Berlin
„Was muss denn noch passieren?“: Giffey rechnet mit Rot-Grün-Rot ab – und stellt sich gegen Klingbeil
Berlins ehemalige Regierende Bürgermeisterin Giffey kritisiert den Fortgang der rot-grün-roten Regierungsgespräche in Berlin mit deutlichen Worten. Mit Blick auf den Bund macht sie klar: Sie sieht Lars Klingbeils Tage als gezählt an.
Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey hat den Fortgang der Koalitionsgespräche zwischen SPD, Linken und Grünen kritisiert. „Es sind keine Konsequenzen gezogen worden. Null“, erklärte Giffey mit Blick auf Die Linke und deren Antisemitismus-Problem im Interview mit dem Handelsblatt.
Die ehemalige Regierende Bürgermeisterin, die selbst rund zweieinhalb Jahre mit einer rot-grün-roten Koalition in Berlin regierte, beklagte den Wortbruch der Linken rund um die sogenannte Antisemitismus-Erklärung. „Aus meiner Sicht hätte das schon heißen müssen: Aussetzung der Verhandlungen“, sagte Giffey. In ihren Worten klang auch Kritik an der eigenen Partei an: „Den Satz ,Was muss denn noch passieren?‘ kann ich zu 100 Prozent unterstreichen“, erklärte sie in diesem Zusammenhang. „Über Spiegelstriche bei Sachthemen zu reden, während Grundsatzfragen offen sind, geht nicht.“
Die SPD-Politikerin ließ auch die Clanverbindungen der Linken nicht unerwähnt – und äußerte sich eindeutig zum Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak. Dessen Behauptung, nicht gewusst zu haben, dass er mit einem Clanchef Kontakt hatte, hält Giffey für unglaubwürdig: „fast jeder in Neukölln weiß, wer die Familie Remmo ist. Dass der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak (Linke) behauptet, er habe nicht gewusst, mit wem er da Kontakt hat, glaubt doch kein Mensch“, sagte sie. „Es war sicher kein Zufall, dass er seine Rede, in der er ausgerechnet den Begriff Clankriminalität kritisierte, an ein Familienmitglied der Remmos geschickt hat.“
Zu den Verbindungen der Linken ins terroraffine Milieu erklärte Giffey: „Es gibt dort eine Nähe zu Menschen, die den Terror vom 7. Oktober als eine Art Befreiungstat bewerten und gutheißen.“ Giffey drückte auch ihr Mitgefühl gegenüber Elif Eralp aus, die angesichts von Personen aus dem Palästina-Milieu um ihre Sicherheit fürchtet. Sie könne „nachvollziehen“, was die Linken-Frontfrau geäußert habe. „Doch ihre Partei hat mit Positionen Wahlkampf gemacht, die auch im Milieu derjenigen Personen verfangen haben, von denen sie sich nun bedroht fühlt. Einige haben für die Linke geworben.“
„Jetzt heißt es immer wieder, man habe nichts miteinander zu tun“, so Giffey weiter. „Das stimmt nicht.“ Auch Clans hätten Die Linke unterstützt und würden jetzt „Zugang und Einfluss“ erwarten. „Die Geister, die Teile der Linken riefen, werden sie nun nicht los.“
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Auch eine rot-grün-rote Koalition im Bund hält Giffey für abwegig. „Für die Bundesrepublik und für die Stabilität in Europa hielte ich ein rot-grün-rotes Bündnis auf Bundesebene erstens für unrealistisch und zweitens für riskant“, sagte die ehemalige Regierende Bürgermeisterin, die auch schon im Kabinett Merkel als Familienministerin diente. „Gerade auch angesichts der Unberechenbarkeit dessen, was in den USA passiert. Wir können uns als Bundesrepublik und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zum Beispiel nicht aus sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen zurückziehen, so wie es sich die Linke vorstellt.“
SPD-Vorsitz: Giffey zählt Klingbeil an
Eindeutige Worte fand die Berliner SPD-Politikerin auch zur Diskussion rund um den Vorsitz ihrer Partei. Seit dem Rückzug von Parteichefin Bärbel Bas wird die SPD bis auf Weiteres von einer Person geführt. Das soll auch so bleiben, meint Giffey. „Führung in einer schwierigen Situation heißt: Eine Führungspersönlichkeit sagt, wo es langgeht, und wird getragen von einem starken Team und breiter Unterstützung in der Organisation.“
Doch diese eine Person soll nicht Klingbeil sein – das macht Giffey klar. Direkt vom Handelsblatt gefragt, ob es besser sei, wenn der bisherige Parteichef nicht noch mal antrete, antwortet sie: Die Partei braucht deshalb mehr Fürsorge, Aufmerksamkeit und Präsenz. „Es erfordert sehr viel Kraft und Zeit, sich diesen Aufgaben vollständig zu widmen und in den Landesverbänden unterwegs zu sein.“ Diese Kraft könne ein Bundespolitiker mit Regierungsverantwortung nicht aufbringen, drückte Giffey aus.
Für Landespolitiker gilt das in ihren Augen offenbar nicht – mit Blick auf die seit Monaten als SPD-Vorsitzende gehandelte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zeigte Giffey sich betont offen. „Ich schätze Manuela Schwesig sehr. Sie ist pragmatisch, lösungsorientiert und hat ein gutes Gespür für die Erwartungen der Bürger.“ In puncto Vorsitz mache es ohnehin „einen großen Unterschied, ob man Mitglied der Bundesregierung ist oder nicht.“
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Als ex Bürgermeisterin von Neukölln hatte sie zwar keine glückliche Hand, weil auch das Problem unterschätzt, aber in der Sache hat sie definitiv recht.
Sie hatte sich dazu entschieden, die Realität zugunsten ihrer freundlich-säuselnden Anteilnehmeritis und dem dadurch leichteren Weg nach Oben zu ignorieren.
Als politisches Ziehkind von Heinz Buschkowsky hat sie es besser gewußt aber sich dennoch für den Weg in das reale Heute entschieden.
Vielen Dank für Minus-Nichts, Franzi.
„Was muss denn noch passieren?“
..aber der eigentliche Brüller des Tages kommt von Haselhoff:
WELT: „Was ist nach ’45 bei euch falsch gelaufen, dass sich solche Parteien da bilden?“
[ Der frühere Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff, betont bei Jan Fleischhauer den westdeutschen Ursprung der AfD. Ostdeutsche wählten die Partei ohne Kenntnis des Programms.]
..fragt „Herr“ Haseloff passender Weise in der SPIEGELBILD-WELT
(..da fragt man sich eigentlich nur „Was ist bei dem bloss schief gelaufen..ist der als Kind mal gestürzt und dabei auf den Kopf gefallen…?“)
Giffey: Piepsstimmchen, nix hingekriegt im Amt. Der Dr. erst0nken und erlogen. Der Alte ein Lügenbaron, Spesenritter und mittlerweile gerichtsfest entbeamtet. Wer bietet einer solchen Ballastexistenz noch eine Bühne?
Immerhin wird Frau G, einst die maximale Enttäuschung ihres Mentors Buschkowsky, nach mit durch sie angerichtetem Schaden, der vor allem die Stadt aber nicht mehr sie persönlich trifft, klüger als zuvor.
Ich/wir sind es aber leid, die Laborratten für idealistisch-dumme und skrupellos-zerstörerische Existenzen zu sein, die ohne uns gar keine hätten.
Jedes Grundschulkind, dass am Straßenrand einen kleinen Stand mit Verkauf seiner alten Spielsachen oder aus dem Garten geernteten Obst hat, besitzt mehr Wirtschaftskompetenz als diese Transe.