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Koalitionsvertrag geheim

Grün-Schwarz: Hagel will in Strobls Fußstapfen treten – beim Zuschnitt der Ministerien jubeln die Grünen

Die Neuauflage von Grün-Schwarz in Baden-Württemberg steht: Cem Özdemir will den Staat modernisieren, die Wirtschaft klimaneutral machen und die Grenzen öffnen. Für die CDU hat er symbolische Siege übrig – und der Koalitionsvertrag bleibt vorerst geheim.

Bald Ministerpräsident und First Lady von Baden-Württemberg: Cem Özdemir und seine neue kanadische Ehefrau Flavia Zaka. (IMAGO/pictureteam)

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Grüne und CDU haben sich in Baden-Württemberg auf einen gemeinsamen Koalitionsvertrag geeinigt. Das gaben die Spitzenkandidaten Cem Özdemir und Manuel Hagel am Donnerstagabend für ihre Verhandlungsteams bekannt. Beide beanspruchen nun Führungspositionen in der Landesregierung – doch obwohl die Regierungsfraktionen im Landtag genau gleich groß sein werden, ließen die Grünen keinen Zweifel daran aufkommen, dass ihnen der Posten des Ministerpräsidenten zustünde.

Worauf genau sich die beiden Parteien geeinigt haben, soll noch bis Mittwoch unter Verschluss bleiben. Erst dann wird das Vertragswerk der Öffentlichkeit präsentiert. Nicht als „kleinsten Kompromiss“ wollen die Koalitionäre ihre Einigung verstanden wissen. Die Geheimhaltung von Einigungen hat Tradition in den grün-schwarzen Regierungen im Südwesten: 2016 wurde ein Zusatzpapier zum Koalitionsvertrag, das den öffentlichen Vorhaben zum Teil widersprach, erst durch einen Leak ans Licht gebracht.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der neuen Landesregierung wurden schon in einem Sondierungspapier vor zwei Wochen angedeutet. Darin plädierten Grüne und CDU für ein Ende der Grenzkontrollen und bekräftigten das Ziel einer Klimaneutralität bis 2040 – also deutlich früher, als auf Bundesebene und von der EU vorgesehen. Die Reformen der Kretschmann-Jahre im Schulsystem und im Polizeiwesen sollen beibehalten werden (mehr dazu hier).

Cem Özdemir betonte am Donnerstagabend gegenüber Pressevertretern, alle „Berichtspflichten“ für Unternehmen abschaffen zu wollen, berichtet der Staatsanzeiger. Allerdings schränkte er auch ein: Ministerien könnten deren Notwendigkeit nachweisen. Dann werde man mit der Mehrheit im Landtag an ihnen festhalten. Auf welche Berichtspflichten die Landesbürokratie aus eigenem Antrieb wohl verzichten würde, spezifizierte der designierte Ministerpräsident nicht.

Der grüne Spitzenmann machte mit dieser Aussage auch deutlich, dass sein Staatsministerium – so wird nicht nur die Gesamtheit der Regierung, sondern insbesondere die Staatskanzlei in Baden-Württemberg genannt – die Kompetenzen für den Bereich „Staatsmodernisierung“ unbedingt behalten möchte. Anders als im Bund, wo der Digitalminister ein entsprechendes Portfolio erhalten hat, soll kein Fachminister diese Zuständigkeit  übertragen bekommen – schon gar nicht einer der CDU.

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Die Christlich-Demokraten können dem Vernehmen nach vor allem symbolische Siege erringen. So setzten sie sich etwa mit ihren Anliegen beim Wahlrecht nicht durch, weder auf Landes- noch auf kommunaler Ebene. Allerdings soll die Bedeutung der Erststimme bei den Landtagswahlen unterstrichen werden, heißt es: durch eine Umbenennung in „Wahlkreisstimme“, wie es schon im benachbarten Rheinland-Pfalz üblich ist.

Die Zuständigkeiten für Inneres, Wirtschaft, Justiz und den ländlichen Raum sollen bei der CDU bleiben. Von den Grünen sollen ihr die Portfolios für Kultus und Verkehr übertragen werden. Zum vierten Mal in Folge wechselt damit die parteipolitische Zuständigkeit für die Schulen – eine zentrale Position in der Landespolitik, die die Kultushoheit innehat.

Im Gegenzug erhält die Partei des Ministerpräsidenten das Bauministerium. Wenn Nicole Hoffmeister-Kraut das Wirtschaftsministerium behält, gilt als ausgemacht, dass der glücklose Spitzenkandidat Manuel Hagel seinem Ziehvater Thomas Strobl auch im Innenministerium nachfolgen wird. Den Landesvorsitz der CDU hatte er schon 2023 von ihm übernommen.

Seit der Landtagswahl hat die Union weiter an Zustimmung eingebüßt, wie eine Umfrage des am Bodensee ansässigen Instituts Allensbach ergab. Demnach konnte die CDU auf Grundlage einer Befragung vom 2. bis 9. April nur noch auf 26 Prozent der Zweitstimmen hoffen. Das wären fast vier Prozentpunkte weniger als bei der Wahl Anfang März. Profiteure einer Neuwahl wären Grüne und AfD (Apollo News berichtete).

Über die Eckpunkte des Koalitionsvertrags sollen am Samstag nun Führungsgremien der beiden beteiligten Parteien beraten. Nach der Vorstellung des Vertragswerks am Mittwoch sind Parteitage für den Samstag der kommenden Woche geplant. Am Mittwoch darauf findet dann die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten im Stuttgarter Landtag statt. Dessen Name wird voraussichtlich Cem Özdemir lauten.

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70 Kommentare

  • BW wird am Ende dieser neuen Legislaturperiode am Ende sein.

    • Nicht nur BW.

    • was Vernunft und Intelligenz der Wähler angeht, ist BW jetzt schon am Ende.

      • … schon sehr sehr lange…am Ende

    • Wir sind schon am Ende, nur es wird durch viele soziale Zuschüsse noch nicht akut!
      Aber wenn der Arbeitsplatz Abbau so weiter geht, dann wird es richtig eng!

    • Ach ja .
      Komisch seit 16 Jahren Grün/ Schwarz , und wahrscheinlich weitere 16 Jahre ein Geberland.
      Sie hätten Thüringen 2030 schreiben sollen ,nicht BW.

      • Schauen und vor allem verstehen sie Nachrichten ?
        Ich wüsste nicht eine Nachricht der letzten 12 Monate die auch nur ansatzweise ihre Meinung stützen würde . Wir leben schon seid Jahren von der Substanz und die grün sozialistische Party findet auch noch kein absehbares Ende .

    • Hoffentlich. Dann hapt ihr Booooooooomer entlich mal was zum Weinen.
      *FFFFUUUUUUUUUURRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRZZZZZZ*
      das war mit Bohnenaromah

  • Er will keine Grenzkontrollen.
    Wahnsinn.

    • Wenn die Autobauer alle zu machen, dann können wir doch noch tausende Migranten zusätzlich aufnehmen! Bravo ihr „Gutmenschen“!

      • Dann alle in den stillgelegten Werkshallen unterbringen , Strafe muss sein

    • Cem Özdemir will den Staat modernisieren, die Wirtschaft klimaneutral machen und die Grenzen öffnen. Merkel-Politik pur. Aber die Schwaben haben so gewählt und wollten es scheinbar so haben….

      • Sehr schlecht für den Länderfinanzausgleich.
        Bald zahlen nur noch Bayern und Hessen ein. Deutschland muss doch irgendwie kaputt zu kriegen sein.

    • Er will den Großen Austausch vollenden. Das ist irre. Wieso hat der so einen Hass auf Deutschland ?????

      • Na, warum wohl ?

    • Ich will mehr Bohnen.
      *FFFFUUUUUUUUUURRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRZZZZZZ*

  • Schön, wenn die Wähler aufwachen!
    Schade, daß es immer ein paar Wochen NACH der Wahl ist.

    • Man kann aber auch nichts den Leute von der Union glauben .
      Für was stehen Merz und Söder stellvertretend für ihre beiden Parteien eigentlich in Wirklichkeit?
      Und noch wichtiger !!! Was wollen oder erhoffen sich eigentlich die Menschen die sie immer noch wählen von ihrer wahlentscheidung ?

      • Zu Ihrer ersten Frage: Sie stehen in Wirklichkeit nur für sich selbst.

  • Es gruselt mich jetzt schon. Ich würde so gerne auswandern.

  • Man schaue nach Berlin, dann wissen die Baden-Württemberger,was sie erwartet.

    • Vielleicht ist es ja gerade das was sie wollen.

    • Die Schwaben ziehen doch seid Jahren scharenweise nach Berlin. Die sind alle komplett irre

  • Grenzkontrollen fallen weg – mehr muss ich nicht wissen.

  • Bleibt vorerst geheim
    Also wieder gegen die eigene Bevölkerung

  • „Young Global Leaders“ und die Agenda 2030 oder „nett“ aus der Schweiz vermittelt: „nix haben, aber glücklich sein“.

  • Ein geheimer Koalitionsvertrag? Das lässt das Schlimmste erahnen. Geschlossene Demokratie.

  • BRD-Südwest wird dort enden, wo es vor 200 Jahren begann: in Armut und Elend.

  • Irgendwie hat man das Gefühl das man die grün-goldene Zukunft schon hinter sich hat….

  • Dadurch, dass schon physikalisch alle Kausalität an den Anfang verlegt ist, liegt es außerhalb jedweder Reichweite, wie der Sozialwirt Volker Wittke spätestens im Jahr 1996 feststellt, heutzutage gleich welche „Modernisierung“ anzustreben. Sich dennoch dazu anzuschicken, würde sich deshalb bloß in einer Pseudo-Aktivität erschöpfen. Daran auch noch öffentliche Gelder zu binden, bedeutet, geradezu in Milliardenhöhe zuvörderst das schiere Nichts-Tun zu finanzieren. Die Abgeordneten des Landtags in Stuttgart sollten sich angesichts dessen eines Bessren besinnen; anstatt das freie Mandat mit der Wahl am 13. Mai 2026 von Cem Özdemir ins Amt des Ministerpräsidenten auf diese Weise vollends ad absurdum zu führen.

  • Hat der Herr Ministerpräsident auch einen türkischen Pass und inwiefern würde sich das mit dem Amt vereinbaren. Diesbzgl. hat er niemals geantwortet.

  • Die Grenzen sind doch schon (bzw. immer noch) sperrangelweit offen, zumindest für die, die „AsylAsyl“ sagen können.

  • Ich bedanke mich bei meinen „Mitwählern“ in THE LÄND dafür, dass sie für Untergang gestimmt haben.

    • Neinneinein. Habe ich nicht!

    • Ich verachte meine „Mitwähler“ dafür.

  • Klimaneutral und Grenzen öffnen…
    Stuttgart wird dann Neu Istanbul.
    Welch ein Glück,dass ich dort nicht mehr wohne

    • War doch klar Türke ist Türke was juckt den Deutschland … Geld Macht zu mir der Rest machen meine Landsleute, die wählen mich in 10 Jahren zum BK…

    • Ich war vor drei Wochen in Stuttgart. Das ist schon längst ein zweites Istanbul. Ich habe schon schlimmstes befürchtet, aber selbst diese Befürchtungen wurden noch übertroffen.

  • BW und Hamburg schaffen sich selbst ab.

  • …. und im nächsten Quartalsbericht wird Mercedes B wieder ein paar Prozentpunkte Richtung Himmel jauchzen …….
    So lange es allen so gut geht, kann man sich noch viel mehr leisten.
    (Übersetzung: So lange ihr noch irgendetwas habt, können wir euch noch so viel abnehmen. Sogar die Würde.)

  • Entsetzlich, jetzt regiert in Ba Wü Klein Erdogan
    Die CDU wirft sich komplett weg

  • Für Politiker der CDU ist einzig und allein noch wichtig, dass sie irgendwelche Pöstchen ergattern, ganz egal, welche. Inhalte interessieren dort sowieso niemanden.

  • Der Grüne Wolf hatte vor der Wahl Kreide gefressen. Jetzt zeigt er seine Zähne. Gratuliere, ihr BW’ger.
    Macht hoch die Tür, die Tor macht weit. Ihr habt zwei Außengrenzen: zur Schweiz und zu Frankreich. Und künftig noch mehr Spass uff de Gass.

  • Cem Özdemir will den Staat modernisieren, die Wirtschaft klimaneutral machen und die Grenzen öffnen.

    Schon bei diesem Satz zur Klimalüge stolpert mein rationelles Denken.

    • Genau! Die Zerstörung nennen sie jetzt “ Modernisierung“. Krank.

  • 1939 blieb auch ein Beistandspakt UND ein relevantes Zusatzprotokoll GEHEIM.
    Was dies für D. bedeutete u.a endete es mit der Zerstörung eines Landes und seiner Industrie.

    Es braucht keinen Krieg wenn man solche ReGIERungen hat, um Land Volk und Vermögen zu ruinieren.

    All jene die noch an Wahlen glauben und klammern haben ein Recht zu erfahren was sie nun bekommen, vor allem ALLE die dafür zahlen müssen.

    Wenn ein Gerät NICHT kaputt ist, repariere es NICHT.
    Wenn die Wirtschaft funktioniert(e), transformiere sie NICHT, hätte man vor Paris 2015 eintrichtern sollen.

  • „Wirtschaft klimaneutral machen“.
    Sprich, den Wohlstand vernichten.
    Da habt ihr euch ja den Richtigen gewählt. Jetzt gehn bei euch die Lichter aus. Gratuliere.

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