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Steuerstaat und CO2-Bepreisung: Der wahre Preistreiber beim Benzin

Die Benzinpreise explodieren – liegt das wirklich am Iran-Krieg? Sind die eigentlichen Treiber nicht vielmehr die hohen Steuer- und Abgabenlasten? Klar ist: Besonders die zum Jahreswechsel angehobene CO₂-Bepreisung trägt maßgeblich zu steigenden Preisen an den Zapfsäulen bei.

Eine Tankstelle in Lebach, Saarland (IMAGO/Jan Huebner)

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Der Konflikt im Nahen Osten eskaliert. Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl und Gas, ist durch die Bedrohungslage faktisch abgeriegelt. Die Benzinpreise in Deutschland schießen in die Höhe (Apollo News berichtete). Doch was, wenn der Iran-Krieg gar nicht die zentrale Ursache für den Anstieg der Spritpreise ist?

Der Preis für Superbenzin der Sorte E10 kletterte am Mittwochmorgen auf 1,995 Euro und notierte damit mehr als sechs Prozent höher als noch am Freitag. Der Dieselpreis überschritt sogar die Zwei-Euro-Marke. In der morgendlichen Preisspitze erfasste der ADAC einen Durchschnittspreis von 2,054 Euro pro Liter.

Für viele Beobachter besteht eine klare Kausalität zwischen dem Iran-Krieg beziehungsweise der Schließung der Straße von Hormus und den steigenden Benzinpreisen. Der Gedankengang erscheint zunächst nachvollziehbar: Die Meerenge, über die rund 20 Prozent des weltweiten Öls verschifft werden, ist blockiert. Folglich sinkt das Angebot, während die Nachfrage gleich bleibt – was letztlich zu steigenden Preisen führt; auch an den deutschen Zapfsäulen.

So einfach lässt sich jedoch kein Fazit ziehen. Vor allem dann nicht, wenn man einen Blick darauf wirft, wie gering der Anteil der Beschaffungskosten an den deutschen Spritpreisen tatsächlich ist. Bei einem Ölpreis für die Sorte Brent von gut 83 US-Dollar pro Barrel beträgt der Literpreis gerade einmal 0,52 Dollar oder 0,45 Euro. Verarbeitung und Vertrieb kosten nur wenige Cent.

Den Löwenanteil am deutschen und europäischen Benzin- und Dieselpreis machen hingegen Steuern und Abgaben aus. Das sind einerseits die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer), die CO2-Abgabe und der Beitrag an den Erdölbevorratungsverband. Sowohl auf den Preis vor diesen Steuern als auch auf diese Steuern selbst wird anschließend die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent aufgeschlagen.

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Allein die Energiesteuer beträgt für Benzin 65,45 Cent pro Liter und für Diesel 47,04 Cent pro Liter. Die CO2-Abgabe führt im aktuellen Preiskorridor zu einem Anstieg von 15,7 bis 18,6 Cent bei Benzin beziehungsweise 17,3 bis 20,5 Cent beim Diesel. Für die Erdölbevorratung fallen demgegenüber mickrige 0,3 Cent pro Liter an.

Berücksichtigt man die Mehrwertsteuer, beträgt der Dieselpreis schon bis zu 80,7 Cent und der Benzinpreis sogar 84,35 Cent, bevor irgendjemand anderes als der Staat bezahlt wurde. Wenn ein Liter Benzin ohne Steuer einen Euro kosten würde, ergäbe sich inklusive der Mehrwertsteuer insgesamt ein Preis von 2,03 Euro mit allen Steuern. Selbst bei einem so hohen Marktpreis besteht mehr als die Hälfte des Benzinpreises aus Steuern.

Es wird deutlich: Geopolitische Ereignisse wie die Blockade der Straße von Hormus können zwar kurzfristige Preisausschläge auslösen, das strukturell hohe, steigende Niveau der Spritpreise ist jedoch vor allem auf die im deutschen Recht verankerten Steuer- und Abgabensysteme zurückzuführen. Bevor überhaupt über eine Spritpreisbremse gesprochen wird, müsste also die Energiesteuer abgesenkt werden.

Ein Blick auf die mittelfristige Preisentwicklung verdeutlicht dies. Daten des ADAC zufolge befand sich der E10-Preis seit Februar 2025 für den Rest des Jahres in einem leichten Stagnationstrend. Von 1,753 Euro pro Liter im Februar sank der Preis pro Liter bis Dezember auf 1,653 Euro pro Liter. Im Januar und Februar stiegen die Preise jedoch wieder deutlich an.

Allein im Januar legte der Preis um acht Cent auf 1,739 Euro pro Liter zu. Dies hängt maßgeblich mit der Anhebung der CO₂-Bepreisung zum Jahreswechsel zusammen. Während die Abgabe, die über den nationalen Emissionshandel (nEHS) geregelt wird, im Jahr 2025 noch einen Festpreis von 55 Euro pro Tonne ausgestoßenem CO₂ vorsah, gilt seit dem 1. Januar ein Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne.

Auch die potenzielle Ausnutzung der Krisensituation im Nahen Osten durch Inverkehrbringer fossiler Kraftstoffe könnte zum aktuellen Anstieg der Spritpreise beigetragen haben. Der konkrete Verdacht aus Berlin lautet: Energieunternehmen beziehungsweise Mineralölkonzerne nutzen die Iran-Krise für überzogene Preissprünge, um ihren Gewinn zu maximieren.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat vor diesem Hintergrund eine kartellrechtliche Überprüfung der jüngsten Preissprünge an deutschen Tankstellen angekündigt. „Wir werden prüfen, dass nicht eine Situation ausgenutzt wird, die sich an den Märkten abbildet, aber nicht in dieser Höhe“, erklärte Reiche im Podcast von Table.Briefings. Sie stehe dazu bereits in engem Austausch mit dem Bundeskartellamt.

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64 Kommentare

  • “ Energieunternehmen beziehungsweise Mineralölkonzerne nutzen die Iran-Krise für überzogene Preissprünge,“

    Niemand verdient am Sprit so viel, wie der Staat!

    • In den ÖRR läuft in den Nachrichten die Seifenoper – „Haltet den Dieb“.

      • „Haltet den Dieb, er hat mein Messer im Rücken.“

  • Diese ganze CO2 Geschichte gehört radikal abgeschafft.
    Wir zahlen eine Luftsteuer – geht’s noch?
    Die einzige Partei, die konsequent diesen Irrsinn ablehnt, ist die AfD !

    • Und auf die Luftsteuer kommen dann noch 19% MwSt drauf.

      • Ausatemsteuer mit Mehrwertsteuer… so etwas denken sich nur Irre oder Perverse aus.

  • Ob wohl überprüft werden sollte, ob der grüne SPD-Umweltminister beim hohen Benzinpreis zusätzlich mitmischt , damit der „Normalbürger“ gezwungen wird, aufs Auto zu verzichten?

    • BW, bitte immer weiter eure Henker wählen. Ihr wollt es so. Keine Arbeit mehr, dann braucht ihr auch keine Autos mehr und auch keinen Sprit. Ihr seid arme Geister. Nur noch AFD

    • Heute hat dieser Halunke alle Bürger massiv verhöhnt, sie sollen sich gefälligst ein Elektroauto verkaufen.

      Von der Regierung abgezockt, unverschämt verhöhnt, bespitzelt UND von Kaddor und den Grüninnen an den Islam ausgeliefert zu werden, ist ein bisschen zuviel Zumutung auf einmal.

  • Gestern auf der A2 von Hannover nach Berlin und zurück.
    LKW an LKW, alle verbrennen Diesel in großer Menge. Und die Regierung kassiert und kassiert und kassiert.
    Unwillkürlich denke ich da die Jahrzehnte zurück, in denen die Rede war und ist, Güter auf die Schiene!
    Wie soll das gehen, wenn der Eigentümer der DB gleichzeitig der größte Profiteur vom massenhaften Dieselverkauf, und den damit generierten Steuereinnahmen ist?
    Krankes System.

    • Die Bahn darf nur noch fahren wenn genug Wind weht 🌬️

  • Die gesamten CO2 Abgaben könnte man und müsste man sofort streichen.

    Schluss mit den Ablassbriefen!

    • Wieso wird das immer Abgaben genannt? Das ist schlichtweg eine Steuer

  • Als es mit den Angriffen auf den Iran losging, konnte man schon die Champagnerkorken im Finanzministerium knallen hören.

  • Raus aus der EU, zurück zur EWG!
    Dann fallen die CO2-Abgaben und Milliarden an Beiträgen für andere Länder weg.
    Nur die AfD ist dazu bereit und auch fähig.

  • In den Nachbarstaaten von der BRD ist der Sprit erheblich billiger !!!

  • Nun, der Kluge wendet sich an die lokale Ölmühle und tankt doppelt raffiniertes Rapsöl für 1/3 des Tankstellenpreises.

  • Vom evtl höheren Gewinn steckt sich der Staat aber auch noch einmal 49% ein, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer 💸

    • Steuer auf Steuer auf Steuer

      Der unersättlich-gierige Raubritterstaa⁸t

  • Rechnen Sie mal die Kosten ohne Steuern und Abgaben für 7 l Benzin (pro 100 km) aus. Dann das gleiche für EAutos. Ca. 20 kWh bei einem Preis von 35 cent/kWh.

    Bitte die Subvention aus dem Steuersäckel für Strompreise unter Börsenpreis von ca. 3 cent/ kWh nicht vergessen.

    An Schnellladesäulen liegt der Preis pro kWh deutlich über 40 cent/kWh

    Man sieht E-Mobilität ist teurer. Für LKW reduziert sich durch den schweren Akku noch das zuladbare Gewicht und die Stunde an der Ladesäule ist Arbeitszeit die bezahlt werden muss. Letzteres gilt auch für PKW bei Dienstfahrten.

    E-Mobilität senkt die Produktivizät und somit zwangsläufig auch Wohlstand.

  • Am schlimmsten finde ich die Scheinheiligkeit der Politiker, die jetzt über die Spritpreise jammern. (Natürlich nur jammern, wirklich ändern will keiner was) Sind die Politiker doch, die noch viel höhere Preise in den nächsten Jahren einführen wollen. Und ein Großteil der Menschen, die sich jetzt fragen, wie und ob sie das dauerhaft bezahlen können, wählt genau diese Parteien!
    Das ist alles so vollkommen irre und surreal, manchmal frage ich mich, ob ich einfach träume.

  • Hier bei mir der Liter Diesel am Freitag 1,669 Euro. Heute 2,079

  • Interessant ist, das die synthetischen Kraftstoffe wie HVO ebenfalls erhöht haben, obwohl die kein Erdöl verarbeiten. Die verfolgen stur ihre Strategie immer über dem Dieselpreis zu liegen. Jetzt wird halt mehr verdient.

  • Wer glaubt denn wirklich, dass SPD oder Grüne auch nur auf EINEN Euro Steuern verzichten??

  • höhere Preise bedeuten höhere Steuereinnahmen.
    Noch Fragen!

  • Bitte am Sonntag in Baden-Württemberg die AfD wählen!
    Mit dieser Partei bleibt das Geld in Deutschland, die CO2-Steuer wird abgeschafft und es fließen keine Milliarden-Beträge mehr an Brüssel in die EU-Kassen mit ihren über 50000 Beamten.

  • Diesen Steuer auf Steuer – Effekt habe ich in zig Kommentaren schon früher hier und bei Nius immer wieder beschrieben. Doch da hat es kaum jemand interessiert. Und was die CO2-Abgabe und die Inflationsrate betrifft, ist das bei allen Waren so, nicht nur beim Benzin. Merz und Klingbeil kassieren immer kräftig mit.
    Automatisch.

  • Der Wunsch, andere zu bevormunden, gehört zur moralischen Entwicklung.

    Zitat: „3. Stufe … Moralische Erwartungen anderer werden erkannt. … Korrespondierend dazu richtet er ebenfalls moralische Erwartungen an das Verhalten anderer“ Quelle: Moralentwicklung

    Deshalb nimmt die allgemeine Bevormundung kontinuierlich zu, z.B. Steuern, Zensur, Bürokratie, …

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann den Wunsch nicht abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

  • An deutschen Autobahnen klettern die Spritpreise auf Rekordniveau,
    bis zu 2,52 € für den Liter Super. Die Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin ringt deshalb heute um schnelle Lösungen gegen die Preisexplosion.
    Während Bremens Bürgermeister Bovenschulte eine über Gewinnsteuer finanzierte Spritpreisbremse fordert, setzt Bayern auf eine Aussetzung der CO2-Bepreisung. Auch Wirtschaftsministerin Reiche prüft kartellrechtliche Schritte.
    Die Debatte spitzt sich zu, denn Pendler und Wirtschaft geraten zunehmend unter Druck.
    Warum sind die Preise in Deutschland so viel höher als im EU-Ausland?
    Die Hintergründe und Positionen im Überblick.
    https://www.youtube.com/watch?v=w_JaZP70qro 3 Min.
    – wenn ich Bremen höre was da abläuft, bin ich schon bedient…
    https://www.teneriffa-news.com/spritpreise-kanaren#google_vignette
    https://journalistenwatch.com/2026/03/05/spritpreisxeplosion-staatliche-abzocke-und-erziehungsmassnahme/

  • Auf die Energiesteuer wird ja auch nochmal Mehrwertsteuer erhoben, es ist so lächerlich und nichts als Steuer auf verbrauchte Atemluft. Und durch sie ändert sich nichts am Wetter und am Klima selbst wenn man alle populären Modelle zum menschengemachten Klimawandel glaubt. Und es wird dadurch auch nicht weniger Autos geben. Das Einzige was passiert ist dass Umweltverbände, NGOs und (EU)beamte prallere Taschen haben auf wundersame Weise

  • „Der konkrete Verdacht aus Berlin lautet: …“
    Ich habe auch einen Verdacht: der hauptsächliche Hauptgrund liegt IN Berlin (und Brüssel)
    PS: Tübingen, Böblingen, vor zwei Stunden: Diesel: 2,18 bis 2,20, Benzin (nicht E10): 1,94 bis 1,96
    Welcher Beweise bedarf es noch, um diejenigen zu entlarven, die den deutschen (Diesel-) Pendler in den Wahnsinn zu treiben seit Jahren nichts unversucht lassen? Mancher (z. B.) rote „Schneider“ schneidert halt auf seine Weise …

  • Besonders die zum Jahreswechsel angehobene CO₂-Bepreisung trägt maßgeblich zu steigenden Preisen an den Zapfsäulen bei.

    Das kann ich so nicht nachfühlen.

    Diesel, letzte Woche Dez. 2025 bei uns (NRW Kreis Steinfurt)
    ca. 1,53 Euro. Es wurde gesagt, Steigerung durch COs Steuer ca. 4 Cent.
    Ab der ersten Woche 2026 waren wir schon bei ca. 1,65 – 1,70 Euro und es
    ging nicht mehr runter.

    Das stimmt doch von vorn bis hinten nicht

    • MwSt. auf die CO² Steuer vergessen?

    • liegts viell. an der mehrwertsteuer?
      da verdient der staat sich bucklig.
      deshalb wird er auch nichts an den preisen aendern, sondern lediglich breit grinsend extrageld fuer seli horten.
      beim dieselpreis in oesterreich von aktuell knapp 2 euronen kassiert der staat 1 euro an diversen steuern.

      und es wird nicht besser !
      green deal ist gesetzt, alle laender haben sich geeinigt.
      da wird wohl auch melone mitgestimmt haben.

      **In der EU gilt in Kürze ein neues Klimaschutzziel. Bis 2040 müssen die Treibhausgasemissionen der Staatengemeinschaft um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Dafür gaben die EU-Länder in Brüssel das letztgültige grüne Licht.

      In der EU gibt es schon festgeschriebene Klimaziele bis 2030 und 2050, bei dem neuen handelt es sich um eine Zwischenetappe. Bis Ende dieses Jahrzehnts müssen die Emissionen um 55 Prozent gegenüber 1990 sinken. Bis 2050 will die EU klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen, als wieder gebunden werden können.**

  • Wieso funktioniert im EU-Land Luxemburg eine Preisgrenze für Benzin ?
    Weil die Politiker im EU-Land Deutschland nicht die gleichen Rechte für Luxemburger und Deutsche durchsetzen können !
    Frage: Wozu ist die EU sonst noch gut ??

  • Bundesumweltminister Carsten Schneider verhöhnte die Bürger wegen der hohen Spritpreise und meine, wenn ihnen dies zu teuer ist, dann sollen sie halt E-Auto fahren.
    Diese Aussage erinnert mich an die Aussage von Marie Antionette.
    Wir brauchen bald eine analoge Französische Revolution.

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