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Eine Weiter-so-Rede eines Kanzlers im Sinkflug

Sollten unerschütterliche Optimisten daran geglaubt haben, dass Friedrich Merz seine Parteitagsrede bei der CSU dazu nutzt, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen, dürften sie enttäuscht worden sein. Merz hat außer einem „Weiter so“ nichts mehr zu bieten.

Bundeskanzler Friedrich Merz beim CSU-Parteitag. (IMAGO/Chris Emil Janßen)

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Historische Unbeliebtheitswerte für den Bundeskanzler, 18 Prozent für die Union in den Umfragen, dazu eine Bundesregierung, die strukturell zerstritten ist und selbst die Umsetzung von Mini-Reförmchen immer wieder verschieben muss. Das war die Ausgangslage für Friedrich Merz, als er beim CSU-Parteitag das Wort ergriff.

Doch sowohl er als auch die freundlich applaudierenden CSU-Delegierten wollten sich davon spürbar nicht beeindrucken lassen. Zwar gab Merz zu, dass die Union sich „in keiner einfachen Lage“ befinde und es kein „Exklusivrecht auf das Kanzleramt“ gebe, und räumte ein: „Wir werden kämpfen müssen“. Aber an seiner Fähigkeit, diesen Kampf erfolgreich zu führen, wollte er keinen Zweifel aufkommen lassen.

Selbstbewusst formulierte er: „Wir wissen, was zu tun ist, um langfristig Erfolg zu haben“. Dabei bezog er sich auf die geplanten Reformen, die er offensichtlich für hinreichend hält, um Deutschland politisch wieder auf den richtigen Pfad zu bringen. Lang und breit führte er über die verschiedenen Politikfelder hinweg aus, was für gute Arbeit seine Bundesregierung leiste.

Man mache die Sozialversicherungssysteme „zukunftssicher“, das Verbrenner-Verbot werde dank der Union fallen und die „Technologieoffenheit“ werde „entschlossen“ umgesetzt. Die Migrationspolitik unter Alexander Dobrindt sei ein voller Erfolg, Merz hob hervor, dass 70.000 Einreisen nach Deutschland verhindert wurden. Deutschland sei in Europa nun ein „Vorreiter“ im Kampf gegen die illegale Migration.

Der Bundeskanzler entwarf in seiner Rede ein Deutschland des Jahres 2040, das auch dank seiner Bemühungen eine großartige Nation sein soll: „In dieser Zukunft sollen die heute jungen Menschen dann sagen: ,Wir leben in einem freien Land, wir leben in einem freien Europa, das sich jetzt sogar selbst verteidigen kann´“. 

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Weiter führte er seine Wunschvorstellung aus: „Wir haben in diesem Land Chancen bekommen, ich kann meine Talente in diesem Land frei entfalten. Ich lebe in einem Land, in dem die Gesellschaft friedlich zusammenlebt. Ich kann hier lieben, wen ich will, ich kann hier leben, wo ich will, ich kann hier sagen, was ich will.“

Diese Erzählung, die ersichtlich Optimismus verbreiten und den Glauben der Menschen an die Bundesregierung wiederherstellen sollte, steht nur leider in diametralem Widerspruch zur Realpolitik der Merz-Regierung, die aus immer mehr Schulden, immer mehr Abgabenlast und immer weiter aufgeschobenen Reformen besteht. Und je schöner seine Ankündigungen klingen, desto deutlicher wirkt der Widerspruch zur Realität.

Friedrich Merz hat sich selbst rhetorisch handlungsunfähig gemacht. Schlechte Sätze von ihm bestätigen seine schlechte Politik, isoliert betrachtet gute Sätze lassen seine schlechte Politik noch schlechter aussehen. Das hat seine Parteitagsrede einmal mehr bewiesen.

Da hilft es auch nichts, wenn er den Kampf gegen den Extremismus beschwört und sich dorthin flüchtet. „Freiheit statt Extremismus“ ruft der Kanzler aus, ohne selbst für Freiheit zu stehen und gleichzeitig dafür verantwortlich zu sein, dass die von ihm als demokratische Gefahr betrachtete AfD immer stärker wird.

Abermals kristallisierte sich heraus, wie Friedrich Merz seine verbleibende Amtszeit als Bundeskanzler begreift. Er sieht sich selbst als Reformkanzler, der die deutschen Probleme löst. Gut, die Reformen sind minimalistischer Natur, und ob sie kommen, weiß er vermutlich nicht einmal selbst. Aber was stören schon solche Detailfragen?

Daneben hat er die Verteidigung der bundesrepublikanischen Demokratie als seine historische Aufgabe auserkoren. Er warnt vor Linken wie der AfD, betont immer wieder richtigerweise die russische Bedrohung, begreift aber nicht, dass das nicht ausreichen wird. Ein hilfloser Kanzler kann der selbst erwählten historischen Aufgabe gar nicht gerecht werden.

Und hilflos ist es, wenn Merz bei der CSU beispielsweise fordert: „Die Belastungen für Beschäftigte und Unternehmen, sie können nicht weiter wachsen“. Doch, können sie, auch dank der schwarz-roten Bundespolitik. Das weiß auch jedes Unternehmen und jeder Beschäftigte. Die Frage drängt sich auf, wen Merz überzeugen möchte – vermutlich sich selbst.

Auch sein Ausrufen einer Zeit der „Richtungsentscheidungen“ und seine Verweise auf Adenauer, Strauß, Waigel und Stoiber lassen ihn nicht stärker erscheinen, im Gegenteil. Ein Politiker, der sich nicht gegen Lars Klingbeil durchsetzen kann und Parteiausschlussverfahren ins Spiel bringt, wenn Christdemokraten einen AfD-Landtagspräsidenten wählen, kann sich kaum glaubwürdig auf Adenauer und harte Entscheidungen berufen.

Wenn schließlich ein Bundeskanzler, der gerade eine Zuckersteuer einführt und die Abgabenlast erhöht, in die Runde fragt, wie man das Leben der Menschen wieder bezahlbarer machen könne, ohne in der Lage zu sein, eine Antwort zu finden, als wäre er ein Oppositionspolitiker, wird endgültig klar, dass Friedrich Merz den Deutschen keine Konzepte mehr anzubieten hat. Er hat eine Weiter-so-Rede gehalten, befindet sich aber blöderweise im Sinkflug.

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50 Kommentare

  • wenn er Mann auftritt drehe ich automatisch den Ton ab. Ich kann diese ambivalenten Nichts-Aussagen einfach nicht mehr ertragen.

    • Merz steht nicht für Remigration. Und er steht nicht für Anti-Turbokapitalismus. So kann er abdanken.
      Am 15. Dezember können AfDler und BSWler Siegmund zum MP wählen.
      Bitte mit Ecosia suchen: Christliches New Age. Das CNA-Manifest.

      • Was ich womit suche, vestiime ich selber. Dein Scheiß-Sektenlink ist zwar jetzt nicht dabei, hast ihn aber durch aufdringlichste Werbung ersetzt. Hau endlich ab, Du verdammter Vollidiot !!!!

    • Ein Satz von ihm wurde wohl unvollständig zitiert: „Ich kann hier sagen, was ich will.“
      Komplett muss es heißen: „Ich kann hier sagen, was ich will, wenn ich einen Bademantel und genug Geld für den Anwalt und die Strafe habe.“

    • Das geht mir genauso. Und auch bei der Weidel. Deren hysterisches Gekreische ist genauso unerträglich wie der Quatsch von Merz.

  • „Freiheit statt Extremismus“.
    Ich bin für extreme Freiheit.
    Leider wird man in Deutschland hoch verschuldet u. ausgenommen, und sicher auf die Strasse gehen, kann man auch nicht mehr. Zu bestimmen hat man auch nichts mehr, das macht jetzt Brüssel.
    Tolle Freiheit!

    • Der Extremismus ist heute ein Merkmal der sogenannten „Mitte“! Was waren die ehemaligen DDR Granden voll Rührung, wenn sie das erleben hätten dürfen.

    • ausgenommen ist noch beschoenigend.

      schaut euch das an:
      geld ist in huelle und fuelle vorhanden.

      stefan homburg:

      **So planen Merz und Klingbeil die Entwicklung der Ausgaben in den nächsten Jahren. Merken Sie etwas? Ich fürchte, die meisten Bürger merken nichts.**

      https://pbs.twimg.com/media/HVZuQXSXkAApc6M?format=jpg&name=900×900

      https://x.com/SHomburg/status/2113998988600868876

      dazu kommt noch die forderung des schneekoenigs, dass die EU das ukrainische militaer fuer mindestens 10 jahre finanziell tragen soll.

    • Ich bin auch für extreme Freiheit. Vor allem für die Freiheit, Deine Freiheit extrem einzuschränken.

  • Ich wette, dass dieser Mann die vollen 4 Jahre durchmachen wird….ohne jede erkennbare Verhaltensänderung. Uns stehen noch viele einschläfernde Reden bevor…

    • Und das mit den daraus entstehenden Konsequenzen

  • „Tja, welches Mikroskop nehme ich nun?“ (Bild)

    • Das Bild erinnert mich ein wenig an Mr. Smith in „Matrix“.

  • „Die Basis des Optimismus ist die reine Furcht. “ (O.Wilde)

  • Die Geister des Untergangs beschwören sich selbst. Dieser Parteitag ist eine geradezu absurde, gegenseitige Beweihräucherung. Einander die Händchen halten, bevor man im eiskalten Atlantik der Realität absäuft

    • Merz versprüht die Aura eines Totengräbers

  • Er erinnert an Egon Krentz

    • Wer ist Egon Krentz? Liest Du Deinen Quark vor dem Absenden nicht mal? Hauptsache, dumm rumblöken. Typisch AfD-Oppa.

  • Dieser Kanzler hat noch viieellll mehr zu bieten. Die verbrannte Erde die er hinterlässt ist erst der Anfang.

  • BILD zitiert dem Fritz: „Die Menschen sagen mir: Halten Sie durch!“
    Na, wenn das schon die Menschen zu ihm sagen …
    Ob die Melanie Amann hier ein kleines Fragezeichen hinter die anekdotische Evidenz setzen würde? Man weiß es nicht.

    • „Die Menschen“ – wer soll das denn sein?
      Drei CDU-Wähler; Verwandte, Freunde, Bekannte, Hausangestellte, Chauffeure, Ferienhausverwalter, sein Banker, sein Anwalt, Weimer und vielleicht noch der Bäcker am Tegernsee.

  • Angesichts dessen, dass schon seit vielen Jahrzehnten es besonders Amtsträger vermeiden, „zu einer eigenen Verantwortungsübernahme zu kommen“ (Fegert, in: SWP v. 25.2.2023: 4), lässt es aufhorchen, wenn der Bundeskanzler heute in München am Samstag, den 24. Oktober 2026 ausruft: „Wir wollen Verantwortung tragen!“. Ist bislang die Bitte an eine Staatsanwaltschaft herangetragen worden, die Umstände im Detail vor Augen zu legen, die zum Tod eines Menschen geführt haben, erfolgte sogar vonseiten des Ministeriums der Justiz als der darüber die Aufsicht führende Behörde eine Abweisung. Schon daran ist erkennbar, dass kein öffentliches Interesse daran besteht, die Verantwortlichen ausfindig zu machen. Damit die wahren Gründe nicht im Dunkeln bleiben, ermöglicht zwar die Strafprozessordnung, ein Klageerzwinungsverfahren vor dem Oberlandesgericht anzustrengen. Aber die Hürden sind dann so hoch angesetzt, sodass Straflosigkeit fast schon garantiert ist.

  • Im Sinkflug? Echt? Er ist in einem Abwärtsstrudel(kuchen) geraten. Das wird sehr schwierig für ihn als „Pilot“ und seiner Clique.

  • Merz ist nicht im Sinkflug. Merz ist abgestürzt. RÜCKTRITT SOFORT !!!!!

    • Solange es noch eine geriatriesche Wählerschaft in relevanter Größenordnung gibt, die stramm weiter CDU und CSU wählt, solange wird sich nichts ändern. Dieses Land hat sich an die totale Verblödung verkauft.

  • Wenn man ehrlich ist, ist es doch nur noch ein wimmern.

    • Immer noch besser als das substanzlose Geheul der AfD-Fanboys.

  • Ein weiter So bedeutet in meinen Augen und Ohren, weiterhin Geld für die Ukraine, weiterhin Geld aus Deutschen Bürgern pressen, und weiterhin alles verteuern bis du bei Wasser und Brot angekommen bist.

  • Merz ist nicht der Kanzler von Deutschland, Merz ist der Kanzler der Ukraine. Außer einem Krieg auf Schuldenbasis hat er nichts mehr zu bieten. Er ist der personifizierte Untergang unseres Landes!

    • Merz ist der Kanzler der intellektuellen Implosion!

  • Mann, hat der wieder gelogen! Außerdem – welche Talente hat er, die er frei entfalten kann???

  • Definition Merz: Ignoranz, Arroganz, kompletter Realitätsverlust,Verzweiflung….Ich will Ich will für immer Kanzler bleiben……..ist nur meine persönliche Meinung…

  • Duemmliches Gelaber der Resterampe…

    • Dein Gelaber ist noch weit dümmlicher.

  • Nach der Hälfte des Artikels habe ich aufgehört zu lesen (da kommt einem ja der Mageninhalt hoch) – glaubt dieser Typ, der sich Bundeskanzler nennt, wirklich an das, was er da von sich gibt? Einfach unfassbar!!!
    Vorschlag: nachhause ins Sauerland abtauchen, schön um den Biggesee und durchs Rothaargebirge wandern, wenn das nicht reicht, ab ins südliche Ferienhaus. Aber bitte, bitte nicht mehr regieren wollen. 90% der Deutschen haben keinen Bock mehr auf einen Stümper.

  • „In dieser Zukunft sollen die heute jungen Menschen dann sagen: „Wir leben in einem freien Land, wir leben in einem freien Europa, das sich jetzt sogar selbst verteidigen kann.“

    Sollen sie es sagen können, oder sollen sie es sagen müssen?
    Und wen will er eigentlich heute mit „dann“ überzeugen?
    Ihr könnt ja noch nicht mal die eigene Bevölkerung im Land verteidigen.
    Ihr holt tausende Verbrecher und Verrückte ins Land.
    In Frankreich, Spanien, Italien zeigen Euch Migranten und Linke wer das sagen hat.
    Ihr habt nur Unheil gebracht, und Ihr habt nur noch die Kontrolle über rechtschaffene Bürger, alles andere wächst Euch haushoch über den Kopf.

  • fritz oder krieg.
    das muss reichen.
    an die arbeit jetzt!

  • Der Lügenbold und Wahlbetrüger kommt doch aus der Lügennummer gar nicht mehr raus. Abgeleitet von der Scheckreiterei, ber der man den geplatzten Scheck mit einem neuen „abfängt“, macht er es mit seinen Lügen und Versprechen. Lügenreiterei, das ist es, was dieser windige Typ macht und das von Anfang an.

    • Ich glaube es geht denen garnicht um irgendwelche Resultate .
      Die spielen auf Zeit .
      Was wird wohl bis 2029 auch bei einer absoluten AfD Mehrheit unumkehrbar geworden sein ?

      • Grundgesetzänderungen und Massenmigration plus Einbürgerungen.

  • Wer dem Lügenkanzler noch glaubt hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

    • Die Kontrolle über unser Leben haben wir verloren, als wir es versäumt haben, das verlogene Drecksgesindel unter Gejohle mit Fußtritten wegzujagen.

      Die Kontrolle über unser Leben wiederzuerlangen, wird langwierig, anstrengend, überauus belastend und extrem unappetitlich.

    • Oder ist ein dummer Drcksack…

  • Diesem Tölpel kann ich keine drei Sekunden zuhören.

    • Leider hängt aber ein nicht unbeachtlicher Teil der Rentnerschaft an seinen Lippen.

    • Und ich kann den Müll eines Tölpels, der sich Eiderdaus nennt, keine einzige Sekunde lesen.

  • Diese unsägliche Person sollte von einem Amtsarzt mal auf seine geistige Gesundheit überprüft werden. Dieses absolute Fehlen an Selbstkritik und Reflektion kann nur pathologische Uraschen und Gründe haben.

    • Das gab es in der deutschen Politik leider schon öfters, hatte immer verheerende Folgen für das Land. Offenbar lieben die Deutschen solche Charaktere.

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