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ÖRR-Reportage

„Wie Marcant Nazis entlarvt“: ZDF macht Porträt über linken YouTuber – und stellt nicht eine kritische Frage

Das ZDF hat eine Reportage über den linken Influencer Marcant veröffentlicht – und ist dabei ohne eine einzige kritische Nachfrage oder Einordnung ausgekommen. Stattdessen wird Marcant als Vorbild im Kampf gegen Rechts dargestellt.

YouTuber Marcant in der ZDF-Reportage „Marcant – Content gegen Rechts“ (Screenshot via YouTube)

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Mit der 27-minütigen Dokumentation „Marcant – Content gegen Rechts“ hat das ZDF den YouTuber Marcant in einer Ausgabe des Formats 37°Leben ausführlich porträtiert – und ihn ohne jede journalistische Distanz zum Helden im Kampf gegen Rechts verklärt. ZDF-Reporter Max Neidlinger begleitete den 24-Jährigen dafür bei Demonstrationen, Gesprächen mit Teilnehmern rechter Kundgebungen sowie im privaten Umfeld. Parallel veröffentlichte das ZDF einen Begleitartikel unter der Überschrift „Wie Marcant auf Social Media gegen Rechts kämpft. Jedwede kritische Einordnung sucht man auch dort vergeblich.

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Im Zentrum der unverhohlen sympathisierenden Reportage steht Marcants Selbstverständnis als Aufklärer gegen Rechtsextremismus. Demnach begann sein publizistisches Engagement gegen Rechts, nachdem ihm auf TikTok immer häufiger rechte Inhalte begegnet seien. „Vor 80 Jahren war der Holocaust und jetzt werden den Holocaust verherrlichende Lieder gelipsynct von 14-jährigen Mädchen. Irgendwas stimmt hier nicht“, sagt Marcant dem ZDF. Seitdem führe er Interviews mit Menschen auf Veranstaltungen von Rechtsextremisten, Verschwörungstheoretikern und der AfD.

Weiter erfährt man, dass Marcant den Satz „Mit Nazis redet man nicht“ für überholt hält. „Der war valide, vor zehn Jahren“, erklärt er. Heute jedoch würden „die Nazis in Parlamenten“ reden, auf der Straße und im Internet und dort Hunderttausende Menschen erreichen. Deshalb wolle er mit seiner Arbeit ein „Gegengewicht“ schaffen.

In einem längeren Gespräch kann Marcant außerdem minutenlang – ohne ein einziges Mal hinterfragt zu werden – über seine Arbeits- und Vorgehensweise referieren. Er bereite sich nicht mit festen Strategien vor, sondern versuche zunächst zu verstehen, warum sein Gegenüber bestimmte Positionen vertrete. Er spreche bewusst von „Wahrheitspopulismus“: Ziel sei es, komplexe Themen verständlich und emotional zu vermitteln, „aber trotzdem irgendwie bei der Wahrheit zu bleiben und nicht rumzulügen“.

Ein wesentlicher Teil seiner Methode und seines Erfolgs sei daneben das bewusste Lächerlichmachen rechter Akteure. Dafür werde er zwar kritisiert, räumt Marcant ein. Er halte dennoch daran fest, weil dadurch Zuschauer Abstand zu den gezeigten Personen gewinnen würden. Zwar werde die lächerlich gemachte Person dadurch nicht überzeugt, „aber ganz viele andere, die das sehen“, rückten dadurch „ein bisschen mehr auf meine Seite. Und damit hoffentlich auf die etwas menschenfreundlichere Seite.“

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Die Reportage begleitet Marcant auch zu einer Demonstration in Dresden. Dort spricht er mit Teilnehmern sowie mit Michael Brück, der in der Bauchbinde des ZDF umstandslos zum „Neonazi“ erklärt wird. Marcant fragt Brück unter anderem: „Ich war beim Holocaust-Gedenktag, wo waren Sie da?“ Brück antwortet darauf, er habe gearbeitet und dass jeder seine Prioritäten selbst setzen müsse. Marcant entgegnet: „Warum ist Ihnen das nicht wichtig?“ In seinem Begleitartikel gerät das ZDF angesichts von Marcants Auftritt bei der Demo in Dresden regelrecht ins Schwärmen: Marcant argumentiere „mit Fakten, Bildung, Wissen. Manchmal mit Geschichte, manchmal mit Biologie. Dass ein afghanischer Flüchtling biologisch nicht anders ist als sie selbst, geben dann irgendwann sogar Rassisten zu“, heißt es da freimütig und ungeachtet jeder journalistischen Distanz.

Breiten Raum nehmen außerdem Marcants persönliche Situation und Bedrohungslage ein. Er berichtet von täglichen Beleidigungen und Morddrohungen, mehrfachen Umzügen, gelöschten privaten Accounts und umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen. „Ich habe alles gekappt aus meinem alten Leben, was irgendwie kappbar war“, sagt er. Und er behauptet, es gebe „wenige Todeslisten, auf denen ich nicht stehe“.

Auch wirtschaftliche Fragen werden thematisiert. Auf Nachfrage erklärt Marcant offen, er verdiene „scheiße viel Geld“ mit seinen Online-Aktivitäten. Zugleich betont er, sich selbst lediglich 2.500 Euro auszuzahlen und darüber hinausgehende Einnahmen wieder in Projekte zu investieren – etwa in einen eigenen Podcast, den er in Reaktion auf eine aus seiner Sicht „immer rechter“ werdende Podcast-Landschaft begonnen habe.

In der begleitenden YouTube-Beschreibung des ZDF heißt es, Marcant sei „einer der bekanntesten Online-Aufklärer gegen Rechtsextremismus für eine ganze Generation“. Seine Motivation bestehe darin, junge Menschen zu erreichen und aufzuklären. Rund 500 Menschen hätten ihm geschrieben, dass sie auch wegen seiner Videos die rechtsextreme Szene verlassen hätten.

Bemerkenswert ist zugleich die extreme Einseitigkeit der Dokumentation. Neben Marcant selbst kommen ausschließlich Personen zu Wort, die seine Arbeit positiv bewerten. Ein zufälliger Demonstrationsteilnehmer, den das ZDF zu Wort kommen lässt, bezeichnet ihn etwa als „mutig und inspirierend“, insbesondere „für junge Menschen“. Marcant sei zwar „manchmal ein bisschen jung, ein bisschen grün hinter den Ohren“, insgesamt jedoch „sehr inspirierend“.

Die Dokumentation verzichtet beinahe vollständig auf eine journalistische Auseinandersetzung mit möglichen Kritikpunkten an Marcants Vorgehen oder auf alternative Perspektiven auf seine Arbeitsweise. Stattdessen stehen seine Motivation, seine Biografie und sein Engagement gegen Rechtsextremismus im Mittelpunkt einer Heldenerzählung. Auch die begleitenden Veröffentlichungen des ZDF knüpfen an diese Darstellung an und präsentieren den 24-Jährigen vor allem als erfolgreichen Influencer im Kampf gegen Rechtsextremismus.

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97 Kommentare

  • Hat jemand vom ÖRR etwas anderes erwartet?
    Ich nicht.

    • Legt vollumfängliche Listen an.
      Sie tun es auch.

      • Genau, sie tun es auch.
        Zusätzlich photographieren sie uns und unsere Freunde.

        • @Heinzi
          Vous-etes le caquer a bord le la mer.

          -3
        • Genau du SPD Wähler.

          -3
    • ZDF ist unterste Schublade, ein reiner Propagandasender.
      Kann man nicht sehen und auch nicht hören.
      Rufe auf zum Boykott dieses Kanals.

      • Ich boykottiere den Rotz schon seit der Plandemie.

        • Und wählt dann CDU.

          -8
    • @Heinzi
      Vous-etes le caquer a bord le la mer.

  • Es gibt ganz aktuell ein Video mit Marcant und Martin Sellner bei YT. Besonderheit: Mal nicht zurechtgeschnitten, sondern in einem Stück.

    Ohne einleitende Worte und Begleitmoderation – raw material:
    https://www.youtube.com/watch?v=S1qJ9Yhu0Qo (Schmidtkes Welt – kann ich nicht einordnen)

    Oder mit Kommentar
    https://www.youtube.com/watch?v=eA8kOfbBrg0 (Daily Dose Of Dekarldent – marxistisch)

    Spannend.
    Bei beiden Links sind die Kommentare letztlich eindeutig:
    Sellner hat Marcant eindeutig dessen Grenzen aufgezeigt – vorsichtig ausgedrückt.

    • Die Marcant’sche spielt doch das alte Spiel: sofort unterbrechen ohne die Antwort abzuwarten.
      Was soll man von so einer denn halten?

      • Vor ein paar Jahren lief sie noch als Tunte rum…

        • „sie“ oder „es“?🤔

          0
    • Sellner hat selbst in vielen Bezügen ein Brett vor dem Kopf, aber das von Markant ist dicker. Wenn ich Markant treffen würde, dann würde ich versuchen mit ihm eine differenzierte Diskussion zu führen.

      • Keine Chance. Gönn Dir seine Videos

      • Ich würde ihm antworten, dass ich mit Faschisten nicht rede!

    • Aua das macht ja Kopfschmerzen!
      Der Lange ist mir tatsächlich schon live begegnet. Prinzipiell macht er immer das gleiche, er fragt Leute etwas und lässt sie dann nicht reden. Exakt so wie hier zu sehen.
      Sehr unangenehmer Mensch. Wenn man deswegen auf diversen Listen landet ist man da nicht unschuldig.

      500 Leute haben wegen ihm die Szene verlassen?! My ass 😂😂😂
      Wie lächerlich kann man sich machen? Marcant so: JA!

  • Also im Kampf gegen eine linke Erfindung.

  • Aber das ZDF ist doch soooo ausgewogen und niemals einseitig….

    Machen die ZDFler jetzt auch so eine wohlwollende Reklame-„Reportage“ über ‚Weichreite‘ oder ‚Widerhall‘?

  • Wer ist „Marcant“? Was ist „ZDF“?

  • Nur 500? Da geht aber noch mehr!

  • Das ist ein Linker Streamer, der im Gegensatz zu Weichreite, Utopia TV, Schmidtkes Welt u.a. Niemals Live von Demos berichtet. Das heißt, er kann sich seine Wahrheiten im Nachhinein zusammenschneiden und veröffentlichen. Mehr muss man zu dieser Person nicht wissen.

  • Diese Person stellt das Niveau dieses Senders dar, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    • -36
      • @Knill, ist sinnlos hier so ein Video zu zeigen, alles Systemlinge die immer die selben Parteien wählen und es nie kapieren werden. Deswegen wird sich auch in Deutschland politisch nichts ändern.

      • Warum Dislikes, weil über die SPD berichtet wird. Wusste gar nicht, das SPD Wähler AN lesen. Wer hier Dislikes verteilt ist mit der Politik zufrieden oder hohl im Kopf.

        -23
        • Gerdolfo wusste gar nichts.

          10
        • Der Erwin hat zu viel ÖRR konsumiert

          5
        • Erwin hat keine Ahnung.

          4
        • @Linke Meinungen zählen nicht, genau so einer wie du hat die Politik seid Merkel sowas von verdient. Ich hoffe Sie ziehen euch das Geld noch mehr aus der Tasche, bis nicht mehr übrig ist. Das verstehst du nicht du Brain.

          0
  • Selbstbeweihräucherung ist ja heute modern. Die Leute glauben irgendwelchen großen Erzählungen mit denen Sie indoktriniert wurden und haben Null Ahnung von der Menschheitsgeschichte. Aber die Kohle rollt. Man sollte vielleicht wieder den Zivildienst einführen, um die linkslastige Generation mit generationenübergreifender Solidarität vertraut zu machen.

  • Es gibt unzählige „Firmen, die genau auf dieses Geschäftsmodell zugeschnitten sind.
    Es GAB!!! mal Seiten, auf denen man finden konnte, wie Gäste ein-und wieder ausgeladen wurden, weil sie nicht den Vorstellungen entsprachen, Beteiligte, die ihre Erfahrungen mitteilten.
    Sie sind alle verschwunden.

    Hier ist noch die Markus Lanz Firma, die damit wirbt (bzw geworben hat), extra zugeschnittene „Gäste“ in beliebiger Kombination in genau bestimmten Sitzbereichen, Meinungen bzw Positionen zur Kamera bzw Verhaltensweisen usw zur Verfügung zu stellen.

    https://www.northdata.de/Mhoch2TV-ProduktionsgesellschaftmbH&CoKG,Hamburg/HRA112507

    Ich frag mich nur, warum die bezahlten „Schauspieler“ das machen und wieso das nicht irgendwann mal wenigstens einem Nachbarn auffallen muß. Da ist scheinbar ein Heer von Laiendarstellern, das hier durch die ÖRR getrieben wird, und keiner merkts

  • „Ein zufälliger Demonstrationsteilnehmer, den das ZDF zu Wort kommen lässt.. “ Immer diese zufälligen Begegnungen mit Leuten, die genau zum gewünschten Tenor sprechen …

    • Zufällig 🤣 niemals 🙈 zufällig nicht zufällig, eher… das glaube denen sowieso nie wieder jemand!

  • Das gesamte ZDF ist grotesk, daher ist es eigentlich müßig darüber zu berichten. Der Zauber wird eh nicht mehr so lange laufen. Spätestens in 4 Jahren ist Schluss mit dem ÖRR, da niemand mit normalem Verstand im Jahr 2026 die Existenz schlüssig erklären kann. Es sei denn, die Diktatur wird angestrebt.

  • Die Antifa ist schlimmer als die SA…

    • Machtübernahme (1933/1934): Allein in den ersten Monaten nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler verschleppte, folterte und tötete die SA Hunderte politische Gegner in eigenen „wilden Konzentrationslagern“.

      • @Du Dummschwätzer, wo haste denn das gelesen im Grünen Wahlprogramm? Oder bei den Sozen?

  • Verzweiflung im Endstadium

  • Mal wieder hat die Wochenschau williges Helferlein gefunden, würden manche sagen.

    Selbstportraits als Wunderwaffen im social media Bereich, den aber die einzig verbliebenen Konsumenten 60+ eh nicht wirklich verstehen bzw. folgen können.

    Nicht einmal die Omas gegen rechts.

    • Ganz genau Dissenter 👍

      Marcant, ein Leichtgewicht und Phrasendrescher.
      Viel reden, wenig leisten … man kennt das sehr gut aus Managementebnenen.
      Labersäcke werden nach oben gespült, es ist zum kotzen.

    • Was haben Sie so allgemein gegen 60+?

      Ich werde bald 66.

  • „Ich habe alles gekappt aus meinem alten Leben, was irgendwie kappbar war“, sagt er. Und er behauptet, es gebe „wenige Todeslisten, auf denen ich nicht stehe“.

    Trägt er auch „schusssichere Weste“, so wie Collien F.?? Die meint ja auch an jeder Ecke würden „gewaltbereite Ulmen-Freaks“ Schlange für sie stehen.

  • Nun, das Jüngelchen „argumentiere“ also mit „Fakten, Bildung, Wissen“!

    (Ob ihm dabei – kraft überragender Bildung – nicht hätte auffallen müssen, daß die Aufzählung etwas pleonastisch ist …?)

  • Nur blöd, dass die NSDAP extrem links war. Kritisiert er sich selbst?

  • Ich habe mir vor Kurzem mal einige Minuten von dem Typen „angetan“ (mehr konnte ich nicht ertragen).
    Völlig „lost“.
    Auch so ein Geschöpf des woken Zeitgeistes, welches es schafft, mit seinen „psychischen Befindlichkeiten“, Aufmerksamkeit und Geld zu generieren und sich sein Ego von seinen Bewunderern streicheln zu lassen.

    • Und da hast du viele Gemeinsamkeiten zwischen ihm und dir entdeckt?

      -25
      • Gerdolfo macht sich immer nur Gedanken um andere sonst kann er nix🤣

  • Wie man Nazis entlarvt: Man bemerkt es ganz einfach. Jemand hat eine andere Meinung als man selbst.

    So kommt mir das Niveau vor.

  • Der Typ weiss offenbar nicht, w2as ein Nationalsozialist bzw. der Nationalsozialismus ist.
    Armselig.

  • Ich bin so froh, dass Herr SIEGmund am Tag nach der Wahl hier bei uns in Sachsen-Anhalt den ÖRR abschaltet und verbietet. Dann haben wir hier in SA endlich Meinungsfreiheit

  • Gott, nimmt das Kerlchen sich wichtig. Könnte er wohl mit ehrlicher Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreiten? Ich denke nicht.

    • Gerdolfo denkt.

    • Vielleicht als Türsteher im Puff.

  • Das ZDF ist deutlich schlimmer als die BILD….

    • Zentrum Der Finsternis

  • „Ein unangenehmer Typ“ wäre ein korrekter Titel gewesen.
    Aber ehrlich ist man beim ZDF schon lange nicht mehr.

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