Die neue Überlegenheit der Ukraine
Mehr als 1.000 Drohnen über Moskau, 120 Quadratkilometer zurückerobertes Territorium: Die Ukraine zeigt, dass sie Russland trotz personeller Unterlegenheit taktisch auszumanövrieren weiß. Auch in Washington bleibt das nicht unbemerkt.
Russlands Krieg gegen die Ukraine ist letztendlich auch vor den eigenen Toren angekommen, wie Einwohner Moskaus in der Nacht zum Sonntag schmerzlich erfahren mussten. Die ukrainischen Streitkräfte zielten in einem Luftangriff mit Hunderten Drohnen auf das Herz Russlands. Der wohl größte koordinierte Drohnenangriff auf Moskau steht sinnbildlich für den Wandel dieses Krieges – ein Wandel, dessen Bedeutung offenbar auch den Amerikanern klar geworden ist.
Mehr als 1.000 Drohnen soll die Ukraine über Moskau haben fliegen lassen. Rein technisch wollte man Russlands militärisch-industriellen und wirtschaftlichen Komplex weiter schwächen, wie der ukrainische Inlandsgeheimdienst (SBU) mitteilte. Zu den Zielen in der Großregion Moskau zählten unter anderem das Werk des russischen Unternehmens Angstrem, das Halbleiter für das Militär produziert, sowie Energiestandorte wie die Moskauer Ölraffinerie und Treibstoffpumpstationen in Solnetschnogorsk und Wolodarskoje.
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Der SBU nahm auch Ziele auf der Krim ins Visier – hauptsächlich militärische Verteidigungssysteme sowie den Flugplatz Belbek. Der Angriff der Ukraine wiegt auch symbolisch schwer: Einerseits signalisiert er den Verbündeten, dass die Ukraine weiterhin kampffähig ist. Andererseits konfrontiert er die Menschen in Moskau mit der Realität des Krieges, vor der sie lange Zeit abgeschottet waren.
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin gab am Sonntag bekannt, dass bei den Angriffen zwölf Menschen verletzt wurden, die meisten davon in der Nähe der Moskauer Raffinerie. Laut der indischen Botschaft in Moskau soll einer der Verletzten ein indischer Staatsbürger sein.
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„Diesmal erreichten ukrainische Langstreckendrohnen die Region Moskau. Wir sagen den Russen klar: Ihr Staat muss seinen Krieg beenden“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er hatte bereits am vergangenen Freitag Vergeltungsmaßnahmen angekündigt, nachdem eine russische Rakete ein Kiewer Wohnhaus getroffen und 24 Menschen getötet hatte, darunter drei Kinder. Der Angriff sei eine „völlig angemessene Reaktion“ auf die andauernden russischen Angriffe auf ukrainische Städte, so Selenskyj.
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Doch nicht nur in der Luft gewinnt die Ukraine an Momentum. Erst vor Kurzem soll es der Armee gelungen sein, über mehrere Tage hinweg Land zurückzuerobern – erstmals seit Sommer 2023, wie es in einer Datenerhebung des amerikanischen Institute for the Study of War heißt. Russland soll rund 120 Quadratkilometer an kontrolliertem ukrainischen Territorium verloren haben. Obwohl der Zugewinn in absoluten Zahlen noch relativ gering ausfällt, ist die symbolische Bedeutung dieser Entwicklung kaum zu überschätzen. Über zwei Jahre lang hatte sich die Frontlinie nahezu ausschließlich zugunsten Moskaus verschoben, nun deutet sich erstmals eine Trendumkehr an.
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Das Blatt scheint sich in vielerlei Hinsicht für beide Seiten langsam zu wenden – und auch die USA nehmen das wahr. US-Außenminister Marco Rubio brachte dies am vergangenen Donnerstag an Bord der Air Force One auf den Punkt: Die Ukraine verfüge momentan über die „stärksten und schlagkräftigsten Streitkräfte in ganz Europa“. Die Russen verlören monatlich fünfmal so viele Soldaten wie die Ukrainer – obwohl Russland das größere Land mit der größeren Armee sei. Die Stärke der Ukraine sei nicht nur auf die internationale Unterstützung seit Kriegsbeginn zurückzuführen, sondern auch auf die gesammelten Kampferfahrungen. Überraschend anerkennende Worte von Rubio, dessen Präsident Donald Trump seit Amtsantritt zunehmend auf Distanz zur Ukraine gegangen ist.
Einen Kontrast dazu lieferte AfD-Chefin Alice Weidel, die erneut Kritik an der ukrainischen Kriegsführung übte. Diese halte sie für ein „hohes sicherheitspolitisches Risiko“. Russland verglich sie mit einem Bären: „Der Bär wird irgendwann mit der Pranke ausholen“, betonte Weidel mit Blick auf ukrainische Aktionen wie den Drohnenangriff auf Moskau. Dabei zitierte sie den Chefredakteur der Weltwoche, Roger Köppel, der erklärt hatte: „Sie können nicht den großen Bären mit einem heißen Eisen die ganze Zeit im Auge herumstochern, tief in Russland hinein, und dann erwarten, dass nichts passiert.“ Die Ukrainepolitik habe Deutschland einem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt, so Weidel.
In Russland macht sich derweil die Angst vor einer Eskalation breit. Die Moskauer Bevölkerung wurde bislang kaum mit der Realität des Krieges konfrontiert – sie hat ihn über Jahre fast wie eine Fernsehübertragung erlebt. Lebensmittelmangel gibt es kaum, und auf den Straßen sind nur wenige Soldaten zu sehen. Der Kreml schirmt seinen „Hafen der fünf Meere“ von den Folgen des eigenen Krieges ab. Die Last des Krieges – Tote, Drohnenangriffe, Stromausfälle – traf vor allem ärmere Regionen wie Burjatien oder Dagestan, wo überproportional viele Soldaten rekrutiert wurden, sowie die Grenzregionen zur Ukraine wie Belgorod oder Kursk, wo Einwohner die Folgen des Krieges am eigenen Leibe miterleben konnten.
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Dass sich die Moskauer künftig auf eine andere Realität einstellen müssen, sollte nach den Angriffen dieses Sonntags auch Putins letztem Anhänger klar sein. Selbst russische Abgeordnete rechnen mittlerweile mit einer Zunahme ukrainischer Angriffe. Die Ukraine zeigt, dass sie trotz der personellen Überlegenheit des Angreifers in der Lage ist, Russland mit klugen taktischen Aktionen auszumanövrieren. Der Krieg in der Ukraine tritt dadurch in eine neue Phase ein. Die Kombination aus tiefen Schlägen ins russische Hinterland und ersten Geländegewinnen an der Front offenbart, dass Moskaus vermeintliche Unverwundbarkeit zunehmend bröckelt. Ob sich daraus eine nachhaltige Trendwende entwickelt, hängt jedoch nicht allein von der Ukraine ab, sondern gleichermaßen von der Unterstützung des Westens für die Verteidiger.
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Obama, Biden, Nuland, Steinmeier, Merkel, Putin, Lawrov, Selensky, VdL…etc.!
Also, nix wie rein mit unserer Kohle in das Pulverfass. Unser UA Kanzlerdarsteller wird´s den Steuerzahlern nicht danken. Verlasst euch drauf
Auch der Deutsche Kaiser hat Frankreich, und die USA Vietnam besiegt- und was war am Ende?
Gut, die Karten über die Frontbewegungen sagen zwar etwas anderes, aber der Sieg muss möglich bleiben, denn dann kann noch viel mehr in die Rüstung gesteckt werden.
neuer versuch…
frontfortschritte gibt es derzeit wohl auf beiden seiten kaum.
aber immerhin gelingt es seli dank europaeischer waffenprodukte und der zur verfuegung gestellten baltischen luftraeume , immer mehr wichtige russische raffinierien und oellager tief im landesinneren in brand zu setzen.
mal abgesehen von der umweltferkelei, die damit angerichtet wird, schwaecht das russische finanzen, denn oel das nicht da ist, kann auch nicht verkauft werden.
es ist seltsam, dass putin sich das alles so relativ widerstandslos gefallen laesst.
worauf wartet er noch?
lustig,
das wort umweltsa… das ich gegen ferkelei ausgetauscht habe, war der stein des anstosses fuer warten auf freigabe .
sind wir jetzt hier schon auf bluecry ?
an sich haben wir da Stellungskrieg, bis auf den kleinen Unterschied das nicht nur Kiev in reichweite ist, sondern jetzt auch Moskau, mal sehen ob die Russen auch solange wie die Ukraine denn Terror aushalten.
Ich empfehle mal das intervie bei Ben ungescriptet
„Was dir die Tagesschau verschweigt (Militär-Experte)“
Der Angriffskrieg des Westens gegen Rußland geht also unvermindert weiter. Offenbar hat man an dem Krieg noch nicht genug verdient und wir müssen weiter exorbitante Preise dafür zahlen dass wir im Winter nicht permanent bitterlich frieren müssen. Und das russische Volk leidet unter den permanenten brutalen Angriffen obwohl es nichts dafür kann.
Überlegenheit? Nicht mal ansatzweise
Wenn der russische Bär in die Ecke gedrängt wird, dann wird es brandgefährlich für Europa.
was will Russland machen Atomwaffen einsetzten, dann wäre der Krieg ggf für Russland gewonnen, würde ihnen das verstrahlte land gänzlich überlassen . aber dann sollte der Westen Russland komplett isolieren, Grenzen dicht machen und jeden der mit Massenmördern paktiert. Fertig
Wir haben das schon mehr als einmal gesehen. Das sind Kamikaze Aktionen, die am Ende nur eines Kosten. Ukrainische Soldaten!!!
ich muss ihnen Mitteilen das in den kleinen Kamikaze Drohnen keine kleinen Ukrainer sitzen!
Nebenbei schon häufig in Geschichte zahlen Invasionen, also die Angreifer mit mehr verlusten, meist 1zu2 oder 1zu3 ist in dem Fall wohl nicht anderes zu ungusten Sov.. ähm meine Russlands
Ist das schlecht?
Die Friedhöfe in Russland sind tatsächlich voll.
>>Die Russen verlören monatlich fünfmal so viele Soldaten wie die Ukrainer<<
Das behauptet der Geheimdienst der Ami-Pudel seit Beginn des Krieges.
„Unsere Ukraine“ hat sowieso schon mindestens 300 mal gegen Russland „gewonnen“🤦♂️
,,120 Quadratkilometer zurückerobertes Territorium“
Hm,liveuamap.com scheint das verpasst zu haben?!😳
https://liveuamap.com/
Ich bin wirklich mal gespannt wie lange es noch dauern wird bis der russische Bär, seine Krallen ausfährt. „Krallen“ als Synonym für strategische Atomwaffen. Über atomare Langstrecken und atomare Intercontinental
Raketen verfügt Russland ebenfalls, daß weiß auch Washington
ich zitiere mich mal selsbt
„was will Russland machen Atomwaffen einsetzten, dann wäre der Krieg ggf für Russland gewonnen, würde ihnen das verstrahlte land gänzlich überlassen . aber dann sollte der Westen Russland komplett isolieren, Grenzen dicht machen und jeden der mit Massenmördern paktiert. Fertig“
Nicht alle Drohnen landeten in Russland. Eine zumindest musste über Estland abgeschossen werden. Nicht das erste Mal, dass die baltischen Staaten und Polen ein Opfer dieser Angriffe werden.
https://www.oe24.at/welt/nato-kampfjet-schiesst-ukrainische-drohne-uMber-estland-ab/680035948
Die Mächtigen hier im Westen treiben den Krieg gegen Russland immer brutaler voran. Man will halt noch viel mehr Geld in seine eigenen Taschen stopfen und die Menschen in Russland müssen leiden und wir können diesen Unsinn bezahlen. Wäre doch nur die AfD an der Regierung. Dann wäre schon längst Frieden allerorten.
und wenn noch zwanzig Jahre im Donbass Schutthaufen von oben nach unten gedreht werden.Ihr kriegt die Leute nicht zum Krieg.
Wie konkret stellen die sich den Sieg über Russland eigentlich vor?
Werden dann alle Russen gefangen genommen und das Land… größtes Land der Welt.. besetzt?
Oder bilden die sich ein, die Russen ergeben sich und überreichen untertänigst ihre Atombomben?
Mir fehlt ehrlich gesagt für den ganzen Schwachsinn die Phantasie!
„Die Russen verlören monatlich fünfmal so viele Soldaten wie die Ukrainer – obwohl Russland das größere Land mit der größeren Armee sei.“
Und was verlieren die Soldaten? Wenn sie Glück haben, nur ein paar Gliedmaßen, ansonsten halt ihr Leben.
Schreiner hat vergessen zu erwähnen, dass es sich nicht um ein Fußballspiel handelt. Nichts, was man sich bei Torsten Heinrich oder auf Welt.TV anschaut und dabei seinem Ersatzpatriotismus befriedigt.
Es handelt sich auch nicht um eine „Trendwende“ an der Börse.
Es ist fucking Krieg. Seit mehr als vier Jahren.
Jeder, der sich NICHT dafür einsetzt, dass es endlich endet, sondern „Unterstützung des Westens“ verlangt, ist in meinen Augen einfach ein … naja, ich sag’s lieber nicht.
Und wenn dann die Haselnüsse auf die deutschen Produktionsstätten der ukrainischen Drohnen fallen wird gejammert…wie kann der Rus nur…
Träumt mal schön weiter. Der Ukrostaat ist komplett verwüstet und verseucht. Us Wissenschaftler haben festgestell das nach Kriegsende 4-6 Meter Boden Abgetragen werden müssen um ein einigermasen und vernünftige Landwirtschaft zu gewährleisten.
„Die neue Überlegenheit der Ukraine“ made by Germany! Mal sehen, was wir zu dieser „Überlegenheit“ noch sagen werden, wenn der Russe sich dafür bei UNS „bedankt“… .
Putintreue Kommentare werden hier offenbar schneller durchgewunken. Respekt
Dann bitte zur TAZ wechseln und dort kommentieren.
Nee, wird alles gelöscht, wie man von den Asow-N…s hier kennt…
wie man ES von den Asow-N…s hier kennt…
Bisher gibt es hier keinen einzigen „Putintreuen Kommentar“ und ich glaube auch nicht, daß noch einer kommt.
Allerdings ist die Ukraine, Selensky und Geld verschenken halt nicht so beliebt wie manche das gern hätten. Sie scheinen da etwas absichtlich misszuverstehen und zu verdrehen.