Wer Spahn nachfolgen könnte – und warum die Neubesetzung kein Regierungs-Problem löst
Die Union sucht einen neuen Fraktionschef – ein paar Namen drängen sich auf. Doch wer auch immer den Posten übernimmt – eine bloße Personalrochade wird die Performance dieser Regierung nicht verbessern.
Jens Spahn ist zurückgetreten – und die Diskussion um den Nachfolger in der Rolle des Fraktionschefs von CDU und CSU entbrennt. Schon binnen einer Woche wollen Friedrich Merz und Markus Söder in ihren Rollen als Parteichefs den gemeinsamen Fraktionsvorsitzenden vorschlagen. Viele rufen jetzt nach „innovativen“ Lösungen – doch absehbar sind vor allem vier Namen.
Der Vorhersehbare: Thorsten Frei
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Vor allem dieser Name zirkulierte schon, als der Job noch gar nicht offen war. Denn schon ungefähr seit Thorsten Frei Kanzleramtschef und als solcher Minister für besondere Aufgaben im Kabinett Merz ist, wird über den Mann aus dem Südwesten so gesprochen: Eigentlich wäre er in der Fraktion glücklicher. Als Merz in der vergangenen Legislaturperiode die Unionsfraktion führte, war Frei Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und somit die Nummer zwei direkt hinter Merz – und das durchaus mit Sendungsbewusstsein.
Erfahrung in der Fraktion hat er also gesammelt. Ob er dort auch Erfolge sammeln kann? Jedenfalls eher als im Kanzleramt, als dessen Chef Frei schon seit geraumer Zeit als unglückliche Besetzung gilt. Er selbst soll auch mit dieser Rolle hadern, heißt es immer wieder. Offen bliebe, wer Frei dann ersetzen könnte. Einen Namen, der dabei zirkuliert, kennt man nicht aus der ersten Reihe der Politik.
Der Neue: Günter Krings
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Aber auch für die Rolle des Fraktionsvorsitzenden haben Krings manche auf dem Zettel. Auch das ist nicht unsinnig: Krings ist langjähriger Justiziar von CDU und CSU im Bundestag, kennt die Fraktion gut und hat politische Erfahrung. Seit fast 10 Jahren sitzt er der einflussreichen und mitgliederstarken NRW-Landesgruppe in der Unionsfraktion vor – und kann wohl auf deren Rückhalt bauen.
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Zudem schuldet Friedrich Merz ihm noch etwas: Der Sauerländer hatte seinem Parteifreund eigentlich den Vorsitz der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung versprochen. Weil er das Thema der Personalie aber offenbar vernachlässigte und sich nicht darum kümmerte, setzte sich Annegret Kramp-Karrenbauer an seiner Stelle in einer Kampfkandidatur durch. Gemeinhin gilt das als Versäumnis von Friedrich Merz, der mit einem neuen Posten für Krings gewissermaßen Wiedergutmachung leisten könnte.
Der Doppelte: Alexander Dobrindt
Er gilt berechtigterweise als Motor der Koalition. Beschrieben wird er als jemand mit starken konservativen Überzeugungen – der aber gleichzeitig die Fahne des Pragmatismus hochhält und eigentlich mit jedem kann. Dobrindts Rolle ist in der Tat eine besondere in Berlin: Bei der gescheiterten Kanzlerwahl war er es, der den Kontakt zu den Linken aufnahm und so die Wahlwiederholung unmittelbar möglich machte. Der CSU-Mann wird geschätzt, gerade über Parteigrenzen hinweg. Gleichzeitig meint mancher in der Union über ihn: Wenn er könnte, würde er noch viel härter durchgreifen in der Asyl-, Ausländer- und Einwanderungspolitik.
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Mit seinem Image fährt Dobrindt also zweigleisig – was ihm in der Rolle des Fraktionschefs zugutekommen könnte. Vertrauenswürdig für „Hardliner“ in der Unionsfraktion, aber auch ein vertrauenswürdiger Kontakt für die Sozialdemokraten in der Koalition – das wäre eine gute Doppelrolle. Zugleich hat Dobrindt auch aus vergangenen Legislaturen Fraktions- und Regierungserfahrung – zuletzt war er Vorsitzender der bayerischen Landesgruppe, also Chef aller CSU-Abgeordneten in der Unionsfraktion.
Für Dobrindt wäre es vielleicht auch eine gute Option: Er könnte als Fraktionschef, wenn nötig, etwas Distanz zum Kanzler gewinnen und sich eine zusätzliche Machtbasis in Berlin aufbauen. Offen bleibt, ob das in der CDU und insbesondere an der Spitze der CSU so gerne gesehen werden würde – manche sehen Dobrindt schon als Kanzler in Reserve, und das gilt als gefährlich.
Der General: Carsten Linnemann
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Fast schon pflichtschuldig diskutiert wird auch der Name Carsten Linnemann: Der CDU-Generalsekretär und Trommler Nummer eins für verpuffte Parolen wie „einfach mal machen“ oder „Politikwechsel“ machte seinen persönlichen Wechsel ins Kabinett nicht wahr. Als Merz-Vertrauter könnte er Fraktionschef werden – doch das Verhältnis zwischen beiden soll etwas erkaltet sein. Und ob Linnemann sich eine exponiertere Rolle in dieser Koalition wirklich antun möchte? Als CDU-Generalsekretär sitzt er bereits im Koalitionsausschuss.
Wer auch immer der neue Fraktionschef wird und wer auch immer dafür welches Amt verlassen muss: Man sollte sich keinen Illusionen hingeben, dass damit alles gut und besser werden würde. Weder ein Frei in der Fraktion und ein Ersatz als Kanzleramtschef noch irgendeine Personalrochade werden nämlich das Kernproblem dieser Regierung lösen. Oder um es in der Sprache des Fußballs zu sagen: Eine Auswechslung allein hat noch kein Team vor der Niederlage und dem Abstieg gerettet. Was fehlt, ist die Änderung der Taktik.
Zu groß sind die Probleme und Gräben zwischen Union und SPD, als dass eine neue Personalie sie einfach überbrücken könnte. Die Fraktionschefs Jens Spahn und Matthias Miersch hatten zwar einen gemeinsamen Arbeitsrhythmus gefunden. Das bedeutete im Zweifel aber lediglich, dass sie gemeinsam und nicht einzeln über die vielen Fallstricke dieser Koalition stolperten.
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Die Regierungsarbeit wird auch mit einem neuen Unions-Fraktionschef nicht geräuschloser und geschmeidiger werden. Dazu liegt auch zu viel bei der SPD-Fraktion im Argen – und nicht bei der insgesamt doch immer noch relativ braven, folgsamen Unionsfraktion.
Freund werden
Freund von Apollo News werden
… irgendwie schade, dass Alfred E. Neumann nicht auf dem Zettel steht.
Es wird so kommen wie in GB. Schlimmer geht immer.
In dem Nichts – Nutz Dilema , geht nun munter weiter. Schilda läst grüssen.
Wo ist nur die Ratte von Hameln ?
Der Austausch der Darsteller ändert nichts am Drehbuch …
Zombie-Alpträume spiegeln psychologisch oft tiefe Angst vor Kontrollverlust, Stress im Alltag oder das Gefühl wider, von eigenen Emotionen oder Anforderungen „überrannt“ zu werden. Oft symbolisieren sie auch die Angst vor Veränderungen oder davor, in einer festgefahrenen Situation gefangen zu sein.
Da in der Politik nichts zufällig geschieht, kann mir keiner erzählen dass das ganze Aufbegehren gegen Spahn nicht im Vorfeld schon durchkalkuliert wurde. Wieviele Berater hat der Herr, die das Szenario durchgespielt haben (könnten)? Ist er für eine lohnendere Anschlussverwertung vorgesehen? Ab ins EU Parlament? Vorstandsposten bei XYZ ? Gut bezahlt bei Rentenanwartschaften von denen Könige nicht zu träumen wagen.
Die ganze Story lenkt doch schön von der Maskenaffäre ab, jetzt geht es ja um einen Menschen (Baby) und nicht mehr um Stoffmasken. Das ist doch alles abgesprochen und durchkalkuliert. Politik halt. Es geht um Macht und Geld, vor allem um Geld…..
Ist es nicht völlig egal wer der neue „Anführer“ der total plan- und willenlosen „Fraktion“ wird? Gibt es etwa immer noch Menschen die an eine konservative CDU glauben???
Gregor Gysi und Cem Özdemir könnten sich die Doppelspitze teilen?
Gysi ist vermutlich selbst den CDU-lern zu eklig.
Herrlich!
Die nächsten Tage mit anzusehen, welcher von den mit der güldenen Dunning-Kruger-Medaille ausgezeichneten High Performern, das Fraktionsrennen gewinnt …
Popcorn!
Niemand der genannten Opportunisten kann den Niedergang der cDU/cSU noch aufhalten. Die Glaubwürdigkeit ist dahin und viele Wähler haben ihre politische Heimat bereits verloren und es werden immer mehr. Den erhoffte Befreiungsschlag wird es nämlich nicht geben. Ade cDU !
Wie damals die Italienischen Christdemokraten… und Tschüss!
Vergleichbar mit der Situation in Britannien:
Man nimmt dem Einen die Mistkarre aus der Hand und gibt sie einem Anderen. Dazu den Auftrag „jetzt back DU endlich den Kuchen, den wir wollen!“
Wie wär’s mit einem Besenstiel; erreicht genauso viel, um einiges günstiger!
… und lässt sich nicht von „Handfegern“ beugen!
Die Personalie Besenstiel würde ich für die Ablösung des Drogenbeauftragten Streek vorschlagen. Mehr als ein Besenstiel hat der nämlich auch nicht erreicht. Schließlich musste er sich um einen Frauenbauch für den Nachwuchs kümmern.
Ich würde jemanden von Der SPD nehmen, dann ist das Theater vor den Abstimmungen nicht so gross und die Ergebnisse bleiben wie schon gehabt…
„Same procedure as every year, James!“
Was für ein überflüssiger Artikel.
Kein Mensch denkt, dass sich die Regierungsarbeit durch Spahns Rücktritt bessern wird, wir kennen das zur Verfügung stehende Personal.
Auch Merz‘ Rücktritt würde nichts zum Besseren wenden.
Wir brauchen eine Pokitikwende hin zum Konservativen.
Das Problem beginnt schon damit, dass er wie Merkel zum Eigenschutz schwache Leute ausgesucht hat. Hinzu kommt, bleibt er Kanzler kann sich nichts verändern, weil er weiterhin sein Ding ohne Rücksicht auf Verluste durchzieht.
Es ist gut, dass Spahn entmachtet wurde, aber das eigentliche Problem Merz ist immer noch da.
Wie sagte mal jemand die Treppe und der Kanzlerin ist ziemlich leergefegt. Bei Merz nicht anders. Könnte mir vorstellen, dass er die Klöckner nimmt. Mit der kann er es ja.
Der „Dolchstoß“ kam von den hinteren Bänken und war doch erfolgreich.
Vielleicht (hoffentlich!) ermuntert das noch Andere, den Mund aufzumachen.
Warum schmeißt niemand Hendrik Streeck raus? Der hatte doch das gleiche gemacht… oder wartet die Presse bis zum Sommerloch?
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a5e12efb5f21be806cb9bea/leihmutterschaft-kein-vorwurf-der-doppelmoral-regierung-sieht-nach-spahn-ruecktritt-keine-folgen-fuer-streeck.html?source=puerto-reco-2_ABC-V50.5.B_schlagzeilen
Da kommt nichts.
Ich tippe auf Jurassica Parka!
Läuft DER echt noch frei rum???
hat bestimmt auch schon eine Leihmutterschaft in Auftrag gegeben.
Mir persönlich ist es egal wen sie jetzt ins Rennen schicken, von mir aus auch Olivia Jones. Der/die/das wäre eh der/die/das geeigneteste nächste Kanzlerkandidat-Dingsda für Absurdistan!
Wie kommen Sie auf Olivia ? Der/die/das wird wohl eher im nächsten Jahr mit Hape als Doppelspitze den Spalter im Schloss ablösen.
Wer Spahn nachfolgen könnte – und warum die Neubesetzung kein Regierungs-Problem löst
Darum geht es doch gar nicht,es kommt nur ein weiterer Günstling an die Futtertröge des Volkes.
Die zwei Elefanten im Raum sind der Bürokratieabbau zur Freisetzung von manpower statt neuer Schulden und die Stornierung der völlig überholten Migrationsagenda wegen unerwartet schneller Deindustrialisierung mit massenhaft Facharbeitslosen. Zu beidem hat die Koalition nicht die Kraft und ist deshalb selbst Teil des Problems und nicht der Lösung. Sie steht einer Lösung im Weg. Sie ist schlichtweg von gestern.
Hallo Apollo, mal zum Kern kommen und selbst eine Agenda entwerfen. Einen Zusammenhang aus eurem Detailwissen. Die Baustelle ist verwaist und braucht einen Plan.
„Dobrindt (…) könnte als Fraktionschef, wenn nötig, etwas Distanz zum Kanzler gewinnen“ – ???
Heutzutage ist der Fraktionsvorsitzende der CDU doch nur noch dazu da, die Fraktion auf Kanzlerlinie zu bringen, also das genaue Gegenteil von Distanz. Genau das ist doch das Problem: Wer sich jetzt zum Handlanger von Merz macht, geht wahrscheinlich auch mit ihm unter. Warum der Spahn da wohl so einfach den Rückzieher gemacht hat?
Frau Baerbock hat doch demnächst Zeit. Und die CDU ist ja schließlich seit Merkel grüner als die Grünen. Passt also und hätte bestimmt Unterhaltungswert.
SPD wie auch CDU sind leer.
Inhaltlich, moralisch, intellektuell.
Was sie zusammenhält, ist der Wunsch, möglichst vielen mediokren Menschen ihrer Qualifikation entsprechend viel zu hoch dotierte Posten zuzuschanzen.
Es fällt auf, dass diejenigen mit dem Daumen nach unten wahrscheinlich täglich oder häufiger den Nicknamen ändern, sie fühlen sich mit ihrem Sinn entleerten Gesülze auf der richtigen Seite und merken nicht, dass damit alles noch tiefer in die Grütze geht.
Die ÖRR haben mit der Gehirn Wäsche Ziel über erfüllt.
Was macht ihr bloß bei geringsten polit. Änderungen? RAF in den 70igern
Wir werden sehen. Vielleicht ist es für Merz ein Befreiungsschlag. Er schien im Interview zuversichtlich und guter Dinge.