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Jahrelange Krise

Immer weniger „Made in Germany“: Heimische Fleischproduktion bricht ein

Die deutsche Fleischproduktion ist im ersten Halbjahr weiter gesunken – und setzt damit einen Abstieg fort, der bereits seit fast einem Jahrzehnt anhält. Besonders brisant ist, dass Deutschland seinen Selbstversorgungsgrad bei Fleisch zunehmend nicht mehr aufrechterhalten kann.

Immer weniger „Made in Germany“ an der Theke: Während der Konsum steigt, sinkt die Fleischproduktion (IMAGO/Martin Wagner)

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Deutschland war über Jahrzehnte ein Land, das deutlich mehr erzeugte, als es selbst verbrauchte, und die daraus entstehenden Überschüsse in alle Welt verkaufte. Von dieser Position entfernt sich die Bundesrepublik Jahr für Jahr weiter. Die Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Ausland wächst inzwischen auch bei Lebensmitteln immer weiter. Zuletzt ist insbesondere die Fleischproduktion deutlich zurückgegangen.

Daten des Statistischen Bundesamts zufolge produzierten die gewerblichen Schlachtbetriebe im ersten Halbjahr 2026 knapp 3,4 Millionen Tonnen Fleisch. Das waren 0,4 Prozent beziehungsweise 14.700 Tonnen weniger als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 24 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 343,2 Millionen Hühner, Puten und Enten geschlachtet.

Getragen wird das Minus bei der Fleischproduktion im ersten Halbjahr 2026 nahezu ausschließlich vom Geflügel: Mit rund 755.000 Tonnen wurden 3,2 Prozent weniger Geflügelfleisch erzeugt als ein Jahr zuvor – ein Rückgang um 24.900 Tonnen.

Die unmittelbare Ursache dafür ist eine schwerwiegende Vogelgrippewelle. Im Jahr 2025 registrierten die Behörden mehr als 200 Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) in Tierhaltungen. Auf die Produktion wirkt sich die Seuche gleich auf drei Wegen aus. Erstens vernichten die amtlich angeordneten Tötungen ganze Bestände auf einen Schlag. Allein in Niedersachsen mussten nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums innerhalb eines Jahres mehr als 1,5 Millionen Tiere getötet werden. Zweitens legen Sperrzonen und Aufstallungspflichten den Handel und die Vermarktung in den betroffenen Regionen über Wochen lahm. Drittens dauert es nach der Räumung eines Bestands Monate, bis die Ställe gereinigt, wieder freigegeben und neu belegt werden können.

Noch erschreckender ist jedoch der langfristige Rückgang bei der Fleischproduktion. 2016 erreichte die gesamte deutsche Fleischproduktion mit 8,25 Millionen Tonnen ihren Höchststand. Seitdem ging es steil bergab. 2024 stieg die Produktion nach sieben Rückgängen in Folge erstmals wieder um 1,4 Prozent – doch bereits 2025 drehte das Vorzeichen erneut ins Minus. Das aktuelle Halbjahr setzt diesen Abwärtstrend fort.

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Hintergrund sind neben der Vogelgrippe unter anderem auch veränderte Konsumgewohnheiten, aber auch hohe Kostenbelastungen, insbesondere durch teure Energie, umfangreiche Regulierung und die Zahl der Vorschriften auf EU- und Bundesebene, die seit Jahren immer weiter zunimmt. So müssen Betriebe unter anderem eine lückenlose Chargen- und Lieferantendokumentation gewährleisten. Die Erfüllung dieser Vorgaben bindet zunehmend Personal und Zeit und verursacht damit zusätzliche finanzielle Belastungen. Die Folge ist, dass Produzenten ihre Verkaufspreise anheben müssen und dadurch wichtige Kunden sowohl im Ausland als auch im Inland verlieren.

Bereits aus der Jahresschätzung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) für das Jahr 2024 ging hervor, dass über 95 Prozent der Unternehmen in den drei Jahren zuvor steigende bürokratische Anforderungen wahrgenommen hatten; nur gut vier Prozent sahen keine Veränderung.

Besonders kleine und mittlere Unternehmen empfanden die Belastung als existenzbedrohend: 22 Prozent der kleinen und 18 Prozent der mittleren Betriebe. Seitdem hat sich die Lage nach den BVE-Befunden nicht grundlegend entspannt. In einer aktuellen BVE-Blitzumfrage unter 98 Lebensmittel- und Getränkeherstellern erklärten 81 Prozent, die Standortbedingungen in Deutschland hätten sich in den vorangegangenen fünf Jahren verschlechtert. Im Fokus der befragten Unternehmen standen erneut überbordende Bürokratie sowie Steuern und Abgaben, Energiepreise und Arbeits- beziehungsweise Lohnstückkosten.

Die Folgen der sinkenden Erzeugung lassen sich zunehmend auch in der Versorgungsbilanz ablesen: Der Selbstversorgungsgrad bei Fleisch fiel nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung von 120,5 Prozent im Jahr 2024 auf 114,6 Prozent im Jahr 2025 – ein Rückgang um 5,9 Prozentpunkte innerhalb eines einzigen Jahres. Bei Rindfleisch unterschritt Deutschland sogar erstmals die Marke von 100 Prozent und kann seinen Bedarf damit rechnerisch nicht mehr vollständig aus eigener Erzeugung decken. Bei Geflügelfleisch lag der Selbstversorgungsgrad mit 91,3 Prozent ebenfalls deutlich unter dieser Marke.

Selbst die scheinbar positive Position beim Schweinefleisch besteht nur auf dem Papier. Rechnerisch deckt die deutsche Erzeugung 139 Prozent des Inlandsbedarfs. Dieser Überschuss bezieht sich jedoch auf das gesamte Tier. Die Verbraucher interessieren sich jedoch vor allem für bestimmte Teilstücke. Hier liegt die Selbstversorgungsquote deutlich niedriger – bei Filet, Schinken oder Kotelett nach Branchenschätzungen lediglich bei rund 80 Prozent.

Die Entwicklung, die sich hier abzeichnet, ist problematisch. Denn während die Erzeugung sinkt, wächst die Nachfrage wieder. Der durchschnittliche Fleischverzehr pro Person stieg 2025 zum dritten Mal in Folge auf 54,9 Kilogramm pro Kopf – 1,4 Kilogramm mehr als im Vorjahr. Diese wachsende Lücke wird zusehends durch Importe geschlossen: Die Fleischeinfuhren stiegen 2025 um fast elf Prozent auf rund 3,6 Millionen Tonnen, wobei vor allem die Importe von Rind-, Geflügel- und Schafsfleisch zunahmen. Die Ausfuhren legten dagegen lediglich um gut ein Prozent zu. Die heimischen Hersteller gehen leer aus, während zusehends ausländische Importeure die Nachfrage abdecken.

Besonders schwer wiegt, dass dieses Muster weit über die Fleischtheke hinausreicht. In der deutschen Wirtschaft zeichnet sich übergreifend eine ähnliche Entwicklung ab: Der einstige Exportmotor Deutschland verliert zunehmend an Stärke. Statt als Versorger aufzutreten, entwickelt sich Deutschland mehr und mehr zum Verbraucher und Importeur.

Im ersten Halbjahr 2026 wuchsen die deutschen Warenimporte mit 4,4 Prozent schneller als die Exporte mit 3,7 Prozent. Seit Jahren bleibt ein nachhaltiges Exportwachstum – wie es für eine der führenden Volkswirtschaften eigentlich zu erwarten wäre – aus. Der Wert der Warenexporte stagnierte seit 2022 und sank von etwa 1.594 Milliarden Euro auf nominal 1.563 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2025. Die Importe summierten sich 2025 auf 1.362,5 Milliarden Euro.

Noch deutlicher wird diese Verschiebung beim Blick auf die einzelnen Handelspartner. Besonders die Handelsbilanz mit China entwickelt sich zunehmend besorgniserregend. Das Handelsdefizit mit China stieg im ersten Halbjahr auf rund 55 Milliarden Euro, nach 40 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig brachen die deutschen Exporte in die Volksrepublik im ersten Halbjahr um mehr als zwölf Prozent ein, während die Importe aus China um 8,9 Prozent zulegten.

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63 Kommentare

  • Wozu auch, für die Deutschen sind Würmer und Insekten von der EU vorgesehen👌

    • Das ist doch klar:
      Unsere Schweinefleisch ist für die Goldstücke „haram“, also vom Teufel besprungen.

      • Des Schweinezeug stinkt im Ernst aucg echt voll ekelig – die Viecher werden mit Scheisse gefüttert. Das ist das Verbrechen.

    • Würmer und Insekten werden in der EU als Tierfutter verwendet, damit du dann dein Billigfleisch hast von dem du dir potentiell Krankheiten einfängst, die du von denselben Proteinen, wenn sie von „Insekten“ stammen würden, nicht bekommen kannst.

      Würmer werden sowieso nur von Vögeln gegessen.

      Ich denke aber auch, dass für dich so eine Diät passend wäre.

      -13
      • Ich garantiert nicht, ich kaufe beim Bauer meines Vertrauens , Fleisch, Eier, Obst und Gemüse 😉

        • Ich auch, bin mir aber bewusst, dass sich das bei weitem nicht jeder leisten kann. Im übrigen werden auch diese Bauern immer weniger. Zwei mir bekannte haben in den letzten Jahren aufgeben müssen, aufgrund immer neuer Kneblungen aus Brüssel.

          3
        • „beim Bauer meines Vertrauens“ quatscht der AfD Hansel 1:1 wie der Grüne der früher ungeputzte Biokartoffeln verkauft hat. Ihr seid eben dieselben Gestörten wie die Grünen und regt euch deswegen so über die auf. Ihr wisst, dass ihr dasselbe Tier seid. Rückschrittlich, Technikfeindlich.

          1
        • “ dass sich das bei weitem nicht jeder leisten kann“
          LOOOOL

          Genau das ist er, der brunzdumme Bionaden Bürger. Du glaubst dein Besuch beim Bauernhof macht dich zu jemanden „der sich etwas leisten kann“. Nein. Du frisst DIESELBEN Sachen wie da in der Theke. Sogar noch ohne Abnahmekontrolle.

          0
        • Ich kenne solche Ökos wie dich mit ihrem „Bauer ihres Vertrauens“ und ihr seid immer das Gespött, weil ihr von Landwirtschaft nichts versteht und sich der „Bauer deines Vertrauens“ nicht von dem unterscheidet, den du nicht vertrauen würdest. Ihr versteht nichts vom Bauernhof, also was willst du da mit vertrauen.

          0
      • Ruhle und das Deinesgleichen meinen Kaninchen das Futter wegfressen ist gut für die Umwelt?

      • Du kleiner Depp.

      • Du kleiner Scheißer.

  • „Deutschland war über Jahrzehnte ein Land, das deutlich mehr erzeugte, als es selbst verbrauchte, und die daraus entstehenden Überschüsse in alle Welt verkaufte.“

    Das ist die DDR.
    Die Deutsche Demokratische Republik hat mehr Waren produziert als es selbst verbrauchte und deshalb den Warenüberschuss in den „kapitalistischen“ Westen verkauft.

    • Dummes Zeug. Mit Überschuss hatte das rein gar nichts zu tun. Genau wie bei vielen anderen – auch industriell hergestellten – Waren gab es keinen Überschuss. Die Waren – vor allem hochwertige, so wie es die DDR verstand – wurden den eigenen Bürgern vorenthalten und gegen harte Devisen im Westen verkauft. Nur ein Beispiel: Die DDR-Bürgerin bezahlte für ihre Strumpfhose mindestens 10 bis 20 Mark. Dieselben, im Osten produziert waren im Westen die Billigstrumpfhosen für rd. 80 Pfennige.

      • Und 70 Ost-Mark für eine warme Monatsmiete einer Wohnung für eine gesamte Familie.

      • Niedlicher Gag. Selbst deine Kleidung kam aus der DDR, Wessi.

        • Quelle best.

          2
        • Neckermann best .

          2
      • Du bist als Wessi so degeneriert, das du nicht mal eine andere Währung kennst.

    • Realitätsverweigerung, westliche Kiffer.

  • Das sollte sich hoffentlich wieder ändern. Wir brauchen dringend leckere Schnitzel für die Million neuer „Fachkräfte!“

    • Ihr Kommentar wartet auf Freigabe.

    • Gehts bei dir auch ohne die dauerpräsenten Ausländer?
      Sind die gerade im Raum bei dir?
      Kann ich die auch sehen, die Fachkräfte?

      • Du Halbdackel hast nicht kapiert dass es hier im Forum immer gegen Ausländer geht weil die alle raus müssen.

  • Politoffizier Deutschlands: „Nur die AfD wird uns retten.“

  • Tja, die guten Wessis, die ganz genau wissen das die DDR, die SED und die NVA böse waren.

  • Allein wenn ich diese Billigfleischtheke schon sehe. Diese riesigen Plastikpellen Würste, die völlig unnötig als Abschnitte hier präsentiert werden, als ob sie der Metzger hinten im Laden noch gepresst hätte.

    Das Zeug kommt alles aus den großen Schlachthäusern und ist nicht anders als das verschweißte Wurstprodukt in der Kühltheke daneben. Dieses „Made in Germany“ Lable ist nichts weiter als ein bürokratischer Stempel. Schweinefleisch für Schweinefraß. Subventioniert vom Steuerzahler. Millionen für Millionen Mägen in viel zu fetten Bäuchen.

    • Ekelhaft

    • Sei grün, fress vegetarisch.

  • Nur noch Frosta – fertig. Bissl pimpem und ein Rotwein.

    • Wessi.

  • Hier Vorschriften bis zum abwinken…..da importiert man lieber dank Mercosur-Abkommen…
    Landet das Getreide aus der Ukraine immer noch beim Sondermüll?

    • xD
      Wessi.

  • Treten sie heran.

    • AntiFA

  • Exakt, wir essen Dreck den selbst der Chinese nicht essen würde. Aber ehrlicherweise, wir werden von der Steuerlast dazu gezwungen. Und freut euch, wenn Lars die 7% auf 19% erhöht, seit ihr froh, wenn ihr überhaupt noch was zu essen euch leisten könnt.

    • xD
      Bist du ein Nordkoreaner der total abhängig ist von China?

  • Statt als Versorger aufzutreten, entwickelt sich Deutschland mehr und mehr zum Verbraucher und Importeur.

    Hier ist es , das ‚grüne Wirtschaftswunder ‚ von dem Habeck & Bärbock sprachen .
    Jeder siegt es das es abwärts geht nur ändern will keiner was.

    • Deutschland ist in der Moderne immer Importeur gewesen. Was glaubst du, woher die Metalle für die Industrie herkommen? Die Ausgangschemikalien für Dünger? Wie viele Ölquellen hat Deutschland? Gastürme? Du redest von Grünen die gar nicht mehr im Amt sind über eine Wirtschaft von der du nichts verstehst.

    • Das ist dieses Wirtschaftswunder der BRD, wovon diese Wessis nach der Wiedervereinigung immer sprechen.

  • Das sind die verdammten Grünen mit ihrem Veganwahn schuld

    • xD.
      Direkter Befehl aus Pjöngjang.

    • In den USA gibt es genug fette Menschen die sich über deutsches Schweinefleisch freuen.

  • Seitdem die Jong-Dynastie in Nordkorea an der Macht seit 1948 ist, gab 0 Insolvenzen im Land. Wie kann das sein wenn eure Rechnung stimmt, westliche kapitalistische Volltrottel?

    • Guten Tag

      • xD.
        Bekiffter Antifaschist.

    • „Auferstanden aus Ruinen…“ — Uwe Steimle

      • Wo ist Atlas? – for Presi.

  • In Deutschland werden 44,9 Millionen Schweine jährlich geschlachtet.

    7% davon landet im Müll.

    2,2 Millionen Tonnen Schweinefleisch wird exportiert.

    Eine immense Überproduktion bei einer rückgängigen Bevölkerung.

    Die Chinesen können auch selbst Schweine züchten.

    Wieder so eine völlig idiotische Niedergangsmeldung von Apollo, die genau wissen, dass ihr Publikum jeden Tag altert, weniger tut, und Muskelmasse verliert.

    • .. und auch Hirnmasse.

    • Das ist jährlich ein Schwein für zwei Personen. Früher, vor der elektronischen Kühlung, hat ein Schwein noch eine vier- bis fünfköpfige Familie durch den Winter gebracht.

      • Du glaubst an das Horoskop.

    • Ich bin dafür das du dabei bist.

    • Guter Kommentar. Westlicher kapitalistischer Volltrottel der AntiFA.

      • Hat bei dir wieder einer die Pillen vergessen in die Leberwurst zu packen.

        • Machst du wieder Werbung für die Pharma wie Anthony Fauci, Wessi?

          0
  • Das ist dieser „Wohlstand“ von denen die mit dem Marschallplan der kapitalistischen Amerikaner sprechen, obwohl sie zu faul zum arbeiten sind.

  • Ihr seid wie eine Prämie abgewrackt. Das wisst ihr selbst

  • Wer ist jetzt abhängig von China?
    Kim Jong Un oder die BRD Säue?

  • Tragisch, immer weniger Tierkadaverbrei im Echtdarm, woher hole ich mir denn jetzt meinen Darmkrebs? Vielleicht wenn ich die Phosphate und Pökelsalze übers Müsli streue!

  • Die StaSi bestand ohne Hilfe aus der BRD Jahrzehnte lang, um die Grenzen zu schützen und Bürger die gegen die „richtige“ Partei etwas sagten zu verhaften.

    • Guten Tag

      • xD
        Bekiffter Antifaschist.

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