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Vor Landtagswahl

Laut Wahl-O-Mat sind die Grünen in Baden-Württemberg plötzlich gegen das Verbrennerverbot

Die Grünen in Baden-Württemberg lehnen das ab 2035 geltende Verbot neuer Benzin- und Dieselautos ab. Zumindest steht es so im Wahl-O-Mat. Ein Widerspruch zur verbrennerfeindlichen Position der Bundespartei.

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Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg (IMAGO/Frank Turetzek)

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Laut Wahl-O-Mat zur bevorstehenden Landtagswahl sind die Grünen in Baden-Württemberg plötzlich gegen das EU-weite Verbrennerverbot. In dem Online-Test, den viele unentschlossene Wähler nutzen, stimmen sie der These zu, dass sich das Land dafür einsetzen soll, „dass auch nach 2035 noch Pkw mit fossilem Verbrennungsmotor neu zugelassen werden dürfen“.

In der dazu veröffentlichten Begründung erklären die Grünen allerdings: „Das Auto der Gegenwart und Zukunft fährt elektrisch.“ Weiter heißt es: „Der E-Motor ist für PKWs die effizienteste Antriebsart.“ Für die „herausfordernde Transformation weg vom fossilen Verbrenner“ brauche es „verlässliche Leitplanken für Autobauer, Zulieferer und Handwerk“.

Die Bundestagsfraktion erklärte 2025, das Aus für neue Verbrenner ab 2035 schaffe „Planungssicherheit für Verbraucher, Industrie und Beschäftigte“. Das Ziel dürfe nicht erneut infrage gestellt werden. Auf europäischer Ebene sieht die geltende Regelung vor, dass Neuwagen ab 2035 im Betrieb keine CO₂-Emissionen mehr ausstoßen sollen.

In Baden-Württemberg war die Festlegung auf 2035 bereits zuvor umstritten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nannte das Datum „einen Fehler“. Er sagte: „Es war falsch, einfach bei den Flottengrenzwerten ein Ziel und ein Datum ins Schaufenster zu stellen, ohne die Maßnahmen voranzutreiben, die nötig sind, um dieses Ziel auch zu erreichen.“ Eine Verschiebung sei „für den globalen Klimaschutz nicht entscheidend“. Sie würde der Wirtschaft helfen, „weil der Übergang nicht so hart würde“.

Die Grünen im Südwesten gelten seit Jahren als wirtschafts- und industriepolitisch pragmatischer als Teile der Bundespartei. Baden-Württemberg ist mit Herstellern wie Mercedes-Benz und Porsche sowie Tausenden Zulieferern das Kernland der deutschen Automobilindustrie. Der Strukturwandel ist dort ein zentrales Wahlkampfthema.

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CDU fordert vollständige Rücknahme

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel verlangt eine Abkehr von der EU-Vorgabe. Er sagte: „Das Verbrenner-Aus der EU muss weg. Es schadet der Innovation, schwächt unsere Industrie, gefährdet tausende Arbeitsplätze – und bringt unserem Klima nichts.“ Die CDU wirbt im Wahlkampf für „Technologieoffenheit“. Die FDP fordert ebenfalls eine Rücknahme der Regelung. Die AfD lehnt die EU-Vorgaben grundsätzlich ab.

Die Grünen treten mit Cem Özdemir als Spitzenkandidaten an. Özdemir sprach sich für „Flexibilität beim ‚Wann‘“ aus und sagte: „Gefordert ist jetzt ein Schulterschluss zwischen Industrie und Politik, der die nötige Flexibilität beim ‚Wann‘ ermöglicht und gleichzeitig beim ‚Wohin‘ klar Kurs hält.“ Er forderte einen „Booster für eine flächendeckende europäische Ladeinfrastruktur“, „vergünstigten Ladestrom“ sowie einen „Transformationsfonds für die Zulieferer“.

Gewählt wird am 8. März 2026. Laut Infratest dimap (Erhebung Januar 2026) liegt die CDU bei 29 Prozent, die Grünen bei 23 Prozent, die AfD bei 20 Prozent. Die SPD kommt auf 8 Prozent, die FDP auf 5 Prozent, die Linke auf 7 Prozent. Rechnerisch wäre eine Fortsetzung von Grün-Schwarz möglich – allerdings unter Führung der CDU.

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74 Kommentare

  • Das sie mit ihrer bisherigen Aussage bereits Milliarden vernichtet haben interessiert anscheinend niemanden.

    • Die Grünen sind eine gefährliche Sekte.

    • CDU als Anti-Verbrennerverbot-Partei??
      Vermutlich bereitet Manuel Hagel mit seinen Aussagen gerade den nächsten großen CDU-Wahlbetrug vor.

    • Özdemir ist ein Grüner, oder ist er dort etwa schon ausgetreten?
      Und Grüne kennen nur 3 Dinge: Verbote, teurer machen und Subventionen, egal, wie sie es nennen.

  • Glaubt ihnen nicht. Da geht es nur um Stimmenfang. Nach der Wahl ist alles vergessen.

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    • Özdemir führt eine komplett auf seine Person zugeschnittene Kampagne, in der die Grüne Bundespartei möglichst wenig vorkommt.
      Der Parteiname findet sich nicht einmal auf Özdemirs Plakaten. Özdemir verbat sich auch, dass Spitzenvertreter der Bundespartei gemeinsam mit ihm im Wahlkampf auftreten.
      Stattdessen zeigt sich Özdemir demonstrativ mit Boris Palmer, dem Tübinger Bürgermeister. (handelsblatt)

      • Jaaa, der feine Herr Ö. hat plötzlich seine konservativen Werte entdeckt. Seine Tochter hat ihm was vom Stadtbild erzählt. Und er hat nun auch verstanden, dass er ohne die Autoindustrie keine Steuereinnahmen zum Verpulvern hat. Aus Saulus ward Paulus.

        Einige werden es ihm sogar glauben … zu viele!

    • bald gibt es keine wahlen mehr, denn KI wird uebernehmen.

      erinnert ihr euch an den ausspruch von WEWF-klaus?

      ein erster versuch, die thematik spielerisch und ganz vorsichtig an die menschen heranzubringen, laeuft gerade im WEF-musterland oesterreich.

      das land, das noch vor UK die e-ID an den mann gebracht hat, traeumt schon vom naechsten schritt.

      es faengt immer klein und harmlos an.

      2030 ist ja nicht mehr weit.
      bis dahin muss aus dem spiel ernst werden.

      https://www.jku.at/news-events/news/detail/news/ki-partei-in-linz-wie-kuenstliche-intelligenz-politische-bewegungen-formt/

      • Der Automobilriese Stellantis meldet für die zweite Hälfte des Jahres 2025 Abschreibungen im Wert von mehreren Milliarden Euro.
        Gleichzeitig kündigt das Management eine strategische Rückkehr zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren und einen stärkeren Fokus auf Hybridantriebe an. Die Wand der grünen Verwandlungsillusion hat einen weiteren Durchbruch erlitten.
        Es war ein schwarzer Tag für Stellantis, die Muttergesellschaft von Marken wie Fiat, Chrysler und Opel. Am Freitag setzte das Unternehmen als Reaktion auf katastrophale Geschäftsergebnisse seine EV-Strategie um und meldete Abschreibungen in Höhe von insgesamt 22 Milliarden Euro, die allein in der zweiten Hälfte des Vorjahres entstanden sind.
        Auf der Grundlage entspricht dies einem Verlust von 19–21 Milliarden Euro für Europas zweitgrößten Automobilhersteller in diesem Zeitraum.
        https://www.zerohedge.com/markets/green-illusion-suffers-major-setback-stellantis-takes-massive-eu22bnwev-write-down

        • Ein -überraschender- Geldzufluss von rund sechs Milliarden Euro sorgt bei Europas größtem Autokonzern Volkswagen für Unruhe.
          Während Beschäftigte auf Sonderzahlungen verzichten müssen,
          dürften Vorstand und Aktionäre von den starken Zahlen profitieren.
          Ein Bericht der „Bild“-Zeitung hatte zudem Finanzchef Arno Antlitz Bilanzkosmetik vorgeworfen.
          Dieser hat sich nun intern zu der Kritik geäußert. Die Details liegen dem Handelsblatt vor.

          0
  • Offenbar haben die Grünen von Merz gelernt.
    Im Wahlkampf das eine Versprechen und nach dem Wahlsieg genau das Gegenteil umsetzen.

  • Der Wolf erklärt den Schafen, er sei jetzt Veganer und sie sollen ihn bitte reinlassen.

    • Anke Engelke neue Version der „Häschenschule“
      In der Variante ist der Fuchs ein Veganer, freundet sich mit den Häschen an.
      Der Feind ist der Mensch: Bei einem Ausflug kommen die Schüler der Häschenschule an einem Feld vorbei, finden einen Schädel und ein Schild „Achtung Gift“.
      Die alte Häschenschule sei etwas überholt, ein bisschen altbacken und unmodern, erklärte Engelke.
      In ihrer Fassung gehe es um Diversität, Humor, Offenheit und Respekt.
      Bahnfahren mit Anke Engelke
      |https://www.youtube.com/watch?v=-LmPq_AX6WM 4 Min.

  • Mal sehen wann sie für den Neubau von Kernkraftwerken sind, und den Abriss von Windanlagen. Zum Schluss sind sie noch für die Wiedereinführung der D-Mark. Genau mein Humor

  • Die haben sich Merz angeschaut, was die Strategie fur Wählerfang angeht…

    • Der Wahl-O-Mat wird auch anzeigen, dass Merz für das Einhalten der Schuldenbremse steht. Für meine Wahlentscheidung brauche ich keinen Automat

      • Wahlomat statt Gehirn.
        Für viele reicht es wohl…

        • Den Leuten die jetzt noch einen Wahl-O-Mat für ihre Wahlentscheidung brauchen, ist nicht mehr zu helfen.

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  • Die CDU bei 29 Prozent, die Grünen bei 23 Prozent, immer noch. Warum?
    Sie wollen ein Kurswechsel. Aber bitte in die gleiche Richtung. Danke.

    „Ola Källenius kämpft mit Mercedes-Benz gegen den Niedergang. Arbeit und Energie sind in Deutschland zu teuer, sagt der Konzernchef. Er fordert einen Kurswechsel der Politik. Und warnt vor einem Rechtsruck.“
    Ein Interview von Martin Hesse
    07.02.2026, 17.30 Uhr • aus DER SPIEGEL 7/2026

    „Krise beim Stuttgarter Autobauer
    Porsche in der Krise: Autobauer macht fast eine Milliarde Euro Verlust
    Der Stuttgarter Autobauer macht wegen seiner schweren Krise hohen Verlust: Allein im dritten Quartal 967 Millionen Euro. Das sind fast 400 Millionen mehr als prognostiziert.“
    SWR 24.10.2025, 18:32 Uhr

  • „Der E-Motor ist für PKWs die effizienteste Antriebsart.“ Diese Aussage ist falsch, sozusagen Fakenews. „Correctiv“, bitte übernehmen Sie. Wann ist eine Antriebsart zur Fortbewegung effizient? Wohl wenn sie ein Minimum an Energie verbraucht. Deshalb sollten Fortbewegungsmittel so leicht wie möglich gebaut sein. Batterien aber sind das genaue Gegenteil. Elektrische Energie ist bekanntlich keine Primärenergie. D.h. sie muss erst erzeugt werden. Der Prozess der Erzeugung bedarf aber wiederum Energie. D.h. energetisch ist es immer effizienter,  Primärenergie direkt in Bewegungsenergie zu wandeln und nicht über den energieverbrauchenden Umweg der Erzeugung elektrischer Energie. Eine ehrliche Energiebilanz berücksichtigt diesen Umstand. Ein Leichtbau-Solarmobil wäre wohl höchst effizient, aber nur sehr eingeschränkt nutzbar. Hier wäre die Energie für den Fertigungsprozess der Solarpanels und der Pufferbatterie dem Energiebedarf für die Förderung von Primärenergieträger gegenüberzustellen.

  • Es ist eigentlich egal, da Ba-Wü da nicht viel mitzureden hat. Die Würfel sind in Brüssel gefallen, allenfalls könnte der Außenkanzler noch eine Konterrevolution anzetteln (= eine europäische Gegen-Allianz schmieden). Er hat sich allerdings auf einen Brief beschränkt und das Thema nun abgehakt.
    Was mir beim Wom aufgefallen war: Die AfD wird schon in ein sehr schlechtes Licht gerückt und mit nach meiner Erinnerung auch falschen „historischen“ Bezügen verbunden. Wird dagegen kein Rechtsschutz in Anspruch zu nehmen gesucht?

  • Klar dürfen dann noch Verbrenner neu zugelassen werden, sie dürfen nur kein CO2 ausstoßen. Das geht nicht? Tja, dann….

  • „Das macht doch nichts, das merkt doch keiner. Guckguck“ , Lied von Hans Scheibner.
    Zum Glück gibt’s AN.

  • Wenn die Stimmen am nächsten Morgen nichts mehr wert sind…

  • Mein Gott Leute, benutzt doch nicht den Wahl-O-Mat.
    ÖRR weglassen und dann:
    Selber denken ist viel besser als sich Manipulieren zu lassen.

    • Ich habe gestern den Wahl-O-Mat gemacht – mit einem Ergebnis von 78,8 % (Platz 1) für die AfD. Also, ich kann mich nicht beschweren.

    • Ich freue mich immer darüber, sehe das grün links spd ganz tief unten sind

    • Das mit dem Selberdenken klappt häufig nicht.
      Sei schlau, wähl blau reicht.

  • Habe gerade mal den Betrug-O-Mat ausprobiert, 20% Übereinstimmung mit den grünen bei den linken sogar 58% obwohl ich jede Antwort vermieden habe,wofür diese „Parteien“ sind.

  • Haben die sich das von unserem „Fritze“ abgekuckt?

  • Na klar und die Atomkraftwerke haben sie auch nicht abgestellt. Die Baden-Württemberger werden wieder diese GRÜNEN Leute wählen. Erst wenn’s das Geld ausgeht, werden Sie vielleicht verstehen warum im Autoländle die Steuereinnahmen nicht mehr so sprudeln. Erst dann ändern Sie vielleicht ihr Wahlverhalten.

  • Grüne? Da weiß man, was man hat!
    Militarisierung oder Verbrennerfortsetzung – Hauptsache feministisch.

  • „Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft“: kurz: Sozialismus

  • überlegt doch mal ganz prgmatisch. Erstens: Wer hat den Zustand in dem sich Deutschland befindet zu verantworten.
    Zweitens: Wer hat die beste Strategie, welche die Höchstmögliche Wahrscheinlichkeit
    bietet das dieser Zustand geändert werden kann. Drittens: Wer hat seine Wahlversprechen am meisten nicht eingehalten, bzw. gebrochen. Viertens: jetzt das kleinere Übel wählen, ob das nun dann die beste Wahl ist weiß ich auch nicht, aber ein Versuch wäre es wert. Denn all die Parteien die jetzt das Maul aufreißen, haben den jetzigen Zustand zu verantworten und die wollen jetzt alles besser machen, da habe ich so meine Zweifel.

  • es ist Waaaahlkampf,Lügen fliessen nie leichter

  • Ob das etwa etwas mit den Wählern, die in der Autoindustrie beschäftigt sind, zu tun hat?
    Pack ein, Cem, das wird nix. So naiv ist da keiner….obwohl, Kretschmann wurde ja auch bestätigt und Merz gewählt… Ein Anti AfD-Prank der Grünen;)

  • Sie werden Ihre Wählertäuschung mit allen Mitteln versuchen.

  • Jedes Mittel ist den Ideologen recht.

  • Vor der Wahl stimmen sie dafür und nach der Wahl dann dagegen.

    Wer traut einem Grünen Sektierer ?

  • Ja, und selbst wenn die JETZT für die Aufhebung des Verbots sind, heißt das nicht, dass das nach der Wahl auch noch gilt. Siehe Merz, der genau das Gegenteil macht, was er vorher versprochen hat. Und wenn das nicht reicht, lügt man noch weiter, indem man angebliche Ziele erreicht hätte. Und in Merz hat man doch ein tolles Vorbild. Herrgott, das könnte alles so schön sein, wenn das Wahlvolk ein einziges Mal den Kopf zum Denken nutzen würde.

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