Gefeuert ohne Wirkung: Was der Umgang mit Christina Stumpp über die brutale Schwäche von Friedrich Merz zeigt
Friedrich Merz fordert die stellvertretende Generalsekretärin Christina Stumpp zum Rücktritt auf – und die sagt einfach Nein. Der neueste Personal-Crash des Friedrich Merz blamiert den Kanzler komplett – und unterstreicht seine Schwäche.
Stellen Sie sich vor, Ihr Chef spricht Ihnen die fristlose Kündigung aus – und Sie sagen einfach „Nein“ und bleiben an Ihrem Platz sitzen. Dafür brauchen Sie entweder ein ordentliches Kreuz – oder einen sehr schwachen Chef.
So geht es Christina Stumpp. Sie ist stellvertretende Generalsekretärin der CDU. Das wissen die wenigsten, denn seit ihrer Berufung durch Merz und den Bundesparteitag 2022 hat die Kommunalpolitikerin kaum öffentliches Profil aufgebaut. Den Posten schuf Merz – dem Vernehmen nach vor allem, um auf dem Weg zum Parteivorsitz sein „Frauenproblem“ zu lösen. Das Amt gibt es in anderen Parteien nicht.
Nach außen hin jedenfalls ist sie mit ihrer Arbeit nicht sonderlich erfolgreich. Stumpp fiel öffentlich eher mit Interviewunfällen auf (mehr dazu hier), in denen sie sich blamierte. Jetzt will Friedrich Merz die Politikerin plötzlich loswerden – und schafft es nicht.
Offenbar mehrmals forderte Merz Stumpp intern auf, ihren Posten zur Verfügung zu stellen. Doch sie lehnte einfach ab. Sie sei immerhin vom Parteitag gewählt und nur der könne sie entlassen – nicht der Parteichef. Damit hat sie recht. Doch dem Parteivorsitzenden und Bundeskanzler so zu widersprechen, ja offen Widerstand zu leisten – das ist selten in der Politik und in der CDU.
Die Geschichte ihrer geplanten Abberufung gelangte innerhalb kürzester Zeit an die Medien, etwa an table.briefings, ein Medium mit sehr kurzem Draht in die Berliner Gerüchteküche. Womöglich sollte Stumpp mit dieser Veröffentlichung gezielt unter Druck gesetzt werden, ihren Posten auch tatsächlich zu räumen.
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Warum geht Friedrich Merz so brutal unter? Es liegt vor allem an ihm selbst: Der Bundeskanzler ist seinem Amt und den Zeiten, in denen er es ausübt, charakterlich einfach nicht gewachsen. Das zeigen viele Beispiele.Deutscher Bundestag
AfD erstattet Anzeige wegen Merz’ Rede von „ethnischen Säuberungen“ – Immunität von AfD-Abgeordnetem aufgehoben
Die AfD-Fraktion hat Anzeige gegen Friedrich Merz erstattet. Sie reagiert damit auf dessen Vorwurf, sie würde „ethnische Säuberungen“ anstreben. Nach dem Willen der Parlamentsmehrheit soll gleichzeitig die Strafverfolgung der Äußerung eines AfD-Abgeordneten ermöglicht werden.Doch sie tat das, was in vielen anderen Szenarien undenkbar gewesen wäre – sie sagte einfach wieder „Nein“ zur eigenen Entlassung, diesmal öffentlich. Die Berichte seien „unzutreffend“, kommentierte Stumpp knapp.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Friedrich Merz, so berichtet es der Journalist Robin Alexander in seinem Podcast Machtwechsel, Christina Stumpp bereits mehrmals zum Rücktritt aufgefordert. In mehreren Gesprächen sei ihr ein freiwilliger Rückzug nahegelegt worden.
Merz und die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hatten sich zuvor darauf geeinigt, Stumpp abzusägen. Ihren Zweck – eine Frau in der Führungsriege der CDU zu sein – hatte sie erfüllt, ihre Schuldigkeit getan. Jetzt, mit Frau Hoppermann vor ihr, war Stumpp in ihrer Rolle überflüssig geworden. Die beiden Frauen sollen sich dem Vernehmen nach nicht gerade grün sein – Stumpp versuchte intern sogar, Hoppermann als Generalsekretärin noch zu verhindern.
Merz und Hoppermann aber machten ihre Rechnung ohne Stumpps Selbstvertrauen. Oder besser: Sie kalkulierten die Schwäche des Parteivorsitzenden nicht ein. Dazu muss man den alten Satz, den man über Merz in der CDU immer und auch in diesem Zusammenhang hört – „Merkel wäre das nicht passiert“ – gar nicht zitieren, denn es wäre auch keinem anderen Parteichef passiert.
Dass Stumpp sich so widersetzt, ist ein direktes Zeugnis des absoluten Autoritätsverlusts von Friedrich Merz. Es zeigt aber auch, dass der Parteivorsitzende mit seinem Führungsstil und seinem Umgang mit Personal so nicht mehr durchkommt.
Dieser Umgang wird nämlich seit Jahren in der CDU als unterirdisch beschrieben. Aus der Unionsfraktion der vergangenen Wahlperiode hieß es immer wieder, Merz begegne vielen Abgeordneten unterkühlt, distanziert und von oben herab – eher wie ein Geschäftsführer eines Unternehmens als wie ein „Erster unter Gleichen“. In der Regierung setzte sich dieser Merz-Stil fort.
Man erlebte das letztlich auch bei der, gelinde gesagt, missglückten Kabinettsumbildung. Friedrich Merz ließ Kabinettsmitglieder wie Verkehrsminister Patrick Schnieder oder den Bund-Länder-Koordinator im Kanzleramt, Michael Meister, auf geradezu beleidigende Art und Weise fallen. Schnieder erfuhr von seinem Ersatz aus der Presse, seine Entlassung teilte Merz ihm telefonisch im Urlaub mit.
Mit der Art und Weise dieses Umgangs stieß Merz viele Parteileute, ja den ganzen Landesverband der CDU Rheinland-Pfalz, vor den Kopf. Er verlor so noch mehr Respekt, noch mehr Autorität. Und gab dem inneren Aufstand gegen ihn weiter Feuer.
Nach übereinstimmenden Berichten saßen am Donnerstagabend die sogenannten „Teppichhändler“ der Unionsfraktion zusammen – die Chefs der Landesgruppen in der Unionsfraktion und die der soziologischen Gruppen, beispielsweise der Christdemokratischen Arbeitnehmer oder der Frauen-Union. Sie sind entscheidend, wenn in der Union Posten verteilt werden, und sollten offenbar für Stumpp eine neue Aufgabe finden. Im Gespräch ist nach Informationen des Podcasts Machtwechsel offenbar die Rolle der agrarpolitischen Sprecherin im Bundestag.
Der Fall Stumpp zeigt: Friedrich Merz hat keine Hausmacht mehr. Die Autorität des Kanzlers, der innerparteiliche Respekt vor dem Kanzler, beides tendiert gegen null. Selbst die Kleinsten können sich im Widerstand gegen ihn jetzt groß machen. Merz hat innerparteilich den Rang einer Piñata erreicht – jeder darf mal draufhauen.
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Zitat: „Merz begegne vielen Abgeordneten unterkühlt, distanziert und von oben herab – eher wie ein Geschäftsführer eines Unternehmens als wie ein ,Erster unter Gleichen‘.“
Sorry, aber „von oben herab“ sollte heutzutage auch kein Geschäftsführer seine Mitarbeiter behandeln. Merz fehlen generell Führungsqualitäten.
Wer eine doch so gute, wenn auch falsche Analyse des Herrn Merz vorlegt, sollte doch aus seiner Anonymität heraustreten, Gesicht zeigen und dann mit Herrn Merz das Gespräch suchen. Sich jetzt händereibend irgendwo im Hintergrund seinen hinterhältigen Angriff feinstens zu zelebrieren, ist im Kommunismus üblich.
Nach dem Knockout am 20.09. läuft der Countdown für Merz. Sein größter Fehler in seinem Leben war, dass er eine Koalition mit der SPD eingegangen ist. Sie hat ihm und der Union den linken Stempel auf die Stirn eingebrannt.
Der Mann besitzt keine Würde.
Ansonsten würde er freiwillig zurücktreten.
Warum sollte er. Er hat die CDU erst halbiert, er it noch nicht am Ziel…
Ich werde das Gefühl nicht los, dass Merz eingeschleust wurde um die Union auf unter 5 Prozent zu bringen.
Es kann es einfach nicht.
Es ist alles nur noch lächerlich. Von daher: Popkorn kaufen, zurücklehnen und die Show genießen, die uns Merz und seine arg gerupfte CDU bieten.
Die Macht des Kanzle Merz sinkt nicht nur, wie derzeit viel berichtet. Sie ist schlicht nicht vorhanden. Er hatte von Beginn seiner Kanzlerschaft überhaupt keine. Diese hatte er bereits mit dem Koalitionsvertrag symbolisch an den Wahlverlierer SPD abgegeben. Der Preis für seine „formelle“ Kanzlerschaft…
Vielleicht hätte also stattdessen einfach Antifa-Lars sie „kommissarisch“ zum Rücktritt auffordern müssen?
Schön, dass ihm selbst eine Frau aus der dritten Reihe die Luft rauslassen kann. Merz‘ Autorität ist perdu und kommt auch nicht zurück. Vielleicht bringt’s ihm ja seine Frau am Wochenende schonend bei.
Merzelchen hat damit auch noch den besonders dummen Fehler begangen, sich mit der sehr mächtigen Frauenfraktion der Union anzulegen.
Wahrscheinlich ist diese überflüssige Quoten-Erfüllungs-Stelle überhaupt erste geschaffen worden, nachdem die Frauen-Union oder wer auch immer mit dem Fuß aufgestampft hat. Warum sollte die Inhaberin jetzt freiwillig hergeben, was ihr „zusteht“? Ich wette, wenn man sie interviewen würde, käme von ihr irgendwas von wegen „Marginalisierung von Frauen“ oder so.
Stumpp hat aktiv versucht, die Ernennung der neuen Generalsekretärin Hoppermann zu hintertreiben und damit von Anfang an keine Chance auf eine Zusammenarbeit gelassen …. dummerweise meinen Frauen immer noch, dass sie nur durch Intrigen einen Platz an der Macht bekommen.
Merz, der Stumpp auf eine andere Position setzen wollte, hat aufgrund der CDU Parteisatzung keine Chance, dies ohne ihre Einwilligung durchzuführen. Keine Führungskraft in einem privatwirtschaftlichen Betrieb würde sich das Verhalten Stumpps gefallen lassen. Sie wäre mittlerweile ersetzt; und wahrscheinlich auch fristlos gekündigt worden, da ihr gesamtes intrigantes Vorgehen gegen ein Unternehmen (aka Partei) gerichtet ist.
Während hier die Kommentatoren keine Hintergrundkenntnisse besitzen, behindert Stumpp bereits sei 09/2022 die Erneuerung der CDU.
Die ehemalige Provinzpolitikerin Christina Stumpp zeigt dem larmoyanten Kanzlerdarsteller zweiter Wahl nun mal, was echte Frauenpower ist. Seine Ansagen kann er sich von nun an in den Allerwertesten…. und das ist gut so ! Es bleibt zu hoffen, das ihr viele Folgen, um diesem elenden aber sehr teuren Spiel ein Ende zu setzen.
Es lässt tief schließen, wenn Sie intrigantes und schadhaftes Verhalten einer Person als Frauenpower bezeichnen.
… im realpolitischen Betrieb wiegen strategische Eigeninteressen, persönliche Antipathien und der Erhalt von Posten schwerer als idealisierte Konzepte von geschlechtsspezifischer Solidarität.