Man werde sich demnächst auch „risikoreiche Dienste“ vornehmen – das war die Antwort von EU-Kommissionsvizepräsidentin Virkkunen, als sie zum Umgang mit VPNs gefragt wurde. Denn mit denen könnte man entsprechende EU-Pläne zu einer verpflichtenden Altersverifikation – und damit einhergehend künftig womöglich auch Identitätskontrollen – einfach umgehen.
Ein Aus für VPNs würde die EU mit ihren aggressiven Vorhaben zum Eingriff in die Anonymität im Netz endgültig auf ein Level mit autoritären Staaten wie China bringen. Auch wenn es kaum zu einem VPN-Verbot kommen dürfte, käme man schon mit einer Art verpflichtendem Identitätsabgleich zu einem ähnlichen Ergebnis. Eins steht jedenfalls schon länger fest: Kaum ein anderer demokratischer Staatsapparat schränkt die Freiheit im Internet so massiv ein wie Brüssel.
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Seit Jahren werden dort unter dem Banner eines Kampfes gegen „Hass und Hetze“ und andere vermeintliche oder tatsächliche illegale Inhalte die Daumenschrauben für Internet-Plattformen angezogen. Man will Algorithmen regulieren, mehr Posts „faktenchecken“, melden und löschen – und zuletzt vor allem eins: an mehr Daten.
Anders kann man die EU-weiten Initiativen für Social-Media-Verbote für Jugendliche nicht verstehen. Eine wirklich funktionierende und zugleich anonyme Methode für eine Altersverifikation gibt es faktisch nicht – am Ende läuft es immer auf eine digitale Verknüpfung mit einem Ausweis hinaus. Wo genau die Daten dazu dann gespeichert sind, ist eine andere Debatte, aber allein das ist bereits der Anfang vom Ende der Anonymität im Netz. Und genau das wird zum Teil unter dem Schlagwort Klarnamenpflicht bereits laut gefordert – auch von Friedrich Merz.
Die EU-Vorhaben laufen dabei alle unter dem Schlagwort „digitale Souveränität“ und folgen klar einer Linie, die dem chinesischen Modell immer näher kommt: volle Kontrolle über das Netz. Man will keine Plattformen dulden, die nicht in den eigenen Händen sind. In China bedeutet das: Ausländische Plattformen beugen sich entweder den heimischen Kontroll- und Zensurvorgaben, oder sie werden verbannt. Und genau auf diesen Weg bewegt sich die EU jetzt immer mehr zu.
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Datenschutzbehörden warnen EU vor anlassloser Massenüberwachung
Private Nachrichten könnten künftig automatisiert überprüft werden – auch in verschlüsselten Messengern. Die Datenschutzbehörden schlagen nun Alarm und warnen die EU vor einer „anlasslosen Massenüberwachung“.Denn unter „digitaler Souveränität“ versteht man in Brüssel im Kern das Gleiche. Man will ausländische Plattformen, meist aus den USA, gefügig machen. Und zwar nicht mal unbedingt, wenn es um bestehende EU-Regeln geht, sondern auch, wenn es schlichtweg um eine Vorstellung aus Brüssel geht, wie Social Media aussehen soll. Dann nutzt man Strafaktionen als Instrument, um gewünschtes Verhalten durchzusetzen – auch wenn man dazu eigentlich gar kein formales Recht erlassen hat.
Das sah man etwa in den „EU Files“. Die EU-Kommission nutzte das Damoklesschwert von Bußgeldern in Wettbewerbsfragen gegen US-Konzerne, um diese faktisch zur Annahme von „freiwilligen Selbstverpflichtungen“ im Umgang mit „Desinformation“ zu zwingen. Wie hier bei Apollo News in der Vergangenheit dazu bereits angemerkt, hat dieser „nicht-legislative Ansatz“ über „Codes of Conduct“ dabei den netten Nebeneffekt, dass Selbstverpflichtungen der Plattformen, anders als Gesetze, nicht an Bürgerrechte gebunden sind.
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Konkret lieferte die EU-Kommission Plattformen ein „Handbuch“ für sogenannten „Borderline Content“, also Inhalte, die man als „lawful but awful“ („legal, aber schädlich“) bezeichnete – mit der kaum verhohlenen Erwartung, dass die Plattformen gegen jene auch nach europäischem Recht erlaubten Äußerungen vorgehen. Aus internen Mails von US-Konzernen, die durch die „EU Files“ publik wurden, ist schwarz auf weiß zu lesen, dass man dort „keine Wahl“ hatte, als den EU-Erwartungen zu folgen.
So geht man bereits seit Jahren mit den Plattformen um – von dem DSA und dem aus Brüssel aufoktroyierten „Trusted Flagger“-System, bei dem man Sonderrechte für ausgewählte NGOs schuf, mal ganz abgesehen. Die jüngsten Vorstöße hingegen bewegen sich immer mehr in Richtung digitaler Abschottung. Denn jene „digitale Souveränität“ kann man nur dann durchsetzen, wenn auch ausländische Plattformen spuren – und das ist nicht mehr bei allen der Fall.
Im Visier sind deshalb nun vor allem X und Telegram. Frankreich führte sogar schon Razzien bei X durch und nahm zeitweise den Telegram-Gründer Pavel Durov fest. Vorgeschoben werden dann gerne andere Dinge: echte illegale Inhalte wie Drogenhandel oder Kinderpornografie, die es auf Plattformen gibt. Nicht schnell oder gründlich genug würde man dagegen vorgehen, ist dann immer die Anschuldigung – ein sehr schwammiger Vorwurf, dem man natürlich nur dann mit wirklich hoher Garantie entgeht, wenn man grundsätzlich in seiner Moderation ganz dem vorgeschlagenen EU-Handbuch folgt, auch wenn es um harmlosere Inhalte geht. Ganz nach dem Motto: Lieber zu viel als zu wenig zensieren.
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Wenn die Plattformen nicht spuren, gibt es nur zwei Optionen: sie bestrafen – mit hohen Geldbußen und womöglich gar einem EU-Bann – oder man statuiert an den Nutzern selbst ein Exempel. Europa scheint beide Wege zu gehen. Schon jetzt verhängt die EU-Kommission wegen DSA-Verstößen Strafen in Millionenhöhe gegen X, während die Debatte um ein Verbot immer weiter hochkocht. Am liebsten würde man es ja durch ein „öffentlich-rechtliches, europäisches Twitter“ ersetzen, wie man immer wieder hört. Denn das hätte man dann wirklich komplett unter Kontrolle.
In Deutschland sieht man zudem schon jetzt, wie Bürger, die sich unliebsam im Netz äußern, mit Razzien unter Druck gesetzt werden. Und das selbst, wenn entsprechende Strafverfahren am Ende vor Gericht kaum Aussichten haben. Bislang stand dem eigentlich nur eines wirklich im Weg: die Anonymität im Netz. Daher ist es kein Wunder, dass auf einmal das Interesse an Klarnamenpflicht und verpflichtenden Alters- beziehungsweise Identitätschecks auf einem neuen Hoch ist.
Wenn man die „Übeltäter“ künftig noch einfacher und am besten sogar mit möglichst wenig nötiger Mithilfe der Plattformen identifizieren kann, reicht das aus, um mit entsprechendem staatlichem Druck den Meinungskorridor im Netz immer weiter einzuengen.
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Für sich genommen führen diese einzelnen Eskalationsschritte der europäischen Politik natürlich noch nicht zu Verhältnissen wie in manchen Diktaturen. Aber es offenbaren sich Parallelen. Etwa eben zur „Großen Firewall“ in China, wo alles, was darüber hinaus ins Reich der Mitte kommt, auch ohne Wenn und Aber unter der Kontrolle des Staates ist. Wo Polizisten bei Bürgern vorbeischauen, wenn diese unliebsame Meinungen posten. Wo Plattformen zensieren, wie es der Staat vorgibt. Und wo ausländische Plattformen und VPNs verboten werden, wenn diese nicht auf Linie sind und etwa Wege heraus aus der „Großen Firewall“ anbieten.
Europas Politiker mögen nicht denen der Kommunistischen Partei Chinas gleichen, aber die Methoden, der ungebändigte Kontrollwille über jeden Fleck Internet, ähneln sich zunehmend. Wenn hierzulande US-amerikanische Plattformen, die aus einem freien und demokratischen Land stammen, auf einmal als „ausländische Einflussoperationen“ gebrandmarkt werden, nur weil sie nicht so zensieren, wie man es sich hierzulande wünscht, dann ist durchaus ein ganzes Stück Freiheit in Gefahr. Weil das Internet schließlich von jenem internationalen Austausch lebt, davon, dass man digitale Grenzen ungestört überqueren kann – anders als die in der physischen Welt. In Europa scheint dabei zunehmend das Gegenteil zur Realität zu werden.
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es wird immer besser,
immer stärker greifen Staaten und Institutionen in unsere digitale Freiheit ein. Unter dem Vorwand von Sicherheit, Jugendschutz oder dem Kampf gegen „Desinformation“ werden Maßnahmen vorbereitet, die unsere Anonymität im Internet gefährden. Alterskontrollen, Identitätsprüfungen und mögliche Einschränkungen von VPN-Diensten könnten dazu führen, dass freies und anonymes Kommunizieren im Netz bald kaum noch möglich ist.
Das Internet lebt von Offenheit, freiem Austausch und der Möglichkeit, Informationen ohne Angst vor Überwachung zu teilen. Wenn Plattformen zunehmend unter politischen Druck geraten, Inhalte zu löschen oder Nutzer leichter identifizierbar zu machen, steht nicht weniger als die digitale Meinungsfreiheit auf dem Spiel.
Der Oberhammer ist doch der, dass hier jeder rein-, durch- und rauslatschen kann, wie er lustig ist.
Europa ist offen wie ein Scheunentor, aber das digitale Netz bekommt zehn Schlößer.
Die digitale Welt wird geschützt wie Fort Knox, die reale ist egal.
Ist das schon der Transhumanismus?
Du willst argumentieren mit Anonymität und Freiheit als ob das moralische Güter und Argumente in sich selbst sind. Es gab schon anonymen Austausch da brauchte man noch eine Druckerpresse die sich auch nicht hinter VPNs verstecken lies. In der DDR konnte man geheime Schreibmaschinen besitzen. Flugblätter wurden auch von Hand produziert. Aber du dagegen verstehst nicht was „digitale Meinungsfreiheit“ überhaupt ist. Sowas gibt es nicht und gab es nie. Wie kann es also sein, dass du trotz Internet, immer noch solche Fehlinformationen verbreitest.
Was bist du?
Praktikant in der EU Kloake Brüssel?Mach mal deinen Hauptschulabschluss…
wo liegt „Evropa“?
Oder meintest du deinen ev.-röm. Opa?
Wer zu blöd ist sich im Internet zu „anonymisieren“ der hat im Internet sowieso nichts verloren.
Irgendwas muss passieren.
Entweder die freiheitlich begabten Europäer wandern in die Staaten, oder die Staaten kommen zu uns.
In den Staaten würden die keinen von Euch Witzfiguren hereinlassen.
Wieso beleidigen Sie mich?
Verschafft Ihnen das Befriedigung?
Ein 11,3 Milliarden US-Dollar Budget für die Einwanderungsbehörde ICE ist auch nicht gerade ein Willkommensschild. lol
Da ist es wieder..
Es ohne Resthirn..
Das ist Blödsinn weil in den Staaten auch die Polizei zu dir kommt wenn du dich im Internet bspw. negativ über Israel äußerst. Vance hat den dummen Populisten in München etwas vorgelogen und die sind drauf reingefallen. Niemand schützt deine „Freiheit“. Das ist nur ein dummer Sammelbegriff für die Fantasien von Leuten ohne Macht im Leben.
troll dich in deinen natürlichen Lebensraum.
Die DDR war nichts dagegen!
Auf der einen Seite die kommunistisch-sowjetische Besatzung Mitteldeutschlands so frech verharmlosen, auf der anderen Seite sich dann so fühlen wollen wie der große Rebell, weil man sich so rotzfrech im Internet aufführt.
Leider kam mein Kommentar nicht durch.
Gelungenes Bild!
Ich hätte viel zu VdL und ihren Verbrechen zu sagen. Kommt nicht durch.
Ja voll mies Meinungsfreiheit und so dass dein dummes Geschimpfe nicht durchkommt.
Korananbeter haben keinen Mehrwert. Remigration jetzt!
Mehrwert, huh. Ist das wirklich eine Dose die du öffnen willst über den „Mehrwert“ von Menschen zu urteilen. Das geht nicht gut aus für dich.
Nur die AfD und DieBasis können für ein freies Internet sorgen. Die AfD liegt mit 29 % weit vor der Union mit 22 %.
https://jlt343.wordpress.com
Das Internet war vielleicht in den Pionierzeiten mal frei, aber das ist es doch schon lange nicht mehr…
„…von dem DSA und dem aus Brüssel aufoktroyierten „Trusted Flagger“-System, …“
Kleiner Klugscheißer-Einwurf:
„Oktroyieren“ heißt bereits „Aufdrängen“
Ergo heißt „aufoktroyieren“ folgerichtig „aufaufdrängen“.
Zum eigtl. Thema will ich mich sicherheitshalber nicht äußern und verweise da auf das gestrige, 2.5-Stündige youtube-Video von Ben[ungescripted] mit Joachim Steinhöfel, in dem es exakt darum geht.
Das sollte man unbedingt gesehen haben!
Die können hier alle nicht wirklich Deutsch. Also die Bedeutung von Worten ist ihnen nicht geläufig, oft sind Sätze redundant formuliert, oder Metaphern werden falsch verwendet. Die automatischen Übersetzungen aus dem Englischen, weil man seine Artikel vielleicht sogar aus dem Group-Chat diktieret kriegt, mal ausgenommen.
Und „klugscheißen“ heißt jemanden belehren wollen, damit aber falsch zu liegen. Aber dein Einwurf ist ja korrekt.
Im Iran gibt es gar kein Internet, in Russland nur russisches Internet, in der Türkei bei Demos gerne mal unterbrochen und jetzt der Hit:
in der EU nur noch Brüssel-Internet.
Worin besteht jetzt der Unterschied zu Russland?
Robert Loeffel, Bern 17.05.2026 um 17:32 Uhr
„Worin besteht jetzt der Unterschied zu Russland?“
Ufff, wenn das einzige Kriterium für dich ist im Internet irgendwie alles zu dürfen, dann gute Nacht.
Man bekommt den Eindruck als verachten sie die Wahrheit wie der Teufel das Weihwasser. Die Angst muss riesig sein.
Nein, die haben keine Angst vor euch. Die hatten auch keine Angst vor Orban. Ihr seid lediglich nervige Bremsen die genug können um zu stören, nichts Produktives beitragen, nichts Eigenes aufbauen können, aber den Progress allgemein verlangsamen.
Seit über 10 Jahren russische Propaganda nach Deutschland reinpumpen aber gegen die Ukraine verliert der Putin dann trotzdem. Also wozu das alles mit Verschwörungstheorien über NATO Expansion? Hat nichts gebracht, hat nur genervt, und jetzt ist das Maß halt mal erreicht.
Merkel installierte Flinten-Uschi eigenmächtig zur Staatsratsvorsitzenden in der Duma des Vielvölkerstaat Europa und mit ihrer Hilfe wird in Brüssel eine Meinungsdiktatur mit viel Zensur installiert.
Alles zu unserem „Schutz“. Dabei wären physische Grenzen viel wirkungsvoller.
DEXIT!!
Die nächste „Pandemie“ oder ein Krieg sollen „erfolgreich“ enden, todsicher. Wahrheit & Wirklichkeit Schaden nur, deswegen das unnormale Tempo. Das der Schuppen in Belgien nix mit Demokratie oder Menschenrechten zu tun hat, ist wohl der meisten Insassen bereits geläufig.
Was will man machen?
Es gibt schlicht zu viele Wahlberechtigte, die zu dumm sind selber zu denken, die auf kindlichen Niveau sind, das „Tagesschau“ und „heute“ neutrale Berichterstatter sind,
Ich habe solche in der Familie und kann mich nur Fremdschämen. Die sind davon überzeugt und zitieren/berufen sich auf heute und Tagesschau.
Solange solch wählen, werden sie Altparteien Wähler, nicht aus Überzeugung, sondern aus Gewohnheit, oder eben dem ÖRR -Geist folgend.
Es sind exakt die Leute, die später sagen werden, wenn es zu spät ist,“das konnte ja keiner ahnen“.
Die EU ist ein Versagerstadl..Brüssel verwest schon, merkt es aber nicht…
„Chinesischen Methoden“ wären toll, wenn sie dann zu chinesischen Ergebnissen führen.
Die chinesische Regierung setzt in China immerhin eine moderne Gesellschaft durch, die wirtschaftlich die USA überholt, und der Orangenmann zu Xi gehen muss wie ein Bittsteller. Die chinesische Regierung schützt das chinesische Internet vor Feindpropaganda.
Es ist von Apollo daher widersprüchlich von chinesischen Methoden zu schreiben, aber gleichzeitig vom „Angriff auf das freie Internet“. China greift das „freie Internet“ nicht an. Man greift nicht mit Mauern an. Mein Gartenzaun ist kein „Angriff“ auf den Bürgersteig davor.
Ganz schwach von euch.
Das ist ein sehr, sehr gutes Projekt einen „walled Garden“ zu schaffen für EUROPÄER in dem Scammer aus der Dritten Welt, russische Propaganda, KI Slop von amerikanischen Multimillionären und Malware nicht erlaubt sind.
Richtig, richtig gut.
Wenn Rechtspopulisten nicht so oft lügen würden, dann würden sie auch kein Problem damit haben, dass gegen Desinformation vorzugehen ihr Geschäftsmodell gefährdet.
Man kann ja bei X.com unter dem Apollo Account in der Kommentarspalte nachsehen, wie oft Apollo beim lügen erwischt wird und nie, auch nie ein einziges Mal, eine Richtigstellung veröffentlicht hat.
Wenn euch diese neuen Gesetze treffen, dann seid ihr selbst schuld.