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München

Nobelhotel „Bayerischer Hof“ will dem „Ludwig von Mises Institut“ keine Räume mehr zur Verfügung stellen

Der „Bayerische Hof“ will dem „Ludwig von Mises Institut“ keine Räume mehr zur Verfügung stellen. Grund dafür ist ein Artikel der Münchener Abendzeitung, die dem Institut unterstellt, rechtsextrem zu sein und ihm eine Nähe zur AfD ankreidet.

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Die Tagungen des Mises-Instituts fanden seit 2013 in dem Hotel statt. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Seit rund 13 Jahren hielt das Ludwig-von-Mises-Institut seine jährlichen Konferenzen im Nobelhotel „Bayerischer Hof“ ab – doch damit soll nun Schluss sein. Das hat die Hotelführung der Münchner Abendzeitung mitgeteilt. In dem Bericht der Boulevardzeitung wird dem Institut unterstellt, rechtsextrem zu sein. Begründet wird das unter anderem damit, dass Mitglieder der Organisation von der AfD Bayern zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Musk und Milei“ eingeladen worden seien.

Außerdem kritisiert die Zeitung, dass ein Milliardär, der das Institut gründete, auch die AfD in ihren Anfangsjahren finanziell unterstützte. Das Hotel „Bayerischer Hof“ teilte der Zeitung mit, dass man die Geschäftsbeziehung nach den Rechercheergebnissen „erneut und umfassend“ geprüft habe. Das Hotel stehe für Weltoffenheit, Toleranz und die Grundwerte einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft.

Eine Fortsetzung der Geschäftsbeziehung über 2026 hinaus sei angesichts der „Vielzahl der inzwischen öffentlich dokumentierten Äußerungen“ nicht mehr vorstellbar. Die 14. Jahreskonferenz des Mises-Instituts im Oktober werde aber noch stattfinden, weil man vertraglich gebunden sei. Das sei jedoch nicht als inhaltliche Zustimmung zu werten.

Was wirft die Münchner Abendzeitung dem Ludwig-von-Mises-Institut nun konkret vor? Die Zeitung selbst formuliert es so: „Das Ergebnis der Recherche: Mitten in München konnte eine antidemokratische Gemeinschaft gedeihen, die bis in die USA vernetzt ist – und dessen Vertreter inzwischen im Landtag und um Bundestag sprechen. Bayerns Verfassungsschützer beobachten es bis heute nicht.“

Ein Vereinsfunktionär soll die Corona-Maßnahmen der Regierung als wissenschaftlich nicht begründet bezeichnet habe. Außerdem wird kritisiert, dass dem argentinischen Präsidenten Javier Milei ein Preis verliehen wurde. Auf Anfragen der Zeitung antwortete die Organisation nicht.

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Auch personelle Verbindungen zu einer gleichnamigen Organisation in den USA werden als problematisch dargestellt. Denn der Präsident des deutschen Instituts, der Ökonom Thorsten Polleit, ist Fellow der amerikanischen Organisation; ebenso Milei-Berater Philipp Bagus, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats.

Die US-Organisation will die Lehren der freiheitlichen Ökonomen und Denker von Ludwig von Mises und die radikal-libertären Thesen des US-Autoren Murray N. Rothbard verbreiten und fordert eine darauf aufbauende Politik mit weniger Steuern und mehr Fokus auf Privateigentum. Auch das staatliche Gewaltmonopol, beispielsweise bei Gefängnissen, wird hinterfragt.

Die Münchner Abendzeitung verweist darauf, dass der frühere akademische Leiter des „Mises Institute“ in Alabama, Murray Rothbard, in einem Aufsatz von 1993 die Wahlniederlage des damaligen Ku-Klux-Klan-Chefs David Duke bedauert habe. In dem Artikel der Münchner Abendzeitung werden zudem Forscher zitiert, die dem Institut eine Nähe zur extremen Rechten attestieren.

Doch inhaltliche Aussagen von führenden Mitgliedern des deutschen Instituts werden als Beleg im Artikel kaum herangezogen. Verwiesen wird lediglich auf den Soziologen Andreas Kemper, der auf dem Blog der NGO Campact mehrere Artikel zu dem Institut und ihm nahestehenden Personen veröffentlicht hat. Kemper schrieb im März 2025 darüber, dass das Institut auf Einladung von AfD-Politikern im bayerischen Landtag gesprochen habe.

Das deutsche Mises-Institut wurde 2012 gegründet und setzt sich dafür ein, dass die Lehren von Ludwig von Mises mehr Verbreitung finden. Es unterstützt Forschung, insbesondere im Bereich der Volkswirtschaftslehre, und führt Veranstaltungen durch. Gemäß Mises will man sich für freie Märkte, das Privateigentum und eine Reduzierung des Staates einsetzen. Mises gilt als prägender Denker der sogenannten österreichischen Schule der Nationalökonomie und vertrat ab den 20er-Jahren den klassischen Liberalismus gegen Faschismus und insbesondere Kommunismus.

mra

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39 Kommentare

  • München ist verloren.

    • Nein, nur du.

      -48
  • Die Vorgänger posaunten eifrig „Nicht für Juden“.

    • Geistiger Totalschaden.

      -33
  • Eine sehr weltoffene und tolerante Handlungsweise……..

  • „Eine Gesellschaft, die zwischen Kapitalismus und Sozialismus wählt, wählt zwischen sozialer Kooperation und dem Zerfall der Gesellschaft.“

  • „Das Hotel stehe für Weltoffenheit, Toleranz und die Grundwerte einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft.“

    Wo ist das „Institut“ intolerant, wo ist es nicht „weltoffen“, wo verletzt es die „Grundwerte einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft“?

  • „Das Hotel stehe für Weltoffenheit, Toleranz und die Grundwerte einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft.“

    Immer schön Haltung nach aussen demonstrieren bevor die AntiFanten das Treffen mit bekommen, dann die Fassade neu gestalten und die Hotelgäste belästigen oder verprügeln. „Weltoffenheit und Toleranz“ … ich kann es nicht mehr hören.

  • Unglaublich, wie immer mehr selbsternannte Könige und Richter sich für solche halten, zu entscheiden, wer eine vertretbare oder nicht vertretbare Gesinnung hat oder nicht. Dabei sind es nur wenige an der Spitze, die diese Entscheidungen treffen.
    Hoteliers, bleibt bei euren Leisten.

  • Cancel Culture funktioniert in beide Richtungen!
    Der Laden hat Lieferanten und Kunden, kann mir schwer vorstellen, dass die dieses Verhalten gut finden.

  • „Es unterstützt Forschung, insbesondere im Bereich der Volkswirtschaftslehre, und führt Veranstaltungen durch. Gemäß Mises will man sich für freie Märkte, das Privateigentum und eine Reduzierung des Staates einsetzen.“

    Erstaunlich was heutzutage alles „Rechtsradikal“ sein soll…Offensichtlich alles was nicht sozialistisch ist!

  • Es ist doch nicht Aufgabe eines Hotels, die Gesinnung seiner Göste zu hinterfragen. Ich möchte nicht wissen, wieviel Oligarchen, die auf zweifelhafte Weise ihr Geld „verdient“ haben, wieviel Schlächter vom Typus Bokassas, Mugabes und Maduros in diesem Hotel schon genächtigt haben. Das und deren Geld hat die Hoteleigner nicht gestört ? Aber das Bekenntnis zu großen liberalen Geistern wie Mises, zu erfolgreichen Unternehmern und Staatenlenkern wie Musk und Milei: Das stört die „weltoffene“ Hotelführung ? 🤣Daß ich nicht lache. Dieser „Nobel“-Schuppen erweist sich als billige Spelunke mit angeschlossener Gesinnungsprüfung. Ein klassisches Eigentor.

    • So ist es, das werden die auch merken wenn Gäste ausbleiben.

    • So ist’s leider !

  • „Das Ergebnis der Recherche: Mitten in München konnte eine antidemokratische Gemeinschaft gedeihen, die bis in die USA vernetzt ist – und dessen Vertreter inzwischen im Landtag und um Bundestag sprechen. Bayerns Verfassungsschützer beobachten es bis heute nicht.“
    Hört sich nach der Münchner Sicherheitskonferenz an…

  • München 1933 und 2026 – der Geist der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts weht offenbar wieder durch diese Stadt. Hofbräukeller , Feldherrenhalle und Hofbräuhaus gibt es noch. Der Bayerische Hof am Promenadeplatz war damals tatsächlich auch mit dem Umfeld der NSDAP verbunden. Die NS-Diktatur unterband die politische Tätigkeit der Opposition systematisch. Am 14. Juli 1933 folgte das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien. Heute ist auch durchaus eine Parallele in der Stadtverwaltung zu erkennen. Rot und Grün gibt Braun – Auch die Gründer des infantilen Totalitarismus aka Grünen Sekte waren Nazis. Nie wieder ist schon längst !

  • In diesem Hotel hat weiland die Königin Katherina Patricia von Mandalia ihre Waffengeschäfte abgewickelt. Die Mises-Jünger sollten sich eine seriösere Bleibe suchen.

  • A: Nur auf einen Zeitungsartikel oder auf den Campact-Mist hin reagiert das Hotel so.
    B: Jeder kann entscheiden, wen er bedient oder beherbergt.
    C: Das Hotel scheint es nicht nötig zu haben.
    D: Niemand wird gezwungen sein, jemals dort abzusteigen.
    E: Jetzt wissen alle Bescheid, wer dort willkommen ist, macht was draus.

  • „Das Hotel stehe für Weltoffenheit, Toleranz und die Grundwerte einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft.“ Das ist ein Widerspruch in sich. Welche Weltoffenheit gegenüber anders Denkenden? Wie intolerant ist dieses Hotel gegenüber anders Denkenden? Wie viel Hass und Hetze verbreitet dieses Hotel indem es existierende Grundwerte spaltet und nach eigenem ideologischen Ermessen bewertet? Das Hotel verbreitet Hass und Hetze gegen eine freiheitlich demokratische Gesellschaft, indem es einen Teil davon demütigt und benachteiligt.

  • Nobelhotel? Lach!!!

  • „Wir sind Gastgeber, keine Instanz für politische Reinheitsprüfungen.“

    Das wäre die richtige Reaktion gewesen. Aber ausgerechnet der Bayerische Hof, der es nun wirklich nicht nötig hätte zu buckeln, macht sich stromlinienförmig und krumm für den Zeitgeist. Erbärmlich! So macht man aus einer Institution eine Lachnummer.

    Und das von einem Haus, das dereinst Gaddafi Junior vier Jahre lang in einer Suite beherbergte – DAS war natürlich kein Problem …

  • Denunziatentum, hatten wir alles schon einmal!

  • Es wird immer lächerlicher. Um wieviel Millionen Corona Rückzahlungen geht es diesmal? Beim Honig im Kopf Mensch ging es um 2 Millionen..

  • Der Rauswurf des Ludwig von Mises Institus aus dem Bayerischen Hof ist ein skandalöser Einknick. Nach 13 Jahren wift das Hotel einen langjährigen Partner vor die Tür. Der Grund ist ein einziger Artikel der Münchner Abendzeitung. Anstatt Rückgrat zu beweisen, kapituliert das Hotel vor dem Druck eines ideologisch getriebenen und links-grünem Boulevardblatts, das als verlängerter PR-Arm der Münchner Stadtpolitik agiert.

    Hier wird eine Kampagne ohne behördliche Beweise betrieben. Das wirtschaftsliberale Institut ist völlig legal, als gemeinnützig anerkannt und wird von keinem Verfassungsschutz beobachtet. Dennoch schwingt die linksorientierte Lokalpresse die Keule der „Demokratiefeindlichkeit“ auf Basis bloßer Mutmaßungen und inszenierter Skandalisierung. Dass das Nobelhotel dieses Spiel mitspielt und vor dem medialen Zeitgeist einknickt, ist ein Sieg der Boykott-Kultur und der Tod des freien Meinungsaustausches!

  • Die Abendzeitung!?!
    Ich lach‘ mich schlapp.
    Darauf trink ich einen Kir Royal.

  • Wenn dieses Zitat wörtlich dem Artikel entnommen ist…

    „Das Ergebnis der Recherche: Mitten in München konnte eine antidemokratische Gemeinschaft gedeihen, die bis in die USA vernetzt ist – und dessen Vertreter inzwischen im Landtag und um Bundestag sprechen. Bayerns Verfassungsschützer beobachten es bis heute nicht.“

    …..so zeigt sich, dass der Verfasser sein Handwerkszeug, nämlich die Sprache, nur unzureichend beherrscht. Die Gemeinschaft…dessen (!) Vertreter…es(!?). Oh je.

    Wer sollte bei diesem Deutsch Erwartungen an die inhaltliche Qualität hegen?

    • Bei der AZ kommen öfter mal die Zeitgenossen unter, die es nicht eimal bei der SZ schaffen … Noch Fragen?

  • Wenn man die Autos vor dem Hotel sieht, weiß man welche halbseidene Kundschaft gewünscht ist.

  • Naja, die spinnen. Wie kann man das Ludwig-von-Mises-Institut als rechtsextrem verunglimpfen.

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