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Elementarversicherung

Mehrbelastung droht: Schwarz-Rot will Hausbesitzer bei Hochwasserschäden stärker in die Pflicht nehmen

Die Bundesregierung will die Elementarschadenversicherung zum Regelfall machen – für Millionen Hausbesitzer würde das zusätzliche Kosten bedeuten. Zugleich könnte die Reform den Steuerzahler bei künftigen Naturkatastrophen entlasten.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig wollen den Versicherungsschutz gegen Elementarschäden ausweiten. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil haben am Mittwoch gemeinsame Eckpunkte zur Ausweitung der sogenannten Elementarschadenversicherung vorgelegt. Wohngebäudeversicherungen sollen künftig grundsätzlich auch Schäden durch Hochwasser, Starkregen und andere Naturgefahren abdecken. Auch bestehende Versicherungen sollen automatisch erweitert werden, wenn Eigentümer auf ein entsprechendes Angebot nicht reagieren.

Bislang verfügen zwar rund 98 Prozent der Eigentümer über eine Wohngebäudeversicherung, doch nur 59 Prozent der Wohngebäude sind auch gegen Elementarschäden abgesichert. Für die übrigen Hausbesitzer könnte die Reform deshalb zusätzliche Kosten bedeuten und das Wohnen weiter verteuern. Nach Angaben des Justizministeriums kostet eine entsprechende Absicherung für ein Standard-Einfamilienhaus derzeit zwischen 100 und 1.500 Euro jährlich.

Wie viel die zusätzliche Absicherung kosten würde, hängt vor allem vom Wert und der Lage des Hauses ab. Nach Angaben des Justizministeriums liegen die heutigen Jahresbeiträge für ein Standard-Einfamilienhaus zwischen rund 100 und 1.500 Euro. In besonders gefährdeten Gebieten können sie noch deutlich höher ausfallen.

Eine im Januar 2026 im Wirtschaftsdienst veröffentlichte Untersuchung zeigt, wie groß die Unterschiede tatsächlich sind. Die Autoren werteten mehr als 80.000 Versicherungsangebote für ein Einfamilienhaus mit einem Wert von rund 500.000 Euro aus.

In einer der niedrigsten Risikoklassen betrug der durchschnittliche jährliche Aufpreis für die Elementarschadenversicherung lediglich rund 93 Euro ohne Versicherungssteuer. In einer deutlich stärker hochwassergefährdeten Klasse waren es dagegen rund 1.427 Euro. Für eine besonders gefährdete Risikoklasse ermittelte die Untersuchung sogar rund 2.079 Euro. Hinzu kommt jeweils die Versicherungssteuer von 19 Prozent.

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Die Studie basiert allerdings auf Angeboten mit einer Selbstbeteiligung von höchstens 500 Euro. Die Bundesregierung sieht dagegen einen möglichen Selbstbehalt von bis zu 20.000 Euro vor. Die untersuchten Beiträge lassen sich deshalb nicht unmittelbar auf die geplante Regelung übertragen. Daneben wird eine günstigere Mindestversicherung geprüft, bei der Eigentümer bis zu 100.000 Euro selbst tragen müssten. Die Ministerien prüfen außerdem, ob Vermietern verboten werden soll, die zusätzlichen Versicherungskosten auf ihre Mieter umzulegen.

Baden-Württemberg hatte bereits zwischen 1960 und 1994 eine staatliche Pflichtversicherung gegen Elementarschäden. Das staatliche Versicherungsmonopol wurde jedoch zum 1. Juli 1994 im Zuge der europäischen Liberalisierung des Versicherungsmarktes abgeschafft.

Die frühere Versicherungspflicht wirkt bis heute nach. Noch immer verfügen 94 Prozent der Wohngebäude in Baden-Württemberg über eine Elementarschadenversicherung. Das ist der höchste Anteil aller Bundesländer und liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 59 Prozent.

Allerdings beruhte die damalige Pflichtversicherung auf einem staatlich organisierten Solidarprinzip. Die Beiträge wurden über ein Umlageverfahren festgelegt. Zwar berücksichtigte das System das Schadensrisiko, wobei Gebäude unter anderem nach Bauart, Nutzung und Lage eingestuft wurden.

Eigentümer in risikoarmen Gebieten mussten dennoch die höheren Schadensrisiken besonders gefährdeter Häuser mitfinanzieren. Wegen der gesetzlichen Versicherungspflicht konnten sie sich dem nicht entziehen. Mit der Abschaffung des staatlichen Monopols änderte sich die Beitragsgestaltung. Ab Januar 1995 wurden vier Risikozonen mit unterschiedlichen Versicherungsprämien eingeführt.

Die Flutkatastrophe im Ahrtal und in weiteren Regionen Deutschlands im Jahr 2021 hat gezeigt, welche finanziellen Folgen ein unzureichender Versicherungsschutz haben kann. Bund und Länder richteten einen Wiederaufbaufonds mit einem Volumen von bis zu 30 Milliarden Euro ein. Das Geld war sowohl für private Geschädigte als auch für Unternehmen und den Wiederaufbau öffentlicher Infrastruktur vorgesehen.

Für Schäden an privaten Immobilien konnten Betroffene staatliche Zuschüsse von bis zu 80 Prozent erhalten. In begründeten Härtefällen waren auch höhere Leistungen möglich. Damit übernahm die Allgemeinheit einen Teil der finanziellen Risiken, gegen die sich Eigentümer grundsätzlich privat versichern können.

Die geplante Ausweitung der Elementarschadenversicherung könnte künftig den Bedarf für solche staatlichen Hilfsprogramme verringern. Hausbesitzer müssten sich stärker gegen Schäden an ihrem Eigentum absichern. Höhere Beiträge in besonders gefährdeten Gebieten könnten zugleich einen Anreiz schaffen, Gebäude besser vor Überschwemmungen zu schützen und beim Neubau weniger riskante Standorte zu wählen. Allerdings tragen auch die Kommunen Verantwortung, wenn sie Baugebiete in überschwemmungsgefährdeten Lagen ausweisen.

Bei der Verteilung der Versicherungskosten verfolgt die Versicherungswirtschaft einen eigenen Ansatz. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schlägt mit seinem Modell „Elementar Re“ vor, die Beiträge für besonders gefährdete Häuser zu deckeln. Betroffen wären mehr als 400.000 Wohngebäude, bei denen eine vollständig risikogerechte Versicherung besonders teuer wäre.

Die Differenz zwischen den tatsächlichen Risikokosten und den gedeckelten Beiträgen soll durch eine Solidarumlage finanziert werden. Damit müssten – ähnlich dem früheren Modell in Baden-Württemberg – auch Eigentümer in risikoarmen Gebieten einen Teil der höheren Versicherungskosten besonders gefährdeter Häuser übernehmen.

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28 Kommentare

  • Gab es da nicht aus dem Ahrtal Unmengen an Berichten wo sowohl die staatlichen Hilfsgelder als auch die Versicherungen nicht ordentlich funktioniert hatten? 🤔

    • Ganz genau.
      Wer eine Elementarschadensversicherung hatte, sah sich damit konfrontiert, daß
      die Versicherung den Kostenvoranschlag der Handwerker um 30% kürzte und
      diese dann den Auftrag ablehnten.
      Hohe Beiträge wurden zum Teil jahrzehntelang vereinnahmt, aber wenn es denn
      tatsächlich zum Schaden kommt ….

  • Elementarversicherungen sind nicht neues gibt es. Wer sowas braucht, Angst vor Elementarschäden hat, möge eine abschließen. Wer nicht versichert ist möge sich um seinen Schaden kümmern.

    • Richtig. Eine solche Pflicht entlastet den Steuerzahler überhaupt nicht denn man kann auch einfach die Verantwortung bei den Menschen lassen die verantwortlich sind.

      Aber das passt natürlich nicht in das Linke Weltbild. Erwachsenen Menschen Eigenverantwortung zutrauen, wo kämen wir denn da hin?

      • Dummerweise kamen die ohne Versichung bei Schäden dann doch beim Staat an und wollten Hilfe. Am Ende zahlen das wieder alle mit ihren Steuern. Kann man die Leute auch dazu verpflichen ihren eigenen Krempel zu versichern.

        Aber auch bei einer Versicherung zahlen wieder alle. Es wird halt umgelegt. So funktionieren Versicherungen.

  • Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Mark Twain

    Aber:
    Die Ahrtal-Katastrophe hat gezeigt, es braucht vor allem eine „elementare Politik-Versagens-Versicherung“ wenn zuständige Landräte die Wetterwarnungen nicht richtig lesen und interpretieren und dann auch noch „schlafen.“

    • Und lieber ihren privaten Porsche ins sicher trockene, höhergelegene Terrain fahren !

  • Auch diese Versicherung ist umlagefähig.

  • Die Regierung will jetzt vorschreiben das man sich noch ‚ weiter versichern ‚ muss , obwohl man es nicht benötigen würde .
    Gab es Boni von den Versicherungen für die Regierung ? Frage für einen Freund

  • „für Millionen Hausbesitzer würde das zusätzliche Kosten bedeuten.“
    Das geht doch bei Mehrfamilienhäusern, wo die Wohnungen vermietet sind, 1:1 auf die Mieter über?
    Über die NK-Abrechnung denk ich, wenn ich mir meine NK-Abrechnungen zu den Punkten der Hausversicherungen so ansehe.
    Lebe in BaWü, in so einem Haus mit 5 Einheiten, welches einem Privatmann gehört.
    Da ist in der NK-Abrechnung also drin:
    – R & V Gebäudeversicherung, die ich anteilig zu zahlen habe. Auf diese wird dann wohl diese Pflichtabgabe drauf geschlagen werden – obwohl das Haus in einem risiokofreien Gelände bzgl. Hochwasser steht
    – Außerdem (nur der Vollständigkeit halber erwähnt) ist eine „Gebäudehaftpflichtversicherung“ von mir als Mieter zu bezahlen. Das ist m.W. speziell in BaWü so; da muß ein Eigentümer, der vermietet so eine Versicherung verpflichtend abschließen – zu Lasten der Mieter.

    Nu ja, die Versicherungswirtschaft denkt sich halt immer mal wieder was neues aus um die Leute zu schröpfen…

    • Ergänzung – Las im Artikel:
      „Die Ministerien prüfen außerdem, ob Vermietern verboten werden soll, die zusätzlichen Versicherungskosten auf ihre Mieter umzulegen.“
      Wenn mein Vermieter das nicht machen kann, wird er wohl endgültig aufgeben und das Haus verkaufen müssen.
      Der muß jetzt schon CO2-Preis (Gasheizung) anteilig bezahlen. Obwohl er keinen Einfluß auf den Verbrauch der Mieter hat.
      So bringt man kleine Vermieter um die Existenz/Altersvorsorge – das seh ich bei dem im Besonderen:
      Der war immer anständig, hat das uralte Haus regelmäßig modernisiert, ohne die Mieten kraß zu erhöhen.
      Hatte mich mit dem Mann seit Habecks Heizwende-Hammer öfter zu solchen Problemen unterhalten und dabei erfahren, was der für Probleme mit all den aufgezwungen Regelungen hat.
      Und was für Mini-Rendite, trotz all seiner Aufwendungen für ihn rum kommt.
      Fazit: Laufende Rendite quasi nahe Null.
      Rendite kann er nur noch erzielen, wenn er das Haus zu einem guten Preis verkaufen kann.
      Das ist kaum möglich…

  • Momentan bekomme ich nicht die geplanten und durchgeführten Erhöhungen zusammen🤷‍♂️💥🤦‍♂️
    Von Alkohol bis Zucker, das ist doch alles nicht mehr zu glauben,wann Knallt es bei uns💥😡

    • Das wird alles noch viel „lustiger“.
      Im Prinzip brauchen sich die Noch-was-Habenden, nur noch mit geöffnetem Geldbeutel vor die Haustür zu stellen.
      Das spart ’ne Menge Stress.

  • Diese sozialistische Regulierungswut geht nur noch auf die Nerven. Die schnüren einem in allen Lebensbereichen die Luft ab und behandeln die Bürger wie ihre unmündigen Leibeigenen. Die Hausbesitzer wissen selbst, was für sie gut ist, und brauchen dafür keinen Nanny-Staat.

  • Ich denke, wer ein Haus hat, sollte immer eine Elementarversicherung haben. Kostet nicht viel, aber im Fall der Fälle rettet es deinen Hintern.

    Ich habe eine. Allerdings nicht pauschal für alles, sondern meiner Wohnsituation angemessen. Ich wohne auf einem Hügel. Hochwasser ist also ziemlich nutzlos. Aber Sturm und Feuer habe ich.

    • Nach diesen Plänen werden Sie aber zukünftig auch „Hochwasser“ zusätzlich mitbezahlen müssen.
      Obwohl es Sie nie betreffen würde.
      DAS ist der eigentliche Kern dieser Pläne.

  • Bei Kosten von 1 Millionen für ein neues Einfamilienhaus sind die paar Euro nicht der Rede wert. Hier und da sind Elementarversicherungen derzeit gar nicht möglich oder einfach unbezahlbar.
    Die Kommunen sind so knapp bei Kasse, dass sicherlich der Hebesatz in den nächsten Jahren deutlich angehoben wird. Und auch die Stufe4 bei den Klärwerken wird man in Rechnung stellen. Die Obergrenze für Hausbesitzer ist noch nicht erreicht.

    • Bissige Satire lieber kennzeichnen, sonst gibt es von den Schnelllesern Daumen
      runter!

  • Schnell Neuwahlen. Diese Links Grüne Regierung muss weg.

  • Baden-Württemberg war gut und EU ist Mist.

  • Warum erhöhen diese Möchtegern-Regenten nicht einfach die Steuern auf 100%, lösen alle privaten Sparkonten auf, enteignen das komplette Land und teilen uns fortan Nahrung, Wäsche und Wohnung zu? Das wäre wenigstens ehrlich und wir hätten endlich Ruhe vor diesen andauernden Heuchelvorträgen aus der intellektuellen Unterwelt.

    • Abwarten, wenn die neue Linke in ganz Deutschland mitregiert !
      Und „Nahrung, Wäsche und Wohnung“ wird ähnlich wie in der DDR werden.

    • Das werden sie auch tun. Halt nur in kleinen Dosen, damit es keinen Aufstand gibt. Bis der Frosch die ansteigende Temperatur bemerkt, ist es schon zu spät für ihn.
      Kurz vor knapp ist auch vorbei. Es sieht sehr, sehr düster aus.

    • So Ideen werden ja schon, u.a. von Frau Schwerdtner, geäußert.
      Und der Lars wird das mit Sicherheit in der einen oder anderen Form bald aufgreifen.
      Falls man den und Konsorten nicht irgendwie aus der Regierung schmeißen kann…

  • Es geht nahtlos weiter.
    Elende Verbrecherbande.
    Abwählen.
    Nur noch AfD.

  • Der Staat ist pleite,sagt nur keiner,aber Hauptsache Milliarden für die Ukraine…….

  • Nur ein Puzzlestein zur weiteren Enteignung.
    Sie drehen gerade an allen Ecken und Enden, um den Bürger zu drangsalieren.
    Kaum mehr zu übersehen, wie die WEF-Mafia an der Agenda immer schneller dreht.
    Klingbeil und Hubig sind niedere Agenten davon.

  • Bescheuerter Politiker Aktionismus.
    Gibt es eine Elementarschadensversicherung für geplatzte Kondome?
    Kein Scherz, „Mann“ kann keine Frau zur Abtreibung zwingen, dass finanzielle Risiko ist gut 200.000 €.
    Zur Sache: Statt dem Energieschwachsinns-Ausweis müsste es PFLICHT sein, dass für jedes Haus ein entsprechendes Angebot nebst Risikobewertung vorliegt (Ahrtal: Alle 150 Jahre eine Flut, teure Versicherung).
    Statt Energieschwachsinns-Ausweis: Einfach einsehbarer Energieverbrauch der letzten Jahre.

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