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AfD-Annäherung

„Grenze überschritten“: Thüringer BSW-Chefin Katja Wolf spricht von Kampagne gegen Voigt

Die Thüringer BSW-Chefin Katja Wolf wirft Sahra Wagenknecht vor, mit der Annäherung an die AfD „eine Grenze überschritten“ zu haben. Den Entzug von Mario Voigts Doktortitel sieht sie als „Kampagne“, die der Regierung schaden solle.

Katja Wolf will Ministerpräsident Mario Voigt die Treue halten. (IMAGO/Jacob Schröter)

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Die Co-Vorsitzende des BSW Thüringen, Katja Wolf, warnt davor, dass der Parteiableger in Sachsen-Anhalt einen AfD-Ministerpräsidenten ermöglicht. In Thüringen will sie in der Brombeer-Koalition bleiben und an Ministerpräsident Mario Voigt festhalten, wie sie im Interview mit der Zeit sagt. Den Entzug von Mario Voigts Doktortitel tut sie dabei als „Kampagne“ ab.

Der BSW-Gründerin Sarah Wagenknecht warf Wolf vor, mit der Annäherung an die AfD „eine Grenze überschritten“ zu haben. Sichtbarkeit im Wahlkampf sei wichtig, aber „sie geht ja nicht nur inhaltlich auf die extreme Rechte zu, sondern bietet sich ihnen als Machtoption an“. Bei der AfD handele es sich nicht um eine Partei mit einzelnen Extremisten, sondern sie sei „in vielen Bereichen hochgefährlich“. Die Partei mache keine Politik für die kleinen Leute und sei frauenfeindlich und rassistisch.

Katja Wolf äußerte im Interview mit der Zeit die Vermutung, dass Sahra Wagenknecht über ein Ende der Brandmauer rede, weil sie enttäuscht darüber sei, dass das BSW den Einzug in den Bundestag so knapp verpasst habe und nun „verzweifelt um Sichtbarkeit“ kämpfe.

Dass die TU Chemnitz dem thüringischen Ministerpräsidenten den Doktortitel entzogen hat, bezeichnet Wolf als „Kampagne“. Von der Zeitung wurde sie gefragt, warum sie weiter zu Voigt steht, wenn doch früher der Entzug des Doktortitels ein Rücktrittsgrund war. „Das Bittere ist doch, dass der Entzug des Doktortitels ein Täuschungsmanöver ist. Eigentlich geht es darum, die Landesregierung zu zerstören“, antwortete Wolf. „Das Gutachten, das Voigt vorwirft, in seiner Dissertation plagiiert zu haben, wurde von der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag bezahlt und ist Teil einer Kampagne.“

Dass die Universität die Doktorarbeit selbstständig geprüft hat und einstimmig zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die Arbeit nicht den Standards wissenschaftlichen Arbeitens entspricht, erwähnt Katja Wolf nicht. Die Zeit hakt jedoch nicht noch einmal nach. Ein von der Universität beauftragtes externes Gutachten war zwar zu dem Schluss gekommen, dass es keine Grundlage dafür gebe, Voigt den Doktortitel zu entziehen. Doch die Philosophische Fakultät war nach einer weiteren Prüfung der Dissertation zu einem anderen Ergebnis gekommen. Voigts Widerspruch lehnte die Universität ab.

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Auf einem Sonderparteitag will das BSW nun diskutieren, ob der Thüringer Teil in der Landesregierung bleiben soll. Katja Wolf zeigt sich zuversichtlich, dass sie sich mit ihrer Sichtweise durchsetzen kann: „Und ich bin überzeugt, wenn ich unseren Mitgliedern auf dem Sonderparteitag erkläre, was ein Regierungsausstieg und der Beginn einer Expertenregierung bedeuten würde, dass sie im Sinne des Bundeslandes handeln.“

Für Sahra Wagenknechts Anliegen, dass das BSW aus der Brombeer-Koalition austreten solle und eine Expertenregierung das Land anführen solle, findet die Thüringer BSW-Chefin scharfe Worte: „Wagenknecht benutzt das politische Schicksal Thüringens, um Wahlkampfpunkte für Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu sammeln.“ Doch eine Expertenregierung gefährde laut Wolf die Stabilität in Thüringen und würde der AfD helfen.

Von der Zeit wird die Finanzministerin Thüringens gefragt, was sie tun werde, sollte das BSW in Sachsen-Anhalt Ulrich Siegmund durch Enthaltung zum Ministerpräsidentenamt verhelfen. „Das halte ich für unvorstellbar. Das wäre ein absoluter Tabubruch“, so Wolf. „Ich werde jedenfalls aus Thüringen heraus meine Stimme erheben und dafür kämpfen, dass das nicht passiert.“ Auf die Frage, ob sie die Menschen vor ihrer eigenen Partei warnen wolle, erwiderte sie: „Ich warne davor, dass meine Partei der AfD leichtfertig zur Macht verhilft. Das wäre das Gegenteil jener sozial gerechten Politik, für die ich stehe.“

Im Gespräch mit der Zeitung behauptet Wolf, dass es auch möglich sein müsse, dass die AfD Anträge in Ausschüsse überweisen könne und diese dann Mehrheiten bekommen könnten. Die Zeit bezeichnet das als „Standardantwort“ und fragt nach konkreten Beispielen. Katja Wolfs Antwort: „In der Realität sieht es so aus, dass die AfD alles dafür tut, um ihre Opfergeschichte weitererzählen zu können. Sie schlägt also Kandidierende vor, die tatsächlich nicht wählbar sind, oder versucht, uns inhaltlich zu treiben, indem einfach Anträge aus unserem Wahlprogramm abgeschrieben werden. Das ist mir zu billig.“ Eine Änderung ihrer Politik wird es also nicht geben.

Die AfD-Fraktion hat einen Antrag auf ein neues Misstrauensvotum gestellt. Am Freitag soll die Abstimmung stattfinden. Damit will die AfD auch das BSW unter Druck setzen und zu einer Entscheidung zwingen. Denn die beiden BSW-Abgeordneten Anke Wirsing und Sven Küntzel hatten erklärt, Voigt als Ministerpräsidenten nicht mehr mittragen zu wollen. Allerdings sind sie noch Teil der Regierung.

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60 Kommentare

  • Huch, ein CDU-Uboot im BSW.

    • Sie ist in der Politik der Altparteien angekommen. Da geht sowas…

    • EM-Erika zieht immer noch die terroristischen Fäden.

  • BSW. So eine junge Partei, und schon von den Linken „gekapert“. Das BSW war m.E. nur dazu gedacht, AfD Wähler abzuwerben. BSW und Linke hätten dann ihre Stimmen gemeinsam und gestärkt nutzen können. Dumm gelaufen.

    • Das ist eine gerechte Strafe für Wagenknecht, mit Wolf hat sie sich einen Trojaner in die Partei geholt,

  • Wie originell: „Grenze überschritten“, „Kampagne“.
    Der Ministerpräsident hat betrogen!
    Ist für Frau Wolf natürlich kein Problem.

    • Degeneriert und grotesk!

  • Katja Wolf hat Angst um ihre lebenslange Rente. Im Dezember, sobald diese sicher ist, lässt sie Voigt fallen. Wer wettet dagegen?

    • Ich nicht😊. Es geht ja nur darum und nichts anderes.

  • Wie viele Grenzen es gibt in einem Land ohne Staatsgrenze.

  • Vielleicht sollte sich das BSW in drei Teile aufteilen. BSW-Links, BSW-Rechts, BSW-Liberal.
    So ist das ja nicht Fisch und nicht Fleisch.

    • Die sind alle Links.

  • Was soll denn die AfD aus deren Wahlprogramm abgeschrieben haben..????

  • Wolf ist eine ganz üble Verräterin.

  • Das Thüringer BSW ist zur politischen Mogelpackung verkommen: Wagenknecht aufs Etikett, CDU-Regierung drin. Mit Proteststimmen ins Parlament, mit Ministersesseln ins Establishment – so sieht Wählerbetrug politisch aus.

    Und Katja Wolf? Die erklärt den Entzug von Voigts Doktortitel zur „Kampagne“. Praktisch: Wenn die TU Chemnitz wissenschaftliche Verstöße feststellt, wird nicht Voigt zum Problem erklärt, sondern die Überbringer der schlechten Nachricht.

    Gleichzeitig kreischt Wolf „Tabubruch“, sobald Wagenknecht über einen anderen Umgang mit der AfD spricht. Diese Empörung ist Realsatire: Das BSW darf seine eigenen Wähler verraten und Voigt die Macht sichern – aber bloß niemand darf die Thüringer Machtidylle stören.

    BSW Thüringen: als Systemkritik bestellt, als Steigbügelhalter geliefert.

  • Komische Partei. Wer hat da eigentlich das Sagen?

    • Ich hoffe: der Wähler!!! Jede Stimme für das BSW sichert offensichtlich die Macht der Altparteien. Jeder Wähler sollte jetzt gut überlegen, was er will: SED im CDU-Gewand, oder der Alternative eine Chance zu beweisen, dass es auch anders geht.

  • Wagenknecht und die Nattern, die sie nährte …

  • Der einzige Grund warum das BSW gegründet wurde war um der AfD in Thüringen ein paar Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl zu nehmen, um sie von der absoluten Mehrheit fern zu halten. Genau das haben sie auch geschafft, denn es sind viele Unentschlossene darauf hereingefallen. Dieses linke Uboot hat seinen Sinn erfüllt und kann weg. Nach der nächsten Wahl in Thüringen sind sie unter Sonstige und das ist gut so!

  • Das ist wohl jetzt die neue Frau vom Dr.Mett? 🤔

    • Es gab ein Bild von beiden Mettenden. Die haben sich angeschmachtet, wie Miosga und Habeck.

  • Aha, das Aufdecken von Betrug und der Entzug betrügerisch erworbener Titel durch eine wissenschaftliche, zuständige Fakultät ist also eine Kampagne. Das ist typisches SED – Sprech und da kommt Frau Wolf ja schließlich auch her.

  • Die Frau will einfach ihr Pöstchen nicht verlieren.

  • Diese Frau ist hochgradig unsympathisch. Das alleine sollte viele davon abhalten, die Partei, die sie vertritt, nochmal zu wählen.

  • Schon bald werden Personen, die sich heute für wichtig halten, im Orkus der politischen Geschichte verschwinden. Gute Reise.

  • Die Rote Katja von Eisenach, nicht vergessen Ihre Handlungen zu Corona Zeiten, da hat diese Dame „Grenzen überschritten“

  • Und irgendwo in Thüringen zieht Bernd Höcke wie „Dr. Evil“ an seinem kleinen Finger…

  • Liebe Frau Wolf, Sie können das nicht schön reden. Wenn man Anstand hat,tritt man zurück. Sie gehören in die CDU, da sind Sie gut aufgehoben.

  • Der arme, bedauernswerte und so überaus integre „Dr.“ Mett. Echt gemein. Man stelle sich mal vor, so etwas wäre mit Höcke gemacht worden.

  • Genossin Wolf muss noch, übrigens genau wie „Dr. Mett“, bis Dezember in „Amt und Würden“ sein, um sich die Altersbezüge zu sichern.
    Wir merken, es geht den „Volksvertretern“ nicht ums Volk, sondern um den Schotter, die Kohle, Penunzen, den Kies oder die Schlacke.
    Eine Schande!

  • Der Wolf im Schafspelz halt 🤠

  • In Sachen Kampagnen und Grenzüberschreitung ist das Manistream-Personal des linken Ablegers BSW, nebst allen anderen Macht- und Pfründeerhaltungsparteien, hinreichend versiert und geübt.

    Und wenn es um Moral und Mitleid geht, auch darin, sich stets als Opfer zu gerieren und dieses Verhalten auf das Feindbild AfD – „Opferngeschichte“ – zu projizieren. Quod licet Jovi, non licet bovi – was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt. Es versteht sich von selbst, dass man sich dabei nicht in der Rolle des Ochsen wähnt. Und selbstredend auf keinen Fall als möglicher Steigbügelhalter für die AfD.

    Starrsinn führt zur Erstarrung, aus der sich niemand mehr befreien kann. Bei Katja Wolf genährt durch die ewig gleiche Verwendung politischer Blindkampfbegriffe „frauenfeindlich und rassistisch“.

  • Da hat wohl jemand bzw. jefraud Angst um die eigene Macht, die Pensionsansprüche und um den eigenen Posten. …Erbärmlich.

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