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Marl

Lagerstreit in der NRW-AfD: 95 Kandidaten für einen Listenplatz, Beschwerden über Bedrohungen

95 Kandidaten bewerben sich bei der AfD NRW auf Listenplatz 22. Dahinter steckt ein innerparteilicher Streit zwischen dem Vincentz- und dem Helferich-Lager.

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Martin Vincentz ist Landessprecher der AfD in NRW und hat auch beim Partietag in Marl eine Mehrheit der Delegierten hinter sich. (IMAGO/Revierfoto)

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An diesem Wochenende findet im nordrhein-westfälischen Marl der Landesparteitag der AfD statt. Ziel des Parteitags ist die Aufstellung einer Landesliste für die nächste Landtagswahl im größten deutschen Bundesland, die voraussichtlich am 25. April stattfindet. Auf dem Parteitag zeigte die Landespartei deutlich, dass sie in zwei Lager geteilt ist.

Das Lager von Landessprecher Martin Vincentz, der erst im März dieses Jahres mit 54,77 Prozent als Landessprecher wiedergewählt wurde, hat auch auf diesem Parteitag die Mehrheit. Das Lager um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich ist in der Minderheit, wenn auch nur knapp. Deutlich wurde dies bei der Wahl von Listenplatz 13. Bei dieser Wahl trat Klaus Esser gegen Matthias Helferich an. Esser wird dem Vincentz-Lager zugeordnet, und gegen ihn wird wegen Titelmissbrauchs und Urkundenfälschung ermittelt.

Esser gewann den ersten Wahlgang gegen Helferich mit 49,7 Prozent zu 43,7 Prozent. Esser fehlte jedoch eine Stimme, weswegen es zu einem zweiten Wahlgang kam, in dem eine einfache Mehrheit reicht. Esser konnte mit 251 Stimmen 30 mehr erreichen als Helferich.

Am Sonntag kam es dann zur Eskalation. Bei der Wahl um Listenplatz 22 wurden, angetrieben vom Helferich-Lager, das sich auf der Liste unterrepräsentiert sieht, etliche Kandidaten vorgeschlagen. Es kam dabei auch zu offensichtlichen Spaßvorschlägen wie dem Vorschlag von Rainer Winkler, auch bekannt als Drachenlord. Da die vorgeschlagenen Kandidaten ihre Kandidatur bestätigen mussten, wurde Winkler wieder von der Liste gestrichen. Am Ende standen 95 Kandidaten auf der Liste, von denen jeder Anspruch auf 8 Minuten Redezeit hat.

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Rein rechnerisch dauert damit die Vorstellungsrunde, die um 13 Uhr begann, über 12 Stunden und endet damit erst kurz nach Mitternacht. Auch wenn es wahrscheinlich schneller geht, so ist dennoch klar, dass aus zeitlichen Gründen ein Listenplatz 23 eher nicht mehr gewählt werden kann. Um die Landesliste aufstellen zu können, hat die AfD von vornherein insgesamt vier Wochenenden eingeplant.

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Mehrfach sagten Delegierte und Kandidaten, dass ihnen beziehungsweise anderen gedroht worden sei, ihre Kandidatur für Listenplatz 22 zurückzuziehen oder sonst innerparteiliche Konsequenzen zu bekommen. Teils wurden diese Bedrohungen auch zu Protokoll gegeben.

Die AfD ist bisher zweimal auf Landesebene beim korrekten Aufstellen einer Landesliste gescheitert. 2019 schaffte die Partei in Sachsen es lediglich, 37 Listenplätze korrekt zu wählen. Von den 38 gewonnenen Mandaten konnte die AfD daher nur 37 besetzen. In Bremen reichte die AfD 2023 zwei Landeslisten ein, wobei keine der beiden konkurrierenden Landeslisten zugelassen wurde. Davon profitierte die Kleinpartei Bürger in Wut, die sich um 7 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent steigern konnte.

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23 Kommentare

  • Geht es hier noch um Politik oder um die Befriedigung des eigenen Ego? Auf der Liste sollten die Besten stehen, welche auch eine saubere Weste haben. Dann müsste man wohl nicht so heftig diskutieren und streiten.
    Wenn die AfD es nicht besser machen möchte, dann wird sie auch bald nicht mehr gebraucht.

  • Ein gefundenes Fressen für die ÖRR-Propaganda.

    • Da kann man bei der AfD aber auch selber drauf kommen.

    • Wen juckt das? Interne Streitereien sind in der Politik die Regel; nichts neues. Siehe CDU: da wird richtig gerockt.

  • NRW hat 128 Wahlkreise
    https://www.landtag.nrw.de/home/der-landtag/landtagswahlen/einteilung-der-128-wahlkreise.html

    ergo NICHT wie das Altparteienkartell Parteisoldaten heranziehen, sondern DIREKT überzeugen!!!

    Da würden genügend „Bewerber“ für nur einen Platz wegfallen.

    Listenplätze sind eh ein undemokratisches Mittel für Beherrschung und daher sollte die Zweitstimme auch gänzlich aus dem Wahlsystem gestrichen werden, würden manche hinweisen.

  • Diese Lager unterscheiden sich worin genau?

    • Tom Rohrböck fragen, der kann das genau erläutern!

  • Mir scheint, pünktlich zum Parteitag tauchen die ganzen AfD U-Boote auf, was als „innerparteilicher Streit“ gerahmt werden soll. Und überhaupt, wo bleiben die Ankündigungen der Proteste? Es macht fast den Eindruck, als sei der Parteitag ausdrücklich von Aussen gewollt.

  • Ja die West AFD. Noch ein weiter Weg.

    • Ein gaaaanz weiter Weg………. Mit 54,77 % zum Landessprecher gewählt worden zu sein ist jetzt nicht gerade das, was man ein gutes Ergebnis nennen kann.

      • 51 % reicht. 1-0 ist auch gewonnen im Finale.

  • „Esser wird dem Vincentz-Lager zugeordnet, und gegen ihn wird wegen Titelmissbrauchs und Urkundenfälschung ermittelt.“
    Für viele aus dem hier sogenannten Helferich-Lager ist mit der erneuten Nominierung von ausgerechnet Klaus Esser durch Vincentz höchstselbst eine Grenze überschritten. Hier zu schreiben, es gehe um zu wenig Listenplätze, wenn man Titelmissbrauch und Urkundenfälschung als Ausschlusskriterium für ein Landtagsmandat erachtet, greift eindeutig zu kurz.

  • Es geht wie überall darum, an die Fresskörbe zu kommen.
    Und dazu braucht es Seilschaften
    Da unterscheidet sich die AfD nicht von anderen Parteien.
    Qualifikation ist nicht so wichtig.
    Der Unterschied ist nur, das die AfD kein Parteiprogramm zur Zerstörung Deutschlands hat.

  • Solcher Dummheit fehlt es am Minimum an Intellekt um zu begreifen, dass Kleingeistigkeiten von Futterneid das aktuelle Hoch und alles dahinter gefährdet.

  • Bleede muass halt aa gebn. Aber es werdn halt immer mehrer. (Meister Eder)

  • Nicht so schön aber menschlich: Da geht es um einen Batzen Geld und um Pfründe. Da wird der eine oder andere auch schonmal räudig – KEIN Alleinstellungsmerkmal der AfD. Das sind auch nur Menschen – keine Heiligen.

  • Gähn….

  • Mit so einem Schei…. machen sie sich selbst das Leben schwer. Wenn man etwas erreichen will, klärt man das in internen Runden und demonstriert nach außen Geschlossenheit.
    So zeigen sie nur, dass sie gar nichts besser machen wollen als der Altparteienklüngel. So etwas ist erbärmlich und wird viele wechselwilligen Wähler abschrecken. So einen Käse kennen sie ja schon und darum wechselt man keine Partei, wenn es die Andere nicht besser macht als der alte Saftladen.

  • Aber der rechte Höcke Flügel soll gefährlich sein?
    Dieses Helferich Lager,spaltet die AfD,das ist das Problem und führt somit zu schlechten Wahlergebnissen.

  • Ist doch logisch,sie wollen doch alle an die Futtertröge der Steuerzahler,da ist die AFD auch nicht anderes als die anderen.

  • Was für ein Puff ist das eigentlich da in NRW???

  • Wenn man die AfD nur machen lässt, entzaubert sie sich von ganz allein. Wenn sie geistig dazu in der Lage wären, könnten Linke hier etwas lernen…

    • So ist es – die zerlegen sich selbst.
      Vermutlich haben die sich die MAGAs in USA als Vorbild genommen – blöd genug sind sie anscheinend.

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