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Staatsempfang abgesagt

Nach Söders Rückzug: Großsponsor Audi prüft sein Engagement beim Ludwig-Erhard-Gipfel

Reihenweise sagen Spitzenpolitiker ihre Teilnahme am Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group ab. Nun schwindet auch das Interesse der Wirtschaft: Top-Sponsor Audi prüft aktuell, ob es bei der Kooperation bleibt.

Audi ist seit Jahren Top-Sponsor des Ludwig-Erhard-Gipfels (Quelle: © WEIMER MEDIA GROUP)

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Nach mehreren Absagen durch Spitzenpolitiker wackeln nun wichtige Sponsoren des Ludwig-Erhard-Gipfels. Auf Anfrage von Apollo News teilte eine Sprecherin von Audi mit, dass das Unternehmen die aktuelle Berichterstattung rund um das Event der Weimer Media Group „aufmerksam verfolgen“ würde.

„Grundsätzlich gilt, dass wir alle unsere Kooperationen fortlaufend prüfen. Dies gilt auch in diesem Fall“, erklärte die Audi-Sprecherin. Näher wollte sie sich dazu nicht äußern. Der Autohersteller aus Ingolstadt ist ein langjähriger Top-Sponsor des Gipfels. Er wird für den nächsten Gipfel, der im April am Tegernsee stattfinden soll, als „Mobility-Partner“ und als „Member“, der höchsten Sponsoren-Kategorie, genannt.

Auch die Schörghuber Gruppe, der unter anderem die Paulaner-Brauerei gehört, äußert sich zum diesjährigen Ludwig-Erhard-Gipfel reserviert. Man würde hinsichtlich der Sponsoring-Partnerschaft die „von der Bayerischen Staatsregierung eingeleitete Compliance-Prüfung“ abwarten, erklärte ein Sprecher des Münchner Unternehmens gegenüber Apollo News.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte am Montag angekündigt, seine Unterstützung für den Gipfel dieses Jahr auszusetzen. Damit fällt der traditionelle Staatsempfang aus und Söder tritt nicht als Redner auf. Bereits kurz darauf sagten alle CSU-Staatsminister aus Bayern ihre Teilnahme ebenfalls ab. Dem folgten auch alle angekündigten Bundesminister von CSU und CDU.

Damit wird die Luft für Weimers Gipfel zunehmend dünn: Mit dem Freistaat Bayern ist ein wichtiger Partner abgesprungen. Durch den Aderlass an renommierten Rednern für die diesjährige Ausgabe des Gipfels verliert das Event für zahlende Teilnehmer an Attraktivität.

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Die Krise des Gipfels ist eine Folge der Apollo News-Recherche, durch die bekannt wurde, wie dort am Tegernsee Kontakte zu Spitzenpolitikern vermarktet werden. Die Weimer Media Group warb damit, „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“ bieten zu können und verlangte für Kooperationspakete mindestens bis zu 80.000 Euro.

In Reaktion auf die Recherche gab Kulturstaatsminister Wolfram Weimer seine Anteile an dem Familienunternehmen (50 Prozent) an einen Treuhänder ab – wie am Donnerstag bekannt wurde, an seinen engen Vertrauten und langjährigen „General Manager“ der Firma, Peter Michael Kersting (Apollo News berichtete).

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53 Kommentare

  • AN hat eine Menge Steine ins Rollen gebracht. Großartige journalistische Arbeit 👍👏

    • Und verhindert häufig, dass die Steine nicht veröffentlicht werden

  • Dann wird ja der „Tango Corrupti“ bald abgesagt.

    • Aber doch erstaunlich, dass ein so seriöses(?) Großunternehmen erst „beobachten“ muss.
      Jedem klar denkenden Menschen ist doch schon lange klar, von welcher Art diese Veranstaltung ist?

      Erfahren die Audi-Kunden jetzt auch, wieviel sie für diese Veranstaltungen gezahlt haben?
      (Denn Audi bekommt seine Einnahmen zuallererst über die verkauften Autos!)

      • Was haben denn die bisherigen Sponsorgelder gebracht, wenn (nicht nur) Audi Gewinneinbrüche infolge der Politik verzeichnet? Welches Kaufmannsdenken herrscht dort eigentlich vor?

        • Sponsorengelder sind eine steuergeförderte Version von Korruption.

          8
  • Nachdem die „Politiker-Beeinflussung“ nun aufgeflogen und weg gefallen ist, sehen die „Sponsoren“ keinen Vorteil mehr und ziehen sich zurück. Die Regierungsbestechung und Korruption hat einen Tiefschlag erhalten.

    • An der Nachfolge wird sicherlich schon „gearbeitet“ …

      (Nur eine Behauptung, die ich Gestern beim Einkaufen an der Supermarktkasse gehört habe)

    • Ich bin mir sicher, die Ablösung hat bereits übernommen.

  • Gratulation, Apollo News! So geht Investigativ-Journalismus!

    • Wallasch hat den Fall Weimer ins Rollen gebracht und nicht AN!!!!

      • Kopieren von Autoren ist ein völlig anderer Bereich wie Rent a Politiker.
        Erstes ist Raubkopien und zweitens ist das eindeutig Korruption mit öffentlichen Beflaggung. 🙈

      • … der AW führt leider persönliche Kreuzzüge. immer schlecht wenn Emotionen ins Spiel kommen.

  • Apollo News wirkt – sehr gut.

  • Ich möchte darauf hinweisen, daß der Stein von https://www.alexander-wallasch.de ins Rollen gebracht wurde und der sich jetzt schweren Angriffen durch mehrere Landesmedienanstalten erwehren muß.
    Bei allem Respekt für die Arbeit von AN, aber Ehre wem Ehre gebührt.

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Das habe ich auch schon mehrfach kritisiert.
      AN schmückt sich mit fremden Federn und lässt sich feiern während Wallasch die heissen Kartoffeln aus dem Feuer holt.

  • Erstaunlich, wie lange man heutzutage an seinem Amt kleben kann.
    Aber da ist der Herr ja in guter Gesellschaft.

  • Vielleicht könnte ja der ÖRR einspringen ,
    das würde passen !

  • Die Unanständigkeit bleibt. Statt klarer Absagen gibt es windelweiche Entschuldigungen und Ausflüchte.

    • DAS ist exakt das Übelste an der Geschichte:

      a) … dass gewählte Politiker aller Coleur sich dafür her geben.
      b) … dass alle Beteiligten so lange brauchten, um zu erkennen.
      c) … dass die Staatsanwaltschaften immer noch „Kaffee trinken“.
      d) … dass der Hauptverantwortliche noch immer aktiv sein kann.

      Wie tief ist diese Nation gesunken?
      Und wo soll dieser Sinkflug enden … ?

      • 1933.

  • Kommt wenigstens Jan Böhmermann und wenn ja, was kostet ein Gespräch im Separee mit ihm dann so?

  • Völlig logische Entscheidung.
    Was soll Audi dort wenn’s nix mehr zu schmieren gibt.

  • Die sollen mal bitte ihr Geld zusammenhalten. Die Zeiten in der Automobilindustrie sind zu unruhig für solch ein merkwürdiges Sponsoring

  • Besonders auffällig ist, dass der nach Ludwig Erhard benannte „Gipfel“ den Fakt, dass stets Menschen die Wirtschaft tragen, völlig ausblendet. Wer dabei die „Hauptlast“ (D’Alessio et al., 2000: 9) schultert, bleibt dadurch weiterhin im Dunkeln. Vor allem zu dem von der Harvard Business School spätestens im Jahr 1923 ins Feld geführten Begriff des „human factor“ verlor keiner der dort sich äußernden Politiker jemals auch nur ein einziges Wort. Angesichts dessen täte allen voran die Audi AG gut daran, das Sponsoring einer Veranstaltung zu beenden, die insofern den unverzichtbaren Mindeststandards einer richtigen Praxis nicht einmal im Ansatz genügt. Ansonsten stünde zu befürchten, dass der Wahlspruch „Vorsprung durch Technik“ zu einem Ausdruck der vielen leeren Gedankenspiele verkommt.

    • Übrigens: Vollends absurd wird die soziale Auseinandersetzung, wenn erst gestern die „Wirtschaftswoche“ am 15. Januar 2026 die Erste Vorsitzende der IG Metall in ihrer dadurch offenkundig ideologisch äußersten Verblendung mit den Worten zitiert, dass „sehr starke Schultern deutlich mehr tragen könnten und sollten“. Bleibt auch künftig die Frage unbeantwortet, wem in Wirklichkeit die schwere Bürde einer hochentwickelten Industriegesellschaft auferlegt ist, entbehrt die Forderung von Christiane Benner eines jeglichen Sinns. Allein schon deshalb sollte gleich welches private Unternehmen davon Abstand nehmen, die ohnehin in der einschlägigen Literatur längst als „Pseudo-Aktivität“ (siehe die Kritik dazu in: Festschrift für Ernst Schütte, 1969: 63) inkriminierten Praktiken zu finanzieren. Die Gelder würden damit vom jeweiligen Vorstand etwa der Audi AG womöglich bloß veruntreut.

    • Wofür soll Sponsoring gut sein, außer für Bestechung und Korruption?

      Kauft jemand wegen des Sponsoring eher einen Audi? Wohl kaum, aber dafür kostet er mehr und das zahlen die Menschen die sich einen audi kaufen, aber nicht vom „System“ profitieren.

  • Treffer. Genau meine Vorhersage in meinem Blog.
    Die Großindustrie ist immer auf der „richtigen Seite“. 😉
    Erst ziehen sich die großen Politiker zurück, dann die Firmen. Denn wer zahlt schon gerne Unsummen für vertrauliche Gespräche, wenn der Gesprächspartner nicht kommt.

  • Demnach muss es Audi noch blendend gehen. Nix Autokrise usw.

  • Hallo, AN, dieser Scoop schießt Euch in die erste Reihe ernstznehmender, regierungskritischer Medien. Weiterhin guten Flug!

  • Hier horsch mal: Jeder Ring steht für 100 tsd Kilometer. Aus der Politik sollte Audi sich heruas halten.

  • Das ist ja wie bei Teenagern, wenn Söder nicht kommt, komm ich auch nicht.

  • Langsam wird es einsam um Herrn Weimer, zumindest kann er sich auf Busenkumpel Frieder verlassen.

  • Ob wohl Merz das “ Event“ seines Freundes besucht ?
    Mir ist gerade ein Liedstück über gute Freunde
    eingefallen—- doch furchtbar— gleich ist mein innerer Zensor aufgetaucht und hat gefragt : “ ob das wohl schon verboten ist, darüber zu schreiben?“– Vielleicht frag ich mal nach —– bei Lanz.

  • Moin, herrlich bei der Böttcher AG und Müller Milch gab es ein riesen Aufschrei wegen angeblicher Nähe zur AFD.
    Und hier sitzt der Verursacher der Sache als Minister in Berlin. Spitze…
    Aber sich über die DDR lustig machen.

  • Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Das ist eine naheliegende und erwartbare Reaktion.
    Auch die Inhaber der Montblanc-Tickets werden sich inzwischen ernsthaft überlegen, wie sie aus dieser Nummer wieder herauskommen.

  • …Apollo News und Nius wirken… 👍

  • Bayern zieht sich zurück und der Staatskonzern übernimmt die Kosten, läuft wie geschmiert

  • Na, der Gute wird aber auseinandergenommen. Es wird noch soweit kommen, dass er sich seinen Friseur nicht mehr leisten kann.

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