ÖRR-Moderatorin zu Gast
Habeck Live: Wahltendenzen seien „Angriff auf das System und Zersetzungsbemühungen“, meint Anne Will
Einen „Angriff auf das System“ und „Zersetzungsbemühungen“ nannte die ehemalige ÖRR-Moderatorin Anne Will die Wahltendenzen in Deutschland. Gemeinsam mit Volker Wissing war sie zu Gast bei der ersten Ausgabe von „Habeck Live“.
Von
Robert Habeck ist zurück. Am Sonntag moderierte der ehemalige Grünen-Politiker die erste Ausgabe seines neuen Formats „Habeck Live“ im staatsfinanzierten Berliner Ensemble. Mit von der Partie waren der ebenfalls im Scholz-Kabinett vertretene damalige Verkehrsminister Volker Wissing – der nach dem Ampel-Bruch im November 2024 aus der FDP ausgetreten war, um weiterhin Minister sein zu können – und die ehemalige ARD-Moderatorin Anne Will.
Habeck, der vor allem im Bundestagswahlkampf in unzähligen Talkshows aufgetreten war, übernahm an dieser Stelle erstmals die Moderation. Bereits kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Bundestag, infolgedessen er eine Lehrtätigkeit am Dänischen Institut für Internationale Studien in Kopenhagen sowie an der Universität Berkeley in den USA begann, hatte er bei Markus Lanz angekündigt, künftig von außen auf die politische Debatte einwirken zu wollen (mehr dazu hier). Am Sonntag erhielt er dafür erstmals Gelegenheit.
Werbung
In dem Gespräch sollte es um das Ampel-Aus und natürlich um die Gefahren für das politische System gehen: „Brauchen Demokratien den Notfall?“, lautete die zentrale Fragestellung für das Format. Wie man es von Habeck kennt, war es eine redelastige erste Ausgabe, bei der auch mal Belangloses angesprochen werden durfte. Zwischendurch sorgten die Beteiligten dann aber doch für den einen oder anderen spannenden Satz.
Zu Beginn machte Habeck wie auch bereits bei seinem letzten öffentlichen Auftritt bei Markus Lanz klar, Politiker seien einem gewissen Fraktionsdruck ausgesetzt, weshalb es zunehmend unangenehmer werde, einem Kollegen einer anderen Partei beispielsweise in einer Talkshow recht zu geben. Er bemängelt dahingehend auch das mediale Ersuchen nach reißerischen Überschriften oder populistischen Botschaften.
Werbung
Wissing trug diese Kritik in Teilen mit: „Wir müssen uns gegen diese Empörungskultur wehren. Da kann jeder etwas selbst tun. Man kann das im Gespräch mit Freunden und Verwandten und mit den eigenen Kindern machen, indem man sagt, man kann sich gerne aufregen – aber erst einmal mit der Sache beschäftigen“, gab der ehemalige FDP-Minister zu bedenken.
Lesen Sie auch:
Gießen
Großproteste in Gießen: So verlief der Anti-AfD-Tag
Schon als es am Samstag noch dunkel war, kam es zu den ersten Straßenblockaden in Gießen. Teilweise musste die Polizei Wasserwerfer einsetzen. Die Gegendemonstranten äußerten ihre Verachtung gegenüber der Polizei und der AfD offen.Julian Schmidt
Junger AfD-Abgeordneter in Gießen angegriffen: Polizei nimmt Tatverdächtigen fest
Am Samstagmorgen wurde der AfD-Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt von Vermummten attackiert und verletzt. Die Polizei nahm einen der mutmaßlichen Täter fest.Ungefragt kam er dann auch auf den Umgang mit Frauke Brosius-Gersdorf zu sprechen, die von der SPD für das Bundesverfassungsgericht vorgeschlagen worden war. „Demokratie braucht jedenfalls Regeln und sie braucht auch Bürgerinnen und Bürger, die sie schützen und die keine Tabu-Brüche unterstützen, wie etwa die Geschichte bei der gescheiterten Wahl der Verfassungsrichterin“, erklärte Wissing. Denn diese „Tabu-Brüche sind schlimm, weil sie Zersetzungsbeiträge leisten.“
Um diese Zersetzung ging es dann auch zum Ende der Sendung in der letzten Ausführung von Will. Die Runde hatte in dem zweistündigen Format kaum über Krisenthemen wie Inflation gesprochen – um Migrations- und Wirtschaftspolitik ging es eigentlich gar nicht. Will lenkte den Blick dafür dann noch darauf, „wie Deutschland inzwischen wählt und was da zum Ausdruck gebracht werden soll. Das ist der Angriff auf unser System. Das sind die Zersetzungsbemühungen“.
Werbung
An dieser Stelle brachte die ehemalige Moderatorin und jetzige Podcast-Betreiberin zum Ausdruck: „Dagegen muss man natürlich, das haben wir jetzt verschiedentlich gesagt, aufstehen; sagen: Das darf nicht sein.“ Gemeint ist offenbar vor allem das Erstarken der AfD – der Name der Partei fällt dabei aber nicht. Sie sei allerdings nicht sicher, ob der Widerstand gelinge. Aber „es muss gelingen“ – andernfalls wisse auch sie nicht weiter, konstatierte Will.
Zuvor hatten Habeck und Wissing gemeinsam die Ampel-Zeit resümiert – auch hier kamen die Sorgen, die die Menschen umtreiben, nicht wirklich zum Ausdruck. Habeck machte lediglich klar, dass „Europa unter Angriff steht“ und parteipolitische Interessen sowie die öffentlichkeitswirksamen Überschriften von Medien deshalb überwunden werden müssten. Habeck schloss damit an die frühere Kritik an der Konformität der Parteien an und sprach sich so implizit für mehr Kompromissbereitschaft aus.
Da knüpfte dann wiederum Wissing an, nachdem die beiden Politiker auch nach etwas Positivem aus der Ampel-Zeit gesucht hatten und auf das Straßenverkehrsgesetz zu sprechen gekommen waren, das sie gemeinsam ermöglicht hatten. Ein Gesetz, das unter anderem die Einführung von Tempo-30-Zonen erleichtert. Dafür feierten sich die Minister, ehe Will dazwischengrätschte und sie daran erinnerte, dass die Ampel letztendlich keine erfolgreiche Regierung war, immerhin ist die Koalition zerbrochen.
Werbung
Wissing führte das dann aber eben auf die fehlende Verantwortung seiner ehemaligen Partei zurück. Am Beispiel Rheinland-Pfalz, wo derzeit eine Neuauflage der Ampel auf Landesebene regiert, skizziert er, dass diese Konstellation funktionieren würde – aber nur, weil die FDP zu Kompromissen bereit sei. „Nach meiner Beobachtung war das im Bund nicht so“, meinte der ehemalige Minister.
Obwohl Will hie und da dazwischen funkte, obwohl sogar Wissing die Kritik von Habeck an der einen oder anderen Stelle ergänzte oder ihr widersprach, war es ein versöhnlicher Sonntagnachmittag im ausverkauften Berliner Ensemble. Das weiß auch Habeck, der in seiner Abmoderation dafür dankt, „einen Raum der Hoffnung“ gestaltet zu haben. Dem Publikum rief der Moderator letztlich noch entgegen, es lohne sich, das Besprochene „weiterzudenken.“
Freund werden


Freund von Apollo News werden
Absteiger drängeln sich ins Rampenlicht.
Oder ! Bist du erstmal drin findet sich immer eine Beschäftigung für viel Geld !! 🙂
Warum ist der Habeck eigentlich noch da ? Wollte den keine Uni auf diesem Planeten ?
Dachte er könnte sich vor Professuren nicht retten !!
Hat wohl nicht so geklappt, bei den US-Unis wer will ihn schon haben. 🙂
Typische Brieftaube. Kommt immer wieder zurück.
Habeck ist samt Familie nach Dänemark ausgewandert und geniesst dort privilegierte Niedrigsteuern als Ausländer.
Die müssen nicht drängen, die werden vollautomatisch von Kamera zu Kamera geschoben. MAN KENNT SICH in einschlägigen Nicht-Zersetzungs-Kreisen !
Wer AfD wählt, tut dies im Glauben, Deutschland wieder auf vernünftige Bahnen zu lenken, nicht zu ‚zersetzen‘. Das Habeck das nicht blickt wundert hier aber wohl niemanden
Sie glauben immer noch, es handle sich hier um bloße Dummheit?
Nö, man weiß ja aus welchen Lager der kommt.
Die Diskussion über mögliche Konsequenzen für AfD-Mitglieder im öffentlichen Dienst gewinnt an Schärfe.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Thüringens Innenminister Georg Maier (beide SPD) kündigten ein entschlossenes Vorgehen an, sollte die Einstufung der gesamten Partei durch den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch gerichtlich bestätigt werden.
„Solange die AfD nicht verboten ist, halte ich es grundsätzlich für rechtlich schwierig, Parteimitglieder zu benachteiligen“, sagte Woidke dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe).
Das Grundgesetz garantiere den Gleichbehandlungsgrundsatz auch für Parteimitglieder.
https://presse-augsburg.de/brandenburg-und-thueringen-pruefen-folgen-fuer-afdler-im-staatsdienst/1065715/
Ich kann diesen Leuten Dietmar Woidke, Georg Maier nur dringend raten sich das 2X zu überlegen . Wenn die AFD an die Macht kommt und die Innenministerien kontrolliert könnte sich das in Zukunft Katastrophal für Mitglieder dieser Parteien auswirken !
Niemand würde das der AFD dann ernsthaft übel nehmen !! Für die Demokratie und den Rechtsstaat eine Katastrophe die gerade von diesen Herren und ihren Parteien ausgelöst wurden !!
Die SPD ist heute schon viel zu weit in ihrem Überlebenskampf gegangen !!
In Rumänien hat man geshen wie schnell solche Leute weg sind und zwar für immer. Ich meine damit nicht die ungültig gemachte Wahl .
Wer bitteschön tut sich derlei an? Das ist doch pure Vergeudung von Lebenszeit!
Das habe ich mich auch gefragt und offenbar zahlen sie dafür auch noch Eintrittsgeld. Das ist doch eine kranke Veranstaltung, Wahlen, bei denen nicht das erwartete Ergebnis raus kommt, sind jetzt „Tabu-Brüche“…
Ein Politik-Talk in dem 2 Stunden lang nicht über den rosa Elefanten im Raum gesprochen wurde. Kann weg.
Habeck und die Logik, zwei Kumpels die sich niemals finden werden…
Das System muss man nicht zersetzen! Es zersetzt sich selbst!
Es wird zersetzt. Jeden Tag ein bisschen mehr.
Man und ich hatte echt Hoffnung dass ich sein Konterfei nie mehr ertragen würde müssen.
Merkel ist auch so ein unerträglicher Wiedergänger……..
Um Wiedergänger zu verhindern hatten die Kelten immer Vorsorge geleistet.
Wenn es den Eliten an den Basics fehlt, nämlich Realismus sowie Respekt und Loyalität gegenüber den Bürgern, die sie ernähren, dann scheitert eine Gesellschaft.
„Das sind die Zersetzungsbemühungen“? Doch wohl eher Notwehr gegen eine Politik, die sich aus parteipolitischen und ideologischen Gründen konsequent dem verweigert, was getan werden muss.
Anne Will nennt es selbst „das System“.
Dann sind die regierenden Parteien also „die Systemparteien“?
Genau, aber wenn die AfD das sagt, dann ist das „Goebbels-Sprech“.
„Unser System“ ist halt DEREN System, genau wie „unsere Demokratie“ deren Demokratie ist.
Aus Sicht des Bürgers ist AfD-Wählen höchstens ein Angriff auf unser deutsches Stockholm-Syndrom, denn ohne deutschen Schuldkomplex wäre eine solche Richtung seit jeher völlig normale deutsche Politik gewesen.
Er bemängelt dahingehend auch das mediale Ersuchen nach reißerischen Überschriften oder populistischen Botschaften.
Kenn ich .Überschrift lesen – Meinung haben- Kein SACHVERSTAND , weil man den Text danach nicht liest.
„…man kann sich gerne aufregen – aber erst einmal mit der Sache beschäftigen.“
Zurück an den Absender.
Projektion allen Ortens.
Ihre Saat geht auf, auch wenn leider sehr langsam. Die Saat hat den Namen Wind und könnte ein Orkan werden.
Also der Schwarm aller Frauen mittleren Alters ist zurück? Hoffentlich nicht!
… bitte streichen Sie ‚aller’…
Lassen wir ihm die Omas gegen rääächts …
Menschen entwickeln sich in Phasen – auch (ehemalige) Politiker oder Moderatoren. Nach der Pubertät folgt die Konformität.
Quelle: Ich-Entwicklung
In der Konformität werden Erwartungen an andere allgemein mit ‚müssen / sollten / sollen‘ formuliert und vermeintliche Lösungen als Klischees ausgesprochen.
Beispiel Klischee: „Wenn alle sich so … oder so … verhalten würden, wäre die Welt gerettet.“
Die aktuelle Epoche Aufklärung kann Konformität nicht abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.
Auch hier gilt: die x-te Wiederholung kann weg.
hat sich das jemand freiwillig angeschaut?
Dann lieber 5 Jahre kein Weihnachten.
Nun, ausverkauft …?
Wer hat dafür Karten gekauft?
Ist dieses Intelligenzvalium als Fortsetzung der ARD-Nachtgedanken am Sendeschluß gedacht?
Ausverkauft!
Vielleicht dachten viele es ist Comedy!
Bei Kabarettisten und Komikern ist auch immer viel Andrang.
Nun, die Sache mit „Witz“ und „Humor“ ist schon so eine Sache:
„Humor“ (lat. umor, -oris, m.: Feuchtigkeit) geht von der antiken Vier-Säfte-Lehre des Hippokrates zurück (Gelbe & Schwarze Galle galten als trockene Elemente, Blut & Schleim als feuchte). Humor hat also der, in dessen Körpersäften das flüssige Element überwog; mithin ist Humor daher mehr oder minder eine Verdauungserscheinung.
„Witz“ hingegen ist dem mittelhochdeutschen „witze“, f. (Wissen, Verstand, Einsicht, Erkenntnis), verwandt, dessen sprachliche Wurzel das lateinische Verb „videre“ (sehen, erkennen, verstehen) ist. Witz hat also nur der, der über Verstand, Einsicht und Erkenntnis verfügt – etwas das sich zumeist nicht aus intestinalen Vorgängen ergibt.
Bringt doch mal was über Jette bitte.
Menetekel ? Thurn & Taxis-Schloß brennt lichterloh !
Da könnte jemand nachgeholfen haben…
Focus berichtet…
Wer geht in Gottes Namen da hin?
Er ist doch finanziell mehr als gepampert.
Warum quält er uns immer noch?
„man kann sich gerne aufregen – aber erst einmal mit der Sache beschäftigen“
Wunderbar, klingt ganz toll. Und warum bekommt das seit Jahrzehnten kein Politiker hin, sondern wirft in jüngster Zeit sigar mit Anzeigen um sich?
Ja die Frage stelle ich mir auch….eigentlich ist es gar nicht so schwer. Den Wählerwillen wahrnehmen, entsprechend handeln und umsetzen. Es würde sich für die Kartellparteien vielleicht lohnen, das mal weiterzudenken 🙂 🙂 🙂
Einführung von Tempo-30-Zonen, na ja wenn das jetzt alles ist was die Politik zu bieten hat, in Zeiten wo es überall lichterloh brennt? Im sich selber loben, sind sie alle gleich, Hauptsache die Kohle fliesst weiter.
Die Sendung habe ich nicht gesehen. So etwas tue ich mir nicht an! Den Artikel habe ich zu Ende gelesen….unfassbarer Schwachsinn! Also nicht der Artikel, sondern der Krampf, den die gestern abgesondert haben.