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Merkel bekommt Corona-Orden: die finale Verhöhnung jeder „Aufarbeitung“ der Pandemiezeit

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann verleiht Merkel einen Orden für ihr Wirken in der Coronazeit. Besser könnte man Aufarbeitung nicht verhöhnen. Das „Team Vorsicht“ erteilt sich für seine falsche, gefährliche Seuchen-Politik selbst die Absolution.

Winfried Kretschmann und Angela Merkel am Dienstag in Stuttgart. Foto: Baden-Württembergische Staatskanzlei

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Angela Merkel bekommt noch einen Verdienstorden. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern haben die Altkanzlerin schon behängt – jetzt folgte Baden-Württemberg. Am Dienstag verlieh Ministerpräsident Winfried Kretschmann Merkel die Staufer-Medaille, eine Auszeichnung des Ministerpräsidenten für „Verdienste um Baden-Württemberg“.

Besondere Verdienste für das Ländle hat sich Angela Merkel aber nicht wirklich erworben – zumindest wird auf keine Bezug genommen. Sie bekommt die Medaille trotzdem. Kretschmann hat dafür eine ganz besondere Begründung: Merkels Wirken in der Coronazeit. In seiner Laudatio lobte Kretschmann die CDU-Politikerin für „ihre entschlossene, umsichtige und effektive Führung als Bundeskanzlerin in dieser Krise“. Durch das wirkungsvolle Handeln Merkels hätten noch deutlich höhere Zahlen verhindert werden können, so der Grünen-Politiker. Er lobte insbesondere „stets klare und stringente Argumentation“.

Dafür hätte sie allerdings keine Medaille verdient, sondern das Gegenteil. Einen Dienst hat sie mit ihrer Politik jedenfalls kaum jemandem geleistet – nicht Baden-Württemberg und auch nicht Deutschland als ganzes. Im Gegenteil: Corona war der Geburtstag des autoritären Staates. Und Merkel seine Geburtshelferin.

Merkel machte das Exekutiv-Regime zum etablierten Machtinstrument: Seit Bestehen der Bundesrepublik hat kein Kanzler das Land so autoritär geführt wie Merkel in der Coronazeit. Das Parlament war ausgeschaltet, die Macht war nicht demokratisch kontrolliert, sondern im Kanzleramt zentralisiert – im Rahmen eines Exekutivgremiums namens „Ministerpräsidentenkonferenz“, das für diesen Zweck gar nicht vernünftig legitimiert war. Jetzt mag man sagen, dass es alles ein Ausnahmezustand war – wie in diesem Ausnahmezustand aber Politik gemacht wurde, ist durch keine Pandemie der Welt zu entschuldigen.

Das sieht man auch daran, wie oft man tatsächlich über die letzten verbliebenen Grenzen des Rechts und des Grundgesetzes hinausging. Merkels Ausgangssperren? Rechts- und verfassungswidrig. Pauschale Einschränkungen der Demonstrations- beziehungsweise Versammlungsfreiheit? Verfassungswidrig. Auch die generellen Maskenverordnungen ohne Evidenz hielten vor Gericht nicht stand. Alles Marke Merkel und offenbar alles egal. Der Zweck heiligte jedes Mittel – das war Corona.

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Merkel sprach von „Öffnungsdiskussionsorgien“ – und machte so allein den Gedanken verächtlich, dass man zum Normalzustand der Grundrechte zurückkehren könnte und sollte. In Wahrheit war das einzige, was einer Orgie ähnelte, Merkels andauernder Exekutiv-Exzess: Hemmungslos bis zum Letzten. Ausgangssperren und harte Maßnahmen mal eben verhängt, dann wieder aufgehoben. „Oster-Lockdown“, „Brücken-Lockdown“, alles quasi nach Gusto. Ping-Pong spielen mit den zentralen Grundrechten der Bürger.

Winfried Kretschmann war genau bei dieser Politik, bei der Ermächtigung der Grundrechtsbrecher und Verfassungs-Wegwischer (euphemistisch „Team Vorsicht“) ganz vorne mit dabei – für ihn konnten die Maßnahmen gar nicht hart genug sein. Evidenz und Verhältnismäßigkeit? Bestenfalls zweitrangig. So dachte auch Merkel, so handelte sie auch.

So wurde aus „Team Vorsicht“ damals schnell das Team Grundrechtsbrecher, das Team Autoritarismus, das Team „Alte allein sterben lassen und Kinder wegsperren“. Maßnahmen wurden bald zum Selbstzweck. Welchen Sinn eine Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr hat, fragte keiner mehr so wirklich: Sie musste trotzdem umgesetzt werden. Im Zweifel um Ihrer selbst willen. Ob man Schüler und Studenten wirklich um prägende Jahre bringen und zu Hause einsperren musste, anstatt sie in die Schulen zu schicken, überlegte kaum noch einer wirklich kritisch – darüber nachzudenken, war ja Querdenker-Sprech und verboten. Und das Demonstrationsrecht? Auch das war einfach so ausgehebelt, Proteste wurden teils mit brachialer Gewalt verhindert.

Ob die totale Ausgrenzung der Ungeimpften wirklich vertretbar oder nicht doch ein Sündenfall für einen freiheitlich-demokratischen Staat war – auch darüber dachte keiner nach, denn „die Ungeimpften“ waren ja selbst schuld, wie es auch Merkel vermittelte. Und vor welcher Krankheit man Hospiz-Patienten oder im Sterben liegende Omas und Opas noch schützen wollte, indem man ihnen den letzten Besuch ihrer Familie versagte, fragte auch keiner mehr.

Deutsch sein heißt eben, eine Sache um ihrer selbst willen vollständig und erbarmungslos durchzuziehen, im Zweifel ohne Rücksicht auf Verluste – in dieser Hinsicht war Angela Merkel sehr deutsch. Die Schäden, die ihre Coronapolitik hinterlassen hat, sind noch nicht im Ansatz anerkannt, geschweige denn aufgearbeitet. Die Verantwortlichen sahen und sehen sie bestenfalls als Kollateralschäden. Es ging ja darum, „Leben zu retten“.

Wie viele hat man gerettet – und wie viele kaputt gemacht? Dass diese Frage schon gar nicht mehr gestellt wurde, war Merkels Verdienst: Diese „Wissenschaftlerin der Macht“, die ihre Coronapolitik als wissenschaftliches Diktum, als erforschte Alternativlosigkeit verkaufte. Dass all das nicht mal mehr im Rückblick kritisch bewertet wird, legt nahe, dass die Merkels und Kretschmanns dieser Welt während Corona nicht in einen autoritären Ausnahmezustand abgedriftet sind – sondern endlich ihr wahres politisches Ich finden konnten. Die Politik der starken Hand, die das Land straff an den Zügeln führt. Und wehe dem, der nicht spurt.

Merkels Coronapolitik hat den Autoritarismus als politische Blaupause in der Bundesrepublik etabliert. Dafür gibt es keine kritische Rückschau, sondern Verdienstorden? Es braucht keine Enquete-Kommissionen und keine frommen Worte über „Aufarbeitung“ der Coronazeit mehr, wenn der Staat sich mit solchen Verleihungen schon effektiv selbst die Absolution erteilt.

Es ist ein fatales Signal für einen übergriffig-autoritären Staat und all die entsprechenden Tendenzen, die wir auch nach Corona erleben. Es ist ein fatales Signal in die Gesellschaft hinein, die die – von Merkel maßgeblich verursachten – Spaltungen der Coronazeit noch lange nicht überwunden hat und es so auch nie tun wird.

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57 Kommentare

  • Wissen die vielen Befürworter und Mitläufer eigentlich, daß die WHO die Definition einer „Pandemie“ erst ein paar Jahre vorher verändert hat, so daß es nach alter Definition offiziell garkeine gewesen wäre!? Ich find das nicht ganz unwichtig!

    • Ja. Nach der geänderten Definition wäre auch der weltweite „Ausbruch“ von Fußpilz eine Pandemie, in der der globale Ausnahmezustand verhängt werden darf. Das ist ja auch der eigentlich Zweck, den die Globalisten damit verbunden haben.

    • Die für eine drittklassige Bratwurst Fix-die-Ärmel-Hochkrempler sind – wie könnte es auch anders sein – vollkommen ahnungslos, wie auch sonst bekanntlich bei allen wirklich wichtigen Angelegenheiten, wie z.B. der illegalen Grenzöffnung und dem Klimaschwindel.

    • aber das hat doch System…

      was früher als Einwand, Kritik und Gegenmeinungen durchging
      ist heute rechts, böse, Verschwörungstheorien, schwurbeln, Ha und He, delegitimierung und Bademantel..

  • Ich muss das nochmal konkretisieren :
    Sterbende MIT einem aktuellen, negativen Testergebnis, durften von Angehörigen MIT einem aktuellen, negativen Testergebnis, und zwar so aktuell, wie es auch alle Pflegepersonen zu Beginn ihrer Arbeitsaufnahme hatten, NICHT besucht, verabschiedet oder begleitet werden.
    Sterbende sind ohne persönliche Verabschiedung von ihren Liebsten gestorben, weil man den persönlichen Kontakt zu ihren Angehörigen WILLKÜRLICH und damit hochgradig die Menschenwürde verletzend, verboten und verhindert hat.
    Mit einer etwaigen Verhinderung von Ansteckung oder invasiven Keimen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen hat das alles nichts zu tun, denn jedes Personal mit einem negativen Testergebnis konnte, musste und durfte mit den Sterbenden in körperlichen Kontakt treten.
    Ich werde schon noch herausfinden, ob diese Praxis auch in den noblen Privatkliniken angewandt wurde.

    • Es stellt sich immer wieder die Frage, wovor man sterbende Menschen zu schützen versuchte…

      • Selbst hier ins Hospiz (!) durften keine Besucher.

  • Nein. Denn bei einer Verhöhnung ist der Trugschluss bewusst, dessen Tragik verspottet wird.

    Wenn eine Gesellschaft beispielsweise Arsen für ein Lebenselixier hält (Gruppendenken) – ein Trugschluss. Dann beginnt die Verhöhnung der Opfer erst, wenn der Trugschluss bewusst wird, dass er ein Trugschluss ist und die Opfer verspottet werden, dem Trugschluss gefolgt zu sein.

    Wer sich gegenseitig Orden umhängt, weil die Verabreichung von Arsen vermeintlich Leben gerettet hat, hält den Trugschluss noch für die Realität.

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann einen Trugschluss (z.B. diesen) nicht abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

  • Wir sind nun mit Sicherheit im Medaillien und Ordenolymp angekommen. Wie in der DDR wurde zum Ende hin noch die meisten Ehrungen vergeben. Merkel ist offensichtlich „zuhause angekommen“ aber eine Verhöhnung des Souverän ! – Ich nenne das kognitive Dissonanz unserer Angestellten.

    • Ex-Maoist und Corona-Maßnahmen-Verantwortlicher gibt Ex-FDJ-Funktionärin und Corona-Maßnahmen-Verantortlicher in guter, alter Ostblock-Tradition eine Medaille, um die gemeinsame Verantwortlichkeit für die Schäden an Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit, die verheerenden wirtschaftlichen Schäden und vor allem die Schäden an Leib und Leben der Opfer der Corona-Politik in lyssenkoistischer Manier zu verschleiern.

  • Ein Staat, der seine Bürger verachtet.

    • Solche Nachrichten sind genau der Grund seit Jahren, dass ich diesen Leuten, die wie Diktatoren aufgetreten sind, niemals verzeihen werde.
      Ihre Verbrechen sind aufgedeckt und sie suhlen sich in ihrer Blase in Unschuld.
      Mögen Sie auf ewig in ihrer eigenen geistigen Hölle schmoren.

  • Staufer-Kaiser Friedrich II. dreht sich in Palermo im Grab umher 🙁

  • Wird Zeit, dass der Kretsche abgelöst wird.

  • Jede Pandemie mit atemwegsgängigen Viren kann abgewehrt werden!

    Siehe Beitrag vom 7.2.2021
    https://www.berlin-mitte-zeitung.de/corona-gefahrenabwehr-und-infektionsschutz-strategie-fuer-urbane-raeume/

    Nachdem das Versagen der Bundesregierung klar wurde, kam diese Empfehlung
    vom 7.11.2021:
    https://www.berlin-mitte-zeitung.de/strategiewechsel-public-health-und-robuster-kampf-gegen-sars-cov-19-bis-zur-eradikation/

    Alles basiert auf allgemein zugänglichen Wissen und Fachwissen. Der Tip mit dem Kaltreiniger basiert auf eigener evidenzbasierter experimenteller Haushaltschemie und Selbsttests!

  • Ich denke, dass Frau Merkel ansich dem grünen Ministerpräsidenten eher egal ist. Meines Erachtens steckt eher ein subtiler politischer Schachzug dahinter: es wird genüßlich die Bruchlinie in der CDU aufgezeigt und die innerparteilich völlig unverarbeitete, unter den Teppich gekehrte jüngere Vergangenheit nach oben gebracht. Und etwas an der inneren Spaltung der CDU durch die grün-affine Fraktion gesägt. DUNKELROT-ROT-GRÜN-GRÜNE CDU würden doch gut zusammenpassen und eine solide Mehrheit erreichen können.

  • Von mir bekommen beide den Ironie-Oscar!

  • Ich lade Dich, liebe Angela, auf ein Lachsfich und ein Tribünenplatz bei der nächsten Fußball Europa oder Weltmeisterschaft ein…kostenlos versteht sich 🙂 🙂 🙂
    P.S. Meine Kumpels von der UEFA haben gesagt, das geht klar….und die Flugbereitschaft der Bundeswehr hat auch bereits wieder Schampus nachbestellt 🙂

  • Endlich! Der Lenin-Orden!

    • Den echten konnte sie nicht mehr bekommen, da Lenins Reich ja unterging.

  • Das war doch nur ein Testlauf! Die nächste Pandemie kommt 2026, da der WHO Pandemievertrag 90% der Staaten unterschrieben wurde und die USA Anfang 2026 aus der WHO aussteigen werden.

    Man muss also etwas präsentieren, damit man allen zeigen kann, wie sinnvoll ein „Pandemievertrag“ ist.

  • AM hat so viele Heldentaten begangen, da darf man ihre kleine Verfassungssünde anlässlich der Wahl in Thüringen schon vergessen.

  • Recht und Sachlichkeit waren nie die Stärken von Merkel. Obwohl man das von einer naturgesetzlich geschulten Physikerin erwarten dürfte.

  • Ja, es ist eine Verhöhnung der Aufarbeitung der Pandemie-Zeit.

    Aber eine echte Aufarbeitung muss auch um jeden Preis vermieden werden!

    Sonst würde einigen Menschen Gefängnis drohen.

  • Jegliche Medaillen und Auszeichnungen werden innerhalb einer Elite-Blase abgehalten und somit werden solche Ehrungen wertlos!

  • Es ist mir ein Rätsel, warum man ausgerechnet diese Person nach dem Ende ihrer Amtszeit permanent mit Orden behängen muss. Sie hat von Anfang bis Ende nur Mist gebaut und unserem Land schwere Schäden zugefügt.

  • Nach eigenen Angaben betet der Zausel täglich für Merkels Gesundheit. Was soll man da noch sagen und sich wundern?

  • Als nächstes wird Erich Honecker posthum für seinen herausragenden Kampf gegen den Faschismus geehrt.

  • Merkel hat jetzt fast alle Orden bekommen. Nur, wo hat sie Schaden vom deutschen Volk abgewendet? Sie hat Deutschen Volk mit ihrer Politik Schaden zugefügt. Und ihr „Enkel“ Merz macht eifrig weiter. An den Orden erkennt man jetzt die…

  • Eindeutige Verhöhnung aller Betroffenen & Aufgeklärten. Das grenzt entweder schon an fremd-suizidalem Schneid oder depressiv bedingtem Todestrieb. War & ist Gefahr für sich & andere. Richterliche Einweisung zu beantragen.

  • Wozu bekommen die eigentlich für ihren bezahlten Job ständig irgendwelche Orden?

  • Da muss einem doch der Kragen platzen. Verbrecher behängen sich mit Preisen, das ist so unglaublich, man muss verzweifeln.

  • Man mag zwar zu Alena Buyx als der früheren Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates stehen wie man will. Aber spätestens am 7. April 2024 im damaligen Gespräch mit dem Deutschlandfunk ist von ihr äußerst scharf kritisiert worden, dass in Wirklichkeit das „Kerngeschäft“ der Politik, nichts unversucht zu lassen, damit die Umstände aufgeklärt sind, warum Menschen vor allem während der Pandemie dennoch zu Tode kamen, die längst nicht hätten sterben müssen, noch immer brachliegt. Nicht zuletzt der baden-württembergische Ministerpräsident würdigt mit der Stauffer-Medaille insofern jüngst das fortwährende Aus-der-Verantwortung-stehlen allen voran durch die einst amtierende Bundeskanzlerin Merkel mit der höchsten Auszeichnung des Landes. Bereits daran ist erkennbar, dass auch künftig die wahren Gründe im Dunkeln bleiben sollen.

    • Buyx wirkt auf mich wie jemand, der vom Teufel besessen ist.

      • Wie der Arzt und Philosoph Karl Jaspers bereits im Jahr 1922 reklamiert, hat ein jeder Mensch einen schizophrenen Prozess zu durchlaufen und dadurch buchstäblich durchs „Feuer“ (Daniel 3,25) zu gehen. Angesichts dessen sollte gegenwärtig schon von öffentlichem Interesse sein, im Detail die jeweiligen Umstände aufzuklären, die dabei jäh zum Tode führen. Die Frage stellt sich deshalb völlig unabhängig von einer Pandemie. Wenn aber von Staats wegen nicht einmal während einer gesellschaftlichen Ausnahmesituation dahingehend Anstalten unternommen werden, ist auch bei ansonsten normalen Verhältnissen nicht damit zu rechnen. Das heißt: Ein „perfekter Mord“ (Der Spiegel 4/1982: 47) könnte somit keine leichtere Übung sein.

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