Dass diese schwarz-rote Koalition den Koalitionsausschuss zu einer regelmäßigen Veranstaltung gemacht hat, sollte Stabilität ausstrahlen und den Mythos dieser Koalition als effektive Arbeitskoalition unterstreichen. Jetzt sind aus den regelmäßigen Spitzentreffen Krisengipfel geworden.
Die letzte Zusammenkunft vor einem Monat in der Villa Borsig schickt sich schon an, zum Symbol für eine kaputte Regierung zu werden, deren Akteure nicht miteinander können. Gespräche über Entlastungen gipfelten bei dem Treffen in der ehemaligen Fabrikantenvilla in Berlin-Tegel in einem Eklat – und in der peinlichen Idee einer 1000-Euro-Prämie, die nach massiver Kritik von allen Seiten vergangene Woche im Bundesrat scheiterte.
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Am Dienstag soll es besser werden – hofft jedenfalls das Kanzleramt. Doch die Zeichen stehen weiter auf Konfrontation. Zu viel hängt zwischen Union und SPD in der Luft und droht, sich am späten Dienstagnachmittag zu entladen.
Auf der Agenda steht vor allem das Streitthema Steuern. Hier dürfte es viel Dissens geben. Zuletzt hatten die jeweiligen Seiten ihre Pflöcke eingeschlagen. So der Finanzminister und SPD-Chef: Er könne sich keine Steuerreform vorstellen, bei der „Spitzenverdiener nicht mehr Verantwortung tragen“, sagte Klingbeil Ende vergangener Woche auf seinem Besuch in Kanada.
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Eine klare Ansage gegen Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen Machtwort durch den Vizekanzler mal wieder ignoriert wird. Merz hatte wiederum jüngst erklärt: „Er“, also Lars Klingbeil, müsse „wissen, dass das mit der CDU nicht geht. Auch mit mir nicht.“ Gemeint waren höhere Steuern.
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Der letzte Koalitionsgipfel war ein Desaster – und alles, was seitdem zwischen Union und SPD passierte eigentlich auch. Statt konkreten Sachfragen steht also vor allem eine Grundsatzfrage im Raum: Können die noch miteinander? Öffentlich gibt man die Antwort: Ja. Immerhin sei diese Koalition ja „zum Erfolg verdammt“, wie es immer wieder heißt.
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Doch intern misstraut man einander: vor allem die Union der SPD. Und das nicht zu Unrecht. Bärbel Bas‘ Auftritt am ersten Mai, jüngst die Angriffe auf die Gesundheitsreform von CDU-Ministerin Nina Warken – man bezweifelt, dass die SPD ernsthaft Reformen wolle. „System“ habe diese Art von Hemmung und Blockade, meint ein CDU-Politiker zur Bild.
Da wäre aber noch ein anderer, bei dem das Blockieren und Querschießen System zu haben scheint: Markus Söder. Dass dieser als Dritter im Bunde zwischen CDU und SPD sein eigenes Spiel spielt und oft auf eigene Rechnung arbeitet, ist bekannt. So verbündete sich Söder auch gerne mal mit der SPD gegen die eigene Schwesterpartei, um etwa das CSU-Projekt Mütterrente durchzubringen.
Auch jetzt spielt Söder wieder eine hintertreibende Rolle. Schon beim letzten Koalitionsgipfel in der Villa Borsig gab sich der Franke im Anschluss schmallippig – und ließ sehr deutlich durchblicken, dass er mit den Beschlüssen wenig anfangen könne. Trotzdem trug er sie mit. Insbesondere die 1000-Euro-Prämie – die passierte den Koalitionsausschuss, weil Söder nicht intervenierte.
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Das holte er dann im Bundesrat nach – wo die Prämie am vergangenen Freitag auch an der fehlenden Stimme des Freistaates Bayern scheiterte. Symbolisch für diese Koalition. In der weiß die rechte Hand nicht nur nicht, was die linke Hand tut – sie schlagen sich gerne gegenseitig auf die Finger. Der Bundeskanzler wäre in diesem Gleichnis dann das Gehirn – in der Theorie zumindest. In der Praxis dieser Regierung wäre dann von Hirntod zu sprechen.
Das Kanzleramt ist weniger Macht- als Problemzentrum dieser Koalition. Viele schwarz-rote Desaster nehmen im Kanzleramt ihren Ausgang oder jedenfalls an Fahrt auf – immer wieder. Schon die Affäre Frauke Brosius-Gersdorf kochte maßgeblich deswegen so hoch, weil man im Kanzleramt taub und blind in diese Situation hineinstolperte. An den Abläufen hat sich dort seitdem nichts verbessert – auch in die Niederlage im Bundesrat stolperten Merz und seine Leute mit Nullsicht hinein.
Schon die Geburt der 1000-Euro-Prämie war, so berichtet es der Stern, eine fixe Idee, mit heißer Nadel gestrickt. Am Ende der Debatten in der Villa Borsig soll Lars Klingbeil diese Idee in den Raum gestellt haben – Merz ergriff sie eilig, man zimmerte die Idee schnell zusammen und stellte sie der Öffentlichkeit vor. Ohne sie mit irgendjemandem abzustimmen.
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In den Ländern ist man schnell pikiert – vor allem, weil man die Eigeninteressen tangiert sieht. Es geht nicht um politische, sondern finanzielle Fragen. Denn die Länder und ihre Kommunen hätten die Prämie letztlich stemmen müssen: Nachdem die Arbeitgeber diese 1000 Euro an ihre Beschäftigten ausgezahlt hätten, hätten sie diese wiederum von der Steuer absetzen können. Und zwar konkret von den Einkommens- und Gewerbesteuern. Die Zusatzgewinne für die gleichzeitig erhöhte Tabaksteuer fließen hingegen in die Bundeskasse.
Dass die Länder das monieren, gar blockieren würden, kam nicht überraschend: Die Merz-Regierung sah es aber trotzdem nicht kommen. Schon zwei Tage vor der Abstimmung erfährt das Kanzleramt: Die Länder sind gegen den Plan der Koalition in Berlin. In einer Koordinierungsrunde hatte sich gezeigt: Kein Ländervertreter von CDU und CSU ist dafür. Staatsminister Michael Meister, im Kanzleramt zuständig für die Bund-Länder-Koordination und -Kommunikation, ist dabei – trotzdem kommt die Botschaft dieser Probe-Abstimmung im Kanzleramt nicht an.
Friedrich Merz will mal wieder mit dem Kopf durch die Wand. Lange versteht er seine Situation dabei gar nicht. Erst am Donnerstagabend erkennt er, dass die Zustimmung der Länder, die Merz mal eben so eingepreist hatte, doch nicht sicher ist. Am Abend trifft man sich in der Nordrhein-Westfälischen Landesvertretung im Kreise der Unions-Köpfe aus Bund und Ländern. Die Ministerpräsidenten sind da, Bundestags-Fraktionschef Jens Spahn genauso wie CDU-Generalsekretär Linnemann – und eben der Bundeskanzler.
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Der versucht, die Ministerpräsidenten mit seinen üblichen Basta-Argumenten zu drängen. Erst ließ man sie in den Planungen zur Prämie völlig außen vor, jetzt erwartet Merz Gefolgschaft. Der Kanzler, so wird es dem Stern geschildert, dringt in der Runde darauf, zu einer Lösung zu kommen, ansonsten wäre die Bundesregierung blamiert.
Die Ministerpräsidenten wollen dieses Spiel nicht mitspielen. Eine Blamage der Bundesregierung ist ihnen nicht nur egal – sie erscheint fast gewünscht. Andererseits gibt es an diesem Donnerstagabend noch Versuche, alles im Guten zu lösen. In der Runde kommt der Vorschlag auf, das Thema von der Tagesordnung des Bundesrates zu streichen. So soll Zeit zur Suche nach einer Lösung geschaffen werden.
Doch diese Lösungssuche findet nicht statt. Der Kanzler glaubt aber offenbar, dass es so kommt. Stattdessen rasselt die Koalition mit ihrer Schnapsidee am Freitagmorgen im Bundesrat an die Wand. Es ist eine Quittung für Friedrich Merz, ausgestellt vor allem von den Unions-Ministerpräsidenten. Während der Kanzler auf der einen Seite die SPD managen muss, hat er einen veritablen Aufstand der eigenen Leute im Rücken. Hendrik Wüst, Boris Rhein und sowieso Markus Söder – das sind eigene Machtzentren, die sich gegen Friedrich Merz stellen.
Keine guten Aussichten für den Koalitionsausschuss. Wie soll der Kanzler, der nicht mal in seiner eigenen Partei noch Hausmacht hat, sich gegen die SPD durchsetzen? Merz steckt fest wie im Schraubstock – entweder riskiert er den Krach mit Klingbeil und den Sozialdemokraten, oder aber mit der eigenen Partei.
Darüber hinaus ist klar: noch einen Krachgipfel wie den in Tegel, wo am Ende wieder nur Streit und ein paar halbgare Lösungen herauskommen, kann sich die Koalition nicht leisten. Chaos und Ärger am Dienstag wäre gleichbedeutend mit dem Herztod der Koalition, die man dann nur noch künstlich am Leben erhalten würde.
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Alles richtig, Herr Roland. Die sind gescheitert, hören aber trotzdem nicht auf. Warum auch?
Die sind gescheitert, hören aber trotzdem nicht auf ??
Geld kommt Pünktlich und reichlich ! Privilegien Diener und Sondervergünstigungen wie ein Adeliger in der Monarchie ! Genau wie keinerlei Haftung für das was man da so den ganzen Tag verzapft !
Aber das wichtigste !!!!!!!!!! Keinen Plan oder Qualifikation für einen richtigen Job !
Also wenn die clever wären würden sie aufhören. JETZT findet sich vielleicht noch ein Loser der noch schlechter ist (das hätte Olaf sich auch nicht träumen lassen..) aber demnächst könnte es dann nichtmal mehr der Hausmeister schlechter machen 🙂
In der Tat, eine bessere Gelegenheit, „gesichtswahrend“ aus diesem Chaos herauszukommen, wird wohl nicht kommen und besser wird es auch nicht werden. Zumindest Herr Merz dürfte auf seine Einkünfte als Kanzler nicht angewiesen sein. Wenn Merz nur als schlechtester Kanzler, nicht auch als Totengräber der Bundesrepublik Deutschland in die Geschichtsbücher eingehen möchte – jetzt wäre die Gelegenheit.
(Was danach kommt und ob das dann besser wird, muß man sehen.)
Merzel wird auf alles nicken und allen in den Allerwertesten kriechen, um an der Macht zu bleiben. Bis zur bitteren Neige.
Mir wirds schwindlig wenn ich mir vorstelle was danach kommt.
So lange die AfD keine absolute Mehrheit hat geht das Elend weiter…
Ich glaube KoalitionsAusschuss beschreibt treffend, was dabei heraus kommt.
Sehr interessant.
https://nius.de/nius-live/lars-klingbeils-geheimer-wm-plan
Gut, dass „Spitzenverdiener“ in Anführungszeichen steht. Das ist bei der SPD nämlich so ziemlich jeder, der seinen Lebensunterhalt noch selbst verdienen kann. Sogar den Solidarbeitrag zahlen selbst die Kinder in ihren Vorsorgedepots.
Kein Mitleid. Der Wähler will es so.
Hoffentlich fliegt die katastrophen Koalition auseinander ! Etwas besseres könnte zum Wohle Deutschlands nicht passieren. Merz sollte sich nicht länger von der SPD, Grünen und sonstigen Links-Extremisten zum Schaden Deutschlands erpressen lassen und als Minderheitsregierung weiter machen !
Das er es nicht kann, hat er nun reichlich bewiesen. Was haben Sie nicht mitbekommen?
Ich stelle mir die beiden unter einer Burka vor.
Das wird die erste Koalition sein, die schon im ersten Jahr komplett gescheitert ist und trotzdem bis zum Ende der Legislaturperioden durchhalten wird. Was soll sie auch sonst tun? Alles andere wäre aus Sicht dieser unfähigsten Regierung aller Zeiten nur eine Verschlechterung.
Nun, der Herr Roland schrieb: „Dass diese schwarz-rote Koalition den Koalitionsausschuss zu einer regelmäßigen Veranstaltung gemacht hat, sollte Stabilität ausstrahlen …“
Wenn ich das richtig sehe, ist ein „Taschenmesser“ jemand, der Taschen mißt, „Zitronenfalter“ falten Zitronen und „Hochseeschoner“ schonen die Hohe See; dann wäre sachlogisch der „Koalitionsausschuß“ wohl zwangsläufig der bei einer Qualitätskontrolle aussortierte Ausschuß der Koalition, oder nicht?
Komisch, obwohl er ständig die eigenen Leute brüskiert, damit der empflindliche Mann nicht enttäuscht ist, erwartet er, dass die eigenen Leute im treu in den Untergang folgen.
Realitätsverweigerung scheint bei einigen Parteien die Voraussetzung zu sein, in hohe Ämter zu kommen.
Okay. Die sind also alle ausschließlich mit sich selbst beschäftigt.
Es beschleicht mich das Gefühl, dass es vielleicht zielführender wäre, wahllos Passanten zu bitten, sich um Lösung der Sachfragen zu bemühen, während die anderen einfach weiter mit sich selbst Ringelrein spielen.
Aber es ist nur ein Gefühl.
Wie demütigend muss DAS sein, schon nach EINEM Jahr dort anzukommen, wo selbst die Ampel der Schande DREI Jahre dafür gebraucht hat? Und nebenbei KEIN Sondervermögen von 900.000.000.000 EUR EXTRA dafür zur Verfügung hatte… Einfach nur peinlich…
Gescheitert und trotzdem geht der ganze Mist weiter?
Einfach nur noch bitter.
Zwei Lügner auf einem Bild und die werden weiter gewählt!
Ich gehe nicht davon aus, daß die Regierung morgen scheitern wird.
Der Lars war gerade ein paar Tage außer Nasenringweite in Kanada. Morgen ist er aber zurück und hat dann wieder Zugriff darauf. Dann wird der Friedrich wieder spuren und alles wird gut.
Die Regierung wird morgen definitiv nicht scheitern, denn diesen Punkt haben die bereits abgeschlossen, der liegt in der Vergangenheit.
Nur: es interessiert sie nicht.
Entscheidungsschlacht?
Ich lach mal ganz laut. Klingbeil heult wieder rum, Bas schwingt wieder die Peitsche und Merz kuscht und Söder fragt, was es zu essen gibt.
Dann gibt es lecker Schnittchen und den Beschluss über noch ein oder zwei Billionen neuer Schulden, höhere Steuern, mehr Geld für die Ukraine und den Politadel und weniger Rechte und Geld für den Pöbel.
Dann die Pressekonferenz mit betonter Einigkeit und dem 551fachen Versprechen, jetzt aber GANZ DOLL VIEL WIRKLICH tolle Politik machen zu werden.
Dann gehen sie wieder rein, hauen sich lachend auf die Schenkel, spendieren sich gegenseitig jedem eine Million Dingens-Prämie und wurschteln weiter GEGEN Deutschland und die Deutschen.
So wird es sicher ausgehen!!!!
Ja soll er die NGOs, jedes grüne Projekt und die Entwicklungshilfe zusammen streichen und die 1000€ davon bezahlen.
win-win
Sie werden sich „einigen“, soviel steht absolut fest. Und zwar wie immer: Merz wird die Richtlinienkompetenz des Kanzlers Klingbeil anerkennen und sich für sein dummes Gerede zwischendurch entschuldigen. Nach der „Einigung“ geht’s dann wieder mit zwischendurch weiter. Dem Dödel gefällts immer noch.
Ob’s dem Dödel gefällt, weiß ich nicht, aber es wird Zuspruch in der berliner Blase finden.
Die Altparteien Kloake geht unter…
Frage an die Redaktion, wer ist das im Bild??
Minderheitsregierung jetzt!!!
Sägt diese unsägliche Ignorantenpartei SPD endlich ab.
Ein unnötig langer Artikel mit nur einer Aussagekraft: Inkompetenz wohin man schaut. Sie können es nicht. Nicht der weinerliche Merzel und auch nicht das gesamte Kabinett. 1 Billion Steuereinnahmen im abgelaufenen Jahr und ein jammernder Finanzminister, der meint, dass es nicht reicht.