Werbung:

Brandmauer-Debatte

Glaubwürdigkeit verloren: JU-Vorstandsmitglied fordert Merz-Rücktritt

Die Bundesschatzmeisterin der JU spricht sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt für einen Rücktritt von Friedrich Merz aus. Denn mit der aktuellen CDU-Führung könne keine Glaubwürdigkeit hergestellt werden.

Von

Clara von Nathusius ist Bundesschatzmeisterin der Jungen Union. (IMAGO/BREUEL-BILD)

Werbung

Die Bundesschatzmeisterin der Jungen Union (JU) fordert Bundeskanzler und CDU-Parteichef Friedrich Merz zum Rücktritt auf. Clara von Nathusius sagte in einem Instagram-Video, das sie am Dienstag veröffentlichte, dass es einen personellen Neuanfang in der Partei brauche, um wieder Vertrauen herzustellen. Die neuen Gesichter dürften nicht „nur nach Verwaltung des Abstiegs“ aussehen. Sie stehe zu dieser Aussage, auch wenn sie als Nestbeschmutzerin beschimpft werde. Denn das Misstrauen, das durch die Wahl in Sachsen-Anhalt zum Ausdruck gekommen sei, reiche bis ins Kanzleramt. Glaubwürdigkeit sei „mit der aktuellen personellen Konstellation in der CDU leider nicht herzustellen“.

Friedrich Merz sei mit dem Anspruch angetreten, die AfD zu halbieren, beginnt sie ihr Video. Doch stattdessen habe sich die CDU in Sachsen-Anhalt nun selbst halbiert. Die Reaktion der Parteiführung auf dieses Wahlergebnis „stellt mir ganz ehrlich die Nackenhaare auf“. Obwohl die CDU zwanzig Prozentpunkte verloren habe, stehe eine Debatte über den Parteivorsitz nicht an. Es sei jedoch kein Zufall, dass die Partei zwanzig Prozentpunkte verloren habe, sondern das habe man sich über Jahre erarbeitet.

Der Verweis auf die Brandmauer erspare es der CDU, zu hinterfragen, „was wir eigentlich falsch gemacht haben“. Weiter sagte sie: „Dass wir den Verweis auf die Brandmauer nach diesem katastrophalen Ergebnis immer noch anführen, ist eigentlich Katastrophe genug.“ Die Abgrenzung nach rechts und links folge daraus, dass man politische Ideen habe. „Sie ersetzt diese politischen Ideen aber nicht.“

Von Nathusius kritisierte in ihrem Video, dass die CDU in ihren Unvereinbarkeitsbeschlüssen nicht kohärent sei. Denn für das BSW gebe es keinen solchen Beschluss, sodass man in Thüringen mit der Partei eine Koalition gebildet habe. In Sachsen habe man mit Stimmen der Linkspartei den Haushalt beschlossen. „Jedes für sich ist vielleicht erklärbar, doch zusammen ergibt das gar nichts.“ Doch Kohärenz sei das Mindeste, was man den Wählern als Regierungspartei schulde.

„Und aus diesem Grund gehören die Unvereinbarkeitsbeschlüsse der CDU ersetzt.“ Anstelle von Parteitagsbeschlüssen brauche es inhaltliche Linien: Man arbeite mit denen zusammen, die die eigenen Ideen unterstützen, und arbeite nicht mit denen zusammen, die die eigenen Ideen ablehnen. Wer aus dem Euro raus wolle oder die NATO ablehne, mit dem könne man nicht zusammenarbeiten.

Lesen Sie auch:

Die CDU habe die soziale Marktwirtschaft ermöglicht und zur Wiedervereinigung beigetragen. Doch heute sei die Partei eher wie ein „Insolvenzverwalter von Made in Germany“, aber ohne Plan. Doch es sei nicht alles schlecht im Land: Im vergangenen Jahr seien so viele Start-ups gegründet worden wie nie zuvor. Es gebe eine kostenlose Schulbildung und eine freiwillige Feuerwehr. Der Staat sei für die Verteidigung zuständig und müsse kontrollieren, wer komme und wer auch wieder gehen müsse. Jedoch müsse sich der Staat auch aus den Dingen heraushalten, bei denen er nichts zu suchen habe, wie etwa aus der Unternehmensführung, so die JU-Schatzmeisterin.

mra

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

30 Kommentare

  • Nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt hält die Türkische Gemeinde das Land für unzumutbar und fordert die Aufhebung der Residenzpflicht. Der designierte Ministerpräsident Ulrich Siegmund bedankt sich höflich: Die Gegner übernähmen bereits die Standortberatung. Ein Präsentkorb sei unterwegs.

    15
    • …und die türkische Gemeinde in Sachsen Anhalt FORDERT mehr Geld.

      7
  • Ich frage mich schon länger, wie es sich als junger CDUler oder junger SPDler anfühlen muss, mit anzusehen, wie die eigene Parteispitze von Legislatur zu Legislatur die möglichen Posten um teils die Hälfte reduziert und damit den jungen quasi die Tür nach oben vor der Nase zuschlägt. Gerade bei der SPD müssen doch die u30 mittlerweile fest davon ausgehen, dass 99% von denen nie auf einen von den absehbar 3 bis 4 Parlamentssitzen der SPD Platz nehmen werden.

    Das die nicht längst die Parteispitze absägen, zeigt, dass man sich mit einer Zukunft in der außerparlamentarischen Bedeutungslosigkeit arrangiert hat. Hauptsache die leben nicht von Bürgergeld.

    11
  • https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/selbstmord-cdu-sachsen-anhalt/

    „Nun hat sich also der Ministerpräsident auf Abruf Sven Schulze von der CDU schnell noch zum Fraktionsvorsitzenden wählen lassen. Klar. Das verdoppelt seine Abgeordnetenbezüge. Aber auch wenn dieser Staat längst nur noch ein Beutestück der CDU ist: Das ist selbst für die Dreisten zu dreist. Herr Schulze rechnet schon mit einer Niederlage bei der Ministerpräsidentenwahl und sorgt vor. Für sich.“

    Was sagen Sie denn dazu, Frau von Nathusius?

    14
    • Die macht´s genau so, wenn´s drauf ankommt. Schlösser müssen unterhalten werden. Nicht, dass sie am Ende noch den Pöbel einlassen muss.

      7
  • „Die Abgrenzung nach rechts und links….“!
    Seit wann grenzt ihr euch denn nach links ab?
    Ist DAS Abgrenzung, wenn man „Links ist vorbei“ brüllt, um anschließend mit einer linken Partei, der SPD, die auch noch eindeutig abgewählt wurde, koaliert? Pffff

    16
  • Hallo „Junge Union“: Wie will man folgende Punkte mit konservativer Politik begründen?:

    -Aus welchen Gründen werden Konservative aus Deutschland, England und Frankreich anders behandelt als aus 170 anderen Ländern in der Welt?
    – Im Osten gibt es blühende Landschaften mit Windkrafträdern und Graffiti an den Hauswänden der Innenstädte.
    – Eine Frau im ostdeutschen Plattenbau erwähnte mal im ÖRR, dass in ihrem Haus zu DDR-Zeiten in jeder Wohnung Kinder waren und heute in keiner einzigen.
    – Es gibt einen Geschlechterungleichgewicht von 9% in der Altersgruppe 18-28. 350000 Männer können keine Familie bilden. (Destatis)
    – Im Jahr 2025 gab es einen Wanderungsverlust von Netto 97000 Deutschen und über 50000 EU-Bürgern aus Deutschland ins Ausland (Destatis)
    – Die AFD ist eine Partei, die von vielen Einwanderern aus unterschiedlichen Ländern gewählt wird. Laut Konrad Adenauer Stiftung würden Zuwanderer aus Polen 2025 zu 25% CDU, zu 33% AFD und 6% BSW gewählt haben

    UND: Nicht einmal die Migranten profitieren von dem langen Weg nach Europa:

    -Laut Statistik aus der Schweiz waren Migranten im Jahr 2017 in erster Generation zu 46% einsamer und in zweiter Generation zu 42% einsamer als die durchschnittlichen Schweizer.

    2
  • „Wer aus dem Euro raus wolle oder die NATO ablehne, mit dem könne man nicht zusammenarbeiten.“
    Allein dieser Satz zeigt, dass auch N. nicht über den Tellerrand hinaus schaut.

    Sie setzt allein die Ziele der CDU als Maßstäbe für eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien, prüft aber nicht, ob diese Ziele für Deutschland (noch) positiv zu werten sind.

    Es hat nichts mit der sozialen Marktwirtschaft eines L. Erhardt zu tun, wenn man Mitglied einer praktisch gescheiterten Gemeinschaftswährung ist.
    Und die Mitgliedschaft in der Nato ist nicht in Fels gemeißelt, wenn selbst Führungsmitglieder wie die USA über einen Ausstieg nachdenken.

    Deutschland und Europa befinden sich in einem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umbruch und bedürfen dringender Reformen.

    Dazu ist die CDU zu immobil, verteufelt aber Parteien, welche diese unbequemen und gewöhnungsbedürftigen Forderungen aussprechen.

    11
  • Im Mindesten muss der komplette Bundesvorstand und alle Bundesminister weg.

    0
  • Diese junge Frau ist eine Erholung, hätten wir doch mehr davon!

    0
  • Die CDU besteht nicht nur aus F.M. Intern geht es doch gar nicht mehr um inhaltliche Verantwortung und Bürgerwohl. Das Mittragen aller bisherigen Versuche ein Gebilde zu verteidigen, zeigt doch dass F.M. lediglich nur der Hut der Blase ist.

    1
  • Wenn es in der CDU nicht nur Kriecher und Lecker gibt schenkt ihr wenigstens Gehör👍👍👍

    5
  • Clara von Nathusius untertreibt aber ganz gewaltig ! Bereits unmittelbar nach der Bundestagswahl war die Glaubwürdigkeit der cDU aufgebraucht. Nun folgt der Abgesang ! Diese Partei ist nicht reformierbar.

    8
  • Zu den Startups: Das ist Folge der Ausschüttung von Fördergeldern, nicht Ausdruck von Ideenreichtum, Innovation und Optimismus, oder gar erkannten Gewinnmöglichkeiten. Ist die Förderung ausgelaufen, kollabieren die meisten dieser Startups. Nun kann man natürlich der Meinung sein, daß es sich lohne, wenn unter vielen Erfolglosen sich eben auch ein Erfolgreicher finde. Mag sein.

    6
  • Für die AFD ist Merz bester Wahlkämpfer. Die CDU ist im Selbstfindungskurs und geht ihrem sicheren Ende entgegen. Wer immer nur dem Links-Grünen Mainstream hinterherläuft, wird am Ende selbst Teil dieser Links-Grünen Parteien. Merkel hat die CDU wieder zur SED-Blockpartei gemacht.

    6
    • Die Grünen sind keine Partei sondern eine Sekte.

      0
  • Selbst wenn die CDU Pinocchio rausschmeißen sollte,müssten sie ihn aus dem Büro zerren und er würde sich mit Händen und Füssen am Türrahmen festkrallen.

    0
  • Das ganze Ziel der praktischen Politik ist es, die Bevölkerung in Angst zu halten und sie so lautstark nach Rettung verlangen zu lassen, indem man sie mit einer endlosen Reihe von Schreckgespenstern bedroht, von denen die meisten imaginär sind.
    Corona, Klimawandel, die Russen und die AFD sind dafür die besten Beispiele, wie die Kartellparteien dieses Herrschaftswissen nutzen.

    0
  • Clara von Nathusius- haha da weiß man, welcher abgehobene Personenkreis die Zukunft der CDU tragen will.

    1
  • Wo findet eine Abgrenzung nach links ab?
    Man ist gerade dabei im Hintergrund die NGO Förderung für linke Gruppierungen abzusichern, damit die AfD mit möglichen Gesetzen dagegen ins Leere läuft.
    Man möchte die einzige Partei die sich für Innere Sicherheit einsetzt von Informationen der Geheimdienste fernhalten.

    Die CDU wurde vor 2 Jahren für die versprechen gewählt die sie von der AfD übernommen hat. Mittlerweile ist die CDU eine ganz normale Partei im linken Kosmos.
    Da hilft es auch nicht das Gesicht an der Spitze zu ersetzen.

    3
  • Da gebe ich Frau Clara von Nathusius völlig Recht … Merz hat sich mit seinen Lügen ohne Grund selbst Indias Abseits gestellt und er wird auch nie mehr glaubwürdig sein können !! Insofern Stimme ich Ihr zu , er muss zurück Treten !! Je früher desto besser … aber in der CDU gibt es leider nur noch Pfeifen .. Wüst,Günther u.a.sind keine Alternative !! Denn diese Leute haben Merz immer unterstützt und sind noch heute der Auffassung ,sich richtig entschieden zu haben mit der Koalition der Totalverlierer -Partei SPD !! Bleibt eigentlich nur noch Neuwahl !!

    0
  • Also man kann nicht in Bildungsfragen zusammenarbeiten, wenn der andere die Nato infrage stellt?
    Man kann nichts gegen illegale Migration unternehmen, wenn ein möglich Unterstützer den Euro ablehnt?
    Etwas wirr die Dame, dann können sie auch gleich bei ihrem Unvereinbarkeitsbeschluß bleiben.

    0
  • Sie hat leider auch nichts ordentliches gelernt, wir brauchen nicht noch mehr von diesen akademischen Theoretiker:innen 🎭

    0
  • Die JU sind doch ebenfalls Wendehälse und drehen ihr Fähnlein schön immer in den Wind…

    2
  • Viele Startups hängen an Branchen die von Staatsgeldern abhängig sind! Dazu beschäftigen sich heute Millionen von Angestellten mit „Nice to Have“ Forschung. Klimawandel wissen wir! Im Ingenieurwesen rechnet man auch nicht den Luftwiderstand des immer gleichen Autos jeden Monat aufs neue aus.

    1
  • Ach nee, das ganze Altparteien-Kartell hat die Glaubwürdigkeit verloren.

    Die junge Junge Union, die junge SPD ist wie in der Schweiz die junge SP der reinste Kindergarten.

    1
  • Hatten wir doch aller erwartet! Ich gehe davon aus, daß die Frau das verkörpert, wonach Sie aussieht. Gebildet und aus gutem Elternhaus. Insofern wird Sie sehr wahrscheinlich eine Menge an Gesprächen mit JU Mitgliedern vorgeschaltet haben und per Strichliste festgestellt haben: „Mein Rückhalt reicht, um mehr öffentliches Risiko zu riskieren.“ Diese grundlegende politische Fähigkeit geht Friedrich Merz völlig ab. Selbst Bas und Klingbeil sind auf dem Gebiet Könner. So riskiert Frau Nathusius nichts. Sie fordert nur allgemein, bis auf die unerhebliche Kleinigkeit Friedrich Merz in Kanzlerschnellrente zu schicken.

    1
  • Wenn eine alternde kranke Union ihre Posten mit allen Kriminellen Mitteln verteidigt, um ihre Reichtümer der Zukunft nicht zu verlieren, warum glaubt die Junge Union, das sie was ändern können? Wenn es den alten nicht gefällt wird nichts zugelassen, das werden sie zu spüren bekommen!

    0

Werbung