50 Euro Verlust pro Schwein: So geraten deutsche Bauern in Existenznot
Deutsche Schweinehalter kämpfen mit den niedrigsten Kilogramm-Preisen seit Jahren. Für die heimischen Unternehmen ist die Lage zusehends existenzbedrohend. Der Deutsche Bauernverband möchte das nicht länger hinnehmen – und nimmt die Merz-Regierung in die Verantwortung.
Eine wachsende Zahl deutscher Landwirte kämpft um ihre Existenz – besonders stark betroffen sind Schweinehalter. Immer neue gesetzliche Auflagen, hohe Kosten und Zinsen, zunehmender Konkurrenzdruck sowie die schwindende Nachfrage im In- und Ausland machen den Betrieben erheblich zu schaffen. Teilweise werden über 50 Euro Verlust pro Schwein gemacht. Der Deutsche Bauernverband hat deswegen nun ein an die Bundesregierung adressiertes Forderungspapier veröffentlicht.
Bei den nachgefragten Teilstücken wie Schinken oder Kotelett deckt die heimische Erzeugung nach Branchenschätzungen nur noch etwa 80 Prozent des Bedarfs. Der Importbedarf steigt, der Selbstversorgungsgrad sinkt (mehr dazu hier). Und das trotz eines Einbruchs der Exporte um 72 Prozent zwischen 2019 und 2025. Nach Angaben der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands sanken die deutschen Drittlandexporte von 1,18 Millionen Tonnen im Jahr 2019 auf lediglich 335.000 Tonnen im Jahr 2025.
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Einer der bedeutendsten Akteure auf dem europäischen Schweinemarkt ist mittlerweile Spanien. Das Land ist inzwischen Europas größter Schweinefleischproduzent. Zu den Faktoren, die spanischen Erzeugern einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, zählen laut der österreichischen BauernZeitung unter anderem niedrigere Produktionskosten. Hinzu kommen weitere Anbieter wie Brasilien, die sich aufgrund des EU-Mercosur-Abkommens noch bessere Chancen ausrechnen, den europäischen Markt stärker zu erschließen.
Auch China entwickelt sich zunehmend zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für deutsche Schweinehalter. Nach den starken Bestandsverlusten infolge der Afrikanischen Schweinepest 2018/19 hat der Staat den Ausbau großer, moderner Produktionsanlagen unterstützt und gefördert. Dadurch steigt die chinesische Eigenversorgung zunehmend, während gleichzeitig die Importnachfrage nach europäischem – und insbesondere deutschem – Schweinefleisch sinkt.
Dass die Nachfrage nach deutschem Schweinefleisch so stark zurückgeht, hat auch mit den veränderten Ernährungsgewohnheiten der Deutschen sowie Gesundheits- und Umweltdebatten zu tun. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat Schweinefleisch mit einem Verbrauch von rund 28 Kilogramm pro Kopf und Jahr und einem Anteil von etwa 52 Prozent zwar weiterhin den größten Anteil am gesamten Fleischverzehr in Deutschland. Im Jahr 2020 hatte der Pro-Kopf-Verbrauch jedoch noch bei 30,8 Kilogramm gelegen.
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Der baden-württembergische Bauernverband bezifferte den Verlust für Mäster auf mindestens 50 Euro je Schwein. Bei Ferkeln seien es mindestens 25 Euro. „Ferkel werden momentan für gerade einmal 30 Euro verramscht, das ist eine bodenlose Frechheit“, kritisierte auch Hans-Benno Wichert, Vizepräsident des Landesbauernverbands, gegenüber FOCUS Online.
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Ungewöhnlich ist dabei vor allem der Zeitpunkt der Preiseinbrüche. Im Frühjahr und Sommer steigen die Schweinepreise üblicherweise, weil die Grillsaison die Nachfrage anschiebt – auch für 2026 hatten Marktexperten mit diesem Muster gerechnet.
Zwar stiegen die Preise laut VEZG in den folgenden Wochen wieder leicht an – zum 6. August auf 1,50 Euro und zum 13. August auf 1,60 Euro. Die Erholung resultierte jedoch nicht aus einer wieder anziehenden Nachfrage, sondern aus dem rückläufigen Angebot: Die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen reduzierten die Schlachtgewichte und verknappten das Lebendangebot. Die Erklärung dafür ist, dass hohe Temperaturen bei Schweinen Hitzestress auslösen. Da Schweine kaum schwitzen können, reduzieren sie ihre Wärmeproduktion vor allem dadurch, dass sie weniger fressen und sich weniger bewegen.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) will diese Krisensituation nicht länger hinnehmen und hat vor diesem Hintergrund nun ein Forderungspapier präsentiert, in dem unter anderem eine Forcierung der Exportstrategie gefordert wird. Dazu zählen etwa die Öffnung weiterer Märkte und der Abschluss eines Regionalisierungsabkommens mit China. Dies könnte dazu beitragen, auf dem chinesischen Markt wieder wettbewerbsfähiger zu werden.
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Auch die konkrete Bereitstellung von Liquiditätshilfen wird vom DBV aufgeführt. In dem Forderungspapier verlangt der Verband die „kurzfristige Bereitstellung von staatlichen Finanzmitteln für einen erhöhten Zinsabschlag“. Darüber hinaus fordert der DBV eine nationale Aufstockung der aus der Agrarreserve über das Düngemittelhilfspaket zur Verfügung stehenden EU-Gelder von 60 Millionen Euro auf 180 Millionen Euro sowie eine zeitnahe, antragslose Auszahlung.
Dass die Krisenlage bei den heimischen Schweinehaltern nicht mehr kleinzureden ist, lässt sich auch an der schwindenden Zahl der schweinehaltenden Betriebe beobachten. Die Zahl der Betriebe in Deutschland hat sich Destatis-Daten zufolge zwischen 2010 und 2020 um stattliche 47 Prozent verringert. Auch beim Schweinebestand ist die Entwicklung der vergangenen Jahre dramatisch. So wurden nach Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung mit Stand November 2024 nur noch etwa 21,1 Millionen Schweine in Deutschland gehalten. Im Jahr 2010 waren es noch rund 26,9 Millionen gewesen.
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Komisch, aber nicht mal beim Aldi kann man ungesehen das Schweinefleisch aus dem Kühlregal holen, sondern muss penibel auf Sonderangebote schauen. Das Schweinefleisch kostet mittlerweile bis zu € 14,- /kg, wo es vor ein paar Jahren fast noch zum Drittel des aktuellen Preises gehandelt wurde. Wenn die Bauern nur € 30,- pro Ferkel bekommen bzw. € 1,60 pro kg Schwein, dann wird in der Lieferkette brutal aufgeschlagen. Würde mich nicht wundern, wenn das alles EU und Umweltabgaben wären. ☝️😕
Unser Lebensmittelhandel ist wirklich kriminell. Dort versickert das meiste Geld.
Ich sag nur: 4 Angestellte und 1 Millionen Umsatz – da zeigt sich das ganze Desaster.
Falls es Viehbauern mit eigener Schlachtung und Verkauf in der Nähe noch gibt, sollte man sich dort eindecken. Fleisch (außer Hackfleisch) und Wurst kann sehr gut und lange in kleinen Portionen eingefroren werden.
Red Bull sichert sich 92 Prozent des Grundwassers
Das Wasserwerk Baruth darf jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Grundwasser entnehmen. Davon stehen 92 Prozent Red Bull und der Partnerfirma Rauch zu.
Das ist sogar mehr Wasser, als Tesla in Grünheide nutzen darf.
Für alle anderen Menschen bleiben nur acht Prozent. Die Verträge laufen ganze 25 Jahre. Das Schlimmste: Niemand weiß, was genau vereinbart wurde, da die Stadt Baruth die Einsicht verweigert.
aus https://www.foodwatch.org/de/baruth-red-bull-pumpt-brandenburgs-grundwasser-ab?mtm_source=newsletter&mtm_campaign=2026-08-14_Mehrthemen_NL
Ich denke, unsere Schweinezüchter sind gezwungen sich den geänderten Umständen mehr und mehr anzupassen. Die Devise sollte daher lauten : runter von der Massenproduktion, die nur Nachteile für den Verbraucher bringt (wie z.B. in vielen Fällen hormon- und antibiotikabelastetes Fleisch), von den Schweinen mal ganz zu schweigen, und Umstellung auf Biofleisch von artgerecht gehaltenen und somit auch gesünderen nicht aus einer Züchtungsfabrik stammenden Tieren. Das ist nur mit einem höheren Verkaufspreis für die Bauern zu erreichen, ganz klar. Dazu braucht es natürlich auch bessere staatliche Förderung. Und auch der Konsument sollte bereit sein, seltener ein Stück Fleisch zu genießen, von dem er aber weiß, dass es aus artgerechter und somit für alle Beteiligten gesünderer Tierhaltung stammt und auch viel besser schmeckt. Das muss man sich natürlich leisten können. Viele Bauern vermarkten inzwischen direkt. Nutzen Sie auch diese Möglichkeit.
Der Bauernverband, der die Bauern seit Jahrzehnten in die Überproduktion treibt, indem er bei fallenden Preisen zur Steigerung der Produktionsmenge rät (kein Witz!!) und damit viele Bauern in die Überschuldung treibt? Das sind ja gerade die Richtigen und die sprichwörtlichen Metzger, die sich die Bauern selber wählen.
Das nennt sich Schweinezyklus und wird seit 100 Jahren in Wirtschaftsschulen gelehrt.
Back to the roots und der Bauer vermarktet seine eigene Produkte in Kooperation mit lokalen Fleischern, Mühlenbetrieb, Markthändlern.
Die ‚Lieferkette‘ in der von EU-Geldern abhängigen Bauern ist extrem lang, teuer für den Endverbraucher, aber richtig gut verdienen tut keiner an der Ware.
Während der Bauer pro Kilo je nach Haltungsform zwischen 1,90 Euro und 6,50 Euro erhält; der Schlachtbetrieb zwischen 1,40 Euro und 2,80 Euro; Logistik, Kühlung und Verpackung 0,90 Euro und 1,30 Euro; die Marge im Supermarkt liegt zwischen 1,80 Euro und 7,60 Euro; obendrauf die MwST und schon muss der Verbraucher einen Kilopreis zwischen 6,42 Euro und 19,52 Euro zahlen.
Kaufe ich Schweinefleisch im Bio-Laden bezahle ich pro kg Filet oder Lende zwischen 45 und 55 Euro. Beim selbstvermarktenden Bio-Bauer um die Ecke bezahle ich dafür die Hälfte.
Es werden sowieso viel zu viele Lebensmittel produziert! Das gilt eigentlich auch allem anderen!
Obwohl auch ich mich über die Preise aufrege sollten erheblich weniger Tiere gehalten und geschlachtet werden. Wir müssen nicht jeden Tag Fleisch essen. 3x die Woche reicht völlig aus.
Wenn weniger Tiere gehalten werden, die bis zu ihrem Lebensende super gehalten werden …ein Leben leben können reichen auch wenige Tiere dafür. Dann darf das Fleisch auch gerne mehr kosten.
Betrifft 3 Schweinehalter in Südbayern nicht mehr, da sind die Ställe kürzlich abgebrannt, einer in unserer Gegend mit 1300 Tieren.
Angeblich technischer Defekt der Stromzuführung der Lüftungsanlage.
Überlastung der Leitungen sollten eigentlich Sicherungen verhindern.
Kommt wohl nur noch Pfusch oder Absicht in Frage, laut vertraulicher Aussage eines unabhängigen Elektrikers.
Tiere sind keine Produkte!
Billigfleisch heisst unsägliches Leid für die Tiere.
Jede Grundschulklasse sollte einen Schlachthof besuchen müssen.
Milliarden Inder leben auch gut ohne Kadaver auf dem Teller!
Leider werden die Kommentare alle wieder „typisch links“ sein. Man macht die Leute mit anderer Meinung schlecht, verachtet sie, spricht ihnen das Recht auf ihre Meinung ab, …
Aber diese Tiere sind genauso, wie eure Hunde und Katzen!
Das Fleisch ist nicht billig. Ganz im Gegenteil. Es kommt nur nichts bei den Bauern an.
Ich denke, aufgrund der hohen Fleischpreise wird der Mehlkonsum ansteigen, was langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat.
Aber selbst so einfache Kausalketten sind zu komplex für euch Linke.
Und die Inder, naja, die baden auch im Ganghes.
Evtl. die Tierhaltung der aktuellen Demografie anpassen und auf Ziegen (mit stündlicher Anmietung) umstellen…
Das erinnert an eine schwarze Witwe, nach dem Akt wird es verspeist.
Sicher nur ein Zufall unter vielen in Halal Germanistan
IssLamm statt Schwein, kein Wunder das die „Nachfrage nach Hallouf immer weiter rückläufig ist . . .
Es ist aber auch ein Problem von Anspruch und Wirklichkeit. Werden die Verbraucher gefragt, dann sollte es Bio sein und an der Ladenkasse das Billigste. Seit mal ehrlich.
Der Verbraucher wird durch die ReGIERung immer weiter in die Armut gedrängt und damit auch gezwungen immer billiger einzukaufen . . . .
Na gut, dann bin ich halt mal ehrlich. Ich kaufe NUR Biofleisch! Das ist zwar sauteuer, aber dafür esse ich es vielleicht nur zweimal in der Woche; und mit dem Alter werden die Portionen eh kleiner, weil einfach nicht mehr soviel reingeht. Ich futter also schon an einer eh kleinen Portion oft zweimal.
Ich kenne Leute, die „brauchen“ jeden Tag ein Stück Fleisch. Keine Ahnung, wie man das täglich noch genüßlich runterkriegt. Ich würde mich körperlich sauschlecht fühlen. Ein Wurtsbrot zwischendurch ist auch eine Fleischmahlzeit und kann vollauf genügen. Wenn ich im Lokal ein Schnitzel sehe, was über den Tellerrand lappt, könnte ich direkt kotzen. Die Fleischfresssucht in unserem Land ist nicht mehr normal. Genießen in Maßen ist der wahre Otto.
Bei Schwein und Hühnchen Bio, bei Wiederkäuern kann es konventionelles Fleisch sein, die Filtern alles raus.
… ich gebe Ihnen in fast allen Punkten recht, allerdings sagt man nicht umsonst: der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und viele Menschen essen sicherlich einfach aus Gewohnheit Fleisch. Fleisch im Übermaß essen ist allerdings auch ein Zeichen von Dekadenz und kein Alleinstellungsmerkmal für Deutschland.
Exakt.
Alles gut, Kanacken essen kein Schweinefleisch.
Und da die Kartoffeln immer weniger werden, sinkt der Bedarf
Zudem „muss“ der Fleischkonsum linksgrünideologisch sowieso auf 0% gesenkt werden. Dem Kanzler geht das komplett am Rücken vorbei. Der hat ganz andere Prioritäten und die lauten: EU EU EU EU EU EU EU………………… eigentlich wäre er die bessere Uschi.
dann friss dich doch mit Säuen voll
hmm, lecker Schweinchen 😋