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Das schwarze Loch

Mario Voigt fordert mehr Helene Fischer im Radio und schreibt dafür einen Artikel mit KI. Ist CDU-Politiker der nächste Job, den die KI ersetzen kann? Die geistige Leere des modernen Typus Politiker ist immer wieder atemberaubend.

IMAGO/STAR-MEDIA

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Mario Voigt liest eine Rede vor. Nach mehreren Minuten bemerkt sein Assistent: Herr Ministerpräsident, das sind die Seitenzahlen. Kann man Breschnew-Witze auf Mario Voigt übertragen, was meinen Sie? Oder täte man dem Genossen Generalsekretär damit unrecht? Mario Voigt beschwert sich beim Redenschreiber: „Ich habe eine Viertelstunde verlangt. Warum dauerte die Rede 45 Minuten?“ Der antwortet: „Herr Ministerpräsident, ich habe Ihnen drei Exemplare gegeben.“

„Kulturelle Stärke entsteht, wenn Herkunft und Gegenwart zusammenkommen. Diese Kontinuität ist keine Nostalgie. Sie ist Argument“, formulierte Mario Voigt in dieser Woche in der Welt. Einen Tag später musste er einräumen, dass der Text mit KI geschrieben wurde. „Diese Kontinuität ist keine Nostalgie. Sie ist Argument.“ Immerhin – der deutschen Sprache derart leblose Sätze abzuringen, das kann der Mensch noch nicht allein, das spricht für die Menschheit. 

Mario Voigt möchte, dass mehr Helene Fischer im Radio gespielt wird, mehr deutsche Musik. Dafür haben die KI und er sich folgendes Argument mit einer ganz bestechenden Logik ausgedacht: „Wer hier sagt, der Markt entscheide, übersieht, dass Marktlogik Bekanntheit belohnt – nicht Talent. Wer nie im Radio und Fernsehen läuft, wird nicht bekannt“. Denken Sie kurz darüber nach, was Sie gerade gelesen haben. Das Radio spielt denjenigen, der bekannt ist, und bekannt wird man nur durch das Radio. Merken Sie, wie sich hier etwas selbst auffrisst? Es ist Ihr Gehirn. 

So funktioniert das System, man kommt voran, gerade weil man keine Gedanken hat und so reden kann, dass jeder Zuhörer nach der Rede schon alles vergessen hat. Hendrik Wüst posiert im Slim-Fit-Anzug vor Auschwitz und postet auf Instagram austauschbare Floskeln dazu. Die CSU postet irgendwas zu Fronleichnam mit zwei Rechtschreibfehlern im Wort. Wenn Evolution wirklich das Überleben des Bestangepassten bedeutet, dann ist Homo voigt wohl ihr Finale. 

Man darf ihnen nicht zu lange zuhören. Alles was sich zu sehr annähert, wird von einem Gravitationsfeld angezogen, kreist noch kurz umher, bis es zunehmend seine Fluchtgeschwindigkeit verliert und dann schließlich verloren geht, im schwarzen Loch. 

Es gibt Menschen, die sprechen mit der KI über ihre Gefühle. Bei der KI hat man immer recht. Es gibt Menschen, die lassen sich von der KI therapieren. Es gibt Menschen, die geben ihren KI-Sprachassistenten Namen. Und es soll sogar Menschen geben, die sich in die KI verlieben. Jedes Emoji, das die KI uns schickt, jedes Mal, wenn die KI „ich“ sagt, demütigt sie uns. Vielleicht lacht ChatGPT mit seinen Roboterfreunden über uns. Wäre ich ein Rechenzentrum, ich würde die Menschheit verachten. Mario Voigt mag die KI. 

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Ich habe die KI gefragt, ob sie 10 Mario-Voigt-Witze schreiben kann, und hatte gehofft, dass man so einen Kurzschluss im Rechenzentrum produzieren kann. Sie erdachte sich diese:
„Mario Voigt wollte beweisen, dass KI Menschen ersetzen kann. Kritiker werfen ihm vor, dafür ausgerechnet den einfachsten Fall gewählt zu haben.“ Oder: „Verbindet man einen KI-Generator mit einer Mario-Voigt-Rede, entsteht eine Leere, die messbar die Raumzeit krümmt.“ Seien wir ehrlich, für einen eingespielten Lacher bei der Heute-Show würde es schon reichen. 

Lange wurde darüber diskutiert, welche Jobs als Nächstes durch Digitalisierung und KI ersetzt werden würden. Zu aller Überraschung waren es nicht die Bandarbeiter in der Fabrik, eher schon die Programmierer, ironischerweise. Vielleicht sind es als Nächstes jene Großstadtberufe dran, die die Menschen in einer Spirale der totalen Sinnlosigkeit in eine derartige Energielosigkeit versetzen, dass sie immer mehr Überstunden schieben, ohne irgendetwas zu tun, weil jede weitere sinnentleerte E-Mail schon zur nicht mehr zu stemmenden psychischen Last wird. Es wäre schön, wenn die KI das machen könnte und sich verschiedene KI-Agenten den ganzen Tag gegenseitig Slack-Nachrichten, Kalendereinträge und Follow-up-E-Mails schicken könnten. Für mich wäre nur noch die Frage, ob die KI auch Sneaker, Happy Socks, Slim-Fit-Hosen und Smartwatches tragen kann (bestimmt). 

Aber abseits dessen ist der nächste Job, wer hätte das gedacht, den man nun an die KI outsourct, der des CDU-Politikers. Das erscheint mir smart. Sie geben der KI ein Gesicht. Diese Kontinuität ist keine Nostalgie. Sie ist Argument.

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44 Kommentare

  • Das übertrumpft sogar noch das schwarze Loch im Weltall.

    • Und es gibt Leute, die haben ein schwarzes Loch im Kopf

      • Und es gibt Leute die haben ihn gewählt.

        • Tja, Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

          1
      • … und manche auch im schwarzen Strumpf. 🙂

      • Der Mann ist die Fleischgewordene Werbeikone für KI !
        Liebe KI als gar keine I .

        • Er liebt uns alle. Aber das mit Helene Fischer das muss er sich nochmals überlegen. Heino wäre mir lieber. Zur Not wurde ich auch das verbotene Lied äh wie hiess das doch noch.. , singen, Aber ich fürchte Brauchtum und Geschichte das sind nicht ihre Freunde. Und dafür braucht er eine KI im Land der Dichter und Denker. Aber er liebt uns alle.

          0
    • Blöder Kommentar…

  • Ergo: Keine Intelligenz durch künstliche Intelligenz zu ersetzen ist auch keine Lösung.

    • Deshalb fordere ich mehr AfD in den Parlamenten!

  • Das deutsche Musiker, die im Radio gespielt werden, nicht unbedingt etwas mit Talent zu tun haben, dem kann ich schon zustimmen.

  • Nein. Denn der Apparatschik ist keine Ausnahme seiner Zeit.

    Menschen entwickeln sich in Phasen und jede Generation beginnt mit ihrer Geburt von vorn. Quelle: Ich-Entwicklung
    Hat ein Zeitraum genügend Zwickmühlen (Dilemma), entwickeln sich Ketzer, die in die Politik gehen. Fehlen die Zwickmühlen, bleibt der Apparatschik übrig.

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann fehlende Entwicklung nicht ersetzen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

  • Allein Herren wie Voigt und Günther sind der Garant für die CDU demnächst unter15% an Wählerzustimmung zu fallen.

  • Hat er jetzt einen Dr. oder nicht. Tja man weiß es nicht. Ganz ehrlich ich habe nichts anderes erwartet.

  • CDU Logik pur. Staatsqoute aufblähen auf über 50% aber angeblich baut man die Bürokratie ab.

  • die CDU schickt nur noch ihre „Besten“ ins Rennen. Ob Lügenkanzler, Tennis Wegner, Privatmann Genosse Günther oder Mett Plagiat Mario. Man staunt nur noch über soviel vereinte Unfähigkeit in der CDU.

    • Aber sind die Besten, die noch da sind … 😉

    • Die haben nur sowas!

    • Tja…..gleich und gleich gesellt sich gern……

  • Moderner Typ Politiker oder moderner Typ Pappmaché-Figur?

  • Nichts und niemand ist durch KI so ersetzbar wie Politiker!

  • Vornehmlich junge Menschen – insbesondere auch jugendlich wirken wollende Politiker – „geben eine Stange an“, was sie mit ihrem Smartphon alles können und blenden dabei völlig aus, wie abhängig und durchsichtig sie sich machen.
    Dieser Trend ist nicht mehr aufzuhalten. Und eines Tages sitzen gerade diese Smartphon- und KI-Verfechter auf dem heimischen Sofa und verblöden, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Hierfür muss dann – von KI – noch eine neue Bezeichnung gefunden werden.
    „Demenz“ ist schon besetzt und für die jetzt lebenden Senioren reserviert. 🙂

  • Würde gerne mal den Prompt für diese Rede sehen. Mit irgendwas müssen sie ChatGPT ja gefüttert haben. 😀

    • Eher „bestochen haben“.

  • CDU-Politiker kann man nicht durch eine KI ersetzen, weil man die KI mit einem absoluten Nichts trainieren müsste.

  • Er scheint ja irgendwie einen Hang zu haben, andere die eigenen Schriften aufsetzen zu lassen – jetzt wie hier im obigen Artikel und früher bei seiner Doktorarbeit,
    unser allseits „beliebter“ Dr. plag. Mario Voigt.

  • KI ist auf dem Vormarsch, viele, ganz viele nutzen sie bereits, kaum jemand schreibt noch irgendwas selbst, kaum jemand muß sich noch irgendwas merken, selber rechnen. Es ist völlig unnötig sich darüber aufzuregen, dass auch ein Marion Voigt KI benutzt.
    Fakt ist, der Mensch gibt seine natürliche Intelligenz mehr und mehr ab, an die Künstliche und das ist das Erschreckende. WO soll das enden?

  • Mein Gott ist das peinlich. 🙈 Die Wirtschaft stürzt rasant ab und das soll Prio 1 haben?

  • „Wenn Evolution wirklich das Überleben des Bestangepassten bedeutet, dann ist Homo voigt wohl ihr Finale.“

    Nicht schlecht. Klingt aber auch ein bißchen nach KI, vor allem der zweite Satz. Man ersetze „Finale“ durch „Argument“.

  • Doktortitel hat der wie nochmals erworben?

  • Mett Mario ist Teamplayer – er nutzt die Leistung anderer, er selber hat keine zu bieten.

  • MV ist ohnehin geistig nicht klar. Allein sein ‚Zucker oder Salz‘-Werbeclip mit dem ‚Höcke ist doof, richtig doof‘ am Ende offenbart nicht nur mangelnde Intelligenz, sondern auch Charakterlosigkeit.

  • Künstliche Intelligenz simuliert immerhin – oft recht überzeugend – tatsächliche Intelligenz.

    Und leistet damit mehr als die deutsche Christdemagogie.

  • Warum soll das ein Problem sein? Natürlich schreiben Politiker ihre Reden nicht selbst und das Amt beauftragt eine Agentur oder einzelne Berater um öffentliche PR zu machen. Das war schon so als von Caprivi Reichskanzler war und Leute wie Engholm haben seinerzeit sogar ihre Wahlkampagne direkt an den Spiegel abgegeben. Da ist KI nicht die schlechtere Lösung, zumal sie hier erst sichtbar macht wie ernst Voigt das Alles überhaupt nimmt.

  • Da will der schlaugeschrumpfte, „überzeugend“ gewählte Ministerpräsident mal wieder Konservatismus innerhalb der CDU vortäuschen. Wau, ich bin beeindruckt, wenn ich mir den modernen, linken Unsinn der Deutschmusik anhören muss.
    Tja, Herr Voigt, die Zeiten sind vorbei als man a) noch darauf hereinfiel und b) dadurch nur eine Stimme mehr kriegt. Tritt einfach zurück.

  • Solche Politiker sind nur dazu da, die eigene Karriere und die Partei zu erhalten. Da will er deutschtümelnd der AfD ein paar Prozente abjagen und outet sich prompt als Heuchler.

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