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Hohe Kostenbelastung

Drei Insolvenzen in zwei Wochen: Das Brauerei-Sterben eskaliert

Das Brauereisterben in Deutschland nimmt zunehmend ernst zu nehmende Ausmaße an. Allein in den vergangenen zwei Wochen haben drei Brauereien Insolvenz angemeldet. Hintergrund sind neben den rückläufigen Konsumgewohnheiten auch die hohen Kostenbelastungen.

Symbolbild (IMAGO/Winfried Rothermel)

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Brauerei-Insolvenzen sind in Deutschland längst keine Seltenheit mehr. Ganz im Gegenteil: Sie sind fast schon Alltag geworden. Kaum vergeht ein Monat, in dem nicht eine traditionsreiche Brauerei den Weg zum Insolvenzgericht antreten muss. Im Juni 2026 – genauer gesagt binnen zehn Tagen – meldeten sogar gleich drei Brauereien Insolvenz an.

Den Anfang machte am Montag, dem 12. Juni, die Brauerei Ott aus Bad Schussenried in Baden-Württemberg. Das Unternehmen stellte bislang jährlich rund 60.000 Hektoliter Bier her und beschäftigte rund 40 Mitarbeiter.

Nur eine Woche später meldete die Aktienbrauerei Kaufbeuren Insolvenz an – ein Traditionshaus mit Wurzeln, die bis ins Jahr 1308 zurückreichen: mehr als sieben Jahrhunderte Brauereigeschichte. 84 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.

Am 22. Juni folgte dann die nächste Schreckensmeldung: Das Hofbrauhaus Wolters aus Braunschweig ist insolvent. Das Unternehmen wurde 1627 gegründet und blickt damit ebenfalls auf eine beachtliche Geschichte und lange Tradition zurück.

Drei Insolvenzen in der Branche in nur zehn Tagen – das wiegt schwer. Noch bedrückender fällt jedoch der Blick auf den langfristigen Trend aus: Wie aus einer Pressemitteilung des Deutschen Brauer-Bundes hervorgeht, mussten in den vergangenen sechs Jahren – bis April 2026 – insgesamt 137 Brauereien in Deutschland aufgeben. Allein im Jahr 2024 schlossen 52 Betriebe.

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Ein zentraler Grund für das sich verschärfende Brauerei-Sterben in der Bundesrepublik ist der schwindende Bierkonsum in Deutschland. Laut dem Statistischen Bundesamt sank der deutsche Bierabsatz im Jahr 2025 um 6,0 Prozent auf 7,8 Milliarden Liter – den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1993. Seit Jahren ist ein anhaltender Negativtrend zu beobachten. Im Jahr 2020 wurden noch 8,7 Milliarden Liter Bier abgesetzt.

Geänderte Präferenzen im Konsumverhalten spielen dabei eine entscheidende Rolle. Konsumenten, insbesondere junge Erwachsene, greifen zunehmend zu Wein, Cocktails, Longdrinks oder schlicht zu alkoholfreien Alternativen. Der Gesundheitstrend und ein gestiegenes Bewusstsein für Alkoholkonsum drücken auf den Absatz. Von dieser Entwicklung profitiert zwar der Markt für alkoholfreies Bier. Dessen Anteil am gesamten Bierabsatz stieg zuletzt immer weiter an – allerdings bei Weitem nicht stark genug, um den Rückgang bei klassischen Bieren auszugleichen und die Hersteller zu entlasten.

Während der Konsum rückläufig ist und deutsche Brauereien unter Druck setzt, machen ihnen parallel dazu die steigenden Kosten – vor allem für Gas, Öl und Strom – zu schaffen. Dass die Brauereien besonders stark darunter leiden, liegt daran, dass sie zu den besonders energieintensiven Betrieben zählen. Ein großer Teil ihrer Energiekosten entfällt allein auf die Prozesskühlung und die Dampferzeugung.

Hinzu kommen die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kosten für Löhne sowie höhere Preise für Rohstoffe wie Flaschen, Etiketten, Hopfen, Braumalz und Kohlensäure. Braumalz etwa verteuerte sich insbesondere infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine erheblich, da die Ukraine als einer der wichtigsten Gerstenexporteure ausfiel und die globalen Getreidemärkte in Bewegung gerieten.

Doch damit ist es noch nicht getan: Auch die erzwungene Dekarbonisierung der Produktion – Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden – erschwert heimischen Brauereien das wirtschaftliche Arbeiten und verschärft die Insolvenzdynamik.

Der Hintergrund: Beim Sieden in der Sudpfanne, bei der Gärung und Lagerung, bei der Abfüllung sowie bei der Trocknung des Braugetreides werden kontinuierlich große Mengen an Wärme und Kälte benötigt – bislang überwiegend erzeugt durch Gas und Heizöl. Zusätzlich entsteht CO2 auch bei den chemischen Prozessen der Gärung. Hinzu kommt, dass viele Brauereien sogar Kohlendioxid zukaufen müssen, etwa zum Aufschäumen von Getränken oder für die Reinigung von Flaschen.

Es wird deutlich: Der politische Druck hin zur Dekarbonisierung macht es erforderlich, dass Brauereien ihre Produktionsanlagen grundlegend umrüsten oder teilweise komplett neu aufbauen. Das ist teuer und technisch äußerst komplex.

Zu den Maßnahmen, die viele Brauereien potenziell umsetzen müssen, zählen unter anderem der Ersatz gasbetriebener Sudpfannen durch elektrisch beheizte Anlagen oder Wärmepumpen, die Umrüstung der Kälteanlagen auf natürliche Kältemittel, neue Netzanschlüsse für den höheren Strombedarf sowie der potenzielle Aufbau einer eigenen CO2-Rückgewinnung aus dem Gärprozess.

Für kleinere Brauereien stellt dies ein erhebliches Finanzierungsproblem dar. Das Riedenburger Brauhaus – eine der wenigen Brauereien, die diesen Weg derzeit geht – beziffert den Investitionsbedarf für die Dekarbonisierung seines mittelgroßen Betriebs auf mehr als eine Million Euro. Erst durch eine Förderung aus dem Bayerischen Energieforschungsprogramm wurde der Umbau überhaupt möglich.

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23 Kommentare

  • Wenn bald ein Drittel der jungen Männer in Dummland einer Religion angehören, die den Konsum von Alkohol verbietet, woher sollen dann noch die guten Verkaufszahlen kommen?
    Wenn zusätzlich durch die vollkommen vermasselte Energiewende der Strom für produzierende Betriebe unbezahlbar wird?

    Beide Dinge haben wir dem linksrotgrünen Zeitgeist zu verdanken.

    • Genau das wollte ich schreiben
      Alternativ Alkoholfrei Prost .
      Mein Bier,,,,🤤
      Zwei Kasten Bier im Monat ist schon ein kleiner Kostenfaktor ,
      Die Grüne LuftSteuer muss GEGENFINANZIERT werden ,der Bürger rechnet durch.

  • Agenda 2045 von Merz und Co
    Klimaneutralität
    Die kann nur erreicht werden, in dem Deutschland wieder betrieben wird,
    wie vor Erfindung der Dampfmaschine.
    Die Wirtschaft muss komplett beseitigt werden,
    damit Deutschland klimaneutral wird.
    Klimaneutralität ist das wirtschaftliche Ziel der Union.
    2040 in Hamburg ( mit Volksabstimmung !)
    2045 bundesweit (seit Merz Staatsziel im Grundgesetz)
    2050 EU weit ( danke von der Leyen)

    Wenn das oberste Staatsziel ist, klimaneutral zu werden,
    dann muss das rechtzeitig systematisch vorbereitet werden.
    Sonst sind „wir“ damit bis 2045 nicht fertig.

    Der „Verlust“ von 100.000 Arbeitsplätzen bei VW
    und 300.000 bei den Zulieferern kann nur der Anfang
    sein hin zu den noch größeren Erfolgen.

    Brauereien, die 2026 geschlossen werden, sind auch ein guter Anfang.
    2045 müssen die alle dicht sein. Schluss mit den Klimaschädlingen.
    Je früher, desto besser.

  • seltsamerweise laeuft der biermarkt in oesterreich noch einigermassen.

    es sterben zwar hier und da einzelne brauereien, wandern ab, oder schliessen sich zusammen, alles in allem aber wird noch produziert.

    viell. findet der ein oder andere entlassen aus D dort noch einen arbeitsplatz?

  • Keine Sorge – bald gibt’s Bier aus China oder Indien.

    • Aber ohne Reinheitsgebot.

  • Tja, da kann man sich die katastrophale grüne Wirtschaftspolitik von Merz und Klingbeil noch nicht einmal mehr schön saufen.
    Prost!

    • Klingbeil plant offenbar, die Alkoholsteuer im kommenden Jahr um 20 Prozent zu erhöhen. Das geht aus einem Gesetzentwurf des Finanzministeriums hervor, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.
      Die höhere Alkoholsteuer soll für Sekt, Champagner, mit Alkohol versetzte Likörweine sowie sogenannte Alkopops gelten. Außerdem für hochprozentigere Spirituosen.
      Die Biersteuer will Klingbeil dagegen nicht erhöhen, Wein soll steuerfrei bleiben.
      Die von Bundesgesundheitsministerin Warken eingesetzte Expertenkommission hatte demnach eine deutlich stärkere Anhebung – um mehr als 40 Prozent – empfohlen.
      Die Mehreinnahmen durch Klingbeils Pläne sollen sich laut Gesetzentwurf auf jährlich rund 400 Millionen Euro belaufen.

  • Der Prophet hat den Alkohlgenuß verboten. Also weg mit den Brauereien, dann wird der Umstieg in die Sharia nicht abrupt.

    • Religion benebelt schon genug ,es ist kein Alkohol erforderlich ..

  • Nebeneffekt,:
    Der Bürger ist dann nicht mehr so benebelt und kann klarer denken und wird endlich eine andere Regierung wählen .

  • Erst sterben die Firmen, dann sterben unsere Rechte und am Ende kommt eine Schariah? Es könnte böse enden in Deutschland, aber zum Glück haben wir eine AFD.

  • Das wird Konsequenzen haben, wenn die Leute sich die Welt und vor allem diese Politik (gegen sie) schön-saufen kann.

    Ein Vorteil hat es, je schneller es gegen die Wand geht, um so schneller kann man jene loswerden, würden manche sagen und verweisen auf „wenn Wahlen was verändern würden, wären sie verboten“.

    Beispiel sah man ja u.a. in Ludwigshafen, nun aktiv in Landtagen wo man Verfassungsänderungen hervorzaubert.

    Erst wenn die Macht UND den Zugriff den Parteien auf ewig entzogen wird, kann es vorwärts gehen, würden manche hinweisen.

    • ergänzend ein NICHT im Satz1 nach der Klammer…

    • Du und die anderen hier, ihr seid doch die größten Quadratschwätzer aller Zeiten. Ihr solltet eher Bier saufen als hier euren bezahlten Käse absondern, das ist besser für die Volkswirtschaft und für die allgemeine Stimmung, und das kostet auch weniger Strom.

      • Wie gut, dass Sie keinen Käse absondern, wennn Sie fordern mehr Bier zu saufen, weil dadurch die Volkswirtschaft gestärkt und weniger Strom verbraucht wird! LOL

  • Hintergrund sind neben den rückläufigen Konsumgewohnheiten auch die hohen Kostenbelastungen.

    Tja, trinkt mehr Bier Leute.
    Und die Biersorten, die nicht schmecken, die verschwinden eben vom Markt – ganz einfach.
    Brauerei Ott, Kaufbeuren und Wolters sagen mir gar nichts.
    Aus meiner Sicht daher kein Verlust.

    • Ja, dieselben, die hier immer „Sozialismus“ schreien, echauffieren sich seltsamerweise auch immer dann, wenn die Marktwirtschaft wirkt.

  • Als Brauerei bei einer WM pleite zu gehen ist wie wenn der Eisverkäufer in schönsten Sommer pleite geht. Aber Dummland schafft ja alles was normalerweise nicht gehen sollte.

  • Lass Dir mal ein neues Thema einfallen Hannes.
    Immer die gleiche Leier nervt doch.
    Wer bitteschön kann das noch ernst nehmen?

  • Drei Insolvenzen in zwei Wochen… Nur Brauereien, aus anderen Sparten kommen noch Hunderte weitere dazu. Das sind die Folgen der Brandmauer-Regierung mit ihren LINKS-GRÜNEN Wahnvorstellungen gegen das eigene Volk ! Hauptsache Drogen legalisieren und Drogenmißbrauch fördern… Typisch GRÜNE !

  • Bei den Energie- und sonstigen Kosten / Abgaben? Verschwindet relativ schnell und in Zukunft mit der „Gesundheitssteuer“ noch schneller. Prost.

  • „ Doch damit ist es noch nicht getan: Auch die erzwungene Dekarbonisierung der Produktion – Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden – “ was schreibt ihr denn da für einen Unsinn? Weder das Wort Dekarbonisierung noch klimaneutral machen irgendeinen Sinn

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