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Brandenburg

„Einfach mal ausprobieren“: AfD und CDU beschließen Bürgerpatrouillen in Hennigsdorf

In der Brandenburger Stadt Hennigsdorf hat eine Mehrheit im Stadtparlament den Aufbau einer sogenannten Sicherheitspartnerschaft beschlossen. Für den von der AfD eingebrachten Antrag stimmten auch fünf CDU-Stadtverordnete.

S-Bahnhof der Stadt Hennigsdorf in der Nähe von Berlin (IMAGO/Jürgen Ritter)

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In der Brandenburger Stadt Hennigsdorf (Landkreis Oberhavel) hat eine Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung den Aufbau einer sogenannten Sicherheitspartnerschaft beschlossen. Für den Antrag der AfD stimmten neben deren Fraktion auch fünf Stadtverordnete der CDU sowie der Großteil der Fraktion „Die Unabhängigen – Bürger für Hennigsdorf“. Damit erhielt der Vorschlag eine Mehrheit im Stadtparlament.

Künftig sollen ehrenamtliche Sicherheitspartner vor allem im Bereich rund um den Bahnhof Präsenz zeigen. Nach der Beschlussvorlage sollen sie dort Diebstähle und „unangemessenes Verhalten“ beobachten und bei Auffälligkeiten die Polizei informieren. Polizeiliche Befugnisse haben die Freiwilligen nicht. Ziel sei „die Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls, die Förderung von Zivilcourage sowie die Entlastung polizeilicher Strukturen im Sinne einer partnerschaftlichen Sicherheitskultur“.

Die Initiative für den Beschluss ging von der AfD aus. Deren Hennigsdorfer Fraktions- und Ortsvorsitzender Dietmar Buchberger begründete den Antrag mit „wiederkehrenden sicherheitsrelevanten Vorfällen“ in der Stadt mit rund 27.000 Einwohnern und forderte präventives Handeln. Vor der Abstimmung hatte ein Polizist die Pläne kritisch bewertet. Hennigsdorf sei grundsätzlich eine sichere Stadt, erklärte er. Eine Sicherheitspartnerschaft ergebe eher bei der Einbruchsprävention in dörflichen Strukturen Sinn.

Trotzdem verteidigte die CDU-Fraktion ihr Abstimmungsverhalten. Fraktionschef Werner Scheeren sprach von einer „präventiven Maßnahme“, die man „einfach mal ausprobieren“ könne. Es gehe „um die Sache und nicht um Parteipolitik“. Auch nach der Kritik an der gemeinsamen Abstimmung mit der AfD blieb Scheeren bei seiner Einschätzung. Es sei falsch, von Bürgerpatrouillen zu sprechen, sagte er. Tatsächlich gehe es um eine Sicherheitspartnerschaft, ein „seit mehr als 20 Jahren anerkanntes Instrument“.

Zugleich betonte er: „Die Brandmauer steht.“ Eine dauerhafte Zusammenarbeit mit der AfD werde es nicht geben. „Hier geht Sachpolitik vor Parteipolitik.“ Das Votum aus Hennigsdorf löste jedoch Kritik in der CDU-Landesspitze aus. Generalsekretär Gordon Hoffmann verwies auf die Beschlusslage der Partei: „Koalitionen und Zusammenarbeit mit der AfD gibt es nicht.“ Zwar verstoße die Abstimmung formal nicht gegen den Parteibeschluss, politisch halte er sie dennoch „für einen Fehler“. Hoffmann kündigte an, mit den beteiligten CDU-Stadtverordneten das Gespräch suchen zu wollen.

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Auch vor Ort regte sich Widerstand gegen die Entscheidung. Am Freitag demonstrierten rund 150 Menschen vor dem Rathaus gegen die geplanten Bürgerstreifen. Die Kundgebung stand unter dem Motto „Keine Bürgerpatrouillen von rechts“. Der Brandenburger Grünen-Vorsitzende und Hennigsdorfer Stadtverordnete Clemens Rostock, der die Demonstration angemeldet hatte, warnte davor, dass sich vor allem Anhänger der AfD an den geplanten Streifen beteiligen könnten. „Wir sehen die Gefahr, dass die Stadt jetzt dafür Leute finden muss und die AfD genau ihre Leute dahin mobilisiert“, sagte er.

Das Modell der Sicherheitspartnerschaften ist in Brandenburg bereits etabliert. Es geht auf einen Erlass des Innenministeriums zurück, der bürgergetragene Sicherheitsstrukturen neben Polizei und Ordnungsamt ermöglicht. Die ehrenamtlichen Streifengänger sollen durch Präsenz, Beobachtung und Meldung von Auffälligkeiten zur Kriminalprävention beitragen. Ende 2024 existierten im Land 62 solcher Partnerschaften mit insgesamt 410 Sicherheitspartnern in 45 Orten. Mit dem Beschluss in Hennigsdorf kommt nun ein weiterer Standort hinzu.

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43 Kommentare

  • Auf die 6 CDU-Mitglieder wartet jetzt wahrscheinlich ein Parteiausschlussverfahern, und der Bannstrahl von Friedrich!

    • Das entscheidet nicht der Kanzler 2.Wahl sondern der Sensible Lars.Pinocchio darf nur Märchen erzählen und sonst nichts.

      • Pee- nocchio erzählt keine Märchen, er erzählt seine selbsterfundenen Wahrheiten. Und die gehen von der Erzählform her wie Märchen. Nur ohne gute Fee und Happy- End. Die Effekte sind dieselben: Nach dem ersten Drittel der Geschichten pennst Du ein.

  • Bürgerpatrouillen … eine sehr gute Sache, kann man nur unterstützen.
    150 Menschen haben vor dem Rathaus dagegen demonstriert, also Peanuts. Wenn das so weitergeht, dann wird man bald wieder einen Sheriff in der Gemeinde benötigen.

    • Wie kann man gegen sowas demonstrieren?
      Vielleicht wäre bei denen mal eine Hausdurchsuchung angesagt.
      Die müssen ja eine ganze Diebstahl-Asservatenkammer besitzen.

      • deine Phantasie ist heute wieder grenzenlos

    • Sie werden lachen – das WAR die ursprüngliche Bedeutung eines Sheriffs! Das Wort „Sheriff“ stammt etymologisch von „shire reeve“ ab, was so etwas wie ein Dorf- bzw. Bezirksvorsteher war. Im Deutschen gibt es den „Greven“; gleiche Aufgabe.

    • „150 Menschen haben vor dem Rathaus dagegen demonstriert, also Peanuts.“

      Ich würde nicht sagen, dass das Peanuts sind. Bei den Montagsdemos haben wir im Durchschnitt nur 1/10 an Teilnehmern mobilisieren können. Und das in einer Stadt mit fast 4x soviel Einwohnern.
      Kann natürlich sein, dass die Hennigsdorfer Grünen ihr Netzwerk mobilisiert und auswärtige Teilnehmer dabei waren. Wer weiß…?

      • Kann das nachvollziehen, @CC. man muss evtl. den Zeitgeist berücksichtigen. Aus heutiger Sicht sind die Menschen deutlich sensibler gegenüber den MSM-Fakes geworden, auch wenn es leider noch nicht alle sind. Man denke nur an Frau Buyx mit ihrem außerordentlichen Geltungsbedürfnis. Denke, heute wären es deutlich mehr Teilnehmer.

      • In unserem Kaff mit halb sowiel Einwohnern hatten wir ebenfalls 150 Montagsspazierer. Eine Gegendemo der üblichen Verdächtigen gerade mal 30. Und das im Westen!

  • Find ich gut.
    Wäre auch in meiner Kleinstadt (ca. 32k Einwohner) sicherlich nützlich. Nebst dem Bahnhof gibt es nämlich auch hier inzwischen par so Punkte, wo man „Brennpunkte“ nennen könnt, leider.
    Die zitierten Gegenargumente, z.B. „Keine Bürgerpatrouillen von rechts“, find ich ziemlich lächerlich. Wer, wenn nicht „Rechte“ solle denn sonst für mehr Sicherheit sorgen? Linkisch-Grünliche etwa?

  • Na also…..geht doch!
    Im EU Parlament bröckelt ja auch schon die Brandmauer.

  • Knusper, knusper knäuschen, die Brandmauer bröselt … 😜

  • Als Leser würde mich jetzt interessieren: ja bringts denn was? Das Prinzip scheint ja schon seit Jahren Praxis zu sein, da müssten doch Informationen vorliegen ob es was bringt. Thema: aus Sachbasis diskutieren…

    Und wenns was bringt, dann sind auch gleich die Kritiken mit Fakten widerlegt.

    • Sie stellen die richtige Frage: Es bringt natürlich nichts. Was sollte es auch bringen ?
      In ein paar Monaten hat sich das totgelaufen.

    • Aus Erfahrung: Immer dann, wenn kriminalitätsgequälte Bürger eine Bürgerwehr gründen, sabotieren SPD, CDU und vor allem Stasi-SED das ganze mit „Sicherheitspartnerschaft“, um es zu verhindern.

      • „Aus Erfahrung: Immer dann, wenn kriminalitätsgequälte Bürger eine Bürgerwehr gründen, sabotieren SPD, CDU und vor allem Stasi-SED das ganze mit „Sicherheitspartnerschaft“, um es zu verhindern.“

        Aus Erfahrung? Was ist passiert?

        Niemand kann das sabotieren. Wenn sich Bürger organisieren und abends in einer oder mehreren kleinen Gruppen „spazieren“ gehen, kann das niemand verhindern. Und im Zweifel gibt es sogar den sogenannten Jedermansparagraphen. Das heißt, diese Gruppe kann sogar jemanden festnehmen, an der Flucht hindern, sogar mit verhältnismäßiger Gewalt, bis die Polizei eintrifft. Heißt, eine Bürgerwehr ist nicht nur zum Zuschauen verdammt.

        Für bestimmte Brennpunkte in Großstädten ist das vielleicht nicht das richtige Konzept. Für kleine Dörfer auch nicht, die brauchen so was nicht, zum Glück.
        Aber es gibt unzählige Gemeinden, Kleinstädte und Stadtteile, wo das Sinn ergeben könnte.

  • Oh je. Erst die Zusammenarbeit im EU Parlament und auch auf kommunaler Ebene bröckelt die Brandmauer hier und an allen Ecken. Wo soll das noch hinführen? Dem Wüterich wird das gar nicht gefallen.

  • Die Brandmauer® scheint kein solides Fundament zu haben.

    • Man hätte Mörtel statt Erdbeerpudding nehmen sollen…

  • „Wir sehen die Gefahr, dass die Stadt jetzt dafür Leute finden muss und die AfD genau ihre Leute dahin mobilisiert“.

    Tja, uns wäre es auch lieber, dieses ehrenamtliche Engagement würden die Grünen übernehmen. Ach sorry, das geht ja nicht, da müssten sie ja ihr eigenes Klientel beäugen.

    • Und wegen grüner Tomaten auf den Augen würden sie nichts erkennen können…

    • „Tja, uns wäre es auch lieber, dieses ehrenamtliche Engagement würden die Grünen übernehmen.“

      Könnte lehrreich für die sein, wenn sie der Realität gegenüberstehen. Ich hab gerade schon wieder Kopfkino, wie eine grüne Patrouille am Bahnhof auf ihre Goldstücke trifft… 🙂

      • Danke für den Tipp, ich habe mich jetzt registriert !

        • Gerne! 🙂

          -6
      • +1.
        Erneut an die REDAKTION:
        Wann führen Sie getrennte +1 und -1Zähler ein?!
        0 ist anders als +100-100!

  • Schlimm, daß sowas nötig ist. Eigentlich zahlen wir Steuern für eine funktionierende Polizei.

    • „Eigentlich zahlen wir Steuern für eine funktionierende Polizei.“

      Dass wir Steuern für verschiedene staatliche Aufgaben zahlen, sollte uns nicht davon abhalten Eigeninitiativen zu entwickeln. Nicht nur bei einer Bürgerwehr. WIR sind der Staat und deshalb halte ich es für sinnvoll, hier und dort auch selber aktiv zu werden.
      So lernt man Leute und Meinungen kennen, schmiedet vielleicht sogar Netzwerke die irgendwann mal nützlich sein könnten und dümmer macht es einen ja auch nicht.

      Sie haben recht, es ist gewöhnungsbedürftig, wenn Bürger Streife gehen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass das Schule machen sollte. Ich jedenfalls würde mich daran beteiligen und ich bin sicher, viele Nachbarn würden sich behaglicher fühlen. Ich ebenso. Denn Polizeistreifen sieht man hier fast nie.
      Je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir der Gedanke.
      Details und Rechtliches müssten natürlich noch ausgearbeitet werden.

  • Ich kann das Wort Brandmauer nicht mehr hören

  • Keine Mauer hält ewig, besonders rote Antifaschistische-Schutzwälle – wie die Geschichte gezeigt hat.

    Auch wenn sich die CDU in die Rolle der BRD-weiten Block-Partei transzendiert hat, so wird ihr das nicht helfen, wenn die AfD richtig Momentum aufnimmt.

    Aktuell hat die AfD diesen Elan noch nicht, aber mit dem sekundär Thema Wirtschaft hätte sie einen Elfmeter ohne Torwart wenn sie es geschickt anfängt.

  • Dieses System ist besonders bürgerfreundlich und wird in Ungarn seit mehren Jahren erfolgreich unterstützt auch von anderen Parteien ( nennt sich Polgarörseg ) !!
    Das Istrien sehr gute Idee , bin sehr froh innUngsrn darüber , weil Sie stammen aus den gleichen Ort und haben daher immer eine bürgerliche Nähe zu den Anwohnern ! Sie sind jedoch nicht bewaffnet !!

    • „Sie sind jedoch nicht bewaffnet !!“

      Guter Punkt. Sollte eine Bürger-Streife bewaffnet sein? Was sollten sie bei sich tragen?
      Pfefferspray und (wer will) passive Bewaffnung, wie schnittfeste Kleidung, halte ich für angebracht. Kabelbinder, Taschenlampen und PMR-Funkgerät auch.
      Erste-Hilfe-Ausrüstung und -Ausbildung wären auch nicht schlecht.

  • Der entscheidende Punkt: Die Polizei reißt es nicht mehr. Es wäre zu ergründen, ob aus Personalmangel, oder weil sie es nicht will, durchgrünt, wie sie teilweise ist.

    • Wohl beides.
      Ich weiß noch, es war vor einem Montagsspaziergang, wir warteten auf die Polizei, die den Zug absichern sollte. Sie kamen nicht, riefen aber den Organisator an, sie würden sich verspäten, sie hätten gerade keine Leute frei.
      Jubel brach aus!
      Denn das war ja das Ziel, die Staatsgewalt in die Knie zu zwingen, die Corona-Politik aufzugeben.

  • „Am Freitag demonstrierten rund 150 Menschen vor dem Rathaus gegen die geplanten Bürgerstreifen. Die Kundgebung stand unter dem Motto „Keine Bürgerpatrouillen von rechts“. “
    Die würden sich eher abstechen lassen, bevor sie sich „politisch inkorrekt“ verhalten.

    • Die fürchten, dass ihr Schlägerbanden der Antifa mal richtige Gegner bekommen…

  • Das waere bei uns auch mal eine gute Sache. Ort mit ca 16000 Einwohnern.
    Hier sind einige Faschisten der antifa unterwegs. Ballern Nachts auch gerne mal rum.
    Brandenburg. Die Hinterlassenschaften nebst Patronenhuelsen sieht man ueberall. Nebst Wandschmierereien und sonstigem Muell.

  • „Wir sehen die Gefahr, dass die Stadt jetzt dafür Leute finden muss und die AfD genau ihre Leute dahin mobilisiert“

    Und? Wo ist das Problem? Die sind bestens dafür geeignet. Verwirrte linke Weicheier können so was ja nicht.

    • anders Denkende diskriminieren – das kannst du
      aber was, wenn du der anders denkende bist ?

      • Sie beschimpfen doch ständig alle.

      • „anders Denkende diskriminieren – …
        aber was, wenn du der anders denkende bist ?“

        Fällt Ihnen nicht auf, wie unsinnig das ist? Bei zwei Meinungen sind es immer zwei „Andersdenkende“. Wäre ich „Genausodenkender“, wären die anderen ja keine „Andersdenkenden“.
        Logik ist nicht Ihre Stärke. Aber Fleiß. Also gern weitermachen, mit disliken. IP ändern, Cookies löschen und Daumen runter. Zack! Und nochmal. Zack! 🙂
        Aber damit das nicht so auffällt, disliken Sie auch „Ein alter tumber Ossi“, der hat sinngemäß das Gleiche geschrieben wie ich und dafür Daumen Hoch kassiert. 😉

      • Na, für solche Fälle bist doch du zuständig. Darüberhinaus für Nickbetrug. Wenn du „bullshark“ bist, fress‘ ich eine ganze Besenkammer.

        • Nick-Klau ist hier gang und gäbe. Ich empfehle jedem hier, seinen Nick zu registrieren. Geht ja auch mit einer Wegwerf-Adresse. Z.B. https://muellmail.com/

          -6

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