagt, dass man gegen die Krankheitslobby nicht gewinnen kann. Ist der Posten also eine Bestrafung für zu wenig Speichellecken?

      • Es ist der verzweifelte Versuch von Merz den allerletzten halbwegs integeren Kandidaten der restlichen Konservativen in der CDU dauerhaft zu beschädigen, damit die Agenda weiterhin durchgezogen werden kann.
        Herr Brechtken hat mit seiner Analyse recht. Es fehlt aber der Schluss.
        Lenni hat, wie alle Soyamännchen in der politischen Landschaft, nicht den Mut zu Rebellion und Tyranenmord.
        Da ist er wie der Champagner Schwäzer Söder. Beide haben den Moment und ihre Chance verpasst, die Partei von Merz und den Günthers zu befreien. Sie sind nicht ausreichend vernetzt, nicht charismatisch und können auch nicht strategisch denken.
        Sie werden jetzt noch ein paar wenige Jahre vor sich hinvegetieren und dann im Nirgendwo verschwinden, da die traditionellen Versorgungsposten in der Wirtschaft auch immer seltener werden, dem Abschwung sei dank

  • Ein sehr zutreffender Kommentar, vielen Dank, Herr Brechtken! Genau das habe ich heute Morgen auch gedacht, als ich ihn sah. Und als jemand, der ihn schon lange kennt und begleitet, kann ich gut nachvollziehen, wie er sich derzeit fühlen muss.

    Allerdings hat er sich letztlich selbst in diese Situation manövriert – auch dadurch, dass er mit der Zeit leider zunehmend beratungsresistent geworden ist. Dabei ist er im Grunde ein guter Kerl. Ich hoffe sehr, dass er wieder zu sich selbst findet und zu dem Menschen zurückkehrt, der er einmal war: ein aufrechter, ehrlicher und geradliniger Mann, der sich an christlichen Werten orientiert.

    Ich wünsche es ihm jedenfalls von Herzen!

    • … wenn das Verbiegen beginnt, ist die Geradlinigkeit vorbei. Kann man nicht ungeschehen machen. Je öfter, desto weicher.

  • Linnemann tut mir aber überhaupt nicht leid.
    7

    • Linnemann hat den Mittelstand im Paderborner
      Land verraten. Dieses Bübchen ist karrieresüchtig.
      Übrigens,
      Bild-Zeitung wirbt für Leihmutterschaft:
      kriminell, frauen- und kinderverachtend!
      https://www.youtube.com/watch?v=MdXHmmBf6no

      • Bübchen! Das passt in jeder Hinsicht! 😄

      • Die Springerpresse war schon immer elend linksrotgrünversifft

    • er kommt mir immer wie ein kleines, maximal veraergertes maennl vor.

      • Döner ist türkisch also islamistisch also pfui. Besorgen Sie sich einen Deutschen Namen

  • Mitgegangen – Mitgefangen. Wäre er schlau, hätte er es vorher gesehen

    • … der kennt doch seinen Friedrich. Verstehe nur nicht, warum scheinbar über die Auswirkungen nicht gesprochen wurde. Merkwürdig. Glaube, Merz brauchte dringend Ersatz für das Bundeskanzleramt wegen der schlechten Kommunikation. Merz hat damit vielleicht Linnemann einfach geopfert. Ein Scheitern kann sich Linnemann nicht leisten.

  • Warum hält sich mein Mitleid so erstaunlich in Grenzen??

  • War von Anfang klar, dass er das nicht will. Der will auch nicht mehr Friedrich Merz und würde lieber eine Revolte gegen ihn anzetteln, als Gesundheitsminister zu werden.

    • Na dann ran Herr Linnemann.
      Merz ist doch gerade so schwach wie nie zuvor!

  • Nun, das ist jetzt vielleicht ein bißchen „off topic“ …

    Ich frage mich ja schon länger, ob es in der CDU einen geheimen Parteitagsbeschluß über die bundesweite Vereinheitlichung von Krawattendesigns nach dem Vorbild des Parteivorsitzenden gibt, oder ob die Orientierung an der Krawattenauswahl des Parteiführers evtl. freiwillig zur Karriereförderung geschieht …?

    • Nachtrag (ohne Häme):

      Aussage Dr. Linnemann (2025): „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt: ,Warum wird der Gesundheitsminister? Was hat der damit zu tun?‘ Deshalb: Schuster, bleib bei deinen Leisten.“

  • Ich kann bei Menschen, die ihre Werte verkaufen, keine Tragik erkennen, wenn sie scheitern.

  • Man könnte es auch anders sehen.
    Noch mal ran an den Fleischtopf.
    Wer weiß,ob bei der nächsten Bundesregierung nicht Heidi im Kanzleramt sitzt.
    Da heisst es,jetzt zugreifen.

  • Jeden Tag Theater für umsonst ❣️
    Danke CDU 👋

  • Der tut mir aber so was von leid.

  • Na ja, er hätte tatsächlich „Rückgrat zeigen“ und den Posten ablehnen können.

    Man muss sich auch ernsthaft fragen, wie die Argumente lauteten, mit denen der Kanzler ihn „quasi gezwungen“ hat, Minister zu werden.
    Fakt scheint zu sein, dass der Mangel an „Ministerwilligen“ in der CDU noch größer ist als der Fachkräftemangel. Wo sind sie denn alle, die etwas auf dem Kasten haben?

    Dass sich nun Jahrzehnte der Parteiarbeit als verschwendete Lebenszeit entpuppen, betrifft nicht nur Linnemann. Wer es sich leisten kann, zieht sich zurück und spart sich für bessere Zeiten auf. L. kann es sich offensichtlich nicht leisten. Warum auch immer.
    Aber „ärmste Sau?“
    Bemitleiden sollte man ihn aus meiner Sicht nicht, denn wer in einem solchen Dilemma steckt und anstatt des Rückgrates den Posten nimmt, der verdient es nicht.

    Merke: Man hat IMMER die Wahl, und nichts ist alternativlos.

  • So ein Quatsch. Der kann doch NEIN sagen. Wo ist das Problem?

  • Wissen Sie, ich war Fan von Linnemann. So, wie ihn, stellte ich mir die CDU vor. Jedenfalls nicht Günther. Kindisch natürlich. Weil ein Carsten macht keine CDU. Ich schrieb ihm. Positives (ernstgemeint) und bekam sogar Antwort. Das alles ist verfolgen. Ihm glaub ich kein Wort. Für mich ist er mittlerweile CDUpur, so wie Friedrich (Kanzler schreibt man dazu ja auch nicht mehr). CDU steht für…Sie wissen schon. Und „pur“ fürs Zementierte. Linnemann war ein großes politisches Talent und ist es wohl noch. Aber er macht nichts draus. Nicht einmal für sich. Und fürs Land? Diese CDU verhindert „fürs Land“ solange, bis zu spät. Die Union ist ein Apparat für den eigenen Machterhalt. Ich schreibe das ohne Schadenfreude. Es ist befremdlich, wenn es im Bundestag und auch sonst, nur noch eine wirklich konservative Kraft gibt. Das ist zu wenig für eine Demokratie für alle. Und diese eine konservative Kraft (man braucht sie nicht wählen) wird auch noch -pauschal- diskriminiert, gerade von der CDU.

  • Ist es die geradezu zwanghaft wirkende Treue zu Merz, die Linnemann zerstören wird?
    Oder Treue zur Partei, die, sollte er hinwerfen,
    mutmasslich rasant weiter absacken würde ?
    Linnemann sollte n a c h d e n k e n— sich fragen, ob Merz für ihn ein Opfer bringen würde und ob Merz es wert ist, die eigene Gesundheit und die eigene Überzeugung zu opfern.
    Merz sollte sich mal die Aufzeichnung des heutigen Presseauftritts anschauen—- ob er erkennen würde, dass es sein könnte, dass wohl kein Segen auf der heutigen Ernennung Linnemanns zum Gesundheitsminister liegen wird?

  • Linnemann sagte noch im Mai 2025: Als Gesundheitsminister „wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen“

    Wie kaputt ist diese linke Cdu wirklich?

    • Man sollte sich eher fragen: Wie kaputt ist das deutsche Gesundheitswesen eigentlich, dessen Obhut er übernehmen soll.
      Wer in den letzten Monaten in einer Klinik war, kennt die Antwort.

      • Hast du arabisch gelernt?
        Gut so!

        -22
        • Lerne DU erstmal Deutsch.

          16
  • Mir kommen die Tränen. Kommt er sonst nach Sibirien, wenn er nicht spurt?

    • dort trollt schon das Alice rum

      -20
  • Linnemann ist doch selbst schuld an seinem Dilemma. Warum bieten die wenigen Guten der CDU dem Merz nicht die Stirn?
    Es ist halt nicht schön wenn man nicht mehr mit beiden gierigen Händen ins Gurkenglas greifen kann, wenn das Kartenhaus dieser Regierung in sich zusammen fällt. Die Union hat sich eingemauert und merkt es selbst nicht einmal. Sie sollten die Weiße Flagge hissen und andere das Zepter übergeben.

    • Außerdem bleibt der Verdacht, daß Merz bloß einen möglichen Nachfolger beschädigen will.
      Als Gesundheitsminister kann man nur verlieren.

    • Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen:

      Merz hatte nie eine so schwache Position wie jetzt!
      Noch zwei oder drei Ablehnungen seiner Rufe und er kann nur noch gramgebeugt nach Hause kriechen.

  • Carsten Linnemann leitet das Gesundheitsministerium – ein politischer Selbstmord mit Ansage. Warum lässt er sich so verheizen, obwohl er das Amt nie wollte? Aus falschem Gehorsam gegenüber Friedrich Merz. Eine Absage wäre die ehrlichere Konsequenz gewesen, mit der er hätte leben können. Doch Linnemann knickte ein.

    Dabei setzt er sich keineswegs ins gemachte Nest. Seine Vorgängerin Nina Warken hat ihm ein politisches Minenfeld hinterlassen. Ein unfertiges Spargesetz, gegen das die Bundesländer Sturm laufen und eine völlig ungelöste, explodierende Pflegereform.

    Linnemann muss nun der Kopf für das Chaos hinhalten. Dem maroden System und den Wählern ist seine Vorgeschichte egal. Wenn die Beiträge steigen und Kliniken pleitegehen, steht er am Pranger, nicht Merz oder Warken. Sein Motto „Einfach mal machen“ ist in diesem Trümmerfeld pure Verzweiflung. Wer sehenden Auges in ein Minenfeld rennt, darf danach nicht jammern. Wer sich zum Bauernopfer machen lässt, erntet am Ende kein Mitleid!

  • Er hat einen Doktor in Volkswirtschaftslehre und hält doch den Wahnsinn der Regierung Merz und den Absturz Deutschlands ganz ruhig und gelassen aus. Was ist da los? Das hat masochistische Züge.

    • Gerade als Dr. der Volkswirtschaft sieht er doch überdeutlich, wohin der Zug rollt.
      Warum springt er nicht (mit laustarker Begründung!) ab?

      Das würde ihm beim Neustart nach dem unvermeidlichen Crash sicher hoch angerechnet.

  • Im Endeffekt fällt er halt um. Mitleid unnötig, finde ich.

  • Er hätte ablehnen können.
    Kein Mitleid mit Apparatschiks.

  • War er das nicht vorher schon? 🤠

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