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Mullah-Regime

Iran signalisiert Gesprächsbereitschaft – und erklärt EU-Streitkräfte zu Terrororganisationen

Teheran kündigt nach US-Drohungen Verhandlungen mit Washington an. Parallel verschärft das Regime den Ton gegenüber Europa und stuft die Armeen der EU-Mitgliedstaaten als „terroristische Gruppen“ ein.

Hat die Armeen europäischer Staaten zu "terroristischen Gruppen" erklärt: Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (IMAGO/ZUMA Press Wire)

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Nach massiven Drohungen aus Washington deutet der Iran eine vorsichtige diplomatische Öffnung an. Präsident Massud Peseschkian sprach sich nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna für eine friedliche Lösung des Konflikts mit den USA aus und betonte die „Notwendigkeit, diplomatische Prozesse einzuleiten“. Der Iran habe „niemals einen Krieg angestrebt“ und sei überzeugt, dass ein Krieg „weder dem Iran noch den Vereinigten Staaten oder der Region nützen würde“.

Auch aus dem Umfeld des iranischen Sicherheitsapparats kommen entsprechende Signale. Ali Laridschani, Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats, erklärte auf X, entgegen einer „künstlich geschürten Kriegsrhetorik“ würden „strukturelle Vorbereitungen für Verhandlungen voranschreiten“. Gespräche über das iranische Atomprogramm nähmen trotz verschärfter Drohungen Gestalt an. Nach Informationen des US-Portals Axios traf sich Laridschani zudem in Teheran mit Katars Ministerpräsidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, der zwischen Washington und Teheran vermitteln soll.

Gleichzeitig verschärft das Regime seine Konfrontation mit Europa. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, nach der Entscheidung der Europäischen Union, die Revolutionsgarden (IRGC) als Terrororganisation einzustufen, „gelten die Armeen der europäischen Länder als terroristische Gruppen“. Er verwies dabei auf ein iranisches Gesetz aus dem Jahr 2019. „Europa will mit diesen Maßnahmen seinen Herrn, nämlich Amerika, zufriedenstellen“, sagte Ghalibaf. Im Parlament demonstrierten Abgeordnete ihre Solidarität mit den Revolutionsgarden, trugen Uniformen der Eliteeinheit und skandierten lautstark Parolen wie „Tod für Amerika“ und „Tod für Israel“.

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Die Einstufung der iranischen Revolutionsgarden durch die EU war am Donnerstag beschlossen worden. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach von einem „entscheidenden Schritt“. Als Begründung nannte sie die brutale Niederschlagung der jüngsten Massenproteste, bei der nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen Tausende Menschen getötet wurden. Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul bezeichnete die Entscheidung als „überfälliges, starkes politisches Signal“ und warf den Revolutionsgarden vor, mit „unermesslicher Brutalität“ gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den Druck auf Teheran erhöht und neue militärische Drohungen ausgesprochen. Weitere Kriegsschiffe seien auf dem Weg in Richtung Iran, sagte Trump im Weißen Haus, fügte aber hinzu: „Hoffentlich werden wir einen Deal machen.“ Neben dem Atomprogramm gehe es dabei auch um die Begrenzung der Entwicklung ballistischer Raketen. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei warnte Washington im Gegenzug vor einem regionalen Krieg. Sollten die USA angreifen, „wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein“, sagte Chamenei der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge. Der Iran wolle keinen Krieg beginnen, werde aber auf Angriffe mit einem „harten Schlag“ antworten.

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Die widersprüchlichen Signale aus Teheran – Gesprächsbereitschaft gegenüber den USA bei gleichzeitiger Eskalation gegenüber der EU – unterstreichen die angespannte Lage. Ob die angekündigten diplomatischen Prozesse tatsächlich zu belastbaren Verhandlungen führen oder lediglich Teil einer taktischen Deeskalation sind, bleibt nach wie vor abzuwarten.

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23 Kommentare

  • Ei, ei, ei. Gesprächsbereitschaft mit den USA, Eskalation mit der EU.
    Hier scheint sich wieder mal der Slogan „Peace through Strength“ zu bewahrheiten.
    Oder anders gesagt, man nimmt die EU wohl nicht so ernst.
    Wir können nur hoffen, dass Merz und Pistorius nun keine 15 Mann in die Wüste schicken.

  • Der Iran hat noch nie jemanden angegriffen, was für Rohstoffe gibt es dort nochmal?

    • Da capo! Und konzentrier Er sich, bevor ihm wieder dieser Abraum auf die Tasten stürzt! Aside, wer hat noch mal pro-aktiv 1905 die APO gegründet?

  • Ich denke das wird nichts. Die Mullahs werden niemals vor dem „Großen Satan“ einknicken. Sie spielen auf Zeit. Und ich denke Trump weiß das und hat das einkalkuliert. Er heißt ja nicht Obama oder Biden.

    • Ach so, habe die EU vergessen: Die spielt keine Rolle.

  • Der hat ein Philips Micro vor sich….Sanktionen?

  • Komisch, wenn ICH Terrororganisation in Verbindung mit der Chefin schreibe, kommts nicht durch die Zensur.

  • Persische PPs machen und gut ists.

  • International spielt die EU keine Rolle mehr. Daher konzentrieren sich die Eurokratur auf die Einschüchterung der Europäer und Ausbau der Bürokratie.

  • Im Iran ereignet sich eine demografische Katastrophe, von der die Autokraten betroffen sind. Die Bürgerrechtsbewegung wird sich durchsetzen. Trump sollte nicht intervenieren.
    https://jlt343.wordpress.com

  • ..und das sind sie dann auch, unter Mißachtung nationaler Parlamente, und dann mit qualifizierter oder gar einfacher Mehrheit im (Un)Rat:

    EU-Streitkräfte sind eine Terrororganisation!!

    ..das ich mit den Binden mal einig bin, wer hätts gedacht… ts

    [Malta zB hat 3 Stimmen im Rat und 6 Sitze im Parlament

    Analyse der Faktoren

    Bevölkerungsfaktor pro Sitz:
    Malta: 85.667 (jeder Abgeordnete repräsentiert etwa 85.667 Bürger).
    Deutschland: 866.667 (jeder Abgeordnete vertritt rund 866.667 Bürger).
    Bevölkerungsfaktor pro Stimme:
    Malta: 171.333 (jeder Stimme steht eine Bevölkerung von 171.333 gegenüber).
    Deutschland: 2.862.069 (jede Stimme repräsentiert etwa 2.862.069 Bürger).]

  • Das ist keine Aktion, nur eine Reaktion. Und drollig. Lustig wird es auch, wenn Russland und China den Überfall der USA auf den friedliebenden Iran verurteilen. Das gibt weite Spagate im ÖRR-Kunstturnen um den heißen Pudelkern.

  • Diese Programmiersprache des Islam: „Herrn“ …. extrahierte man da dieses ganze feudal-absolutistische Vokabular, bliebe wohl nicht viel übrig.

  • Ist das nicht nur die nächste Pseudo-Auseinandersetzung, die es Korrupt-Ulla erlaubt, die „längeren“ EU-Bürger weiter zu drangsalieren und Goldstück-Islamisten zu hofieren?

  • Ich bin gespannt, wann Steinmeier dem Mullah-Regime wieder herzliche Glückwünsche schickt, z.B. wegen der „erfolgreichen Revolutionsabwehr“…

  • wieso hat der Iran einen Konflikt mit den USA?
    Abgesehen davon dass Iran sich weigert sich den USA vollständig zu unterwerfen und die eigenen Bodenschätze selbstbestimmt zu fördern und auf dem Weltmarkt zu verkaufen?
    Ich bin kein Freund des Trullah Regimes noch des Islams per se, aber die angeblichen Menschenrechtsfragen dienen doch wie immer nur als Vorwand des Hegemons seine brutale Weltherrschaft zu verteidigen.

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