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„Gefährlichster Mann“

„Was planen die Verfassungsfeinde?“: Spiegel legt nach Sachsen-Anhalt-Schock nach

Wie bereits Mitte August warnt der Spiegel für seine neue Ausgabe vor der AfD in Sachsen-Anhalt. „Was planen die Verfassungsfeinde?“, fragt das Magazin sichtlich schockiert nach dem Wahlerfolg der Partei am vergangenen Sonntag.

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Das Titelbild der aktuellen Spiegel-Ausgabe (Quelle: DER SPIEGEL)

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Nach dem erdrutschartigen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent der Stimmen reagiert der Spiegel in seiner neuen Ausgabe mit einer Titelstory, in der die AfD-Politiker um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund als „Verfassungsfeinde“ bezeichnet werden, die „ein autoritäres Programm“ verfolgten. Die Ausgabe mit dem Titel „Was planen die Verfassungsfeinde?“ erscheint am Freitag im Printformat und ist bereits jetzt online verfügbar.

Bereits Mitte August widmete der Spiegel der Wahl in Sachsen-Anhalt eine Titelstory, in der er Siegmund als „gefährlichsten Mann Deutschlands“ bezeichnete und vor allem aufgrund seines politischen Umfelds vor der Wahl des 35-Jährigen warnte. Die Ausgabe erzeugte seinerzeit ein enormes mediales Echo und wurde breit rezipiert. Vielerorts waren die Exemplare nach wenigen Tagen vergriffen und erlangten auch in AfD-Kreisen eine Art Kultstatus. Zugleich wurde das Magazin aus dem Umfeld der Partei für seine reißerische Berichterstattung heftig kritisiert.

Siegmund machte sich die Ausgabe während seines Wahlkampfs zu eigen und signierte zahlreiche Exemplare öffentlichkeitswirksam für seine Anhänger. Aufgrund der enormen Reichweite, die die Ausgabe generierte, und der höhnischen bis spöttischen Reaktionen aus der politischen Rechten dürfte die Titelstory, anders als vom Spiegel vermutlich intendiert, Siegmund eher geholfen als geschadet haben. Die Ausgabe zeigte zugleich unfreiwillig, welchen Machtverlust etablierte Leitmedien bereits erlitten haben (mehr dazu hier).

Spiegel-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit rechtfertigte die Ausgabe nach anhaltender Kritik in einem Newsletter. Zwar gebe sich Siegmund, so Kurbjuweit, „freundlich“, doch in Wahrheit lasse er sich von einem „Netzwerk rechter Extremisten unterstützen“ und plane einen „Anschlag auf die liberale Demokratie“. Aufgrund seines zugleich charmanten wie gefährlichen Auftretens kämen bei Siegmund „das Umgängliche und das Extreme“ zusammen (mehr dazu hier).

Auch in der jüngsten Ausgabe, die ab Freitag an den Kiosken erhältlich sein wird, wärmt der Spiegel lediglich seit Längerem bekannte Vorwürfe auf. Dabei fokussiert sich das Magazin, ähnlich wie in der allgemeinen Berichterstattung über die AfD, kaum auf konkrete politische Forderungen, die von Siegmund selbst erhoben oder im Wahlprogramm der Partei dargelegt werden.

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Stattdessen werden meist indirekte Bezüge zu Siegmunds Umfeld hergestellt und problematisiert. So sollen mehrere seiner politischen Vertrauten in den 2000er Jahren Mitglieder der mittlerweile verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) gewesen sein. Außerdem wird unter anderem auf einen Hitlergruß einer unbekannten Person auf einer AfD-Veranstaltung in Zeitz verwiesen, zu dem Siegmund sich auf Nachfrage nicht geäußert habe.

Realpolitische AfD-Forderungen werden in der Titelstory nur am Rande thematisiert und meist ohne Abwägung aus rein moralischen Gründen als unzulässig erachtet. So wird etwa die von Siegmund geforderte Asyl- und Abschiebepolitik ohne weitere Erläuterung als „rassistisch“ eingeordnet. Auch Siegmunds Wunsch, ohne Koalitionspartner zu regieren, wird ohne Umschweife als antidemokratische Haltung interpretiert – obwohl absolute Mehrheiten selbstverständlich von jeder Partei angestrebt werden können.

ahz

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76 Kommentare

  • Warum leistet der Spiegel schon wieder Wahlkampfhilfe für Siegmund? Die Wahl war doch schon …

    67
    • Das haben die noch nicht gemerkt und hoffen jetzt, dass wieder viele, viele kaufen und Siegmund weiter signiert – nur so kann man noch den sinkenden Umsatz retten. Sonst zahlt ja keiner mehr für dieses Zeugs

      38
      • 😂👍

        19
    • „Auch Siegmunds Wunsch, ohne Koalitionspartner zu regieren, wird ohne Umschweife als antidemokratische Haltung interpretiert – obwohl absolute Mehrheiten selbstverständlich von jeder Partei angestrebt werden können.“

      Die AfD sagte es doch schon unzählige mal, dass sie die Hand allen ausstreckt und auch mit allen Parteien Gespräche führen möchte. Und welche Reaktionen kamen von allen, (außer BSW), zurück?
      … Wir reden mit denen nicht, und wir regieren mit denen nicht.
      Also, welches Problem hat der Spiegel?
      Und schon jetzt geht wieder die Hetze los, die AfD WÜRDE dann mit dem BSW dann Entscheidungen treffen (können), die den anderen Parteien missfällt. Meine Güte, was für ein Haufen Undemokraten.

      16
      • Ich kann nur hoffen, das die konservativen das sofortige Einstampfen von linksextremistischen Schmierblättern planen !!!

        4
  • Ich habe schon vor einem Jahr mein Spiegel Abonnement gekündigt und bin statt dessen Freund von Apollo und zahle gerne jeden Monat für vernünftige Berichterstattung.
    Bitte nachmachen, es lohnt sich.

    41
    • Ich hatte noch nie eins.

      7
    • Da hast Du lange durchgehalten.

      3
    • Respekt das du solange ausgehalten hast, ich bin raus seit 10 Jahren, als die Lücken in ihren Artikeln immer größer wurden und man googlen musste um diese zu Füllen, weil man nach dem Lesen mehr Fragezeichen hatte als vorher, Relotius war dann Jahre später nur eine Bestätigung das dieses Käse Blatt zurecht als bild für Abiturienten bezeichnet wurde.
      Lückenpresse halt
      PS sorry nicht persönlich gemeint, die hatten mal gute Artikel

      22
    • Erst vor einem Jahr? Und nun Geld geben für Russland-Bashing?

      4
    • Leider wahr: Meine Hochachtung, da habe Sie aber noch lange durchgehalten …..
      Apollo – sowie auch z.B. Tichys – ist auch mir dagegen jeden Euro wert.

      0
    • Bei Relotius immer noch nicht aufgewacht? Na ja,besser spät , als nie.
      Dieses von Koksern betriebene Blatt hab ich nur im Wartezimmer angefasst, wenn sonst nur Frauenzeitschriften rumlagen, seit geplanter Asylanteninvasion nicht mehr.

      3
  • Dass die AFD geltendes Recht umsetzen möchte, bedeutet für den Spiegel Verfassungsfeindlichkeit!? Kannst du dir nicht ausdenken…

    41
    • Wenn man heute schon als Verfassungsfeind gilt, wenn man geltendes Recht umsetzen möchte, was sagt uns das über diese Regierung und diese Medien?

      15
  • Gut so.
    Der Spiegel reitet immer weiter ins Abseits.

    22
    • Was planen die Verfassungsfeinde?
      Offenbar erstmal ein AfD-Verbot.

      6
  • Dieses Mal stoppen sie die AfD bestimmt! Gaaaanz sicher! Einmal mehr vom selben bitte.

    30
  • Artikel 1, Absatz 2

    Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

    Artikel 19 der AEMR

    Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.
    https://unric.org/de/allgemeine-erklaerung-menschenrechte/

    4
    • Artikel 21
      (1) Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.

      (2) Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.

      (3) Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muß durch regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.

      Sehr gut gemacht, Verfassungsfeinde. Ihr habt bestimmte AfD-Politiker von der Wahl ausgeschlossen und so gegen Artikel 1 Absatz 2 vom GG verstoßen. 😀

      4
    • Artikel 30
      Keine Bestimmung dieser Erklärung darf dahin ausgelegt werden, daß sie für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht begründet, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung vorzunehmen, welche die Beseitigung der in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten zum Ziel hat.

      -2
  • …und Katzenvideos auf YouTube zu verbieten planen sie auch!

    8
  • PS: Die vorige Ausgabe mit Unterschrift auch gerne😉

    4
  • Wichtige Prozente für Leif-Eric Holm😁

    3
  • Spiegelleser wissen mehr, oder, wie hiess das mal?
    🙂

    1
  • Spiegel?
    Ich vermute, dieses Blatt ist finanziell und moralisch am Ende.

    34
    • Moralisch schon lange – finanziell noch nicht, solange Billy Boy weiter zahlt.

      18
    • Der Spiegel ist wie die taz bedeutungslis.
      Lesen nur noch kranke Linksgrüne.

      23
  • Der SPIEGEL hat offenbar das Perpetuum mobile des politischen Journalismus erfunden: AfD verhindern, indem man ihr die spektakulärste Wahlwerbung gleich selbst gestaltet. 😂

    Siegmund zum „gefährlichsten Mann Deutschlands“ aufblasen, maximale Aufmerksamkeit erzeugen – und dann erstaunt gucken, wenn er das Cover signiert und als Gratis-Wahlplakat benutzt. Aus der Warnung wird Merchandise, aus Empörung Reichweite, aus Reichweite Wahlkampf.

    Dann 43,8 Prozent. Und die messerscharfe Analyse beim SPIEGEL lautet offenbar: Wir brauchen NOCH ein Gruselcover! 🤡

    Man warnt vor seiner Popularität und macht ihn berühmter. Man will abschrecken und produziert Kultstatus. Man bekämpft die AfD und liefert ihr gleichzeitig die Werbekampagne.

    Genial: Die AfD kassiert Stimmen, der SPIEGEL kassiert Aufmerksamkeit – und beide profitieren vom selben Cover. Nur einer davon scheint es noch nicht begriffen zu haben. 😂

    23
  • Vielleicht sollte die AFD den Leuten mal klarmachen, dass wir einen Wanderungsverlust von 97000 Deutschen + 50000 EU-Bürgern im Jahr 2025 hatten (20% mehr als 2024). Die Brandmauerparteien-Wähler sollten eigentlich mal langsam Panik bekommen, dass Sie irgendwann alleine in diesem Land zurückbleiben.

    1
  • Was planen sie? Sie planen euch lieber spiegel den Geldhahn zuzudrehen. Kein Geld mehr für Zeitungen das ist unternehmerisches Risiko und nicht Sache des Steuerzahlers einen maroden Verlag über Wasser zu halten.

    11
    • Billy hält den Spiegel über Wasser, nicht die verbliebenen Leser. Aber vielleicht ist er ja auch ungehalten über die Verwendung des etwas missglückten Covers und möchte nicht mehr weiter finanzieren.

      0
  • „Die Verfassungsfeinde“ planen ein Verbot der Opposition.

    11
  • Genau wie der CDU ist dem Spiegel wirklich nicht mehr zu helfen.

    17
  • Ich habe den Spiegel angefragt wo z.B. in den 80er Jahren die Artikel über 48 SPD und 65 CDU NSDAP, SA und SS Mitglieder waren. Tatsächlich hat man mir geantwortet und will da mal selbst recherchieren.
    Ich denke wir alle wissen das es da nie Nachfragen bei Schmidt, Kohl & Co gegeben hat.
    Lupenreine Nazis konnten für die beiden Altnaziparteien im Bundestag und Landtagen sitzen. Sie wurden Bürgermeister und Kultus!!!beauftragte und der Spiegel hat niemals irgendetwas kritisches darüber berichtet.

    3
  • Das Sturmgeschütz der Kartellparteien.

    3
  • „Was planen die Verfassungsfeinde?“
    Die Frage sollten sie korrekterweise Linken, Grünen, SPD und der CDU stellen!

    0
  • Die Flucht nach vorne, um die Scharte auszuwetzen, könnte sie vergrößern. Wie lächerlich.

    9
  • WIE kann es in einem angeblichen Rechtsstaat sein, dass so etwas ohne unmittelbare Konsequenzen veröffentlicht werden darf?!

    8
  • Nun, im „Umfeld“ von Ulrich Siegmund „sollen“ sich also Personen befinden, die „in den 2000er Jahren Mitglieder der mittlerweile verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) gewesen sein“ sollen.

    Das wird also kriminalisiert; aber daß die Landesvorsitzende der Grünen den Aufkleber „FCK-NZS“ wohl etwas zu wörtlich genommen, oder – bei ihrem Intellekt – vielleicht auch mißverstanden hat, bleibt dabei völlig unerwähnt …?

    7
  • Wer bitteschön kauft und liest den SPIEGEL, wer nimmt dieses Blatt denn noch ernst?
    Sinnlose Geldausgabe und vertane Lebenszeit!

    4
  • Dem Spiegel die Presse Lizenz entziehen !

    2
  • Nanu? Plötzlich und unerwartet wird aus ‚unsere Demokratie‘ liberale Demokratie 😀
    Nachtigall ick hör dir trapsen
    Da wird der Begriff wohl nicht schon verbrannt sein?

    0

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