5,1 Prozent in einem Jahr: Die Löhne steigen – doch positiv ist das nicht
Vollzeitbeschäftigte in Deutschland verdienten im Jahr 2025 im Median über 4.200 Euro brutto pro Monat – so viel wie nie zuvor. Für Arbeitnehmer und die breite Gesellschaft bedeutet dies jedoch nicht zwangsläufig eine Verbesserung.
Wie die Bundesagentur für Arbeit am Montag mitteilte, lag das mittlere Bruttomonatsentgelt aller sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2025 bei 4.217 Euro. Gegenüber 2024 stiegen die Löhne damit um 203 Euro beziehungsweise 5,1 Prozent. Doch diese Entwicklung ist keineswegs ausschließlich positiv zu bewerten.
Zu den Negativfolgen zählen steigende Verbraucherpreise sowie eine Verschärfung des Stellenabbaus in der Wirtschaft beziehungsweise eine Reduzierung der Neueinstellungen. Dabei ist zu beachten, dass der Median aussagekräftiger ist als der Durchschnitt: Er bezeichnet den Wert in der Mitte der Verteilung, bei dem die eine Hälfte der Beschäftigten mehr und die andere Hälfte weniger verdient.
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Das deutliche Plus von über fünf Prozent erklärt sich insbesondere durch Entgeltsteigerungen infolge höherer Tarifabschlüsse. Allerdings verteilt sich der Zuwachs regional sehr unterschiedlich. Die Spanne reicht von 4.768 Euro in Hamburg, 4.546 Euro in Baden-Württemberg und 4.530 Euro in Hessen bis hin zu 3.497 Euro in Mecklenburg-Vorpommern. Zwischen dem Spitzenreiter Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern liegt damit ein Unterschied von mehr als 1.200 Euro pro Monat.
Noch deutlicher fällt die Einkommensschere bei der Qualifikation aus. Beschäftigte ohne Berufsabschluss erzielten ein Medianentgelt von 3.133 Euro, Arbeitnehmer mit anerkanntem Berufsabschluss kamen auf 4.069 Euro und Akademiker auf durchschnittlich 6.146 Euro. Auch das Alter wirkt sich deutlich auf das Einkommen aus. So lag das Medianentgelt bei den unter 25-Jährigen bei 3.202 Euro, während Beschäftigte ab 55 Jahren auf 4.362 Euro kamen.
Besonders interessant ist zudem, dass der Anstieg des mittleren Bruttomonatsentgelts im vergangenen Jahr kein einmaliger Sprung, sondern die Fortsetzung einer länger anhaltenden Wachstumsentwicklung ist. Das Medianentgelt lag 2022 noch bei 3.646 Euro, stieg 2023 auf 3.796 Euro, erreichte 2024 bereits 4.013 Euro und kletterte 2025 schließlich auf 4.217 Euro pro Monat.
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Jens Spahn
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Vor diesem Hintergrund gilt festzuhalten: So bedeutsam die Lohnsteigerungen auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, sie haben auch eine Kehrseite. Unter anderem setzen sie die Lohn-Preis-Spirale in Gang.
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Löhne stellen für Unternehmen einen Kostenfaktor dar. Steigen diese Kosten, bleibt vielen Unternehmen und Betrieben nichts anderes übrig, als die höheren Ausgaben über steigende Preise an die Verbraucher weiterzugeben, um profitabel zu bleiben. Das Ergebnis: Höhere Preise führen in der nächsten Tarifrunde erneut zu Forderungen nach höheren Löhnen. Genau diesen Mechanismus bezeichnet man als Lohn-Preis-Spirale – einen Prozess, der sich immer weiter verstärken kann. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das: Steigende Löhne können dazu beitragen, dass die Entwertung des Euro weiter vorangetrieben wird.
Dass dieser Mechanismus in der Realität wirkt, zeigen Daten des Bundeswirtschaftsministeriums. Anfang des Jahres veröffentlichte dieses in seinem Online-Statement „Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Januar 2026“, dass der Preisauftrieb sich „weiter in Richtung Dienstleistungen“ verlagere und zunehmend von der Binnenwirtschaft bestimmt werde, insbesondere von „Löhnen und Kosten in personalintensiven Bereichen“. Zwischen Dezember 2025 und April 2026 zog die Inflationsrate wieder deutlich an. Lag sie im letzten Monat des Vorjahres noch bei 1,9 Prozent, stieg sie bis April 2026 auf 2,8 Prozent. Mittlerweile hat sie sich zwar wieder etwas abgeschwächt und lag im Juni 2026 bei 2,3 Prozent, befindet sich damit jedoch weiterhin oberhalb des Inflationsziels der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent.
Auch ein detaillierterer Blick auf weitere Daten bestätigt den Effekt der Lohn-Preis-Spirale. Die Produktivität hält mit steigenden Lohnkosten nicht Schritt. In der deutschen Industrie stiegen die Lohnstückkosten – also die Arbeitskosten je produzierter Einheit – zwischen 2018 und 2024 um 18 Prozent. Deutschland wies damit im Jahr 2025 unter 27 Industriestaaten laut Daten des Informationsdienstes des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) die vierthöchsten Lohnstückkosten auf. Während die Lohnstückkosten kontinuierlich steigen, entwickelte sich die Produktivität deutlich schwächer. Nach Daten der Investmentbank ING verlangsamte sich das Produktivitätswachstum zwischen 2017 und 2024 zunehmend und fiel in den Jahren 2022, 2023 und 2024 sogar negativ aus.
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Außerdem tragen steigende Löhne indirekt – gemeinsam mit höheren Energiekosten, wachsender Bürokratie sowie einer steigenden Steuer- und Abgabenlast – zur Verschlechterung der Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt bei. Denn Unternehmen versuchen, die steigenden Kosten nicht nur durch Preiserhöhungen auszugleichen, sondern auch durch Einsparungen in Form von Stellenstreichungen beziehungsweise einer Reduzierung neuer Stellenangebote und Einstellungen.
Die Zahl der Stellenausschreibungen beziehungsweise offenen Stellen in Deutschland ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Im ersten Quartal 2026 gab es laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 1,15 Millionen offene Stellen – rund acht Prozent weniger als im Vorquartal und etwa zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Im Januar 2026 waren insgesamt 3,085 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet – der höchste Wert seit fast zwölf Jahren. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,6 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Zahl der Arbeitslosen bei 2,948 Millionen und erreichte damit den höchsten Jahreswert seit 2013. Inzwischen hat sich die Lage zwar leicht entspannt: Im Juni 2026 waren in Deutschland rund 2,93 Millionen Menschen arbeitslos. Das Niveau bleibt jedoch weiterhin hoch und gibt keinen Anlass zur Entwarnung.
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Wer einmal aus dem Arbeitsmarkt herausfällt, findet häufig nur schwer oder gar nicht wieder den Weg zurück in eine Beschäftigung. Im Juni 2026 galten 1,13 Millionen Menschen als langzeitarbeitslos. Damit waren rund 28 Prozent aller Arbeitslosen länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung – gut vier Prozent mehr als im Vorjahr (mehr dazu hier).
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Diese Spirale nach oben ist absolut brutal. Mehr mehr mehr. Mieten teils 50% plus als vor 10 Jahren. Benzin über 2,20 Euro, das sind 100% Steigerung die letzten 10-15 Jahre. Ein Becher Bier bei der WM 18 Dollar! Wo soll das hinführen? Wer hinterfragt dieses System im Kern? Keine Sau! Einige wenige Gewinner und viele Verlierer. Schlecht!!!
Vor allem am Ende bleibt unterm Strich das Gleiche! selbst wenn ein Postbote 4k pro Monat verdient. Alles geht nach oben. Völlig sinnfrei und führt massiv zu schlechter Laune! 40% Steuern, die sich der Staat nimmt und teils willenlos verpulvert tun zusätzlich weh!
Nur noch ein sozialistisches mit zusätzlichem schulden Öl erzeugtes Strohfeuer bevor der Ofen dann Ganz aus ist !
Mal schauen was danach kommt !?
@Micky: Bei der Inflation, die Sie beschreiben, gewinnt nur exakt einer:
ein hoch verschuldeter Staat! Dessen Schulden werden durch die Inflation entwertet. Alle, wirklich alle, anderen verlieren.
Die Lohn-Preis-Spirale dreht sich doch bereits seit langem immer schneller, beflügelt von regelmäßigen Mindestlohnerhöhunen (30% in 3 Jahren).
Vor allem die Zulieferer des Deutschen Einzelhandels mit der Macht der „Big Four“ (Lidl/Schwarz, Aldi, Edeka, Rewe) bleiben auf der Strecke, wenn sie noch in Deutschland produzieren.
Für diese „woken“ vier gilt nur der Preis und dieser ist in hochsubventionierten EU-Ausland nun einmal deutlich niedriger.
Neben Energie sind die Lohnkosten der Sargnagel in Deutschland.
An anderer Stelle wird der Deutsche Arbeitnehmer mit immer neuen Steuern weiter wie eine Zitrone ausgepresst
5%? Im Schnitt? Wohl kaum
der sensible Lars hat schon Verwendung für die 5,1 % Lohnerhöhung für „gendergerechte“ Toiletten in Nigeria.