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Windkraft statt Öl: Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist das Werk schuldenfinanzierter Staatsnachfrage

Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist die Aufmerksamkeit auf Bundeskanzler Merz gerichtet. Dabei wäre es wichtig, über den Verfall der Ökonomie und die verfehlte politische Strategie zu diskutieren. Das Land bietet dazu interessantes Anschauungsmaterial.

Dockhalle der Werft von Thyssenkrupp Marine Systems im Hafen von Wismar. (IMAGO/Klaus W. Schmidt)

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Mecklenburg-Vorpommern wirkt in diesem Wahlkampf medial ähnlich unspektakulär wie AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm. Das Land wählt im Windschatten Siegmunds. Alles wirkt emotional gedämpft, was einen genauen Blick auf das Land und seine Wirtschaft ermöglicht. Ohne den Mediennebel aus Sachsen-Anhalt werden die Risse im wirtschaftlichen Gebälk schneller sichtbar.

Als Musterland für den staatlich geförderten Aufbau regenerativer Energien auserkoren, setzte Mecklenburg-Vorpommern wegen seiner Küstenlinie vor allem auf die Windkraft. Das Bundesland wurde unmittelbar nach der Wende schrittweise in die große staatliche Umverteilungsmaschine eingegliedert. Heute ist es als einer der wichtigsten Offshore-Windstandorte fester Bestandteil der Green-Deal-Subventionsströme. Rund zwei Milliarden Euro an öffentlichen Investitionen, Fördermitteln und Unterstützungsleistungen werden 2026 über verschiedene Kanäle mobilisiert.

Zu den größten Posten zählen neben den Mitteln aus dem Europäischen Agrarfonds die Landesinvestitionen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Erstmals ist in diesem Jahr auch das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität mit dabei im Subventionskarussell. Allein aus diesem Fonds stehen dem Land in den kommenden zwölf Jahren rund 1,925 Milliarden Euro zur Verfügung, 160 Millionen Euro in diesem Jahr.

Rund 780 Millionen Euro aus diesem Programm sind über die Laufzeit hinweg für kommunale Investitionen vorgesehen: Schulen, Verkehrswege, Energienetze oder Krankenhäuser sollen aus dem Sondervermögen finanziert werden. Ein schöner politischer Traum, der bereits im ersten Jahr zerplatzte, als klar wurde, dass das Geld beinahe ausschließlich zur Stabilisierung der Sozialetats verwendet wurde.

Vieles in Mecklenburg-Vorpommern ist das Werk schuldenfinanzierter Staatsnachfrage. Es ließe sich einwenden: Der Löwenanteil dieses Geldes stamme ja nicht einmal vom mecklenburg-vorpommerschen Steuerzahler. Diese Last trügen andere, während die Ernte im Land eingefahren werde. Das Problem bei dieser Logik: Ministerpräsidentin Schwesig und ihre Mitstreiter haben, wie ihre Kollegen in anderen Ländern, tatkräftig daran mitgewirkt, eine Subventionsökonomie aufzubauen, die immer weitere Fördermittel verlangt, um zu überleben.

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Eine solche Politik aber bindet wertvolle Ressourcen. Sie entzieht der freien Wirtschaft Fachkräfte. Es entstehen artifizielle Wertschöpfungsketten und Zulieferbetriebe, die Güter herstellen, die der Markt nicht nachfragt: die berühmten Windräder in Wäldern, hochsubventionierte Flatterenergie, die letzten Endes die Energienetze destabilisiert.

Noch halten Bund, Land und Brüssel mit massiver Staatsnachfrage das fragile Kunstgebilde im Gleichgewicht. Doch die Wetterzeichen aus der Industrie und vom Arbeitsmarkt sind unmissverständlich. Auch auf das Land im Norden wälzt sich der Krisentsunami zu, mit Insolvenzrekorden und schnell wachsender Arbeitslosigkeit. Zahlreichen politischen Vorzeigeprojekten ging bereits die Luft aus.

Da wäre beispielsweise der Rostocker Windkraftanlagenhersteller eno energy: Im Oktober 2025 meldete das Unternehmen mit rund 280 Beschäftigten Insolvenz an. Nicht realisierte Windkraftprojekte verhagelten das Geschäft – am Ende wurde die Turbinenproduktion in Rostock eingestellt, 160 Arbeitsplätze fielen weg.

Ein weiterer Absturz eines hochgelobten Subventionsprojekts war das Wasserstoffprojekt HH2E im vorpommerschen Lubmin, entstanden auf dem Gelände des einstigen DDR-Kernkraftwerks. Für die geplante Gigawattanlage waren Fördermittel in Höhe von 45 Millionen Euro vorgesehen. Auch der britische Investor Foresight hatte bereits 22,3 Millionen Euro mit eingebracht – im November 2024 zogen sich die Briten wieder zurück, und HH2E musste Insolvenz anmelden.

Dabei handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs. Die lange Niedrigzinsperiode kultivierte den fatalen Irrglauben staatlicher Omnipotenz. Alles schien möglich, billiger Staatskredit existierte unbegrenzt – bis der Anleihenmarkt vor fünf Jahren den Stecker zog. Doch die Botschaft hat sich noch nicht bis Schwerin herumgesprochen. Gemeinsam mit Bürgern und NGOs wie der Deutschen Umwelthilfe war auch die Landesregierung in Schwerin aktiv daran beteiligt, Gas- oder Ölbohrungen in der Ostsee zu verhindern. Die katastrophale deutsche Energiepolitik mit den höchsten Standortkosten der Welt ist die Folge des Zeitgeistes, der den Parteienstaat vollständig durchdrungen hat.

Der Fund eines Ölvorkommens bei Usedom in polnischen Hoheitsgewässern belegte den Riss, der durch das Parlament verläuft: SPD, Linke und Grüne lehnen die Erschließung fossiler Energien kategorisch ab, während CDU und FDP schwammig agieren. Die AfD wäre wohl die einzige Partei, die der Erschließung eigener fossiler Vorkommen zustimmen und den Kampf gegen die Übermacht der NGOs aufnehmen würde. Die Brandmauerparteien kapitulieren nicht vor den NGOs – sie sind de facto deren politische Repräsentanz.

Ganz ähnlich wie im Falle des Ölvorkommens stellt sich die Lage beim LNG-Terminal in Mukran auf Rügen dar. Hier kämpft ein Bündnis aus NABU, WWF, BUND und der DUH gegen den Betrieb der LNG-Importstelle. Auch hier setzte die Landesregierung Prioritäten: Anstatt die eminente Infrastruktur zu verteidigen, verhielt sie sich passiv und stärkte so der Lobby den Rücken.

Die Beispiele illustrieren, wie parlamentarische Macht durch den Einfluss von Interessengruppen unterwandert wird. Mecklenburg-Vorpommern hat sich verhakt zwischen Fördermittelapathie, dem ideologischen Kampf gegen fossile Energieträger und dem linken Parteienbund, der jeden marktwirtschaftlichen Aufbruch im Keim erstickt. Staatswirtschaft bedeutet politische Macht – das gilt auch für die Schweriner Staatskanzlei.

Eine Rückkehr zu marktwirtschaftlichen Prinzipien wäre der Ausweg. Das bedeutet, dass sich die Politik von Privilegien lösen, die Bürokratie abbauen und den Staatsapparat generell verkleinern müsste – Wirtschaftspolitik sollte sich darauf fokussieren, landesspezifische Steuerpräferenzzonen einzurichten, anstatt mit Interventionismus und Staatskredit eine unproduktive Staatswirtschaft am Leben zu halten.

Doch ganz gleich, wer letztlich regiert: Ein Kurswechsel würde Zeit beanspruchen. Zu groß ist der Schaden, den die Politik der letzten Jahrzehnte hinterlassen hat. Zeit, über die jedoch kein Politiker verfügt. Im Hintergrund wartet bereits der politische Wettbewerber mit dem Füllhorn aus Subventionen und kreditfinanziertem Sozialgeld.

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13 Kommentare

  • Dafür, dass vorgeblich Wind und Sonnenenergie nichts kosten, sind unsere Strompreise aber sehr hoch, oder? Mit die höchsten weltweit, sogar. Sowas passiert, wenn sich Inhalte aus Märchenbüchern verselbständigen. Nicht weltwirtschaftstauglich.

  • Die Subventiuonen für Windräder. 16 Milliarden alleine im Jahre 2026. Die Erschließungskosten für off shore Windräder werden über das Netznutzzungsentgelt vom Stromkunden bezahlt. Das ist der sogenannte grean deal: die immensen Kosten werden in cent Beträge pro kWh dem Endkunden untergejubelt so dass das zunächst nicht auffällt. Es wäre nun spannend zu wissen wieviele SPD, Grünen, CDU und Linkspartei Funktionäre denn in diesen ganzen Windrad gesellschaften zu drin sitzen und auf Kosten der Stromkunden von den Umlagen und subventionen profitieren.

  • Guter Versuch gegen den Zeitgeist anzuschreiben
    und marktwirtschaftliche Vernunft anzumahnen!

    Leider wird er ungehört verhallen.

    • Niemals aufgeben, es dauert nur sehr lange.
      Die Wahlen sind dafür da, um dumme Politik abzuwählen.

  • Bei allen Miseren, die wir haben – die größte Seuche unserer Zeit ist und bleibt die staatliche Subvention. Die muss weg, komplett, alles, bis runter zu Kinder- und Kilometergeld. Alles.
    Wenn der Staat sich irgendwo einmischt, wird es teuer und ineffizient bis hin zu schädlich und kontraproduktiv. Ohne Subventionen, weniger Steuern. Und mit weniger Steuern steht mehr als genug privates Risikokapital zur Verfügung, um wirklich eine lebenswerte und soziale Zukunft zu schaffen. Subventionen müssen weg!

    • Das Kilometergeld ist ja auch nur ein Witz, denn sie haben es dir ja vorher über die Mineralöl Steuer und die Kfz Steuer abgenommen. In diesem Sinne kann das Kilometergeld weg und dafür die Mineralöl Steuer senken. Das heißt auch weniger Bürokratie.

  • Geld ist ein Kreislauf.
    Wenn du es nicht mehr hast, dann ist es jetzt bei jemand anderem. Wenn du ein Auto kaufst, dann war das deine Entscheidung. Anders ist es bei den erneuerbaren Energien, da verschiebt der Staat dein Geld (durch Lobbyismus) zu Milliarden schweren Energieunternehmen, die sehr gut daran verdienen, durch die Subventionen. Es ist also eine Geldumverteilung zu den Reichen Energieunternehmen, die Ohne Subventionen nicht existieren würden. Aber es schafft keine Arbeitsplätze in Deutschland, da wir weder Solar Panels, noch Windkraftanlagen produzieren. Subventionen die Deutschland im ganzen ärmer machen.

  • Daran sieht man doch das die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern unter Manuela Schwesig hervorragende Arbeit geleistet hat und sie muss unbedingt wiedergewählt werden (Ironie) was ja auch passieren kann.
    Denn der Spruch der Albert Einstein zugeschrieben wird “ Die Dummheit der Menschen ist Grenzenlos“ trifft leider sehr oft zu.

    • Die rote und mit eigenen Skandalen behaftete Schwesig war und ist für den „Verfall der Ökonomie und die verfehlte politische Strategie“ in Regierungsverantwortung.

      Das sollte sich der Wähler in Mecklenburg-Vorpommern auch täglich in Erinnerung rufen und Folgendes bedenken:

      „Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, daß sie es von anderen haben wollen.“ (Konrad Adenauer)

      „Das Problem der Sozialisten ist, dass ihnen irgendwann das Geld der anderen Leute ausgeht.“
      (Margaret Thatcher)

      „Linke bestreiten alles, außer ihren Lebensunterhalt.“
      (Helmut Schmidt)

  • Der Klimawandel ist komplett gescheitert! Jede weitere Debatte ist unnötige Klimaerwärmung durch unnötigen CO² Ausstoss! Schade das soooo viele den schulschwänzenden Sektenmitgliedern noch folgen. Drill Baby Drill ist das neue Motto!
    Ich freue mich schon darauf wenn nach dieser pseudo EU Mitgliedschaft mit Kanada Trump mal wieder Windeluschi mit den gelöschten Handys, zum Schuhe putzen in seinen Golf Club kommen lässt.

  • SPD, Linke und Grüne lehnen die Erschließung fossiler Energien kategorisch ab.
    Dazu ein Kommentar aus der „Welt“
    „Wir führen uns geradewegs in eine Diktatur der Idioten“
    Mehr ist dazu nicht zu sagen.

  • Der Zusammenbruch kommt so oder so und die Menschen sind nicht zü blöd die Hintergründe zu verstehen sondern zu faul den Fernseher auszuschalten und selbst zu denken.

  • Das Werk dieser SPD Tante. Ich konnte den Großteil der Wähler noch nie verstehen.

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